Kindergeld für freiberufliche Sprachdozentin

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2 Antworten

Soweit ich weiß, gehört Polen zur EU. Damit hast Du auch Anspruch auf Kindergeld für die Kinder https://dejure.org/gesetze/EStG/63.html Ob selbständig oder angestellt beschäftigt ist völlig egal. Es geht nur um die Steuerpflicht.

Vielen lieben Dank für Deine blitzschnelle Antwort! Ich war schon etwas verzweifelt, weil ich heute privat mitbekommen habe, dass Freiberufler kein Kindergeld bekommen können. Familienkasse verlangt von mir elektronische Lohnsteuerbescheinigungen und Lohnabrechnungen, über die ich als freiberufliche Dozentin nicht verfüge. Ich kann nur Honorarbescheinigungen von der VHS und Steuerbescheide vorlegen. Ich bin nicht sicher, ob sie sie akzeptieren würden. Außerdem... die Antwort auf meinen Antrag auf Kindergeld, den ich 2012 gestellt hatte... kam heute :)

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@dormedr

Die Steuerbescheide vom Finanzamt müssen anerkannt werden. Es geht hier um Einkommensteuerrecht.

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Wenn Du in Dt. sozialversichert bist, hast Du unabhängig von der Steuerpflicht nach EU-Recht Anspruch auf Kindergeld in Dt.

Bist Du in Dt. unbeschränkt steuerpflichtig, hast Du Anspruch, wenn Du Deinen Steuerbescheid vorlegst und die Steurpflicht nachweist. In diesem Fall müssen aber die Einkünfte zu 90 % in Dt. anfallen. Wenn der Anteil geringer ist, dürfen Deine Einkünfte in Polen nicht mehr als 4.002 € betragen.

Vielen Dank! ich werde heute ruhig schlafen können :) ich bin in Dt. unbeschränkt steuerpflichtig und meine Einkünfte fallen zu 100% in Dt. an.

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@dormedr

Das freut mich für Dich. Vielen Dank für das Kompliment und die Rückmeldung. Das interessiert mich schon, wie die Verhältnisse wirklich sind.

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Es sind ab 2014 4.177 €, die Hälfte von 8.354 € (Grundfreibetrag), 2013 4.065 €, 2010 - 2012 4.002 €.

Hier auch noch eine gesetzliche Grundlage. Die ist wie üblich nur schwer lesbar und unverständlich, sollte Dir aber Sicherheit geben.

§ 1 EStG Steuerpflicht

"Auf Antrag werden auch natürliche Personen als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, soweit sie inländische Einkünfte im Sinne des § 49 (auch Einkünfte aus selbst. Arbeit) haben. Dies gilt nur, wenn ihre Einkünfte im Kalenderjahr mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte den Grundfreibetrag nach § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 nicht übersteigen; dieser Betrag ist zu kürzen, soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Steuerpflichtigen notwendig und angemessen ist."

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