klassische Religionskritik und neuer Atheismus

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9 Antworten

Dazu ...Kann man heute noch an Gott glauben? (Ist die gut ausgewählt??)... klar wenn man etwas einfach ist, aber willste etwa die versch. Gläubigern vor den Kopf stoßen

Dazu ..Was mir paar Probleme bereitet ist der Punkt mit den Auswirkungen des Atheismus auf die islamischer/ christlicher Gottesvorstellung. :((... klar weil Du den Punkt nicht im gesamten Religionsspektrum betrachtest... Du mußt alle Religionen da einbeziehen.. sonst klappt das nicht-- bedenke die Erde ist keine Scheibe :))

und dazu...neuer Atheismus ( Richard Dawkins) -Parallelen zwischen des klassischen und des neuen Atheismus... sorry voll neben dem Thema... was ist daran :Neu auch/ denn es gibt es keinen neuen Atheismus.

Hallo!

Deine Gliederung finde ich gut. Nun zu dem Punkt, an dem du dich schwer tust:

Was mir paar Probleme bereitet ist der Punkt mit den Auswirkungen des Atheismus auf die islamische Gottesvorstellung.

Ich schließe mich da WotansAuge an. Man konnte bis jetzt beobachten, dass im Christentum die Schriften an die heutige Zeit angepasst wurden und dass die meisten Christen eben nicht glauben, die Bibel wäre "perfekt" und komplett fehlerlos. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, wie ich finde, denn man kann ja trotzdem an Gott glauben, wie er im Christentum beschrieben wird, man kann ja trotzdem davon ausgehen, dass die Bibeltexte auf wahren Gegebenheiten basieren - aber zu glauben, eine so alte Schrift, dessen Inhalte oft von mündlichen Überlieferungen stammen, sei 1 zu 1 in jedem Wortlaut wahr, ist schlichtweg naiv. Es gibt ja auch einige Gläubige, die versuchen, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Religion zu kombinieren, beispielsweise mit der Theorie, Gott habe den Urknall ausgelöst (statt, wie viele andere, die Evolution zu leugnen).

Im Islam ist das (noch) anders, die meisten gläubigen Muslime, allen voran die Sunniten, verfechten die Meinung, der Koran sei absolut perfekt und ohne jeglichen Fehler. Oft wird sogar die Sunnah für komplett wahr erklärt, obwohl sie aus Überlieferungen von Dritten besteht und die Hadithe von sehr zweifelhaften Personen wie Abu Hurairah oder Abu Davud geschrieben wurden. Mit dieser strikten, um nicht zu sagen fanatischen Sichtweise stehen sich viele Muslime selbst im Weg, weil sie sich nicht für neue Dinge öffnen oder es partout nicht einsehen, die Schriften auf die heutige Zeit zu übertragen. Will man den Islam richtig interpretieren, sollte man folgendermaßen vorgehen: Man schaut sich eine Regel an, überlegt sich, welche Absicht Allahs dahinter stecken könnte und denkt dann darüber nach, inwiefern diese Absicht am besten in der heutigen Zeit und in meiner persönlichen Situation umgesetzt werden kann. Ein Großteil der Muslime macht den Fehler, die Absicht einfach komplett zu übersehen und einfach eine Regel (die ja nur das Mittel zum Zweck ist und eben nicht für heute sondern für das 7 Jahrhundert galt) blind zu befolgen... das ist dann aber nichts als ein Kopieren von einer Herangehensweise, die vielleicht zur Zeit Mohammeds im arabischen Raum mal aktuell und gültig war - heute ist die Welt aber eine andere und somit muss sich die Herangehensweise in so vielen Punkten ändern, um die Absicht Allahs zu erfüllen. Und auch da kann die Regel von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Ich denke, viele Leute sind einfach zu denkfaul und verstehen den Koran als eine absolutistische Handlungsanweisung, die für egal welches Zeitalter für jeden Menschen gültig ist - was natürlich eine Sache der Unmöglichkeit ist. Kein Wunder also, dass in islamischen Gesellschaften so ein Chaos herrscht. Die Leute müssen ihr Verständnis von Religion, ihre Art der Interpretation ändern.

