Kirchenaustritt: Warum darf das Geld kosten?

42 Antworten

Ich verstehe auch nicht, warum ein Austritt nicht, wie der Eintritt, intern mit der Kirche selbst geregelt werden kann. Aber in Deutschland sind die beiden dominanten Kirchen eng mit dem Staat verbunden, und so wird auch der laufende finanzielle Beitrag als festgesetzte Kirchensteuer nicht durch die Kirche, sondern durch den Staat erhoben und von ihm an die Kirchen und verschiedenen kirchlichen Einrichtungen weitergeleitet. Also muss auch das Ende der Zugehoerigkeit zu einer dieser beiden Kirchen durch den Staat geregelt werden.

Das kann ich dir ganz leicht erklären: die Kirche ist kein Verein, und die Taufe keine Mitgliedschaft. Sondern die Kirche versteht unter der Taufe, dass Gott den Täufling in seine Gemeinschaft aufnimmt. Und da Gott sein Tun nicht rückgängig macht, sieht die Kirche nicht vor, dass man aus der Gemeinschaft wieder ausscheiden kann.

Da man mit der Taufe also kein "Kirchenmitglied" wird, kann man auch keine Mitgliedschaft kündigen. Und genauso wie das Standesamt keine "Kirchenmitglieder" aufnehmen kann, kann die Kirche keine "Kirchenmitglieder" entlassen.

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@omikron

Deine Erklaerung ist sehr logisch! Also geht es wirklich nur um die Kirchensteuer, und jemand, der bei einer staatlichen Behoerde seinen Austritt erklaert hat, ist in Wirklichkeit gar nicht ausgetreten und noch immer Mitglied seiner Kirche? Das leuchtet mir schon eher ein, als dass eine staatliche Stelle einen Kirchenaustritt, bzw. "Glaubensaustritt" vornimmt!

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Die zuständigen Ämter, in dem Fall Standesamt, nehmen sich heraus, für ihre Arbeit zusätzliches Geld von den Bürgern zu verlangen, die diese Beamten ja ohnehin durch ihre Steuern bezahlen. Und wie jeden Verwaltungsakt muss amn auch den Kirchenaustritt bezahlen...kostet etwa soviel wie eine Firmengründung. Na, wenigstens kostet der Eintritt nichts.

Gute Frage. Seltsam, wie wenig hier in den Antworten auf sie eingegangen worden ist. Ja, es ist so wahr wie banal, daß das, was Du zahlen sollst, eine Verwaltungsgebühr für eine staatliche Dienstleistung ist, und daß der Staat sie bekommt. Interessant daran ist die Frage: In wessen Auftrag erbringt der Staat diese Dienstleistung? Er erbringt sie im Auftrag der Kirche, die dies ja sonst selbst tun müßte und diese Bequemlichkeit nur deshalb in Anspruch nehmen darf, weil sie sich als Körperschaft des öffentlichen Rechts hat anerkennen lassen. Mithin wäre es, sagen wir mal: korrekt, die Kirche übernähme als Veranstalterin des Ganzen auch die anfallenden Unkosten für Kirchenaustritte ‒ so wie sie ja auch die Kirchensteuern entgegennimmt, die der Staat aufgrund genau desselben Rechtsverhältnisses für sie von den Gehältern und Renten der Mitglieder einzieht.

Schließlich verlangt ja, wenn ich mich nicht irre, auch kein Fußballclub und kein Gesangsverein, daß du im Falle Deines Austritts die dadurch anfallenden Schreibtischtätigkeiten bezahlst, obwohl sie getan werden müssen und irgendjemandem ein paar Augenklicke lang Arbeit machen. Und das auch, wenn Du als Erwachsener aus freien Stücken in den Verein eingetreten bist.

Daß so etwas legal ist, erklärt sich daraus, daß unser Rechtsempfinden und das Gesetz eben nicht selten verschiedene Wege gehen. Nun müßte es aber, nur weil es legal ist, noch lange nicht faktisch so getan werden. Es stünde den Kirchen ja auch frei, sich für einen honorigeren Umgang mit den Austretenden zu entscheiden und die Gebühren "aufs Haus" gehen zu lassen. Ich denke, das könnte ein wenig dazu beitragen, die Atmosphäre zwischen den Kirchen und den Unzufriedenen im Kirchenvolk zu reinigen.

