Kindheit ohne Internet glücklicher?

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10 Antworten

Hallo Annuk,

ich bin auch ohne Internet aufgewachsen, war viel draussen und konnte mich kreativ ausleben. Allerdings wäre Vieles mehr möglich gewesen, hinsichtlich kulturellem Austausch, Bildung etc, was es in der Form damals nicht gab.

Internet ist heute nicht mehr wegzudenken und es kommt immer noch drauf an, wie es genutzt wird. Man kann es unterstützend einsetzen und auch einen disziplinierten Umgang damit erlernen, man kann aber auch davor versauern.

Ich möchte nicht behaupten, dass Kinder ohne Internet glücklicher sind, denn viele positive Aspekte des Internets gehören heute einfach zum Standard. Aber man kann trotz Mulitmediazeitalter den Focus bei der Erziehung auf ein kreatives Moment legen, die Kinder naturnah aufwachsen lassen, die Bildung sozialer Kontakte unterstützen und fördern und vor allem dem Kind genügend Selbstbewusstsein mitgeben, um nicht äusseren Einflüssen zu erliegen.

LG vom Polarfuchs

Danke für's Sternchen ;)

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Das liegt aber nicht am Internet sondern an unserer Gesellschaft. Es macht durchaus Sinn hinzusehen in welche Richtung wir uns entwickelt haben. Der Städtebau ignoriert die Bedürfnisse von Kindern seit ich auf der Welt bin. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie unser Vater angegriffen wurde, weil er vom Vermieter einen Sandkasten verlangte. Vom Dorf wurde er angegriffen. Das war in den 1960-igern. Wir haben unseren Sandkasten noch bekommen. Heute würde das ein Gericht entscheiden. Da würde es nicht mehr mit Brüllerei gespickt mit Fakten getan sein. Ich darf Dich darauf aufmerksam machen, dass Kinderlärm seit einigen Monaten nur in Berlin nicht mehr gerichtlich verfolgt werden kann. In allen anderen Bundesländern kann dagegen immer noch geklagt werden. Draußenspielen und sich dabei nicht kindergerecht äußern dürfen, wie soll das gehen? Was die Kreativität angeht, so liegt dies an uns allen. Es ist unsere Gesamtgesellschaft, welche immer mehr Frauen dazu zwingt neben der Führung des Wirtschaftsunternehmens Haushalt arbeiten zu gehen für einen Lohn, welcher durchschnittlich 21% unter dem der Männer liegt. Davon abgesehen findest Du auf der Seite unserer zuständigen Ministerin die Feststellung, immer mehr Männer würden sich vor jeder Verantwortung gegenüber ihren Kinder drücken und dies sei geradezu eine Mode geworden. Sie schreibt nicht, in welcher Weise die Jugendämter diese sogenannte Mode gefördert haben. Du brauchst Dir nur das heute beim Europäischen Gerichtshof veröffentlichte Urteil zu den Rechten natürlicher Väter durchlesen. Bedenke dabei bitte, dass das Rote Kreuz immer noch nach zehntausenden Kindern und Eltern aus der Zeit des Jungborns sucht.

Verstehe mich bitte nicht falsch. Ob Kinder kreativ sein können bedarf es aber eben nicht nur der Eltern und es ist durchaus möglich sich im Internet so manche sehr gute Idee dazu zu holen. Auch gibt es so manche Gemeinschaft im Netz welche sich regelmäßig persönlich trifft. Hinzu kommen all die Kinder, welche aus einem Geschlecht stammen, dem noch nie die normale Teilhabe in unserer Gesellschaft zugestanden wurde. Sie können heute ganz einfach auf youtube jeden Unterricht bekommen der ihnen sonst vorenthalten würde nebst mancher sehr guten zusätzlichen Unterstützung. Kostenlos. Ebenso kann auf Freebook kostenlos gelesen werden. Dort wird sogar der eigene Kommentar zur Literatur willkommen geheißen.

Nein. Willst Du der Jugend etwas Anderes bieten als das Internet so tue was vor Ort dafür. Zwei Körbe an Stellen des Schulhofes wo kein Glas zu Bruch gehen kann werden schnell manche Kinder raus locken. Nach der Schule. Mancher Parkplatz steht am Wochenende sinnlos leer. Warum dort nicht zumindest einen Teil für Ballspiele zulassen oder skateboarden und so fort. Um nur zwei auf Bürgerinitiative durchgesetzte Möglichkeiten aufzuzählen. Das Internet hindert uns nicht daran uns dafür zu entscheiden. Im Gegenteil: Es bietet uns die Möglichkeit weitere Ideen zu finden welche die von Dir genannten Bereiche fördern.

Danke dir für die Zeit, die du investierst hast. Das zeigt viele Gedanken! Allerdings hast du mich nicht richtig verstanden. Es gibt ein paar Punkte in deinem Text, in denen das deutlich wird:

Ich möchte keine Basketballkörbe an irgendwen verschenken und habe auch kein Interesse daran, anderer Leute Kinder zu subventionieren- das tu ich bei meinen, damit bin ich ausgelastet. Ich mache mir lediglich Gedanken um oben beschriebene! Entwicklung.

Ich denke auch, dass das Frauenthema, das du ansprichst, nicht in meinem Sinne ist. Warum sollen ausgerechnet nur die gezwungen sein, das "Wirtschaftsunternehmen Haushalt" , wie du es nennst, zu führen. Das geht Männer ebenso an- aber das nur am Rande.

