Kleinkind will abends nicht einschlafen und macht Terror

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9 Antworten

Erstens Kinder machen keinen Terror.

Dann überlegen, was am Tag passiert ist. Ist er satt? Hungrige, unterzuckerte Kinder können "austicken". Überprüfen, ob das Einschlafritual noch passend ist. Manche Kinder wollen lieber eine Kassette hören. Möglich, dass er statt von Mama vom Papa die Geschichte vorgelesen haben möchte.

Aber auf keinen Fall schimpfen.

Meine Tochter durfte immer so lange auf bleiben wie sie wollte. Das haben manche Eltern absolut nicht verstehen können, wie das funktioniert.

Eigentlich ganz einfach: Du darfst aufbleiben und in Deinem Zimmer spielen. Wenn Du müde bist, dann gehst Du ins Bett. Klare Regel: Wenn morgens meine Tochter in den Kindergarten musste, dann habe ich sie auch aus den tiefsten Träumen geholt und sie musste gehen.

Habe ihr dann erklärt, wenn sie abends früher ins Bett geht, dann ist sie morgens ausgeschlafen.

Nach kurzer Zeit ging sie abends von alleine ins Bett weil sie ja müde war. Durch das selbst entscheiden dürfen gab es keinen Machtkampf und alles lief bestens.

Ich hatte dadurch später eine Tochter, die mit 15 auch mal abends um 19 Uhr ins Bett ging und sagt: Mutti, wenn jemand für mich kommt, ich bin müde. Sag ich melde mich morgen.

Viel Freiheit mit Erklärung, was aber auch Pflichten sind, das war mein Grundprinzip und das hat funktioniert.

Meine Tochter ist inzwischen 33 Jahre alt und wir haben ein supergutes Verhältnis. Sie hat selbst jetzt 2 Kinder (8 u. 12) und da wurden von mir die Dinge zu einem großen Teil übernommen und auch da hat es funktioniert.

Bei meinem ältesten Sohn (fast 42) habe ich mal folgendes gemacht. Er wollte unbedingt so lange TV schauen wie wir. Habe ich gesagt: Klar, aber wenn Du müde wirst, dann musst Du auf bleiben bis wir ins Bett gehen. Das war ein Deal auf den er einging mit ca. 5 Jahren. Klar, wir schauten Sachen wie Politiksendungen die für ihn total uninteressant waren. Er wurde müde und schlief zwischen uns ein. Ich habe ihn geweckt und zum gucken gezwungen. Als er dann irgendwann um 3:30 Uhr ins Bett durfte, weil wir auch schlafen gingen, schlief er natürlich gleich ein.

Totmüde und er hat nach dem Angebot von mir am nächsten Tag gesagt: Nein, ich bin müde, ich gehe ins Bett. Da war es 20 Uhr. :-)) Er wollte nie mehr mit uns so lange TV schauen.

Vielleicht ein paar Anregungen wie man es auch machen kann, die allerdings auch Verzicht heißen, denn wir wollten eigentlich auch nicht den ganzen Abend Sendungen sehen, die nicht alle interessant waren.

Klasse! Hab sehr geschmunzelt bei Lesen. :-)

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Das Prinzip kann ich als hervorragend funktionierend bestätigen. Habe ich mit meinen beiden Töchtern auch so gehalten. Die wurden von mir auch nie ins Bett geschickt.

Sobald die beiden selbständig aus ihrem Bettchen krabbeln konnten, haben die sich auch selber schlafen gelegt.

Ich habe in meinem häuslichen Tanzstudio abends Kurse abgehalten und meine beiden kleinen Zwuckel (3 und 4 Jahre) kamen dann fix und fertig im Schlafanzug ins Studio, gaben allen die Hand und sagten "Gute Nacht!".

Anfangs stand meinen Damen, die durchweg auch alle Mütter waren, der Mund offen. "Deine Kleinen gehen vollkommen allein ins Bett?" "Ja." "Haben die denn auch ihre Zähne geputzt?" "Ja." Sprachloses Kopfschütteln... "und du mußt da gar nichts sagen?" "Nö, warum auch? Die wissen doch selber, wann sie müde sind." "Die gehen jetzt wirklich in ihr Zimmer und schlafen?" "Vielleicht hören sie noch eine Märchenkassette, schauen in ein Buch, spielen noch ein wenig, aber wenn die müde sind, machen sie das Licht aus und schlafen." "Mein Gott, wenn ich an den Zauber denke, den mein Sohn jeden Abend veranstaltet!"

