Kleingewerbe anmelden bei Job als selbstständiger Unternehmern/ freier Dienstnehmer?

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4 Antworten

Das Unternehmen bezahlt mich dann nach gearbeiteten Stunden, versichert bin ich jedoch durch die Firma nicht.

Meiner Meinung nach, handelt es sich hier um eine Scheinselbständigkeit. Bedeutet du bist verpflichtet gemäß deinem Einkommen Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen.

http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeitsrecht/scheinselbstaendigkeit/index.html

Alles andere hat bereits Kevin beantwortet.

Wäre es aber nicht sinnvoller, dir eine Arbeit als Werkstudent zu suchen, bei der du nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest. Deine Einkünfte sind an keine Höchstgrenze gebunden. Dafür musst du nur einen Krankenversicherungsbeitrag in der KVdS (Krankenvers. für Studenten) zahlen in Höhe von mtl. 85 € + Rentenversicherungsbeitrag + Steuern.

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Kommentar von thebird31
14.03.2017, 02:22

Danke für ihre Rückmeldung. Ich kenne mich auf dem ganzen Gebiet echt leider sehr schlecht aus, aber wieso meinen Sie würde ich unter Scheinselbstständigkeit fallen? Und die Arbeit als Werkstudent würde in Frage kommen wenn der Lohn bei diesem Job nicht so hoch (17€/h) wäre. Der Job ist finanziell einfach sehr attraktiv und man kann sich aussuchen wann, wie lange, wie oft und von wo aus man arbeitet.

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Kleingewerbe anmelden bei Job als selbstständiger Unternehmern/ freier Dienstnehmer?

Deshalb meine Frage: Muss ich trotzdem ein Gewerbe eröffnen oder mich als Selbstständig melden?

Hi thebird31,

es gibt in D kein Kleingewerbe, sondern du mußt ein Gewerbe anmelden!
Infos, Hinweise und viele, viele Tipps hierzu findest in klicktipps.de unter "Eigenes Gewerbe gründen"

Ich habe vor nicht mehr als 450€ im Monat zu verdienen (Ich kann selbst entscheiden wie viel ich arbeite)

Der Freibetrag für die kostenlose Familien(kranken)versicherung über die Eltern ist aktuell 425 € im Monat oder ein 450-Euro-Minijob!
Also würde bei einem Einkommen von 450 € als Selbstständiger die kostenlose Familienversicherung über die Eltern wegfallen.

Gruß siola55

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Kommentar von siola55
07.03.2017, 10:58

Kleingewerbe anmelden...

Hi thebird31, du meinst wohl hier die Kleinunternehmer-Regelung


Die Nutzung der Kleinunternehmer-Regelung kann bei folgenden
Umständen wirtschaftlich sinnvoll sein:

Wenn man auf Dauer unter einem Umsatz von 17.500 € bleiben will.

Wenn man vor allem für Privatpersonen, Vereine und öffentliche Einrichtungen arbeitet,
die selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind
und deshalb die von ihnen gezahlte Mehrwertsteuer nicht vom FA erstattet bekommen.
Lieferanten, die ohne Umsatzsteuer arbeiten, sind für diese Kunden besonders interessant.

Wenn man wenig Waren oder Dienstleistungen zukaufen muss und damit selbst wenig Vorsteuer zahlt.

Wenn man niedrige Investitionen (Maschinen, Computer, Software usw.) für sein Unternehmen hat,
für die man gezahlte "Mehrwertsteuer" erstattet bekommen könnte.

Wenn man unbedingt ganz wenig Buchhaltungsaufwand haben will und man dafür sogar auf eventuelle
Steuervorteile verzichtet.


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Muss ich trotzdem ein Gewerbe eröffnen oder mich als Selbstständig melden?

Klar. Wenn du keinen Arbeitsvertrag hast und selbständig Aufträge annimmst oder ablehnst, handelst du gewerblich. Ich kann zumindest nicht erkennen was hier freiberuflich sein könnte.


Ich bin momentan über meine Eltern versichert und da ich nicht über den
Steuerbetrag von 8000€ im Jahr (gefährliches Halbwissen?) hinausschieße,
muss ich doch eigentlich keine Steuern zahlen, oder?

Das Wort Steuern ist ein Oberbegriff. Hier kommen Umsatz-, Einkommen- und Gewernesteuern in Betracht. 8.820,- € ist der Grundfreibetrag zur Einkommensteuer in 2017. Gewerbesteuer-Freibetrag sind 24.500,- € also auch nicht wirklich relevant.

Das Finanzamt kann aber nicht riechen wie viel Gewinn du gemacht hast, also musst du auf jeden Fall zumindest eine Einkommensteuererklärung abgeben. Machst du das nicht, wird man dich schätzen und das geht meist sehr schlecht für den Steuerpflichtigen aus.

Ferner intersssiert ist die Krankenkasse nicht ob du den Grundfreibetrag überschreitest oder nicht. Ist dein auf den Monat runtergebrochener Gewinn größer als 425,- € hast du keinen Anspruch mehr auf Familienversicherung.

Wenn du regelmäßig mehr als 450,- € Gewinn erzielst und quasi nur für diesen einen Auftraggeber tätig wirst, ist die Tätigkeit versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung (3 Jahre Befreiung möglich).

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Kommentar von thebird31
14.03.2017, 02:10

Danke erst einmal für die ausführliche Antwort. Ich bleibe definitiv unter den 425€ im Monat, also kann ich ja weiter über meine Eltern versichert bleiben. Das heißt doch im Prinzip das ich am besten von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen kann. Dann müsste ich das nur anmelden und einmal im Jahr eine Steuererklärung machen, oder? Da ich ja nicht über die 8.820€ hinausschießen werde muss ich dann ja demnach auch keine Steuern bezahlen. Ist demnach das "Kleingewerbe" die richtige Methode?

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Ich würde mal sagen nein, da du ja nur einen 450 € Job an nimmst. Ich würde damit aber lieber zum Rechtsanwalt gehen bevor du noch mit den Gesetzen in Schwierigkeiten gerätst. 

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Kommentar von siola55
07.03.2017, 07:51

Er kann sich doch nicht selbst anstellen als 450-Euro-Minijobber???

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