Kinderpsychologie und Interpretationen?

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3 Antworten

Die Entwicklungspsychologie ist in der Tat sehr entspannend und es lohnt sich, sich ein wenig damit zu beschäftigen, speziell, wenn man mit Kindern zu tun hat.

Allerdings: Wie kommst du auf den Schluss, dass jüngere Kinder "kein Bewusstsein" haben? Wenn ich das im Sinne von "kein bewusstes Erleben" verstehe, möchte ich sehr stark davor warnen, über Verhaltensbeobachtungen Schlüsse zu ziehen. Denn klar ist, dass jüngere Kinder viel unmittelbarer auf Reize reagieren und z.B. die "frontalen" Hirnregionen, die Exekutivfunktionen wie Impulskontrolle mit sich bringen, erst mit höherem Alter aktiv werden. Die Vernetzung dieser Regionen ist erst mit dem Ende der Pubertät abgeschlossen und entwickelt sich darüber hinaus noch deutlich weiter. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie das, worauf sie unmittelbarer reagieren, nicht bewusst erleben!

Zu deiner geschilderten Situation kann ich nicht wirklich etwas sagen, dazu gibt es viel zu viele Erklärungsmöglichkeiten. Intuitiv würde ich auf etwas belangloses tippen, etwa wie: "Du bist doch verliebt in den" - etwa in diesem Alter beginnen Kinder auch, sich zu schämen.

Die Situation scheint dich zu beschäftigen, was sind deine Vermutungen dahinter?

,,Intuitiv würde ich auf etwas belangloses tippen, etwa wie: "Du bist doch verliebt in den" - etwa in diesem Alter beginnen Kinder auch, sich zu schämen." So würde ich auch denken an erster Stelle. Das Zentrum der frontalen Hirnregionen, das bildet das Bewusstsein. Ein Vergleich ist ebend, dass man sich die gegebene Situation im Alter von 14 bis 18 Jahren vorstellen mag.  Was passiert hier? 

Im Mädchen kommen in etwa dieselben 'unterbewussten' Signale wie aus dem 5 jährigen Kind hervor. 

Das Bewusstsein bzw. die nun aktivierten Signale aus den bereits definierten Regionen gewährlesiten eine Blockade für das Unterbewusstsein, auf deutsch :

Jetzt würde sie natürlich dich nicht lieb anlächeln und erst recht nicht 20 Sekunden in die Augen gucken können. Das ist nur ein Beweis, das wir alle handeln wie wir denken. Also würde sie in dem Falle kurzen Blickkontakt haben und mehr nicht. 

Jeder 100-tausendeste Reiz aus dem Unterbewusstsein fließt in das Bewusstsein und damit verhält sie sich, wie sie denkt, nicht wie sie fühlt (ist aber natürlich nicht bei 100% aller Mädchen so). 

Rationalität vor Irrationalität

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Das, was dir schon im ersten Semester Psychologie gründlichst abgewöhnt wird, ist das Drauflosinterpretieren. Das ist immer ein fachlicher Fehler. Aber was für einer. Man lernt stattdessen, ein Verhalten genau zu beschreiben! Und wenn man es dann interpretiert, ist man sich immer bewusst, dass es so oder auch ganz anders sein kann.

Aus einem Verhalten allein kann man kaum etwas interpretieren, denn dazu gehört der komplette Kontext. Wie ist es zu Hause, wie ist das Kind aufgewachsen, wie sind die Eltern, wie ist die Lebensgeschichte.  etc..etc..etc.

Wer schnell interpretiert, entlarvt sich immer als Küchenpsychologe.

Männlich und weiblich ist nicht das selbe. Das andere Geschlecht ist und bleibt letztendlich in vielem ein Rätsel. Sexualität spielt dabei natürlich eine sehr wichtige Rolle, aber die geschlechterspezifische Prägung ebenfalls. Erröten, Verlegenheitsgesten, artikulieren die Spannung zwischen der Erkenntnis, dass wir Menschen sind, und denoch unterschiedlich sind. Diese Spannung müssen Kinder erst mal ertragen lernen, bzw. damit umgehen lernen. Da Kinder unterschiedlich erzogen werden, in unterschiedlichem sozialen Umfeld aufwachsen, ist ihr Verhalten in solchen Spannungen unterschiedlich. Als Betreuungsperson verhalte ich mich nach bestem Können und Wissen neutral, natürlich, ehrlich und wohlwollend. Damit nehme ich der Angst die Spitzen und schaffe die Grundlage für ein Vertrauensverhältnis. 

Das lässt sich schon durchaus sagen, stimme ich zu. Es basiert also auf die Erkenntnis. Dadurch, dass sie das lernen, baut sich mit der Zeit ein Bewusstsein auf.

Zu nebelig ist mir einfach das Gefühl dieser Spannung. Das zu entziffern ist gar ncht leicht. Sie lacht mich ja nicht grundlos an. Sie erkennt, dass ich ein Junge bin. Gut. Aber dann kommt ja diese Spannung auf. Wieso? Womögkich ist das naturbedingt

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Kinder dekodieren nonverbale Signale ständig, da sie noch kaum etwas anderes kennen. Sie gehen grundsätzlich davon aus, dass ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit entspricht. Zweifel über die persönliche Wahrnehmung kommen erst ab etwa 8-15 Jahren hinzu, jenachdem. Symphatie hat im Kindesalter kaum eine nüchterene Betrachtung, sondern sie beruht darauf, ob mir jemand gutes tut, zu mir steht, mich beschützt, und ob er ehrlich zu mir ist. Die Zweifel beginnen mit der fraglichen Ehrlichkeit. Deshalb ist wohlwollende, demütige, Ehrlichkeit der Schlüssel zur Lösung der anstehenden Probleme. 

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@Patrickson

Demütig bedeutet weder schlechter noch besser zu sein als man ist, und die Erkenntnis daraus in Wohlwollen und aufrichtiger Liebe, seinem Nächsten gegenüber zu manifestieren. 

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