Dies ist ein guter Beitrag von Dir und sehr hintergründig und tiefsinnig. Ich riet dem Frager aber sich an dem jeden Monat sichtbat gesparten Geld bewußt einen Silber- Schatz aufzubauen,eben nicht einfach" vereinnahmen,verplempern." Wer sich überhaupt einen Kopf wegen der 30,-macht,aber ein kleines Vermögen spart!,,wenn der Austritt frühzeitig erfolgt!),der hat keinen Maßstab und überhöht eine dämliche Verwaltungsgebühr.Wir müssen beispielsweise einen Personalausweis besitzen,und müssen alle 10 Jahre einen Neuen" kaufen."Früher konnten die immer wieder verlängert werden,es sei denn die Person war auf dem Foto irgendwann nicht mehr zu identifizieren.Viele Gebühren sind einfach nicht nachzuvollziehen. Aber wenn ich dadurch 15TDE sparen kann,lache ich trotzdem und feiere! Dies wäre intelligent und schafft Raum für das Wesentliche! Nur so meine Meinung!

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Schließlich verlangt ja, wenn ich mich nicht irre, auch kein Fußballclub und kein Gesangsverein, daß du im Falle Deines Austritts die dadurch anfallenden Schreibtischtätigkeiten bezahlst

Bei den meisten Vereinen muss man eine Eintrittsgebühr bezahlen. Bei dem Sportverein, in den ich eventuell eintreten werde, sind dies 50 Euro; bei einem Verein, in dem ich einmal Mitglied war, über 100 Euro.

Die Kirche verlangt keine Eintrittsgebühr. Dadurch hat man beim Eintritt in die Kirche schon einmal mindestens 50 Euro im Vergleich zu einem solchen Sportverein gespart - das ist mehr als die Austrittsgebühr von 10-30 Euro.

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@martin7812

Bei den meisten Vereinen muss man eine Eintrittsgebühr bezahlen. Bei dem Sportverein, in den ich eventuell eintreten werde, sind dies 50 Euro; bei einem Verein, in dem ich einmal Mitglied war, über 100 Euro.

Das ist ja noch eine eher geringfügige Einstiegshürde, wenn man Jesu Aufforderung an einen jungen Mann dagegenhält, sein ganzes Vermögen umzuverteilen. (Mk 10, Mt 19, Lk 18). Es spricht wenig dafür, daß diese Anweisung sich nur an die richtet, die, wie dieser junge Mann, sehr reich sind. In Lk 14,25ff fordert Jesus auf, sich über die Konsequenzen des Christwerdens klar zu sein und veranschaulicht den Entschluß zur Nachfolge mit dem Plan eines Bauherrn, der sich vorher überlegen sollte, ob seine Mittel für das Vorhaben ausreichen. Vielleicht wären die Kirchen besser beraten, wenn sie es hielten wie die Sportvereine. Mit Sicherheit täten sie gut daran, sich an der Urgemeinde zu orientieren, in der laut Apg Kap. 2 und 4 die Güter konsequent geteilt wurden und keiner Mangel litt.

Die Kirche verlangt keine Eintrittsgebühr. Dadurch hat man beim Eintritt in die Kirche schon einmal mindestens 50 Euro im Vergleich zu einem solchen Sportverein gespart - das ist mehr als die Austrittsgebühr von 10-30 Euro.

Um das Geldsparen geht es dem Fragesteller doch gar nicht. Die Austrittssgebühr beschäftigt ihn deshalb, weil sie mit einer Verletzung seines individuellen Selbstbestimmungsrechtes zusammengeht. Er ist dieser Vereinigung schließlich nicht freiwillig beigetreten. Und die läßt nun ihre "Inkassofirma" ganz ungeniert bei ihm kassieren, weil er raus will. Das gehört sich nicht ‒ so sage ich ‒ für eine Vereinigung, die in der Nachfolge Jesu stehen will, der den Gebundenen verkündet hat, daß sie frei sein sollen (Jes 61, Lk 4).

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