Kirche will Missbrauchsopfern Entschädigung zahlen - Ist das für euch in Ordnung?

36 Antworten

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Ich als Missbrauchsopfer (nicht durch die Kirche) empfinde es als eine abgrundtiefe Unverschämtheit Geld als Entschädigung anzubieten.

Prostituierte nehmen Geld für Sex.

Aus diesem Grund hab ich selbst damals sowas abgelehnt als meine Anwältin auch mit finanzieller Entschädigung daherkam.

Und wieso soll die Kirche was bezahlen? Von wem stammt denn das Geld letztendlich was die Kirche ausgeben kann?

Sind das alles Täter?

Wiedergutmachung/Sühne etc. kann/sollte kein anderer als der Täter leisten müssen.

Aber ich als Opfer und Christ setze ja eher auf Vergebung als auf Rache und persönlichen Gewinn.

warehouse14

Wiedergutmachung/Sühne etc. kann/sollte kein anderer als der Täter leisten müssen.

DIe Täter werden aber regelmäßig von der Kirche gedeckt.

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@realsausi2

Das sieht nur ein oberflächlicher Geist so.

Und letztendlich ändert das am Kernproblem garnichts. Missbrauchsopfer nachträglich zu Huren zu machen ist einfach abartig.

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Ich als Missbrauchsopfer (nicht durch die Kirche) empfinde es als eine abgrundtiefe  Unverschämtheit Geld als Entschädigung anzubieten.

Wieso? Wer zahlt denn die Kosten für eine Therapie?

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@warehouse14

Freilich. Wenn dir jemand eine Entschädigung für entstehende Unkosten anbietet, was genau ist daran verwerflich?

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@telemann2000

Hab ich doch erklärt: es würde den faden Beigeschmacks der Hurerei haben. Ein für mich größeres Drama.

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@warehouse14

Das mit der Hurerei ist nicht nachvollziehbar - es sei denn du stellst Missbrauch und Hurerei auf ein und die selbe Stufe....

(Das ist mir aber ein zu fundamentalistischer Gedanke)

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@telemann2000

Eigentlich liegt das nur daran weil meine Mutter mir Geld dafür angeboten hat damit ich "lieb"zu meinem Vater bin. Daher reagiere ich halt "etwas" empfindlich auf dieses spezielle Thema.

Ich erwarte auch nicht, daß jeder das nachvollziehen kann. Meine Sichtweise hat nunmal sehr viel mit meiner Erfahrung zu tun. Ohne die kann man das wohl auch nicht verstehen.

Ich gebe damit aber auch mal einen Gedankenanstoß über den es sich sicherlich lohnt vorurteilsfrei nachzudenken.

Jedes Opfer ist ein Individuum. Niemand sollte pauschal vorschreiben auf welche weise man die Erlebnisse verarbeitet. Und dennoch werden Opfer wie ich nicht ernstgenommen weil sie diverse Erwartungen nicht erfüllen.

Das kann man mit keiner Geldsumme ausgleichen.

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Himmel, es handelt sich nicht um einen Kaufpreis für Sex, sondern um Schmerzensgeld!

Natürlich macht das die Taten nicht ungeschehen. Und natürlich sind die Täter als Einzelpersonen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber die sind oft schon unter der Erde.

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@Aleqasina

Himmel! Es handelt sich hier um das Empfinden eines Opfers!

Es spielt keinerlei Rolle mit welch blumigen Worten Außenstehende das mit dem Geld schönreden!

Ich habe die Frage beantwortet die nach meiner persönliche Sicht fragte. Und das ist nunmal meine persönliche Sicht auf dieses Thema.

Auch wenn das nicht ins Konzept von Berufsmitleidern passt.

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@Aleqasina

Korrekt. Es geht ja schließlich auch darum, dass die Kirchen (also nicht nur die KK sondern auch kleinere Gemeinschaften wie Zeugen Jehovas) als Kollektiv versagt haben, Missbrauch bei den staatlichen Stellen zu melden. Entschädigungen sind jetzt der erste Schritt einer (wenn auch nur annähernden) Gutmachung

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@telemann2000

Solche "Wiedergutmachungen" sorgen lediglich dafür, daß noch weniger Opfer Hilfe finden.

Viele Leute treten aus den Kirchen aus weil sie keine Kirchensteuer zahlen wollen. Verständlich wenn diese dann für sowas verwendet wird.