So etwas nenne ich "Eigenverantwortung übergeben". Und die haben meine beiden reichlich abgefordert. Die waren so richtig stolz auf sich, wenn sie wieder etwas allein schafften.

Ich machte ihnen aber auch stets Mut und nahm ihnen nur in Notfällen etwas ab, was sie selber erledigen konnten. Das hatte zur Folge, daß die beiden vollkommen selbständig ihre Hausaufgaben erledigten und für ihre Arbeiten lernten. Ich brauchte mich da nie drum zu kümmern.

Auf der anderen Seite wußten sie, daß ihre Mutter stets hinter ihnen steht und ihnen den Rücken freihält. Für meine Töchter habe ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt.

Wir waren eine verschworene Gemeinschaft, die immer offen und ehrlich miteinander umging. Zwischen uns gab es keine Geheimnisse, aber jeder wahrte die Privatsphäre des anderen.

Meine Mädels übernahmen Aufgaben im Haushalt, damit wir zusammen Freizeit genießen konnten.

Sobald meine beiden rechnen konnten, habe ich die Finanzen offen gelegt und so sahen die beiden, daß für große Sprünge und teure Marken-Jeans kein Geld übrig war und wenn etwas außer der Reihe gekauft werden sollte, dann mußte das woanders eingespart werden.

Als das Geld eine zeitlang knapp wurde, sind meine beiden mit 14 und 15 Zeitung austragen gegangen, haben Babysitting gemacht und haben ohne murren von dem Geld mal eine Tankfüllung oder die Telefonrechnung bezahlt.

Ich habe gar nicht gemerkt, daß die beiden eine Pubertät durchlaufen hätten. Das ging problemlos und nahtlos vonstatten.

Ich arbeitete ungern mit Verboten, aber ich war eine konsequente Mutter, die ein einmal ausgesprochenes Nein nie zurücknahm. Aber für jedes Nein gab es eine Erklärung, warum und weshalb, so daß die beiden schnell merkten, daß es immer gute Gründe gab und ich nie mit Druck arbeiten mußte. Ein "Nein!" rief auf diese Weise keine Trotzreaktionen hervor, sondern Einsicht.

Ich ließ die beiden viele Dinge selbst entscheiden, wobei mein Ex graue Haare und einen Anfall nach dem anderen kriegte, weil er meinte, man müsse für die Kinder entscheiden, schließlich sei man ja dafür Eltern.

Beide Töchter haben abenteuerliche Schulwechsel hinter sich, weil da eben auch mal Entscheidungen dabei waren, die sich dann doch nicht als praktikabel herausstellten. Aber es war stets ihre Entscheidung und letztlich haben beiden mit Bravour ihr Abi gemacht und beide haben ihr Studium abgeschlossen, auch gegen den Willen des Vaters.

Also, liebe Eltern, traut Euren Kindern mal etwas zu! Kinder sind viel stärker, anpassungs- und lernfähiger als Ihr immer glaubt.

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Da hilft nur Konsequenz und eventuell ne heisse Tasse Milch mit Honig ;-) auch das mit dem Vorlesen halte ich für gut , liegt aber an dem Kind an sich , da hilft unter Umständen nur sich rantesten...

Mein Kleiner (3) macht zwischendurch auch Zicken und versucht, länger als Üblich auf zu bleiben. Bei uns gibt es "5 Minuten"! Dabei zeige ich ihm meine Hand mit allen 5 Fingern und sage ganz bestimmend "5 Minuten". (Diese 5 Minuten variieren natürlich.) Wenn es nach diesen 5 Minuten noch Terror gibt, stecke ich ihn in sein Bett und lasse ihn notfalls heulen. Manches Mal kostet das Nerven, aber ich denke, man muss konsequent bleiben. Nach so einer Aktion habe ich dann für ein paar Tage Ruhe und dann wiederholen wir das Spielchen eben. Klappt wunderbar.

