Kirchenaustritt - Dürfen Eltern bestrafen?

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13 Antworten

Die Eltern haben das Recht zu sanktionieren, wenn sie der Meinung sind, dass das der Erziehung dient, und nicht in Misshandlung ausartet. Dabei sind sie niemandem rechenschaftspflichtig.

Ob eine solche Sanktion gerecht oder ungerecht, pädagogisch sinnvoll oder einfach nur dummes autoritäres Gehabe ist, ist leider völlig unerheblich.

Ich persönlich finde den Rückbekehrungsversuch der Eltern einfach nur erbärmlich. Wenn sie schon nicht in der Lage waren, ihrem Kind ein nachahmenswertes Beispiel in Sachen Religion zu geben, dann sollten sie ihre pädagogische Inkompetenz nicht noch durch eine solche Ungerechtigkeit unterstreichen.

Seinen Glauben so durchsetzen zu wollen, ist das Allerletzte.

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Kommentar von Huckebein
04.12.2013, 17:23

Richtig, das ist die blanke Erpressung und hat mit vernünftiger Erziehung nichts zu tun. Daumen runter für diese Eltern!

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Kommentar von PeVau
08.12.2013, 14:32

Danke für den Stern!

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um hier eine vernüftige Antwort geben zu können, müßte man die Beweggründe kennen. Hatte sie vor einem Jahr noch nicht "die Reife" eine Entscheidung zu treffen. Oder hatte sie diese schon vor / zur Konfirmation. Also den Kirchenaustritt geplan, aber wollte auf die zu erwartenden "Gaben" zur Konfirmation nicht verzichten und auch nicht so offensichtlich gleich danach austreten. Wenn der Austritt schon zur Konfirmation geplant war, aber des "schnöden Mamons" wegen verschoben wurde, dann muss ich den Eltern Recht geben. Das sehe ich dann als "ergaunert" an und muss bestraft werden.

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Na ja, die Erziehungsmethoden der Eltern sind fraglich. Andererseit: Wenn diese Person sich nicht sicher war, weiter zur Kirche gehören zu wollen - warum hat sie das nicht gleich vor der Konfirmation gesagt und gar nicht erst mitgemacht? So etwas überlegt man sich ja nicht von einem Tag auf den anderen.

Im Prinzip dürfen die Eltern das nicht. Aber was will diese Person machen? Klagen?

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Kommentar von ShawnSpencer98
04.12.2013, 17:49

Ungefär 80 Prozent dener Antwort war überflüssig und nicht gefragt. Ich habe vorher extra etwas dazu gesagt. Aber jetzt hast du wenigstens paar Punkte gesammelt.

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ja dürfen sie. Es ist eine Erziehungsmaßnahme. Wenn auch keine gute. Klar liegt der Verdacht nahe das Person sich nur wegen des Geldes hat konfirmieren lassen. Auch nicht toll. Aber da hätten die Eltern vorher besser mal eingreifen sollen.

Und wie alt ist Person?

auch das spielt eine gewisse Rolle.

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Grundsätzlich sind die Eltern erziehungs- und personensorgeberechtigt und können damit alles tun, was sie für das Wohl ihres Kindes für notwendig halten.

Nun kann man es aber auch übertreiben. Deine Bekannte hat das Geld geschenkt bekommen und sich damit einen Laptop gekauft. Über moralische Bedenken mag man sich da durchaus streiten, auch über Konfi machen wegen Geld, Fakt ist aber, dass ihr der Laptop erst mal gehört.

Wenn die Eltern es versäumt haben, dem Kind den Glauben weiterzugeben und das nun feststellen, wenn das Kind 14 ist, dann hat es sicher wenig Sinn, dem (plötzlich wiederentdeckten) Glauben durch "Laptop ja/nein" Nachdruck zu verleihen.

Schön wärs, wenn deine Bekannte von sich aus den Laptop zurückgibt und sagt, ich halte eigentlich nichts von Konfi und hab mir das Geld damit mehr oder weniger erschlichen. Das wäre ehrlich und würde bei den Eltern sicher Eindruck machen (allerdings braucht ein Jugendlicher dafür mehr Mut als für einen Kirchenaustritt).

Aber alle Überlegungen sind nur moralischer Natur. Rechtlich gilt, was ich eingangs geschrieben habe.

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Kommentar von geschoepf
04.12.2013, 18:37

Wieso soll sie sagen, sie hätte sich "das Geld erschlichen"? Das ganze Brimborium geht doch immer von den Erwachsenen aus!

Fängt der junge Mensch an, selbst zu denken und sich ein eigenes Urteil zu bilden, wird, wenn es denselbigen Erwachsenen nicht genehm ist, ein riesen Drama draus gemacht.

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Nein, denn die Eltern verstoßen gegen das Recht nicht nur der BRD, sondern auch gegen die

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Artikel 18

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

      Artikel 19

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

      Artikel 20
  1. Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.

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Kommentar von ShawnSpencer98
04.12.2013, 18:33

Das ist mir klar, aber darf dieser Person, der Laptop weggenommen werden?

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Da gibt es zwei verschiedene Ebenen:

Moralisch darf man etwas, das man verschenkt hat, nicht wieder wegnehmen.