Und wer hilft den Opfern wenn alle mit halbwegs Gewissen weggehen?

Sippenhaft war noch nie besonders weise.

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@warehouse14
Solche "Wiedergutmachungen" sorgen lediglich dafür, daß noch weniger Opfer Hilfe finden.

Mal ne andere Frage: Was sollte denn die Kirche deiner Meinung nach tun?

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@telemann2000

Das, wofür z.B. Zeugen Jehovas und andere Gemeinschaften im Allgemeinen angegriffen werden: reuelose Übeltäter ausschließen.

Ansonsten ist jeder Christ selbst dafür verantwortlich was er tut oder nicht tut. Es ist halt bequem die Verantwortung auf höhere Instanzen abzuschieben und sich mit Geld rauszuhandeln.

Es sind ja nicht nur Kirchengemeinden die so ein falsches Umgehen mit Missbrauch praktizieren. Auch in Sportvereinen und so wird viel gedeckt.

Jeder Mensch ist da gefragt. Herdentrieb darf keine Universalentschuldigung sein für's Nichthandeln.

Ich persönlich scheiß ja drauf was man über mich denkt wenn ich Missstände ankreide...

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@warehouse14
Das, wofür z.B. Zeugen Jehovas und andere Gemeinschaften im Allgemeinen angegriffen werden:  reuelose Übeltäter ausschließen.

Also wenn ich mir so die Missbrauchsfälle ansehe geht es nicht darum, sondern um die geringe Bereitschaft der Führung, diese Fälle zur Anzeige zu bringen....

Genau dafür werden sie nämlich zu Strafzahlungen verurteilt....

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Danke, deine Antwort gibt zu denken. Du hast wohl recht. So sieht es aus.

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Das Geld wird nicht als Preis für Sex, sondern als Entschädigung für erlittenes Unrecht gezahlt. In unserer Gesellschaft ist Geld nunmal das Zahlungsmittel. Was sollte man denn sonst anbieten?

Und selbstverständlich zahlt die Kirche. Schließlich wurden die Opfer in deren Obhut gegeben. Sie kann ja versuchen, sich das Geld bei den Tätern zurückzuholen.

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@archibaldesel

Es spielt keine Rolle welche Intention der Geldgeber hat. Was beim Opfer ankommt ist wichtiger.

Glaub mir ruhig: Geld macht nichts wieder wett. Es wurde einem ja nicht das Geld genommen...

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@warehouse14

Nichts macht den Schaden wieder wett. Geld ist aber die übliche Währung um Schäden jedweder Art zu regulieren. Mit fällt jedenfalls nichts ein, was den Schaden besser wettmachen könnte.

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@archibaldesel

Man könnte ja mal aufhören Opfern zu erzählen daß sie ein Leben lang leiden werden oder niemals eine normale Beziehung haben können.

Unter diesen Dingen leide ich mehr als unter allem, was mir meine Eltern angetan haben.

Am besten reguliert man Schaden indem man ihn nicht verursacht.

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@telemann2000

Aufklärung schon in der Schule. Wenn Kinder wissen, was Erwachsene nicht tun sollen haben die es schwerer Unfug anzustellen. Gerade im Fach Religion kann man da ja mal das Augenmerk auf entsprechende Texte der heiligen Bücher lenken... Ich hab ja buchstäblich durch die Bibel gelernt daß das, was meine Eltern da tun, "böse" ist. Ich bin mir sehr sicher daß das anderen Kindern ebenfalls hilft ihre Lage richtig einzuschätzen.

Und wie ich schon erwähnte: man sollte einfach aufhören, Opfern solchen Dummfug wie lebenslanges Leid einzureden. Weil erst dann das Leid so richtig losgeht wenn man gesagt bekommt, daß man niemals ein normales Leben haben kann. Genau deswegen "brauchen" viele dann teure Langzeittherapien.

Und die Gesellschaft muss aufhören, Hexenjagd auf Täter zu betreiben. Viele Opfer wollen ja nicht, daß dem Menschen, der ihnen sowas antut, irgendwas schlimmes widerfährt... Aus diesem Grund erdulden sie dann durchaus länger als nötig den Missbrauch.

Würde man Menschen mit solchen Neigungen nicht am liebsten die Menschenwürde aberkennen könnte man ihnen besser helfen. Aber solange sie puren Hass zu erwarten haben werden sie sich selbst verleugnen.

