Kirchliche Betriebe - Andersgläubige Bewerber

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Kirche hat ein Sonderarbeitsrecht, dass sonst keine anderen Betriebe in Deutschland haben. Alles zum Nachteil der Beschäftigten, die weder Betriebsräte bilden dürfen noch streiken.

Auch die Auswahl nach der Weltanschauung ist nur Kirchen erlaubt. Die Tendenzbetriebsregelung, die auch für andere Betriebe gilt und auf die hier einige verweisen, sagt etwas völlig anderes. Danach dürfen nur Beschäftigte im sinnstiftenden Bereich nach Parteibuch oder Mitgliedschaft ausgesucht werden. Ein Partei- oder Gewerkschaftssekräter z. B. bei Parteien und Gewerkschaften. Was ja auch Sinn macht. Alle anderen aber, von der Sekräterin im Büro über den Koch in der Kantine oder den Hausmeister im Keller dürfen nicht danach ausgewählt werden.

Anders bei den Kirchen. Die dürfen alle Beschäftigen nach der Weltanschauung auswählen. Das machen sie auch, nur dort, wo sie sonst nicht genug Bewerber haben, wie überall im Osten, nehmen sie auch andere.

Es wird höchste Zeit das dieses Sonderarbeitsrecht der Kirchen gekippt wird und auch für sie die Tendenzbetriebsregelung gilt, die auch bei Gewerkschaften und Parteien greift. Dann dürfen halt nur noch Katecheten, Pfarrer und höher nach Glauben ausgewählt werden und das ist ja auch in Ordnung.

Nein, es wird nicht Zeit, daß dieses Recht gekippt wird. Denn ein die Beschäftigten bei der Kirche werden völlig zu Recht nach ihrer Konfession ausgewählt. Ein Muslim ist logischerweise NICHT der richtige, um in einer christlichen Kirche Mesner zu sein, auch wenn das beim Hausmeister noch gehen mag. Eine jüdische Kindergärtnerin ist NICHT die richtige Seniorenbegleiterin für kranke und sterbende Christen. Und ein Bahai als Kirchensekretär ist nicht der richtige Ansprechpartner für Christen, die sich an die Gemeinde wenden. Kirchen sind keine Arbeitgeber wie alle anderen, sondern religiöse Betriebe, die sich von Parteien, Interessensgruppen oder Gewerkschaften unterscheiden. kopfschüttel

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@quopiam

Die dürfen alle Beschäftigen nach der Weltanschauung auswählen.

Meiner Meinung nach wird es in Spaghettus's Beitrag sehr deulich, daß das "alle" abgeschafft werden muß. Es sei denn Sie können einen Grund liefern warum die Krankenschwester unbedingt katholisch sein muß im katholischen Krankenhaus oder das Putzpersonal. Spaghettus hat nicht von den Geistlichen geredet, sondern vom REST des Personals.

Dann dürfen halt nur noch Katecheten, Pfarrer und höher nach Glauben ausgewählt werden und das ist ja auch in Ordnung.

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@Enders9

@ Enders9

Danke für die Klarstellung. Genau so ist es gemeint. Nur die Regelungen, die ausschließlich die Kirchen im Arbeitsrecht haben, sollen gekippt werden. Oder anders formuliert, auch die Kirchen und ihre Betriebe sollen dem Betriebsverfassungsgesetzt komplett unterstellt werden.

Die Ausführungen von quopiam kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Nicht nur, weil ich nicht verstehe, was eine Kindergärtnerin mit Sterbebegleitung zu tun hat, sondern vor allem, weil sie sich genau so gut das Gegenteil begründen können. Wenn muslimische oder atheistische Krankenschwestern nicht geeignet wären, christliche Kranke zu betreuen, wären christliche Krankenschwestern dann natürich auch nicht geeignet, Muslime oder Atheisten zu betreuen. Weltanschauung darf einfach keine Rolle in allen Feldern der Sozialarbeit und des Krankenwesens spielen. Sterbebegleitung kann, wo es gewünscht wird, ein Pfarrer, Imam, Rabbi oder z.B. jemand vom HvD leisten. In jedem Krankenhaus oder Hospiz, egal welcher Trägerschaft.

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@Spaghettus

@Enders9 @Spaghettus

Was für ein Glück, dass Typen wie ihr noch nicht alle Rechte einseitig beugen dürft, nur weil sie eurer Auffassung von Gerechtigkeit zuwiderlaufen. Wir hätten sonst 'anders herum' die schlimmsten Diskriminierungen. - Quopiam hat schon recht mit seinem Beitrag. - Begreife wer begreifen will, oder kann.

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Beamte dürfen auch nicht streiten und deswegen haben sie trotzdem eine Vertretung, hunderttausende von deutschen Arbeitnehmern arbeiten in privaten Betrieben ohne die Repräsentation eines Betriebsrates oder einer Gewerkschaft, im Gegensatz dazu haben die Beschäftigten der Kirchen seit langem eine eigene Form der Interessenvertretung, die im Kirchenrecht begründet ist, klar kann man das kritisieren, nur ist es unehrlich zu behaupten, sie wären rechtlos oder dürften sich nicht äußern...

Es ist völlig unerheblich was Du da forderst, der Grund für diese 'Sonderregelung' liegt in der Trennung von Staat und Kirche, auch wenn Ihr das nicht wahrhaben wollt, weil sich die Kirche aus Ihrer Stellung von vor 1803 zurückzog wurden Ihr diese Sonderrechte zugebilligt. Ich sehe darin auch überhaupt kein Problem, wäre diese Regelung nun völlig abwegig, hätte man sie längst gekippt, es hat einige Entscheidungen in Karlsruhe und Brüssel zu dem Thema gegeben...

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Ja. Ich glaube, das Wort ist hier noch nicht gefallen: Die Kirchen sind Tendenzbetriebe, d.h., weltanschauliches Konformgehen mit ihren Zielen darf vorausgesetzt werden. Und da sind die Kirchen nicht die einzigen, gilt z.T. auch für Tageszeitungen - wobei man da natürlich nicht irgendwo Mitglied sein muß, aber das Neue Deutschland dürfte wohl mit Recht jemanden ablehnen, der in der CDU ist.

So hat es der Europäische Gerichtshof entschieden. Es gibt also keinen Grund hier eine Diskussion anzufangen oder was hinein zu geheimsen. Das Urteil kannst Du auf der Seite des EUGH online in deutsch im Archiv finden. Da findest Du dann auch die Begründung.

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