Kirchensteuer - Warum ist der Staat Handlanger der Kirchen?

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14 Antworten

die kirche (der papst) stand im dt. reich lange WEIT ÜBER dem staat und war ohnehin die reichste institution. ohne den "segen" des papstes ging buchstäblich nichts, und bis heute hat sich NUR WENIG daran geändert. irgendwann gab es mal ein abkommen zwischen kirche und staat (konkordat) in dem das verhältnis beider zueinander festgelegt wurde.

Im Jahre 1802 wurde quasi die Kirchensteuer eingeführt.Durch die Enteignung des Kirchenvermögens wäre der Staat verpflichtet gewesen, der Kirche eine Entschädigung zu zahlen. Das tat er nicht, sondern verpflichtete fortan die Kirchenanhänger dazu, einen Obulus zu leisten, den man heute Kirchensteuer nennt. Somit zahlen die Gläubigen die Schuld des Staates für die damalige Enteignung des Kircheneigentums. Da aber diese Institution ohne Geld nicht überleben kann, gibt es die Kirchensteuer bis heute und wird vom Staat eingezogen und an die Finanzämter der Kirchen weitergeleitet. Der Beschluss, der aus dem Jahre 1802 datiert, hat Bestand und wird auch nicht geändert. Wer sich dieser Steuer entziehen will, der hat die Möglichkeit aus der Kirche auszutreten. Freilich verliert man dadurch nicht seinen Glauben. Glaube ist die eine Sache, Geld eben die andere. Es stimmt, dass es in einigen Ländern keine Kirchensteuer gibt. Da spenden aber die Gläubigen freiwillig und erhalten somit deren Kirchen die Existenz. Ich glaube bei den Moslems gibt es auch keine starr festgelegte "Kirchensteuer". Die geben je nach Möglichkeit freiwillig das, was man erwartet..

Die Kirche besaß früher etliche eigene Ländereien, über die sie sich finanzierte.Mit dem Reichsdeputationshauptschluss (1802) wurde die Kirche enteignet. Der Staat erhielt die Ländereien. Er bezahlte aber nicht an die Kirche, sondern ließ die Kirchenangehörigen selber zahlen. So wurde die Kirchensteuer eingeführt. Mehr dazu bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsdeputationshauptschluss

Hallo peter1010, in den Steuergesetzen steht es geschrieben, aber nicht in der Bibel. Denn in der Bibel heißt es: Einjeder gibt von Herzen seinen Teil, den er mit Freude geben soll. Im alten Testament ist noch die Rede vom 10.Teil seines Einkommens, dieses wird im neuen Testament durch den oberen Passus "Gebe von Herzen" ersetzt.

Im deutschen Steuergesetzt ist, soweit ich weiß, vorgeschrieben (oder wird die Möglichkeit gegeben), dass eine vom deutschen Staate anerkannte Religionsgemeinschaft (Körperschaft des öffentlichen Rechts mit mind. 2 Millionen Mitgliedern) die "Spenden" vom Staate per Steuer im Voraus kassieren kann oder muss.

Die meisten Weltkirchen aber finanzieren sich aus mehr oder weniger freiwilligen Spenden.

Wenn Du aus der Kirche (ev. oder kath.) austrittst, dann heißt das nicht automatisch, Du bist unchristlich. Dafür gibt es freie evangelische Gemeinden, z.B. die Kirche Christi, auch Iglesi ni Cristo genannt oder Church of Christ. Dieses ist eine weltweite Gemeinde, die sich ausschließlich aus "wirklich freiwilligen" Spenden der Mitglieder finanziert. Und diese Kirche ist recht wohlhabend, denn fast alle, die in dieser Gemeinde sind, geben sehr gern von Herzen. Und hier sind die Spenden zwar wichtig für die Existenz, doch an erster Stelle kommt Gott (Gottesdienste und Gebete) und in erster Linie stehen all' die Brüder und Schwestern und unsere Gemeinschaft mit Herzlichkeit und Liebe!

Das Wichtigste für Dich ist doch, dass Du Deinen Glauben hast und die Gebote Gottes achtest, hilfsbereit bist und die Menschen liebst, wie Dich selbst.

Wenn sich nur alle Menschen dieser Welt annähernd so selbst lieben würden, dann gäbe es überall nur Frieden auf der Welt!

Alles Gute und Gottes Segen wünsche ich Dir!

Lieber peter1010! Deine Frage beweist die weit verbreitete Unklarheit in diesem Land: Glaube und Mitgliedschaft in der Kirche sind spätestens seit Paulus etwas völlig verschiedenes!! Aber das lass Dir von Leuten erklären, die darin Übung haben!

