Klage gegen mich und meine Versicherung

6 Antworten

Hallo,

laienhaft kann ich es höchstens wie folgt aufschlüsseln :

  • Die Verkehrs-Unfallfluch betrifft rein Dich als eigenständiges Verfahren, weil Du halt zum Tatzeitpunkt das Fahrzeug führtest und die Straftat begangst. Dieses Verfahren betrifft Dich als Täter unabhängig davon, ob Du Halter oder Versicherungsnehmer bist oder warst. Nach StVO und StGB hast Du mit dem Fahrzeug "X" die Tat begangen.

  • Halter und Versicherungsnehmer des Fahrzeuges werden zwar auch befragt, aber dabei lediglich hinsichtlich ihrer eigenen ( möglichen ) Mitschuld. Staatsrechtlich wären des aber höchstens Fragen dahingehend, ob man Dir das Fahrzeug guten Gewissens überlassen durfte / hatte, die Versicherung des VS-Nehmers prüft, ob die Überlassung konform mit den Ausschlussbedingungen des Versicherungsvertrages erfolgte. ( Die Versi prüft dahingehend auch, ob die Begehung benannter Straftat ( Unfallflucht ) die Versi dann zur ( teilweisen ) Schadensbegleichung verpflichtet, oder ein Ausschlusskriterium darstellt.

  • Dann wäre noch die zivile Schadensersatzforderung des / der Geschädigten / Beteiligten, wenn die KFZ-Haftpflicht zu Recht nicht zahlen würde. Dann geht der Schadensersatz über Umwege anderer ( möglicher ) Zivilklagen der Beteiligten bis zum Täter zurück.

Somit kann es neben dem reinen Strafverfahren wegen Unfallflucht durchaus noch zu weiteren Forderungen ( Prozessen ) kommen für:

  • Einsatzkosten / Schadensersatz an öffentliche Stellen wie Stadt, Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr.
  • Regressansprüche der KFZ-Versicherung für mögliche bereits geleistete Vorrauszahlungen ( auch hier incl. Bearbeitung und Zinsen )
  • Schadensersatz und ggf. Schmerzensgeld durch das Unfallopfer, sofern es sich dabei um einen 3. Beteiligten als natürliche Person handelt und dieser körperlicher Schaden nebst dem Material entstand.

Ein andere Frage ist wer übernimmt die Anwalts-und Gerichtskoten, falls wir den Prozess verlieren(Was sehr wahrscheinlich ist)? Ich oder meine Versicherung? Es geht ja letztendlich um Fahrerflucht...

Die Auslagen für eigenen Anwalt und die Kosten für Auslagen der Gegenpartei übernimmt bei voller Schuldzusprechung die unterlegene Partei in einem Strafverfahren. Im reinen Strafverfahren wegen Unfallflucht geht es zunächst also mal um den Fahrzeuglenker gegenüber der staatlichen Gesetzgebung. Dafür gibt es entsprechnde Sanktionen in Form von Bußgeld bis zur Freiheitsstrafe im möglichen Strafmaß. Sanktionen im Bezug auf die Fahrerlaubnis des Täters folgen durch die Verkehrsbehörde. ( Punkte + MPU, ggf. Entziehung der Fahrerlaubnis, sofern diese nicht bereits im Hauptverfahren zeitlich definiert wurde und der Täter seine FE noch besitzt )

Ich oder meine Versicherung?

Ich kann daraus nur 2 Sachen schließen:

  • Du bist Verleiher des Fahrzeuges ( Halter- / Versicherungsnehmer )...dann wird geprüft, in wie weit Deine Entscheidung auf Verleih des KFZ an den Täter für Dich selbst nicht rechtlich zweifelhaft war.

  • Du bist der Täter....welche Versicherung dann, wenn Du laut Anfrage weder Versicherungsnehmer noch Halter warst ? Könnten dann noch je nach Sachlage 2-3 Zivilklagen kommen:

  • Versicherung : "Wir traten in Vorleistung, mußten ob den Zusammenhängen aus Tat und Vertrag aber nicht zahlen...Geld zurück"

  • Halter / Versicherungsnehmer: "Als Halter traf mich keine rechtliche Schuld ( nachweislich ) dadurch, dass ich Dir mein Auto lieh....aber meine Versicherung verweigert wegen Deiner Tat zu recht den Schadenersatz....diesen fordere ich nun von Dir zurück, weil meine Versi es von mir als Versi-Nehmer fordert"

Du siehst,es ist alles noch nicht mal unter simpel vermuteten Konstellationen so einfach mit der Unfallflucht.

mfg

Parhalia

Strafprozess und Zivilprozess haben überhaupt nichts miteinander zu tun. In dem Strafprozess ging es darum, dass du eine Straftat begangen haben sollst. Das Interessiert die Unfallgegnerin eigentlich nicht, sondern den Staat.

Der finanzielle Ausgleich von einem Schaden den du bei jemanden angerichtet hast ist natürlich nach dem Zivilrecht zu verhandeln. Grundsätzlich hat die Unfallgegenerin erst mal einen Anspruch dir gegenüber. Ob der von deiner Versicherung übernommen wird oder nicht ist erst mal egal. Deswegen bist auch du verklagt worden. Die Frage, ob du ihr Geld zahlen musst hat also nichts mit deiner Fahrerflucht zu tun, sondern mit dem Schaden der verursacht wurde.

Warum ihr Geld zahlen solltet?

Du bist der Fahrerflucht schuldig gesprochen worden, also muß Du, deine Versicherung den Schaden übernehmen.

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