Kleine Terrassennische schließen / Fundament betonieren - Vorschläge zur Ausführung

...komplette Frage anzeigen Terrassennische - (Hausbau, renovierung, Betonieren)

4 Antworten

Also, Rheinzink passt so gar nicht zu dem Gebäude finde ich und würde gegenüber der Fassadensanierung eine andere Bauweise erfordern. Ich gehe mal davon aus, dass Du das Gebäude einpacken willst. Also, Wärmedämmverbundsystem ? Damit würdest Du die paar kleinen Problemchen die ich geschildert habe in einem erschlagen. Dann würde ich auch mit einer reinen Holzrahmenbauweise die Lücken schließen und das Verbundsystem darüber ziehen. Den Holzspsan-Dämmstein gibt es noch. Die Firma Praktikhaus ( hat nichts mit Praktiker Baumarkt zu tun ) bietet Selbstbauhäuser mit diesem Zeugs an. Ich hab mal so ein Ding mit gebaut. Eine wackelige Angelegenheit und mir gefällt diese Konstruktion ganz und gar nicht. Das ist aber ein anderes Thema. Die zusätzliche Steinfassade habe ich nicht verstanden. Scheint mit eine Klinkerfassade zu sein ? Naja, sie bringt zumindest einen gewissen Puffer. Rechnerisch würde da kaum was bei raus kommen. Die Luftschicht hat natürlich eine gewisse Dämmwirkung, jedoch entsteht in diesem Luftraum Konvektion, die den Wärmetransport von innen nach außen verstärken kann. Wäre das nicht so, wäre Dämmen ja ganz einfach – Man müsste nur genügend Luftraum schaffen. Hm, Lüftungsanlage ………. Naja, kann man machen. In der Regel reicht eine vernümpftige Fensterlüftung aber aus. Ich habe die Fensterrahmenlüfter aber auch schon in einem Mehrfamilien- Neubau eingesetzt. Hier dienen sie dazu, in den ersten 4-5 Jahren das Ablüften der Baufeuchtigkeit zu unterstützen. Man kann annehmen, das ein neu gebautes Einfamilienhaus in Massivbauweise, sagen wir mit 140m² Wohnfläche, um die 12-15 to Wasser also tausende Liter Wasser aufnehmen kann, die teilweise gebunden werden. Der größte Teil muss aber wieder raus und das dauert eben. So ein Altbau, wenn er dann richtig saniert ist, macht da weniger Probleme, weil trocken. Ein durchschnittlicher Haushalt, sagen wir 4 Personen, produziert durch kochen, duschen, schwitzen usw. ca. 10 – 12 kg Wasserdampf, die von der Konstruktion locker aufgenommen und wieder abgegeben wird. Wie gesagt, adäquates Lüftungsverhalten. Wird nicht richtig beheizt ( z. B. Schlafzimmer immer kalt ) und sind konstruktive Wärmebrücken nicht ordentlich abgeschaltet, kann es natürlich zu Tauwasserausfällen in bestimmten Bereichen kommen, die unter bestimmten Bedingungen zu Schimmelpilzbildung führen kann aber nicht muss. Eine Lüftungsanlage verhindert das auch nicht unbedingt. Ich halte da nicht viel von. Gut, in einem viel genutzten Bad könnte man einen Lüfter installieren. Ansonsten gibt es Einzelsysteme mit z. B. keramischer Wärmerückgewinnung. – Zwei dieser Wandeinbaugeräte werden in einem Raum in die Außenwand gepflanzt. Der eine saugt an und er andere bläst aus. Beim ausblasen werden die Keramikkörper des Gerätes erwärmt. Nach einer bestimmten Zeit werden die beiden Geräte umgeschaltet, so das nun das aufgewärmte Gerät die Luft ansaugt und damit die gespeicherte Wärme wieder frei setzt. Ansonsten kann man natürlich auch eine komplette kontrollierte Anlage einbauen lassen. Ich halte das aber für rausgeschmissenes Geld. Zudem muss das Ding gepflegt werden, kann unter bestimmten Voraussetzungen verkeimen und braucht Strom. Im Übrigen, kein Lebensraum und schon gar kein Haus ist Schimmelfrei. Schimmelpilzsporen befinden sich zu tausenden in unserer Atemluft, im Kühlschrank und garantiert auch hinter den Fußleisten. Es kommt auf die Konzentration an, ab wann sowas bedenklich wird.

Und dann, 30 cm Dämmung ???????? Was soll denn der Unsinn ?? Wo sollen die denn hin und was sollen die bringen ??? Welcher Gebäudeenergieberater gehört den da geschlachtet ??? Im Dach könnte ich das noch verstehen, aber sonst ...............

Was macht eigentlich die Wärmeversorgung ? Was schlägt der Gute den da vor ?

Gruß - RAY -

Hallo Ray,

danke für Deine Antwort. WVDS ist aktuell kein Thema, erstens traue ich dem Thema noch nicht ganz - hab schon zuviel Pfusch gesehen, zweitens stehen der Ersparnis erhebliche Ausgaben entgegen.