Allerdings gibt es auch positive Beispiele, z.B. die Aleviten. Bei denen klappt das ähnlich wie im Christentum ganz wunderbar, dass die Religion modern gelebt wird. Beispielsweise essen Aleviten Schweinefleisch, weil sie erkannt haben, dass die Regel für heute keinen Sinn mehr ergibt. Wieso? Weil zur damaligen Zeit die Faustregel galt, man sollte kein Schwein essen, denn das Klima, in dem Mohammed lebte, das Fleisch schnell verdorben war, schließlich gab es damals noch keine Kühlschränke. Es war also eine reine Sicherheitsvorsorge Mohammeds, es war sehr gut und wichtig, dass er diese Regel damals ausgesprochen hat. Aber sie war eben für damals im arabischen Raum gültig und nicht für heute in Europa. Die Aleviten zeigen, dass auch der Islam dynamisch und angepasst gelebt werden kann. Jedoch befinden sie sich in der absoluten Minderheit und werden von vielen Sunniten als Ungläubige beschimpft.

LG

Klar kannst du die Fragestellung so nehmen. Natürlich ist sie schon verkürzend und plakativ, aber ich denke, das ist, ein wenig zumindest, auch der Sinn so einer Grundfrage.

Worüber ich mir nicht ganz im Klaren bin, ist, wie du die Auswirkungen des Atheismus, egal welcher Couleur, auf die verschiedenen Religionen umreißen willst. Halte ich für, sagen wir mal, sehr anspruchsvoll.

ich finde zudem die Grundaufgabenstellung schwierig. Wieso sollst du die Aktualität in der Debatte um den "neuen Atheismus" anhand klassischer Religionskritik erläutern? Finde ich mindestens seltsam formuliert. Vielleicht verstehe ich das falsch, aber es klingt, als ob die klassische Religionskritik der Aktualität der Debatte um den "neuen Atheismus" widerspräche. Und was sind "zeitgemäße Gottesvorstellungen"? Jeder der eine Gottesvorstellung, egal welcher Art, besitzt, würde die wohl als "zeitgemäß" bezeichnen.

Nun gut. Auf der praktischen Seite würde ich mir die beiden Punkte mit den Auswirkungen des A. auf die Religionen überlegen. Klingt, für mich, ziemlich schwer, bis unmöglich zu beantworten. Die Debatte, die in der öÖffentlichkeit geführt wird, ließe sich sicher leichter nachzuvollziehen.

Die Religion wird immer falsch ausgelegt - es gibt keine "Person Gott", sondern "Gott" ist die "Hauptsache", die du deinem Leben widmest; das kann sein(es heißt ja auch: "du sollst dir kein Bildnis von Gott machen"): Nächstenliebe, Fürsorge, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz... - oder aber materielle Dinge: Autos, Reichtum, Profit...- das sind dann "Götzen"!

Der Islam ist heute im Grunde genommen als "Kapitalismuskritik" und den damit verbundenen Imperialismus zu sehen. Der Kapitalismus ist wachstumsabhängig, dieses funktioniert aber nur in einer Aufbauphase z. B. nach einem Krieg. Danach gerät er zu einem ruinösen Verdrängungskampf auf Kosten von Mensch und Natur. "Gebildete" Islamisten sehen dieses als Angriff auf die "Schöpfung" - was durchaus berechtigt erscheint. Leider führt die Huldigung einer von Menschen erfundenen übernatürlichen Kreatur ebenfalls in eine Sackgasse...

Die Leitfrage ist unglücklich gewählt: Dass es möglich ist, zeigt die Vielzahl der Gottgläubigen - dafür braucht es keine Arbeit. Ich würde die Leitfrage der Gliederung anpassen, sie z.B. darauf beziehen, wie präsent und in welchem Formen Religion und Glaube in den verschiedenen Gesellschaften auftreten, wie sinnvoll der Glaube ist, wie der Glaube (bzgl. Religion, ggf. als Wechselwirkung) sich entwickelt, [...].

Weiter schließe ich mich himako33, pRiot und realsausi jeweils ganz oder zu großen Teilen an.

Grüße :)

Kann man heute noch an Gott glauben?

Sicher kann man. Schließlich machen das Milliarden von Menschen.

Ob es sinnvoll ist, wäre eine interessante Frage. Wieviel tiefer man heute den Kopf in den Pöter stecken muß, um noch an einen Gott glauben zu können?

Das Maß an Selbstbetrug, daß heutzutage erforderlich ist, an einen Gott zu glauben, ist deutlich größer als früher.

