Kindesunterhalt was muss bleiben an Selbstbehalt?

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2 Antworten

Erstens: Gegenüber minderjährigen Kindern besteht eine so genannte "gesteigerte Unterhaltspflicht". Der Unterhaltspflichtige muss alles ihm Mögliche tun, um wenigstens den Mindestunterhalt zahlen zu können.

Tatsache ist zunächst einmal, dass Dein Lebensgefährte derzeit nicht einmal den Mindestunterhalt für beide Kinder zahlt. Es kommt also seinen Vaterpflichten nur unzureichend nach, und die Kinder haben das Nachsehen. Deshalb kann man von ihm verlangen, alles zu unternehmen, um seine Einkommenssituation zu verbessern. Dazu gehört z.B. der Versuch, einen Nebenjob anzunehmen - und sei es Werbeblättchen am Samstag zu verteilen. Dass es da gar keine Möglichkeit für ihn gibt, ist schwer zu glauben und müsste von ihm bewiesen werden. 

Zweitens: Falls Ihr beide zusammenwohnt und Du eigenes Einkommen hast, kann sein Selbstbehalt gesenkt werden. Denn zu zweit wirtschaftet man bekanntlich billiger als allein. Sein Selbstbehalt kann dann auf z.B. 900,- Euro gesenkt werden, so dass er mehr Unterhalt zahlen kann. Ob Ihr beiden verheiratet seid oder nicht, spielt hier keine Rolle. 

Drittens: Falls Ihr heiratet, wird Dein Einkommen nicht mitgerechnet. Sollte er dann aber die Steuerklasse 3 haben, dann hat er mehr Netto und kann mehr Unterhalt zahlen.  

Nein dein Verdienst wird nicht mit angerechnet. 50km Arbeitsweg kann er als berufsbedingte Kosten geltend machen. Einen Nebenjob brauch er sich auch nicht suchen. Der Unterhalt wird anhand der Düsseldorfer Tabelle gerechnet. Abzugsfähig sind hälftiger Kindergeldbetrag pro Kind. Bei einer Heirat wäre er Dir auch Unterhaltspflichtig. Du bist allerdings in der Rangfolge weiter hinten. Machen die Kids eine Ausbildung ist ihr Ausbildungsgeld Abzugsfähig.

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