Kinorecht - Jugendfreigaben

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Ich glaub, der Link wird hier mindestens einmal am Tag von irgendwem gepostet: Nein, darfst du nicht, JuSchG §11 (1) verbietet dir das.

http://www.gesetze-im-internet.de/juschg/__11.html

verbietet dir das.

Nein, die Vorschrift verbietet dem Jugendlichen nichts, nur dem Betreiber des Kinos.

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@jurafragen

Ja, ist korrekt... er darf versuchen, in den Film reinzugehen, das Kino darf ihn nicht reinlassen.

Das Kino muss ihm allerdings auch kein Geld erstatten, wenn er die Karte an der Kasse gekauft kriegt, aber am Kartenabreisser nicht vorbeikommt. Das haben die Kinos in der Regel in den AGBs, etwa hier Punkt 5 http://esslingen.traumpalast.de/index.php/PID/4180.html

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@ceevee

Na die Klausel ist aber gewöhnungsbedürftig. Mal unabhängig davon, ob die Klausel wirksam ist, der entsprechende Vertrag könnte nach § 134 BGB nichtig sein bzw. gem. § 108 BGB (schwebend) unwirksam sein. Ein vielschichtiges Problem.

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@jurafragen

Da wage ich aber mal einzuwenden, daß die Kosten der Kinokarte idR in einem Rahmen liegen, bei dem BGB §110 greift.

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@clemensw

§ 110 BGB legt überhaupt keinen Rahmen für irgendetwas fest, sondern regelt, dass Verträge dann ohne Genehmigung der Eltern gegenüber dem Vertragspartner wirksam sind, wenn der Jugendliche zur Bewirkung seiner vertragsgemäßen Leistung Mittel verwendet hat, welche die Eltern ihm gegenüber hierfür oder für jeden Zweck freigestellt haben.

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@jurafragen

Ein vielschichtiges Problem.

Das ist es. Ich bin zwar weder Jurist noch Kinomitarbeiter, aber ich find das Thema interessant. :)

108 BGB wird wohl nicht passen, wenn der Vater beim Kauf der Karte danebensteht (wovon ich bei der Ausgangsfrage mal ausgehe). Ich weiß, dass einige Kinos das mit dem Geld so handhaben, daher gehe ich davon aus, dass das juristisch geprüft ist. Daneben wäre die Frage auch noch interessant, ob das Kino juristische Schritte gegen Leute einleiten kann, die versuchen, sich reinzuschleichen. Dem Kino gehen ja Einnahmen verloren, wenn Plätze in der Vorstellung deswegen nicht besetzt werden können.

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@uncutparadise

Ich habs nicht mal kopiert. Und einen "Taschengeldparagraphen" kennt das BGB nicht, selbst wenn § 110 BGB fälschlich so bezeichnet wird.

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@ceevee

Gut, gehen wir davon aus, dass die Eltern dabei waren, als die Kinokarten gekauft wurden. Dann ist fraglich, wie der "Kauf" der Kinokarten rechtlich zu qualifizieren ist. Entweder als Kaufvertrag über die Eintrittskarten oder als Vertrag eigener Art über die Kinovorstellung. Und da wird es wohl auf Details ankommen.

Wer - wie das Kino aus dem Link - Strafanzeigen per AGB ankündigt, hat aber vermutlich rechtlichüberhaupt nichts geprüft.

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@jurafragen

Was ein Betrugsversuch in dem Zusammenhang der AGBs ist, ist dir auch bewusst? Das wäre etwa, wenn jemand mit einem gefälschten Ausweis aufschneit oder sich am Kartenabreisser vorbeischleicht. Wenn man die FSK nicht erfüllt und erwischt wird, dann wird man einfach nach Hause geschickt, viel mehr wird da in der Praxis nicht passieren.

Wie der Kauf zu werten ist, ist fraglich, wie du schon sagtest. Wobei die FSK-Freigaben beim Kartenkauf sehr schwer zu übersehen sind, von daher kann man kaum mal "aus Versehen" eine falsche Kinokarte kaufen. Die Kasse kann unmöglich auch noch alle Ausweise kontrollieren, von daher muss es zwischen Kasse und Vorstellung noch eine Instanz geben, die das macht.

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@jurafragen

Ist "fälschlich" bei dir ein Synonym für "umgangssprachlich"?

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@jurafragen

Ich weiß, dass der 110 BGB nicht Taschengeldparagraph heißt. Ich weiß jedoch auch, dass dieser Paragraph sowohl in der Bankkaufmannsausbildung als auch in der Versicherungskaufmannsausbildung offiziell so genannt wurde und geschult wurde, weil er umgangssprachlich nunmal so heißt und der Inhalt auch so verstanden wird, also diese Bezeichnung auch nicht fälschlich trägt. Inzwischen kann jeder was damit anfangen und er wird sogar vor Gericht schon so genannt. Man kann es mit seiner juristischen Genauigkeit auch übertreiben...

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Nach Jugendschutzgesetz § 11 dürfen Kinder und Jugendliche nur in Filme die für ihr Alter freigegeben sind. d.h. in deinem Fall du darfst in Filme ab 0 / 6 / 12 Jahre. Filme ab 16/18 Jahre sind für dich Tabu. Nur bei Filmen ab 12 Jahren gibt es eine Ausnahme: Dort dürfen Kinder ab 6 Jahren in Begleitung der Eltern in einen Film ab 12 Jahren. Das Kino riskiert ansonsten eine Geldbuße oder die Schließung des Kinos.

Die Regelung "mit Begleitung" gilt nur für Filme ab 12 Jahren und Kinder, die unter 12 sind.

Alles darüber ist bindend und Eltern sowie Kinobetreiber machen sich strafbar... Eltern wenn sie es wissen und Kinobetreiber wenn sie keine Kontrollen durchführen (und auch Mitarbeiter) wenn sie trotz Kontrollen die Leute durch lassen.

Die §§ dazu findest Du im Jugendschutzgesetz... kannst selber suchen. Google ist dein Freund ;)

Alles darüber ist bindend und Eltern sowie Kinobetreiber machen sich strafbar.

Es ist eine Ordnungswidrikeit, keine Straftat.

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Alles darüber ist bindend und Eltern sowie Kinobetreiber machen sich strafbar... Eltern wenn sie es wissen

Die Eltern betrifft der Paragraph nicht.

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Kinder, die unter 12 sind

... und älter als 6 !

und Eltern sowie Kinobetreiber machen sich strafbar

Eltern schon mal gar nicht und für den Kinobetreiber ist das eine Ordnungswidrigkeit nach JuSchG. Im StGB steht sowas gar nicht drin !

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