Leyla2201 13.06.2014, 16:02

Ich glaube du hast es mit der Leitfrage falsch verstanden :S Ich wollte eig Fragen ob diese Leitfrage zu der Aufgabenstellung (die mir der Lehrer gestellt hat)passt? Ich muss eine Leitfrage in der Präsentation haben. Ich weiß selbstverständlich, dass man heute sicher noch an Gott glauben kann :)

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Szintilator 13.06.2014, 18:34
Das Maß an Selbstbetrug, daß heutzutage erforderlich ist, an einen Gott zu glauben, ist deutlich größer als früher

So, realsausi2, demnach sind Deiner Aussage zufolge alle Gläubigen Selbstbetrüger, wie kann man denn bitte sich selbst betrügen?

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pRiot 13.06.2014, 20:02
@Szintilator

Ich könnte mir vormachen, meine Exfreundin liebt mich noch, trotz des neuen Freundes. Ein ziemlich weit verbreiteter Selbstbetrug. Führt unter Umständen zum Stalking - oder zu Depressionen, naja, das Muster ist immer ähnlich: eine Mischung aus Ignoranz und Wunschdenken. In beidem sind wir ziemlich gut!

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Selenus 13.06.2014, 23:29
@Szintilator

Einfachstes Beispiel:
Man stößt sich den Zeh an der Kante, und die Kante ist schuld. Das kann man jetzt immer weiterführen, bis man dahin kommt, worauf realsausi sich bezieht.

Weitere Beispiele:
Die Ex-Freundin liebt mich noch.
Daran, dass ich das Tor nicht getroffen habe, ist der Boden schuld.
Dass ich bei angesagtem Regen nass geworden bin, ist die Schuld des Wetters.
[...]

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Der Islam ist zu unflexibel, um auf Kritik zu reagieren, er kann sie allenfalls ignorieren. Kaum ein Moslem weiß um die vielen Fehler des Korans. Z.B. die Annahme, die Mutter von Jesus wäre eine Schwester von Mose und Aaron gewesen, oder die Erde wäre schon fruchtbar gewesen, bevor sich die Himmelskörper geformt haben u.s.w.

Das Christentum passt seine Lehre immer genau dann an, wenn es nicht mehr anders geht. So z.B. werden aus den Schöpfungstagen, die durch den Wechsel von hell und dunkel klar als irdische Tage gekennzeichnet sind, Schöpfungsabschnitte. Und dies geschah exakt zu dem Zeitpunkt, als die naturwissenschaftlichen Beweise gegen eine junge Erde nicht mehr bestreitbar waren. Da das Theodizeeproblem nicht zu lösen - jedenfalls nicht im Monotheismus, wird die Eigenschaft der Allmacht relativiert. Der biblische Text gibt nicht mehr die Worte Gottes wieder, sondern wurde nur noch durch Gott inspiriert, oder noch weniger, gibt nur noch Berichte wieder von Menschen die Gott-gläubig waren. Die Schöpfungsmythologie soll einfach nur noch ein Lobgesang auf Gott sein. Der feuerspeiende Drache, den angeblich Gott im Buch Hiob beschreibt, ist nur noch eine verfehlte Beschreibung eines Krokodils. u.s.w.

pRiot 13.06.2014, 20:05

Also gesehen/gehört/ gelesen habe ich sie schon, islamische Theologen, die sich gut mit ihrer Religion auskennen und sie auch vor "uns" zu verteidigen wissen.

Das Bild dieser Religion ist sicherlich krass verzerrt im Moment. Aber dumme und kluge Menschen gibt es, wie so oft überall auf der Welt.

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WotansAuge 13.06.2014, 20:17
@pRiot
Also gesehen/gehört/ gelesen habe ich sie schon, islamische Theologen, die sich gut mit ihrer Religion auskennen und sie auch vor "uns" zu verteidigen wissen.

Ich habe noch nie von einem islamischen Theologen gehört, der eingestanden hätte, dass der Koran - egal in welcher Fassung - hier etwas falsches behaupten würde. Es ist aber z.B. so, dass in Sure 3 schlicht behauptet wird, die Mutter von Jesus habe denselben Vater wie Mose und Aaron gehabt, der noch am Auszug aus Ägypten teilgenommen habe. UND DIESE BEHAUPTUNG IST FALSCH.