Ich denke, ihr habt jeden Abend Angst vor dem kleinen "Terroristen" und der fühlt die Angst und kann sie eigentlich nicht wirklich deuten.
Vor lauter Unsicherheit lässt er mal eben seine Testosterone sprechen, Trotzphase lässt grüßen. Er testet definitv die Grenzen aus. Das geht auch wieder vorbei, aber bis dahin ... :-(
Aber zuerst müsst ihr als Eltern lernen selber ruhiger zu werden, sonst schaukelt sich das jeden Abend hoch. Und dann ist es vielleicht hilfreich seine Schlafkurve heraus zu finden. Manche Kinder schlafen erst um 20:00h ein, andere schon gleich nach dem Abendessen. Wenn man nun versucht mit aller Gewalt das Kind zu einer bestimmten Uhrzeit hinzulegen, und ist es nur eine halbe Stunde, eskaliert die Sache.
Bei meinem Sohn kam auch eine Zeitlang dieser Satz: "...aber warum muss ich denn jetzt...". Dann habe ich mich dazu gesetzt und habe, statt ihm vorzulesen, ihn erzählen lassen, das hat auch manchmal geholfen.

Kinder tun alles, um ihre Reizbilanz stimmig zu machen.

Dem Jungen fehlt noch was. Herauszubekommen, was das ist, ist Aufgabe der Eltern, falls er es noch nicht konkret benennen kann. Dass er die Mutter schlägt, ist ein Zeichen dafür, dass er verzweifelt ist und möchte, dass sie sich ihm mehr zuwendet.

In dieser Situation würde ich mich (als Mutter) zum Kind ins Bett legen, es ganz eng an mich ziehen und dann ganz ruhig selbst einschlafen. Das Kind wird mitziehen und vermutlich schon nach erstaunlich kurzer Zeit einschlafen.

Leider hast Du nur wenige Details drumherum geschildert, simjo. Falls das Kind bisher bei Licht schlief, kann es sein, dass jetzt das Licht fehlt. Oder umgekehrt. Falls das Kind was im TV gesehen hat, was noch nicht für 3-jährige Nasen bestimmt war, kann es sein, dass es Angst hat. Es kann sich eine Magen-Darm-Grippe anbahnen (momentan wieder stark im Kommen) und das Kind möchte daher nicht allein sein. Es kann so vieles sein.

Aber meine Glaskugel ist total beschlagen ohne weitere Details.

Viel Erfolg.

PS: Und bitte nicht mit der Jedes-Kind-kann-schlafen-Tour das Kind ins Bett zwingen. Kinder schlafen wirklich von allein und stressfrei ein, wenn ihre Reizbilanz des Tages stimmig ist.

dadurch lernt das kind doch, zu schlagen. wenn er dadurch bekommt, was er will..

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@viviane95

Nicht, wenn dem Kind gleichzeitig immer wieder ein Weg gezeigt wird, wie es seinen Wunsch / sein Bedürfnis anders äußern kann. Wir können nicht sehen, wie der Fragesteller in der konkreten Situation reagiert. Uns fehlt die dazugehörige Mimik, Gestik und Tonlage.

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Die Phase haben sie wohl alle mal. Ich hab dann irgendwann gesagt: ich muß jetzt staubsaugen und du schläfst. Das hat auf Anhieb funktioniert, gegen den Sauger anzuplärren, war ihm dann wohl doch zu blöd. Er hat zwar dann ein paar Wochen nur noch mit Sauger schlafen wollen, aber das hat sich dann auch wieder normalisiert.

Ruf nach der Super-Nanni wird laut! Jedes Kind hat einmal solch eine Phase. Das beste Mittel ist aber, das Kind Tags über so zu beschäftigen, dass es abends automatisch einschläft.

Das hört sich jetzt vielleicht erst mal krass an. "Normal" ins Bett bringen und ihn dann einfach mal links liegen lassen. Gar nicht auf seinen Terror eingehen. Offensichtlich macht er sich da jeden Abend einen Spaß draus. Wenn er aber merkt, dass es völlig egal ist, das er Theater macht, wird es langweilig. Mal eine Woche versuchen.

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