Kirchgeld bzw. Ortskirchensteuer: was ist das?

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9 Antworten

Zunächst einmal zur Fallkonstellation: Wer getauft ist, gehört der Kirche an. Wenn ihm das nicht passt, muss er formell austreten. Wenn das Finanzamt die Religionszugehörigkeit hat, gibt es diese weiter an die Kirchen. Dieses Verfahren ist rechtlich abgesichert, letztlich durch Art. 140 GG, der auf Art. 137 (7) WRV Bezug nimmt, und dort steht: "Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben." Bei einem Umzug meldet die eine Landeskirche der anderen die Daten und ordnet die Person einer Gemeinde zu. Näheres bei steuer-forum-Kirche.de.

Einzelheiten zum besonderen Kirchgeld, das hier teilweise auch anklang, finden sich bei Kirchgeld-Klage.info

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Es ist im evangelischen Bereich üblich, dieses Kirchgeld zu erheben.

Durch die Taufe wirst du Glied der Kirche und also solches gehörst du zu einer Gemeinde, deshalb bist du "Gemeindeglied", ohne irgendwo beigetreten zu sein.

Die Kirchensteuergesetze der Länder sehen eine solche Abgabe vor, die nicht wie die Kirchensteuer im großen Topf der Landeskirche landet, sondern direkt der Gemeinde.

In der Regel ist der Bescheid ein Standardbrief, der allen volljährigen Personen zugeht. Es steht aber auch drin, wenn du den Brief gelesen hast, dass nur berufstätige Menschen mit einem Mindesteinkommen von soundsoviel Euro zahlen müssen. - Als Student bist du wahrscheinlich eh befreit. Schreib der Gemeinde in Sachsen einen freundlichen Brief und leg eine Immatrikulationsbescheinigung bei. Oder nutze die Gelegenheit, deinen Pfarrer kennenzulernen und statte ihm einen Besuch ab.

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Ja dann mal ab zum Einwohnermeldeamt und erzähle denen, daß du schon lange aus der Kirche ausgetreten bist. Die Schreiben dir wegen deiner Angabe.

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Das Kirchgeld ist eine Ortskirchensteuer, die im Westen schon seit den 60er Jahren in den meisten Gemeinden entfallen ist. Im Osten aber nicht. Sie ist wohl auch nicht hoch, oder doch?

Wenn Du "evangelisch-lutherisch" angibst, kriegt die neue Kirchengemeinde Deines Wohnsitzes das so mitgeteilt. Woher soll sie wissen, daß Du ausgetreten bist?

Wenn Du ausgetreten bist und "evangelisch" angibst, hast Du das irgendwie schon ein bißchen provoziert, oder?

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Kirchengeld musst du meines Wissens nach dann zahlen, wenn du nicht in der Kirche Mitglied bist (also keine Kirchensteuer zahlst), aber dein Ehepartner schon.

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Es gab mal ein Ehepaar, da verdiente der Mann eine Million im Jahr und die Frau 1.000. Als der Mann seine Kirchensteuerabzüge sah, wurde er blass und sprach zu seiner Frau:
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"Du bleibst in der Kirche, damit wir weiter unter des HErrn Schutz stehen - und ich trete aus, damit wir das viele Geld nicht bezahlen müssen."
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Das haben die bei der Kirche aber gemerkt! Und deshalb haben sie das Kirchgeld erfunden. Der reiche Partner soll sich nicht aus seiner Pflicht hinausschleichen können, in dem er einfach austritt.
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Da ist die Handlungsempfehlung aber klar, oder?

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omikron 08.10.2010, 08:58

Nein. Und außerdem ist der Ansatz falsch.

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Sonnenschnauz 08.10.2010, 10:16
@omikron

Wenn jemand "viel" verdient und dann "viel" Kirchensteuer zahlen müsste, wird diese ohnehin "gekappt". Will heißen, herabgesetzt. Die Kirchensteuer ist eine Bagatellsteuer. Das Kirchgeld ist ebenfalls eine Bagatelle.

Und muss es auch bleiben.

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Deine Angaben sind unklar. Du bist in einer ev. Kirche getauft. Dann gehörst du zur ev. Kirche deines Wohnorts. Dann kannst du nicht sagen, du seist nie einer Kirche beigetreten.

Dann wechselst du den Wohnort, gibst ordnungsgemäß deine Konfession an. Dies wird dem Gemeindepfarramt des neuen Wohnorts mitgeteilt. Das ist nicht eine "angrenzende" Gemeinde, sondern die für dich zuständige. Du bist dann dort Gemeindeglied.

Das ist soweit alles korrekt, denn wie soll die neue Gemeinde, wo du jetzt wohnst, sonst etwas über dich erfahren.

Offensichtlich weiß die Gemeinde nicht, wieviel Geld du an Kirchensteuer zahlst. Als Student bezahlst du wahrscheinlich keine. In diesem Falle geht es dir wie vielen anderen, Senioren z.B., oder finanzstarken Getauften, die aus irgendeinem Grunde nicht in der Kirche sind, die keine Kirchensteuer zahlen, aber zur Gemeinde gehören oder als Getaufte grundsätzlich nicht aus ihrer Taufe entlassen werden können. Für die ist dann das "Orts-Kirchgeld" eine Möglichkeit der finanziellen Teilnahme.

Das Kirchgeld ist keine Zwangsabgabe, es wird erbeten. Dass es erbeten werden darf, hat gesetzliche Grundlagen, weil nicht einfach jeder in Deutschland sammeln darf, sondern eine Berechtigung haben muss.

Die Aufforderung, sich mit Kirchgeld an den Finanzen einer Gemeinde zu beteiiligen, ist korrekt und sachlich. Wenn es dir in irgendeiner Form möglich ist, dich zu beteiligen, solltest du es tun. Wenn nicht, könntest du mal beim Gemeindeamt vorbeigehen und deine Situation erklären. Da arbeiten oft Ehrenamtliche für diese Sachen. EIn bisschen Menschlichkeit lohnt sich immer.

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Frage doch mal beim Absender dieser merkwürdigen Schreiben. Die sollten Dir das doch erklären können.

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du musst auf keinen fall zahlen, und zwingen kann dich auch keiner, Donnerwetter, die Kirchen bettelt um Geld, ich bin baff

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omikron 08.10.2010, 08:58

Seit wann muss man gesetzliche Regelungen nicht mehr einhalten? Und gilt das für jedes Gesetz?

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