Kindergeld, Ablehnungsbescheide, hat hier jemand Ahnung?

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7 Antworten

Hallo "Perla204",

nach meiner Einschätzung und Recherche genügen eigene, ernsthafte Bemühungen, um einen Anspruch auf Kindergeld unter Umständen zu rechtfertigen. Es ist dabei nicht zwingend notwendig, sich auch arbeitssuchend zu melden, wenn Du der Meinung bist, auch mittels eigener Bemühungen einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden.

Dies hat sogar kürzlich das Finanzgericht in München mit einer Entscheidung vom 02.07.2012 festgestellt (FG München 7. Senat, Urteil vom 02.07.2012, 7 K 3870/10 Link: http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?doc.id=STRE201270763&st=ent&showdoccase=1&paramfromHL=true)

Hierbei war das Kind ebenfalls nicht als Arbeitsplatzsuchende gemeldet und konnte zudem nicht einmal schriftliche Bewerbungsbemühungen oder Absagen nachweisen. Jedoch machte das Kind eine glaubhafte Aussage betreffend Ihrer Bemühungen, sodass das Gericht davon ausging, dass eine ernsthafte Bemühung vorlag. Hier helfen z.B. auch Suchanzeigen aus der Tageszeitung.

Du siehst also, sofern Du glaubhaft nachweisen kannst, dass Du Dich ersthaft um einen Ausbildungsplatz oder um eine Arbeitsstelle bemüht hast, könntest Du durchaus Anspruch auf Zahlung von Kindergeld haben.

Ich an Deiner Stelle würde umgehend Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid einlegen und Nachweise oder andere Bemühungsbelege vorlegen, sodass Deinem Antrag entsprochen werden kann.

Viele Grüße, Will.

Danke für den Stern. Solltest Du noch weitere Unterstützung brauchen, melde Dich gerne.

Viele Grüße, Will.

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@WillLoman

gerne, ich bedanke mich für die Antwort! Habe, nachdem ich endlich einen Mitarbeiter erreicht habe die Sache abgeklärt und es ist tatsächlich so dass sie, zumindest vorübergehend, mit Ablehnungsbescheiden zufrieden sind :)

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Das Kindergeld wird ja nur gezahlt, wenn es sich um eine Ausbildungsstelle hanelt, egal, ob von der ARGE vermittelt oder selbst gefunden. Wenn es denn so ist, gegen den letzten Ablehnungsbescheid Widerspruch einlegen und eine Kopie des Ausbildungsvertrages mitschciekn.

Du musst ernsthaft bemüht sein. Ohne Meldung beim Arbeitsamt, wird diese Ernsthaftigkeit von vorne herein verneint. Deine "Bemühungen" auf eigene Faust, sind ja erst einmal einfache Behauptungen.

Am telefon kannst du so etwas nicht klären. Da muss man hin.

hab ja Ablehnungsbescheide hier.. deswegen frage ich ja ob das als "Beweis" reicht :/

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das ist falsch und keine fundierte antwort.

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@Goldmen

sou, nachdem tatsächlich nach dem 36sten Anruf dort jemand ans Telefon gegangen ist, wurde mir versichert dass Ablehnungsbescheide reichen.. bin sehr gespannt.

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Hallo, da gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen Suche nach einem Arbeitsplatz und nach einem Ausbildungsplatz.

Arbeitsplatzsuche: Anspruch bis 21, Meldung bei der Arbeitsagentur zwingend erforderlich

Ausbildungsplatz: Anspruch bis 25, Meldung oder Nachweis, dass man sucht bzw. gesucht hat

Suchst Du einen Ausbildungsplatz, reicht es, wenn Du nachweisen kannst, dass Du Dich zum frühest möglichen Zeitpunkt beworben hast, Anspruch besteht ab der ersten Bewerbung. Spätestens nach der letzten Ablehnung oder wenn man länger keine Antwort erhalten hat, muss man sich erneut bewerben.

http://www.arbeitsagentur.de/nn_26532/zentraler-Content/A09-Kindergeld/A091-steuerrechtliche-Leistungen/Allgemein/Anspruchsvoraussetzungen.html

Auch wenn man eigene Bemühungen nachweisen kann, ist es am einfachsten, wenn man beim Amt gemeldet ist und von denen ein offizielles Papier hat. - Schließlich sitzt dieFamilienkasse ja im selben Haus (Arbeitsamt).

Mündliches/telefonisches mit der Familienkasse nützt wenig, hat keinen Beweiswert und keine rechtliche Relevanz.

Ab dem 21. Geburtstag reicht Arbeitslos oder Arbeitssuchend nicht mehr für einen Kindergeldanspruch! Man muss dann Ausbildungsplatzsuchend gemeldet sein, bzw. Bewerbungen und Zu- oder Absagen zu Ausbildungsplätzen nachweisen.

Auch unter 21 hat man einen Kindergeldanspruch bei Ausbildungsplatzsuchend.

Auch für Praktikum oder Fernstudium (wenn über 10 Arbeitsaufwand pro Woche) kann es Kindergeld geben.


Falls es von der Familienkasse einen Ablehnungsbescheid gibt, dann schriftlich(!!) und fristgerecht(!!!) einen Einspruch schreiben, falls es Argumente und Belege dagegen gibt. Belege nur als Kopie schicken, keine Originale an die Familienkasse schicken - manche FK arbeiten schlampig.

So wie ich die deutsche Bürokratie einschätze mußt Du sicher einen Nachweis von der Arge vorlegen, daß Du ausbildungssuchend bist....

bloße vermutungen helfen niemanden.

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selbstverständlich kannst du auch, entgegen der meinung des hans, dich alleine ohne die arbeitsagentur um eine ausbildung/studium kümmern. das musst du aber unbedingt der familienkasse schriftlich nachweisen. in regelmäßigen abständen von 4-6 wochen.

also kopien von bewerbungen und den absagen die eventuell darauf folgen.

das müssen aber ernsthaft bewerbungen sein. du musst nicht bei der arbeitsagentur oder dem jobcenter gemeldet sein um kindergeld beziehen zu dürfen. und du musst dich auch nicht von denen beraten lassen.

wichtig ist nur das du dich ernsthaft und nachweislich um eine ausbildung/studium kümmerst.

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