Kirchensteuer bei gemeinsamer Steuerveranlagung - wie ist es, wenn ein Partner nicht in der Kirche ist?

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2 Antworten

Da nur Deine Frau einer Religionsgemeinschaft angehört, Du selbst aber nicht, handelt es sich bei Euch um eine glaubensverschiedene Ehe. Wie bei jeder Zusammenveranlagung haben auch die Ehegatten in einer glaubensverschiedenen Ehe ein gemeinsames zu versteuerndes Einkommen und damit eine gemeinsame festzusetzende Einkommensteuer. Diese muss jedoch auf die beiden Ehegatten aufgeteilt werden, da nur der eine Ehegatte kirchensteuerpflichtig ist und deshalb nur auf seinen Anteil an der Bemessungsgrundlage Kirchensteuer erhoben werden darf.
Bei der Aufteilung der Bemessungsgrundlage ist zu beachten: Hat der kirchensteuerpflichtige Ehegatte überhaupt keine Einkünfte (wie Deine Frau) oder Einkünfte unter dem steuerlichen Grundfreibetrag laut Grundtarif, dann entfällt auf ihn keine Einkommensteuer und damit auch keine anteilige Bemessungsgrundlage. In diesem Fall wird keine Kirchensteuer festgesetzt.
Unter Umständen kommt aber das besondere Kirchgeld zum Zug. Wenn ein Ehepartner nämlich aus der Kirche austritt, muss er zwar keine Kirchensteuer mehr zahlen. Ist jedoch der andere Ehepartner weiterhin Kirchenmitglied, verlangen die Kirchen als Ausgleich für die entgangene Kirchensteuer die Zahlung eines besonderen Kirchgeldes. Dies dürfte auf Euch zutreffen. Wie die Kirchensteuer kannst Du aber das besondere Kirchgeld in Deiner Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend machen.

Das hängt nicht vom Staat (Finanzamt) ab, sondern von der Landeskirche der Du angehörst. Meines Wissens ist es in B/W so.

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