Kleines Unternehmen, Buchführungspflicht? Alternativen?

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5 Antworten

Sei froh , dass Du eine Buchführung ast und nutze die Daten für die Betriebsführung.

Wenn Du verzichten willst, ist es mgöoch. Du brauchst nur die Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen.

Aber wenn du bisher 1.000,- im Jahr für die Buchhaltung gezahlt hast, wundere Dich nciht, die Belege zusammen zu stellen kostet nicht so entscheidend viel weniger.

Erst einmal sind Aufzeichnungen immer zu machen. Die Grundaufzeichnungen wie ein Kassenbuch sind immer ratsam.

Ob ein Steuerberater die Aufzeichnung erfasst oder eine Buchführung erstellt sind gleich. Sogar die Gebührenverordnung macht da keinen Unterschied.

Die eigentliche Frage ist: Wurde bisher eine Bilanz eingereicht oder nicht. Da ist des Pudels Kern und das hüpfende Komma.

Ist eine Bilanz eingereicht, dann wäre die Frage zu klären war man aus dem überschreiten von bestimmten Größen verpflichtet oder nicht. In jedem Fall kann man natürlich prüfen ob man umstellen kann. Doch warum?

Die Bilanz ist auch nicht viel teurer als die Einnahme-Überschuss-Rechnung. Sie bietet bei der Bank eine bessere Grundlage. Es haben schon häufiger Bankangestellte gesagt, dass sie keine Bilanz brauchen. Das Ergebnis in weiteren Gesprächen war fürchterlich. Da würde ich mit dem Steuerberater reden, wie das alles überhaupt ist und warum er so oder so vorgegangen ist.

Man sollte auch diese vielen Internetseiten mit Vorbehalt lesen. Ebenso Antworten hier. Man kennt nur einen Bruchteil des notwendigen Sachverhaltes. Und links und rechts gibt es auch noch was zu bedenken.

Also die Vermutung 1000 Euro zu sparen ist ein Irrtum und absolut dummes Zeug. Wer das zum Ausdruck gebracht hat, der hat keine Ahnung. Es ist aber auch einfach nur unlogisch: Der Aufwand ist gleich. Die Belege sind auch im Rahmen einer EÜR nach bestimmten Kosten und Warenaufwand zu trennen. Dann ist jeder Beleg auf die Berechtigung des Vorsteuerabzugs zu kontrollieren. Hoffe, wenn Du die Umsatzsteuervoranmeldung erstellst, dass das auch da geprüft wird. Insbesondere bei Online-Rechnungen sollte man ja bekanntlich darauf besonders achten. Ich persönlich neige auch bei denen zur Dokumentation der Kontrolle. Da ist mir das Recht zu neu und widersprüchlich. Insbesondere hier habe ich auch den Eindruck, dass die Finanzverwaltung darauf wartet die ersten Verfahren wegen Steuerhinterziehung in Gang zu bringen. Das wäre in dem Fall schon dann gegeben, wenn man übersehen hat, dass ein Bestandteil und sei es eine unklare Anschrift oder Absender-Adresse fehlt bzw. auftaucht.

Nach diesen ganzen Vorgängen geht es an die Erfassung der Feststellungsergebnisse. Die Auswertungen werden kontrolliert, Ablage usw. Dabei solltest Du Dir mal die BWA erklären lassen. Denn die gibt bei richtiger Auswahl und Schlüsselung interessante Informationen.

Unter dem Strich ist es eigentlich egal ob Erklärungen nach § 4 Abs. 1, § 5 oder § 4 Abs. 3 EStG. Mir war und ist nur immer eines wichtig: Der Kunde soll was er bekommt auch wissen.

Übrigens ist auch die Herstellung eines Übergangsgewinns zwischen den Gewinnermittlungsarten nicht kostenlos. Denn die Zeitpunkte von Aufwendungen und Erträgen können sich durch die Verschiebung ändern. Daher finde ich schon die Umstellung wegen über- oder unterschreiten der gesetzlichen Grenzen nicht ganz so witzig. Auch wird der Vergleich zwischen den Jahren schwerer.

antola61 10.03.2014, 19:50

naja, eine EÜR kann er evtl. selber erstellen, eine Bilanz nicht, dazu brauchst du ne Buchführung...

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Dirk-D. Hansmann 11.03.2014, 09:38
@antola61

Wann hast Du Deine letzte gute 4-(3)-Rechnung gemacht!? In der Vorschrift stecken mehr Fallen als in der Bilanz und zwar von Grund auf. Lassen wir die Bewertungsvorschriften weg, die nur die Bilanz betreffen, wie gerade die Bewertung von Vorratsvermögen, dann ist nach meiner Ansicht die Erstellung einer guten EÜR schwieriger. Da geht es nicht nur um die 4-Tage-Regelung. Da gibt es auch sehr viele andere Probleme aus dem Bereich Zufluss-Prinzip.