Rechtlich sind die Eltern aber noch erziehungsberechtigt, das heißt, wenn sie das als eine geeignete Erziehungsmaßnahme ansehen, haben sie das Recht dazu. Die Gründe, warum sie das tun oder was sie genau bestrafen wollen, spielen keine Rolle

Wenn du mich fragst, musst du mit den Eltern verhandeln, ihnen viel erklären und sie zur Einsicht bringen. Das geht nur auf kommunikativer Basis, weil das Gefühl, dass das Wegnehmen nicht in Ordnung ist, zwar berechtigt ist, aber es bezüglich so einem Verhalten kein Gesetz gibt.

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Das ist eine heikle Frage und Situation. Die Person hat das Geld bekommen und es gehört ihr. Ich finde es nicht gut von den Eltern, so zu handeln. Sie hätten ja auch erst einmal ein Gespräch führen können, um den Hintergrund für den Austritt zu erfahren. Aber Laptop einfach wegnehmen ist nicht richtig.

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Kommentar von KaeteK
04.12.2013, 17:00

Wir dürfen anderen Eltern nicht vorschreiben, wie sie ihr Kind zu erziehen haben - zumal wir ja gar nicht die wissen, was in dieser Familie so abläuft.

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Auch wenn ich es persönlich nicht schön finde und anders handeln würde, ist es für Eltern nach dem Erziehungsrecht legitim, so zu handeln. - Das Erziehungsrecht kollidiert nicht mit dem Recht auf Religionsfreiheit, wie du vielleicht glaubst.

Da das Laptop vermutlich aus den zusammengefassten Geldgeschenken verschiedener Personen finanziert wurde und nicht exklusiv von den Eltern, halte ich es für falsch so zu handeln. Es ist genau so falsch, wie sich der Konfirmand falsch verhalten hat. - Mit seiner Einstellung hätte er/sie sich eigentlich gar nicht konfirmieren lassen sollen.

Obwohl es die Eltern mit ihrer "Strafaktion" vielleicht sogar gut meinen, wenn sie es tatsächlich so durchziehen und nicht nur drohen - sie werden ihren Sohn bzw. ihre Tochter nur noch weiter vom Glauben, von der Kirche und sich selbst entfernen.

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Natürlich dürfen das ihre Eltern. Sie hätte auf die Konfirmation verzichten sollen

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Kommentar von ShawnSpencer98
04.12.2013, 17:00

Das zweitere wurde nicht gefragt und habe dazu schon etwas gesagt. Aber mit dem ersten hast du wohl leider Recht...

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Kommentar von klaranaklar
04.12.2013, 17:20

Sie hätte auf die Konfirmation verzichten sollen

Dann sollte man es einfach abschaffen Kindern zu sagen, dass sie tolle Geschenke bekommen wenn sie sich konfimieren lassen. Erst mit Geschenken anlocken und dann bestrafen wenn das Kind eine eigene Meinung zu dem Thema entwickelt ist einfach eine Sauerei.

Sollte eine Ehefrau die eine Scheidung einreicht auch keinen Unterhalt bekommen? Frei nach dem Motto: Dann hätte sie nicht heiraten sollen?

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Ich gebe zu : das gleiche hatte ich auch im Sinn. Aber ich durfte nicht, Gott ist der Herr der Rache und Vergeltung - biblisch sollen wir unsere Feinde lieben, auch wenn es manchmal unsere Kinder sind, ist schwer aber das ist was das Wort sagt. Blessings

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Kommentar von geschoepf
04.12.2013, 18:27

Entweder du machst Spaß oder man darf dir niemals Kinder anvertrauen!

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Auweia, Kirchenaustritt; da ist eine typische Trotzhaltung einer pubertierenden Tochter

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Kommentar von geschoepf
04.12.2013, 18:24

Ach nee, aber 14jährige einer Erwachsenentaufe oder Konfirmation zu unterziehen, das ist legitim. Diese Jugendlichen, die sich so herrlich angepasst verhalten, durchleben dann sicherlich keine Pubertät mit ihrer begleitenden "Trotzhaltung"!

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Kommentar von Ichthys1009
05.12.2013, 13:25

Leider ist vielen Erwachsenen nicht klar, dass sie selbst es sind, die ihr Kind in eine Trotzhaltung reintreiben. Spätestens dann, wenn ein Kind nur noch mit Trotz reagieren kann, sollten die Eltern sich fragen, was sie falsch gemacht haben.

Das heißt nicht, dass ich generell nur die Schuld bei den Eltern suchen will, aber ein Kind, und auch die meisten Jugendlichen, re-agieren doch nur und können noch nicht so bewusst wie ein Erwachsener Entscheidungen treffen. Sie haben zwar subjektiv das Gefühl, dass sie selbst entscheiden, später merken sie aber meist, dass sie eigentlich sich noch nicht selbst bestimmt haben.

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Kommentar von hell11
05.12.2013, 15:45

in jeder Firma werden die Spielregeln vorgegeben, aber die Eltern die dürfen das nicht, wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.

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Enteignen :D

Eltern dürfen alles, so lange du noch 14 bist. Deine Bekannte sollte froh sein, ein Dach über dem Kopf zu haben.

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Kommentar von geschoepf
04.12.2013, 18:12

Seltsame Ansicht, dass ein Kind/Jugendliche "froh sein sollte, ein Dach über dem Kopf zu haben"!

Hören bei dem Streitthema Religion selbst familiäre Bindungen auf zu bestehen?

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