Man muss die Taten vom Täter trennen. Kein Täter ist ein böser Mensch. Nur das, was er tut ist böse.

Die Gesellschaft muss da also mal umdenken.

Sensationsgeilheit ist auch eine Form des Missbrauchs. Ich finde es nach wie vor zum Kotzen daß mich viele gerne über die Details ausfragten. Kaum einer macht sich mal Gedanken darüber, was es bewirkt wenn man sich in Gedanken immer wieder mit dem Erlebten befassen soll... Das Trauma entsteht ganz sicher spätestens dann wenn man "gezwungen" wird detailliert zu berichten.

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@warehouse14

Ich finde auch, dass eine Therapie des Täters wichtiger ist als ihn wegzusperren....

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Ich hätte das Geld gespendet

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Danke für den Stern! :)

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"Entschädigungen" finde ich ja generell gut. Aber wovon zahlt die Kirche das? Von der Kirchensteuer? Also zahlen die Kirchenmitglieder alle mit? Das gibt dem Ganzen einen etwas faden Beigeschmack! Und ist es dann ein "frei kaufen"? Die Priester gehören ins Gefängnis und raus geworfen aus der Kirche... Nicht versetzt in eine schicke neue Gemeinde...

Meine Einstellung zur Kirche ändert das in keinster Weise! Und die Missbrauchsopfer stimmt das Ganze sicherlich auch nicht wirklich fröhlich! Im Grunde ist es nur dem öffentlichen Druck zu verdanken, dass die Kirche langsam mal in die Gänge kommt. Aber dieser Weg ist mir persönlich zu einfach und wie gesagt: jedes Kirchenmitglied darf sich jetzt mitschuldig fühlen, weil es wohl ihr Geld welches ausgezahlt wird...

Erstens ist es eine Unverschämtheit, für seelisch entstandenen Schaden Geld als "Kompensation" anzubieten.

Zweitens: Ich bin nicht bereit, mit meinem Geld (Kirchensteuer) das strafbare Verhalten von Kirchenleuten nachträglich "zu finanzieren". Soll doch die Kirche die Täter zur Verantwortung ziehen, damit die das "abarbeiten" oder Kirchenbesitz (Kunstwerke, Immobilien) verkaufen.

Werde aus der Kirche austreten!

Reg dich lieber nicht so auf.

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@GerdLon

Ich reg mich nicht auf, will nur meine Meinung dazu sagen.

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Es ist in unserer Gesellschaft gang und gäbe, Schaden durch Geld zu kompensieren: für Schmerzen, für Untersuchungshaft, für alles gibt es Geldzahlungen - die in der Tat nichts wett machen. Aber es läuft nun mal bei uns so.

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@omikron

Man glaubt, mit Geld alles erreichen zu können. Das ist aber nicht so.

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Aus Sicht der Opfer ist das als Schmerzensgeld notwendig.

Aber es handelt sich dabei um Kirchensteuergelder, also Geld, das von Kirchenmitgliedern, die mit den Straftaten gar nichts zu tun haben, für andere Zwecke aufgebracht wird. Wenn da von "bis zu 300 000 €" die Rede hist, dann heißt das, das eine ganze Gemeinde mit allem drum und dran ein Jahr früher als nötig komplett geschlossen wird.

das was passiert ist wird durch ein bischen Geld nicht besser. Vor allem finde ich die diskutierten Summen auch eher gering. Als ob man sich damit frei kaufen könnte. Allerdings gibt es auch einfach nichts was das Erlebte besser machen würde und etwas Geld zu bekommen ist ja nun auch nicht schlecht.

Noch wichtiger wäre mir aber wenn die Kirche Konzepte entwickelt damit so was in Zukunft nicht mehr passiert.

Denen die das schon erleben mussten kann man das nicht mehr erleichtern, aber man kann dafür sorgen das es nicht mehr passiert.

Darüber wird ja momentan beim Synodalen Weg diskutiert. Damit dieses Vergreifen nicht mehr geschieht.

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@DOMIPLN

Vom Diskutieren wird es nicht besser! Man muss diese Priester konsequent aus der Kirche ausschließen und der weltlichen Gerichtsbarkeit zuführen.

Genau aus diesem Grund bin ich aus der Kirche ausgetreten, weil die Kirche an einer Aufklärung gar nicht interessiert ist. Ein Pädophiler wird nicht geheilt, wenn man ihn in eine andere Gemeinde versetzt.

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