Kommt dann, was die Regel ist, noch umsatzsteuerliche Betrachtungen hinzu wird es richtig schwierig, insbesondere in der Darstellung. Also Deine Meinung in allen Ehren, aber sie ist falsch. Übrigens eine Diskussion die ich schon mit einigen Steuerberatern diskutiert habe, die allein aufgrund von ihnen in der Regel bekannter Rechtsprechung durchaus erkannt haben - Die 4-(3)-Rechnung wird auch in der Fachwelt unterschätzt.

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also die Antwort von Gullup hat sicher was für sich, aber ich muss sagen, dass in Sachen Steuern schon vieles schief läuft und viel unnötiges Geld ausgegeben wird, weil die Leute keine Ahnung von der Materie haben! Der Staat spart sich dadurch Millionen und die Steuerberater verdienen sich ne goldene Nase ( ich gönns ihnen ja, aber viele "kleine" Unternehmer könnten schon vieles selber machen)

Meiner Ansicht nach ist es eine Sauerei, dass wir z.B. in der Schule nicht die Grundlagen der Steuern lernen! Wir müssen unser ganzes Leben welche bezahlen und lernen NICHTS darüber!

Du musst dir vor allem überlegen, ob du bereit dazu bist, dich konsequent und regelmäßig mit diesen Dingen zu beschäftigen - dann geht da durchaus was!

Allerdings brauchst du natürlich ein gewisses Basiswissen und jemand, der dir - besonders am Anfang - hilft. Schau dir mal diese Seite an: http://www.klicktipps.de/index.php - die ist sehr gut!

Kennst du jemand, z.B. eine Steuerfachangestellte? Im grunde geht es darum, die Einnahmen und die Ausgaben aufzuzeichnen - das ginge evtl. mit einer Excel-Tabelle - und dann monatlich/vierteljhrl. aus diesen Daten eine Umsatzsteuer-Voranmeldung zu erstellen.

Und am Jahresende könntest du diese vorbereiteten Tabellen dann einem Steuerberater oder eben einer anderen Fachkraft geben, um die EÜR zu erstellen oder auch das - je nach Wissenstand - selber machen.

hoffentlich konnte ich etwwas helfen - ich wünsch dir was

Ja also ich weiß auch das das was ich bezahlt habe Preislich schon ok ist.

Die sache ist eben nur: Ich persönlich brauche die Buchungen nicht, es wäre nur das Finanzamt.

Ich mache die Vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung selbst. Dh. Listen mit gegenübergestellte ein und ausgaben liegen sowieso vor.

Mein Buchhalter hat nun für 2012 aber alles nach den Kontoauszügen gebucht, also quasi alles neu aufgearbeitet.

Wenn das aber nicht nötig ist und nur eine Aufarbeitung der sowieso vorhanden Listen ausreicht, wäre das ja bedeutend sinnvoller, einfacher und günstiger.

Oder nicht?

antola61 10.03.2014, 20:31

die Sache ist die, dass so eine Buchführung auch große Vorteile hat: wenn du alles ins Programm eingegeben hast, dann reichen ein paar Abschlussbuchungen und ein paar Klicks und der Abschluss ist erstellt. Deshalb geben Steuerkanzleien immer alles ins Buchhaltungsprogramm ein.

Im Großen und Ganzen geht es aber am Jahresende um Abschreibungen, bestimmte noch nicht erfasste Ausgaben, Umbuchungen von falsch erfassten Daten. Aber man muss sich halt auskennen!

Es gibt auch sehr günstige Buchhaltungsprogramme (50€), wo du evtl. gleich die Buchungen eingeben könntest. Allerdings musst du das schon beherrschen, sonst muss alles nochmal neu gebucht werden.

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Fazit Du willst die Kosten in Höhe von 1.000 € sparen. Je nachdem wie Du mit Deinem Unternehmen gemeldest bist, hängt diese Frage ab. Von wieviel Rechnungen (Ein- und Ausgaben) im Monat reden wir denn? Häufig muss man nur den "inneren" Schweinhund überwinden. Ich bin seit 2008 freiberuflich tätig und habe noch nie einen Cent für die Erstellung meiner Steuererklärungen ausgegeben, nur meine eigene Arbeitskraft.

Dirk-D. Hansmann 10.03.2014, 17:04

Ist ja schön, dass Du das selber machst, wäre wohl lukrativer die Zeit für neue Kunden und Umsätze zu nutzen. Du kannst hier sonst wem erzählen, dass Du Dich in sämtlichen steuerlichen Belangen auf dem Laufenden hältst. Dein Risiko was Prüfungsfeststellungen angeht möchte ich nicht tragen. Auch Dein Risiko Betriebsausgaben nicht ausreichend dokumentiert zu haben auch nicht. Dann kommt noch in Betracht Pauschalen nicht zu nutzen. Wenn ich allein dieses Risiko sehe, dann wären eigentlich dafür BF-Gebühren, Abschluss-Kosten und Steuererklärungen ganz rentabel im Outsourcing. Kopfschüttelnde Grüße Gullup

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