Menno, der Staat ist nicht Handlanger, sondern Dienstleister und kassierte dafür Jahr für Jahr Millionen von den Kirchen für den Einzug der Kirchensteuer. Da der Einzug der Kirchensteuer automatisch mit dem Einzug der Einkommensteuer erfolgt, bedeutet dieses für den Staat kaum finanzielle Mehraufwendungen, so dass durch diese Dienstleistung der Staat ordentlich sein Staats-Säckel auffüllen kann. Die Kritiker einer solchen Praxis sollten für diese Praxis eher dankbar sein, weil sie der Allgemeinheit (finanziell) zu Gute kommt!

Früher waren Staat und Kirche eben nicht strikt voneinander getrennt. Noch nicht mal heute vollkommen. Wenn das nicht auf diese Weise gemacht werden würde, hätte die Kirche kein Geld mehr.

Entweder du glaubst das Zeug und unterstützt deine Kirche oder du trittst eben aus.

Der Staat ist in diesem Fall nicht Handlanger sondern Nutznießer der Kirchen. Da der Staat die Einkommensteuer einzieht, hat er sich gegenüber den Kirchen auch angeboten, mit der Einkommensteuer die Kirchensteuer - die eine reine Abgabe der Kirchen ist und keine staatliche Steuer - einzuziehen.

Das lässt der Staat sich richtig gut von den Kirchen bezahlen. Der Staat tritt bei der Kirchensteuer also gleichsam als Inkassostelle für die Kirchen auf.

Somit verdient der Staat als noch am Einzug der Kirchensteuer.

Ergo: Es sind die Christen in unserem Land, die mit ihrer Kirchensteuer auch zugleich einen extra finanziellen Beitrag für den Staat und das Gemeinwesen leisten.

Es sollten sich also all jene zurück halten, die meinen, der Staat würde hier was für die Kirchen tun. Genau das Gegenteil ist nämlich in Wahrheit der Fall!!

Jene, die als Nichtchristen oder als ausgetretene Christen dieses System kritisieren oder sogar verurteilen, sollten also mal ganz schön stille sein. Denn sie müssen eigentlich den Christen dankbar sein, dass sie durch dein Einzug der Kirchensteuer durch den Staat noch einen zusätzlichen Beitrag zur Staatsfinanzierung leisten.

Das ist auch der Grund, warum keine Partei in Deutschland dieses Prinzip aufgeben will, weil sie sich damit einen Geldhahn selber abdrehen würden.

Wieso, um alles in der Welt, soll ich dafür "dankbar" sein?? Dafür, dass diese Finanzen dann in Übersee - Abenteuer der Bundeswehr verpulvert werden? Dafür, dass einzelne Wirtschsftzweige (z. B. derzeitig die Autoindustrie!) durch schwachsinnige Subventionen gestützt werden? Dafür, dass Penner und Drückeberger mit zweifelhaften sozialen Stützen bedacht werden?? Überlege erst, bevor Du dumnmes Zeug schreibst!!

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@KalleZabel

Das kannst du dann doch nicht den Kirchen vorwerfen, wenn der Staat das von ihm eingezogene Geld es für Zwecke ausgibst, die du nicht gutierst. Dann musst du dagegen halt mit deinem Stimmzettel am Wahltag abstimmen, aber den Kirchen nicht diese Vorgehensweise vorwerfen. Im Übrigen verwahre ich mich gegen diese Distanzlosigkeit und Frechheit, mir zu unterstellen, ich würde nicht vorher überlegen, bevor ich hier was schreibe. Es wäre schön, wenn du noch etwas Sinn für Stil und Anstand hättest!

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Verstehe ich das dann richtig, wenn ein Überschuss an Kirchensteuer da ist, behält die Steuer der Staat ein und wenn Kirchen gebaut oder saniert werden geht das null auf null auf. Oder wie kann ich mir das vorstellen?

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Ich habe seit Ewigkeiten keine K-S mehr bezahlt, aber wenn ich mich recht entsinne, ist die Höhe der Beiträge abhängig vom jeweiligen Einkommen, also macht das schon Sinn...

und von irgendwas müssen die Pfarrers und Pastors ja auch leben....:-)

das ist richtig, nur sollte dann die Kirche die Steuern selbst einziehen!

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@peter1010

das verstößt doch gegen den Datenschutz! Würdest du deinem Pfarrer sagen wieviel du verdienst?

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@Mismid

das gleiche Prozedere ist doch auch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Datenschutz heißt doch nichts anderes als die Verpflichtung zu wahren, Daten nur intern zu verwenden.