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Byakugan 13.06.2014, 20:44
@WotansAuge

welcher moses welcher aron? mein bruder heißt mohammad heißt das ich bin der bruder eines propheten?

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WotansAuge 13.06.2014, 21:08
@Byakugan

Lies einfach mal Sure 3, Imrans (Amrams) Haus. Da steht, dass dieser Imran beim Auszug der Israeliten aus Ägypten dabei war, dass dieser Imran viele Nachkommen hat und dass dieser Imran der Großvater von Isa (Jesus) ist.

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pRiot 14.06.2014, 00:16
@WotansAuge
Ich habe noch nie von einem islamischen Theologen gehört, der eingestanden hätte, dass der Koran - egal in welcher Fassung - hier etwas falsches behaupten würde.

Du wirst nie einen Dogmatiker an seinen Dogmen kratzen sehen ;) Aber auch Dogmatiker können kluge Köpfe sein. Das war, was ich ausdrücken wollte

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WotansAuge 14.06.2014, 10:58
@pRiot

Egal wie klug der islamische Theologe sein mag, wer sich zumindest ein bisschen mit dem Koran auskennt, der wird leicht NACHWEISEN können, dass dieser zahlreiche sachlich falsche Behauptungen tätigt. Wir können gerne hier mal den einen oder anderen Fehler näher beleuchten, sofern der Support keine Einwände hat.

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pRiot 14.06.2014, 11:53
@WotansAuge

Ich habe daran überhaupt keinen Zweifel. Es würde mich wundern, währe der Koran durchweg kohärent. Das gilt ja nicht nur für den Koran.

Und ich hoffe du verstehst mich richtig: Ich nehme nichts in Schutz. Ich sage vielmehr, dass auch intelligente Menschen das Offensichtliche ignorieren können.

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Es gibt eine Zeitschrift, "diesseits", die solltest Du Dir besorgen.Die setzen sich für die säkulare Gesellschaft ein. Ich weiß nicht, ob das hilfreich ist, aber Ranga Yogishwar hat in einer seiner Sendungen gesagt: Wenn eine Wissenschaft Gott wird nachweisen können, dann die Quantenphysik. Religion ist Opium für das Volk (Karl Marx) Ein imaginäres Etwas wird bemüht, um den Menschen Regeln beizubringen. Wobei die Mächtigen die Regeln mißachten, die haben keine Angst vor Gott. Der Machtmißbrauch der Kirchen führt auch in einen neuen Atheismus.

Das Nichtzulassen von Religionskritik wird hier tagtäglich sehr deutlich. Punkt.

martin7812 13.06.2014, 21:57
wird hier tagtäglich sehr deutlich

Es ist nicht die Religionskritik ansich, die User wie mich hier auf die Palme treibt. Es sind Antworten wie deine, die offensichtlich nicht gegeben werden, um dem Fragesteller bei seinem Problem (nämlich Fragen zu einem Vortrag in der Schule) zu helfen, sondern aus anderen Gründen. So etwas ist nicht zulässig.

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geschoepf 13.06.2014, 22:11
@martin7812

Es beantwortet zumindest zu einem gewissen Prozentsatz die Frage.

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realsausi2 15.06.2014, 11:23
@martin7812
Antworten ...die offensichtlich nicht gegeben werden, um dem Fragesteller ...zu helfen,

Du maßt Dir also an, hier den Schiedsrichter zu spielen. Du entscheidest, was im Dialog des Fragestellers mit dem Antworter hilfreich ist. Ganz schon hochmütig.

In den allermeisten Fällen antworte ich in einer Weise, von der ich annehme, daß sie dem Fragesteller hilfreich ist. Das gelingt natürlich nicht immer. Aber das entscheidest nicht Du, daß entscheidet allein der Fragesteller.

Erläutere anhand einer klassischen Religionskritik die Aktualität in der Debatte um den neuen Atheismus

Herauf paßt die Antwort von Geschoepf doch prima. Zu erkennen, daß dogmatische Eiferer, zu denen Du vielleicht auch zählst, versuchen, Kritik durch Zensur zu unterdrücken. ist doch im Kontext eine relevante Tatsache.

Ich habe noch nie einen Beitrag beanstandet. Wieviel hast Du auf dem Kerbholz?

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