Keine Angst, mit den 30cm habe ich den gesamten Wandaufbau der Ständerwand gemeint. Die Dämmung selbst ist dünner.

Am Dach sind übrigens 24cm Dämmung vorgegeben, was ich durch Aufdoppeln und 20+4 Klemmfilz umsetzen will.

Wärmeversorgung ist im Moment Ölheizung mit normalen Wandradiatoren. Im Bereich der Mauernische wird's vermutlich Fußbodenheizung.

Darf ich fragen, was Du beruflich machst? Du scheinst Dich sehr gut auszukennen und ich habe immer mal wieder Fragen zu irgendwelchen Details.

Melde mich später nochmal.

Gruß aus Passau - Rene

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Ach so, wenn Du das OG natürlich schließen willst und nur Fenster einsetzen willst, kannst Du die vor beschriebene Bauweise auch als Wandscheibe ausbilden lassen. Dann ist eben nicht alles verglast, sondern das Gefach wird einfach wärmegedämmt, erhält von außen eine Putzträgerplatte oder einfach nur eine Verkleidung und von innen wird die ganze Geschichte dann mit Gipskarton verkleidet. Dampfsperre aber nicht vergessen.

Natürlich ist es auch möglich das ganze mit Porenbetonsteinne oder Bimssteinen aufzumauern, warum auch nicht.

Eine Holzrahmenbauweise zwischen die Wände zu setzen ist natürlich von der Bauweise her entwas schlanker.

Der Haken liegt aber im Detail ! Hat das Gebäude denn schon einen Wärmedämmung oder ist die Mauerscheibe links im Bild noch im Originalzustand ? Dann würde ich natürlich möglichst keinen zu hochwertig wärmedämmenden Stein verwenden. Man muss sich nämlich vorstellen, dass die Mauersteine früher nicht so eine hohe Wärmedämmeigenschaft hatten wie heute. Dicker Daumen und zu Deinem Verständnis, die muss man ca. 3-4 mal schlechter bewerten als heutige Dämmsteine. Neue Fenster z. B. können inzwischen eine bessere Wärmedämmleistung haben wie das alte Mauerwerk, was zu Bauschäden führen kann. Nun, es könnte folgendes passieren, wenn Du es mit der Dämmerei an der Stelle übertreibst : Das neue Bauteil ist dann also vergleichsweise " warm " während die linke Mauerscheibe noch so richtig auskühlen kann. Wenn nun warme Innenluft, die viel Feuchtigkeit speichern kann, in diesen Bereich kommt ( die kann ja aus dem ganzen Haus dahin ) verteilt sich die in der Luft enthaltenen Feuschtigkeit nicht mehr gleichmäßig auf das gesamte Meuerwerk oder kondensiert im Extremfall nur auf den Fenstern, sondern konzentriert sich nur auf die kälteste Stelle im Raum, die dann ja diese Wand ist und dann natürlich viel Feuchtigkeit aufnehmen müsste. Das kann dann zu Schimmelpilzbildung führen.

Was man aber auch machen kann um das zu vermeiden ist, diese Wandscheibe von innen zu dämmen. Hier würden mir konstruktiv 8,0cm Dämmplatten mit WLG 035 ( Wärmeleitgruppe ) reichen um Schäden ausschließen zu können. Aber, hierbei muss sehr sorgfältig gearbeitet werden und eine so genannte Dampfsperre aufgebaut werden, damit keine warme feuchte Luft hinter die Dämmung gelangen kann und auf der kalten Seite wieder kondensieren kann. Hierzu bitte einen Fachmann ansprechen. Übrigens müsste das im EG genauso gemacht werden.

Gruß - RAY -

Hallo Ray,

erstmal herzlichen Dank für die ausgesprochen detailierte Antwort - hast Dir wirklich viel Arbeit gemacht!

Dein erster Vorschlag mit der Glasfassade war mir auch schon in den Sinn gekommen. Allerdings wird das Haus rundherum renoviert und ich muss die Kosten im Auge behalten. Daher wird's wohl nur was zweckmäßiges ohne wirkliche optische Leckerbissen.

Ich hatte auch schon überlegt, alles mit RHEINZINK-Wellprofil zu verkleiden, ist aber vermutlich erheblich teurer, als das neue Element einfach schön zu verputzen.

Die Kragplatte wird um ein paar Zentimeter gestutzt und verschwindet hinter Putz.

Die Wandscheibe links besteht - wie die gesamte Außenwand - aus ausbetonierten 30er Holzspan-Schalungssteinen. In den 70ern wurde eine Weile so gebaut, dann verschwand die Bauweise wieder völlig von der Bildfläche - über die Gründe kann ich nur spekulieren.

Allerdings ist der Dämmwert nicht soooo schlecht - 0,8 - 1. Zudem ist die Westseite (hier im Bild die linke Außenwand) mit Kalksandsteinartigen Steinen verkleidet, die auf einer hinterlüfteten Dachlatten - Zinkprofil-Konstruktion eingehängt sind. Sie bieten sehr guten Wetterschutz und vermutlich auch ein wenig Dämmung.