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@strick4a

das gibts; jedes Bistum in Deutschland hat ein eingenes Kirchensteuer(finanz)amt; wenn man seinen Einkommensteuerjahresausgleich macht bekommt man vom Kirchensteueramt eine gesonderte Berechnung über die entsprechend zu zahlende bzw. zu erstattende Kirchensteuer; das "normale" Finanzamt hat damit nichts zu tun; aus Gründen der Praktikabilität zieht das Finanzamt zusammen mit der Lohnsteuer auch die Kirchensteuer ein und führt sie ab; eine Erstattung oder eine Nachforderung erfolgt jedoch durch das Kirchensteueramt.

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Ahja, und wovon leben die Rabbiner? Es geht doch hier nur um die Ungerechtigkeit, dass der Staat die Arbeit übernimmt. Es geht nicht um die Berechtigung, eine Vereinsgebühr zu nehmen!

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@CrazyDaisy

Es ist doch einfach und fair, denn... ...die Bemessungsgrundlage für diese Steuer sind die Einkommenssteuer bzw. die Lohnsteuer. Kein anderer hat diese Angaben...

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@ strick4a und @ mismid: was Du meinst, ist das Kirchgeld, das in den Pfarreien von jedem Mitglied bezahlt werden sollte; rechtlich gesehen könnte es sogar eingezogen werden; darauf wird aber verzichtet; die Höhe des Kirchgeldes wird durch Selbsteinschätzung bestimmt; das ganze hat aber nichts mit der Kirchensteuer zu tun; das Kirchgeld verbleibt bei Deiner Heimatpfarrei.

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Weil diese Länder von der "Weltkirche" (Offb.12,9; 17,1-6) geführt werden (Offb.13,-1-8).

Es gibt in Deutschland keine echte Trennung zwischen Staat und Kirche. Es gibt ja häufig immer noch christlichen Religionsunterricht in den Schulen. Auch das ist eine Ungerechtigkeit.

niemand ist verpfichtet daran teilzunehmen; es kann stattdessen das Fach "Ethik" gewählt werden; wenn "Ethik" nicht angeboten werden kann, dann ist eben für die betroffenen Schüler frei.

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@Guppy194

Erstens stimmt das so nicht immer. Ich musste damals, um mein Abitur machen zu können, Religion belegen, da keine Ethik angeboten wurde. Ich wurde nicht vom Unterricht freigestellt. Außerdem konnte ich nur zwischen evangelisch und katholisch wählen. Jüdische Religion wurde nicht angeboten.

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egal welcher Religion du angehörst, du mußt immer zahlen....

Atheisten an die Macht :)

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Glaube und Kirche sind eh 2 paar Stiefel. Und wer das nun abkasiert ist doch egal...

Egal ist 88. Schließlich können die anderen Religionen nicht darauf vertrauen, dass der Staat ihnen die Arbeit abnimmt.

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@CrazyDaisy

HH Was meinst du? Schließlich können die anderen Religionen nicht darauf vertrauen, dass der Staat ihnen die Arbeit abnimmt Aber in Deutschland - wo ist aber das Problem? Schliesslich werden mit dem Geld auch Hilfsprojekte unterstützt...

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@jobo22

Und der Staat is schlau... http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2008/10/29/news-87039296/detail.html

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@jobo22

Egal ist 88 heißt, es ist egal (=gleich) wie herum man die Zahl liest, sie bleibt immer gleich. Was hat das mit dem Hamburger Kennzeichen zu tun? wunder

Ich finde es halt ungerecht, dass die christlichen Religionen bevorzugt werden. Und davon ja auch nur zwei Richtungen.

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@CrazyDaisy

Also ich kenn 88 nur als Code aus rechten Kreisen(8. Stelle Alphabet h - HeilH....). Deswegen war ich jetzt etwas verwundert ;-)) ... Ich finds wiederum gut, dass die Steuer sich nach dem Einkommen richtet - ist fair... ...die Bemessungsgrundlage für diese Steuer sind die Einkommenssteuer bzw. die Lohnsteuer. Kein anderer hat diese Angaben...

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@jobo22

Das mit dem Code von rechts ist mir neu. Der Spruch mit "egal ist achtundachtzig" stammt noch von meiner Großmutter, die den rechten Kreisen so fern wie möglich stand...

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War es nicht damals der a d o l f ,der den Deal mit der Kirche gemacht hat ? Glaube schon. Dafür haben die dann zu ihm gehalten.

Ja, das wird leider zu oft vergessen!

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FALSCH, die Gründe dafür sind älter.

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