Klar sollen Kinder draußen spielen, aber auch (oder gerade) Kinder schlagen gerne übers Ziel hinaus und lärmen u.U. überdimensional, da will ich dann was sagen dürfen. Ohne als Kinderfeind verschrien zu sein - der bin ich mitnichten. Aber mit Verlaub, auch andere Leute haben Ohren. Daher kann es nicht nur nach einem gehen. Einen Freibrief für die Invasion, aller Gehörgänge gibts bei allem Verständnis nicht von mir. Ich halte es nämlich auch für Erziehung, wenn man Kinder anweist, nicht überbordend laut zu sein. UND! ihnen Rechte einräumt. Beides muss drin sein.

Dennoch bleibe ich dabei: Draußenspielen (nicht marodieren!!!) halte ich für die glücklichere Kindheitserfahrung.

In diesem Sinne Gruß Annuk

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@Annuk

So ein Korb muss gar nicht selbst bezahlt werden. Es reicht oft genug, einfach diese Idee an die richtige Stelle zu geben. Jedenfalls nach meiner Erfahrung.

Kinder marodieren nicht von Natur aus. Wir hatten das in unserem Alter nicht nötig denn wir waren nicht wie ein Dampfkochtopf der ständig auf hoher Flamme gehalten wird ohne dass der Deckel offen wäre. Wird er dann mal geöffnet, dann steckt nun mal eine Menge Kraft dahinter. Der Unterschied zum Dampfkochtopf ist der, dass so ein Topf tot ist und unsere nachwachsende Generation unsere Zukunft. Aber bitte: Wenn Du damit überfordert bist.....

Natürlich ist es in Ordnung sich Kinderlärm zu verbieten. In dem Fall darf auch selbst für die Altersversorgung gesorgt werden.

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hm...

schwierige frage, die ich mit jein würde....

mittlerweile sind internet und computer schwer wegzudenken, aber wie das so ist, macht die dosis das gift....

eltern sind für ihre kinder verantwortlich und so wie es kinder gibt, die von ihren eltern vorm fernseher geparkt werden, gibt es heute kinder, die mit nintendo und was weiss ich, gleich in die materie reinwachsen....

aber ich bin optimistisch, es gibt immer auch gegenteilige eltern, die bewußt ihre kinder eine andere welt zeigen bzw. vorleben....

ich glaube, viele Eltern trauen sich nicht mehr, NEIN zu Nintendo und anderen Daddelboxen zu sagen, weil eben "alle" das haben. Da muss man echt Standfestigkeit beweisen.

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Ich denke schon das die kinder ohne Internet eine schönere Kindheit hatten, in meiner Kindheit gab es so etwas auch nicht. Da war die eigene Kreativität gefragt die Freizeit zu gestallten. Wenn ich mir die Kinder oder Jugendlichen von heute so anschaue, finde ich es echt traurig das sie ohne das Internet teilweise nicht mehr klar kommen. Die Kinder sollten zwar auch den Zugang zum Computer haben, um auch den Zug nicht zu verpassen, aber was hier so abgeht, halte ich für völlig übertrieben ! Meine Kinder können auch wenn sie Lust haben an den Computer gehen, aber die haben da keinen Bock drauf, die spielen lieber so wie ich es früher auch nicht anders kannte. Meine Kinder bauen im Wald noch Butzen oder Baumhäuser, obwohl sie auch schon lange in der Pubertät sind. Ich finde es schöner so !

Das kommt ganz auf die Eltern an ... wie sie mit ihren Kindern umgehen ... Man kann als Eltern viel machen, wenn die Kids klein sind ... Sehe das an unseren Nachbarn .. die getrennt leben .. die Tochter, 6 Jahre, lebt hauptsächlich bei ihrer Mutter .. die sie ständig vorm Fernseher setzt, damit sie ihre Ruhe hat .. und die Kleine kennt mehr Zeichentrickfilme als ich ...

ist sie beim Vater, ist die Kurze viel draußen im Garten .. lernt gerade Fahrradfahren, sieht die Natur, fährt auf Spielplätzen ..

Ja, bei denKleinen kannst du noch gut was bewirken, aber später erziehen Freunde, Trends und damit auch Medien mit.

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Tja, Annuk, das ist Fortschritts Zeitgeist und wir sind die Dinosaurier.... Können nur nebenher laufen und winken und ab und an ein Kind an die Hand nehmen und

wenn es wach und neugierig ist, können wir ihm altmodische Sachen zeigen oder sowas unpopuläres wie Natur und hoffen, dass das Kind nicht fragt: "Gibts das nicht in einer besseren Grafik?".

:)))

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Ist so - wird aber von den Eltern befürwortet!

Ich bin 1969 geboren und somit (erst mal) ohne Computer groß geworden. Dann kam so ca. 1982 rum der C-64. Wie habe ich das geliebt. Und 1997 hatte ich dann meinen eigenen ISDN-Anschluss (Modem usw. habe ich übersprungen). Und seit 1997 bin ich im Internet unterwegs. Und heutzutage gehört für mich (so wie bestimmt auch viele Personen die hier mitlesen / mitschreiben) das Internet zu meinem Alltag. Man hat im Grunde unbegrenzte Möglichkeiten, sich im Internet zu entfalten oder sich zu präsentieren. Internet in Schulen finde ich auch wichtig. So können sich die kleinen Racker in der Pause informieren (selbstverständlich alles geschützt durch den Admin, was den Jugendschutz angeht). Also wer heutzutage Computer ablehnt oder damit nicht klar kommt, der ist natürlich nicht von Gestern. Aber Er oder Sie sollte sich damit befassen.

von ablehnen war nie die rede, aber wenn PCs das übrige ersetzen, ist es doch schon heftig oder?

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