Das Schimmel-Thema nehme ich sehr ernst, zumal ja alle Fenster ausgetauscht und der Dachboden gedämmt / luftdicht versegelt wird. Daher plane ich eine kleine bedarfsgeführte Abluftanlage mit Grundlüftung ein, die Bad und Klo entlüftet.

Über die Zuluft bin ich noch am grübeln. Einerseits soll das Haus ja dichter sein als vorher, andererseits muss für die gängigen Zuluftelemente die Dichtungsebende der neuen Kunststofffenster kaputtgefräst werden - eigentlich paradox. Jedenfalls möchte ich Schlaf- / Kinderzimmer und Büro im OG belüften. Über das offene Treppenhaus gelangt die Luft dann zur Abluftanlage im EG.

Deine Meinung dazu wäre interessant.

Lüftung mit WRG ist uninteressant - das Geld spar ich mir nie herein, denn ich müsste das komplette Haus nachträglich mit Rohren ausstatten. Viel zu kompliziert und ca. 10k teuer.

Bei der Terrassenplatte werde ich mich an Deinen Vorschlag halten, klingt sehr schlüssig. Für die Holzständerkonstruktion habe ich eine Bauanleitung / Schichtplan bei einem Fertighaushersteller gefunden. Die Dämmung ist schon bei 30cm Wandstärke optimal. Energieberater hat bereits zugestimmt, alles KFW förderfähig.

Ich habe sicher noch einige Fragen, darf ich mich ggf. an Dich wenden?

Gruß und Dank

René aus Passau

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Also, fangen wir mal gaaaanz langsam an ................ Im Erdgeschoss gibt es ja schon ein paar Vorschläge, die ich hier mal richtig mischen will :-) In die Nische baut man natürlich eine Bodenplatte. Wenn in dem Bereich keine aufsteigende Nässe oder gar Grundwasser zu befürchten ist, reichen da ca. 12-15,0 cm Stahlbeton C20/25. Diese Platte würde ich auch mit der Bestandsbodenplatte verdübeln, einfach um ein absacken bzw. das Setzen zu verhindern. Dazu werden einfach nur ein paar Bewehrungseisen z. B. Durchmesser 12,0mm, ca. 30cm lang in einem Abstand von ca. 25,0 cm in die bestehende Platte eingebohrt und mit Klebemörtel eingeklebt. Diese Eisen ragen nachher in die Bewehrung der folgenden Bodenplatte hinein und die Platte hat damit eine Lagesicherung. Die Platte selber würde ich nur konstruktiv bewehren, z. B. mit einer Lage Mattenstahl Q 188 oder Q 221 im oberen Drittel. Im vorderen Bereich muss natürliche ein Streifenfundament gesetzt werden, dass gleichzeitig als Frostschürze dient. Hier sollte ein unbewehrtes Fundament aus z. B. C20/25 Beton reichen. Die Frostgrenze nimmt man hier mit ca. 80,0 cm an. Also sollte das Fundament auch so tief unter der Geländeoberfläche liegen. Damit keine Wärmebrücke entsteht, würde ich den Plattenkopf mit 6,0 – 8,0 cm Perimeterdämmung WLG < = 035 isolieren. Unter der Bodenplatte würde ich eine druckstabile Perimeterdämmplatte von 8,0 cm anordnen. Den Unterbau für das ganze Spiel muss ich hoffentlich nicht auch noch beschreiben. Aber vorhandene Entwässerungsleitungen oder Drainrohre würde ich schon nach vorne raus legen. Die Bodenplatte würde ich ca. 10,0 cm – 12,0 cm über die Außenkante der darüber liegenden Balkons hinaus betonieren. So könntest Du eine komplette Glasanlage von unten bis unter das Dach durchlaufen lassen ( Pfosten- Riegelkonstruktion ), hast den ollen Plattenkopf hinter der neuen Fassaden versteckt und brauchst nichts mehr zu dämmen. In Holzrahmenbauweise von z. B. einem Wintergartenbauer sieht die Sache dann richtig Klasse aus. Da würde ich jetzt aber als erstes ansetzen, damit Du die Bodenplatte genau bemessen kannst. Natürlich fehlen Dir jetzt noch Dämmung auf der Bodenplatte als Höhenausgleich, Estrich, dann muss natürlich der Übergang im Dachbereich geklärt werden, den ich ausschneiden würde und mit der Fensterkonstruktion überdachen würde. Die Rahmenkonstruktion wie ich sie bauen würde, würde natürlich schon wegen der Balkonplatte vor der Wand verlaufen, was die gesamte Wandfläche anders auflösen würde. Alternativ könnte man die obere Balkonplatte zurückschneiden um die Konstruktion in das Mauerwerk einzubinden. Letzteres würde vielleicht eher zum Objekt passen. Ansonsten - Bitte Statik, Baugenehmigung, Tragschicht, Bauwerksabdichtung, Sonnenschutz und Wärmeschutz beachten.

Gruß - RAY -

Das hier war mein letztes Projekt auf 21.000 m² Grund, rund 5.800 m² Nutzfläche.

Aktivpark Leppe Engelskirchen - (Hausbau, renovierung, Betonieren)

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