Kindererziehung Mittelweg?

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

An Deiner Stelle würde ich mich erst mal mit der menschlichen Entwicklung beschäftigen bevor ich versuche mein Kind in eine Schablone nach Wahl zu stecken. Dann erfährst Du auch das Kinder Halt brauchen. Halt geben klare Regeln. Weiter wirst Du erfahren dass so ab dem 3. - ca. 9. Lebensjahr die emotionale Abkopplung von der Mutter bzw. Hauptbezugsperson stattfindet, das eigene Ich sich in dieser Zeit entwickelt, erforscht werden will, abgegrenzt werden will gegenüber anderen Ichs und so fort. Wir nennen diese Zeit gerne Trotzphase. Sie ist für unsere Entwicklung sehr wichtig. Wird uns diese Phase verweigert fördert es die Entstehung von psychischen Erkrankungen.

Deine Ausführungen sind mir zu kopflastig. Das ist aber eben mein persönlicher Eindruck. Ein Kind braucht kein Konzept. Es braucht Vorbilder, Zuverlässigkeit, Konsequenz und ganz gewiss nicht in diesem Alter Labereien bis zum abwinken. Wie soll bitte ein Mensch in diesem Alter Vorträge verstehen, Dinge, Abläufe verstehen die unbekannt sind? Fange also bitte mit der Reihe "Geist und Gehirn" bei youtube an. Ja. Es sind viele Videos mit einiger Länge. Dein Kind darf Dir den Aufwand wert sein. Du wirst dort viele gute Anregungen finden die Dir erklären welche Vorgänge Dein Kind zu seinen Handlungen veranlassen, wie Du Dein Kind altersgerecht fördern kannst, welche Rolle sinnvoll für Deinen Freund gegenüber Deinem Kind ist. Hier im Detail zu den genannten Punkten und manchen mehr auszuführen würde der Platz nicht ausreichen. Dafür haben wir heute zu viele wissenschaftliche Erkenntnisse, gibt es zu viele Möglichkeiten und so fort.

Vor allen Dingen: Anstatt zu labern lebe vor. Fange einfach damit an Dir die Verantwortung und Zuständigkeit nicht einfach so wegnehmen zu lassen. Noch dazu von einem wildfremden Menschen. Es spielt für Dein Kind keine Rolle ob dieser Mensch gut beim Sex ist oder nicht, ob Du gerade im Liebesrausch bist oder nicht. Dein Kind nimmt wahr dass Du Dich aufgegeben hast, Deine Arbeit abgegeben hast welche Du bisher Deinem Kind gegenüber geleistet hast vor allen Dingen im nichtstofflichen Bereich.

Die Zeit werde ich mir nehmen.

Danke für die Antwort.

0

Streiche als allererstes mal den Ausdruck tanzt mir auf der Nase herum.

Das macht dein Sohn mitnichten, auch wenn es Erziehungsanhänger gerne immer wieder behaupten. Dieses Verhalten zeigt, dass dein Sohn Vertrauen zu dir hat und weiß, dass er sich im Grunde bei dir "fallen lassen" kann.

Dein Freund ist für ihn ein Fremder und das bedeutet für deinen Sohn "ich muss mich angepasst verhalten, denn ich weiß nicht, was er sonst mit mir macht". Natürlich denkt es dein Sohn nicht bewusst so. Dieses "soziale Verhalten" gegenüber Fremden bzw. weniger vertrauten Bezugspersonen ist eine Art Versicherung für ihn. Dies stammt noch aus grauer Vorzeit.

Schmeiß diese bescheuerte Tafel weg - ein Kind für etwas zu belohnen oder gar zu bestrafen, weil es nicht nach Kopf und Gefühlswelt der Erwachsenen geht, ist in meinen Augen so etwas von total krank.

Du kannst auch noch den Satz Wenn er dabei zu verweichlicht ist, hat er nicht mal in der Arbeitswelt eine Chance ersatzlos streichen.

VERDAMMT NOCHMAL!! DEIN SOHN IST 5 (IN WORTEN FÜNF!) JAHRE ALT UND KEINE 25!!

Übrigens gehen sehr viele ältere Erwachsene, die eine strenge(re) Erziehung "genossen" haben, zu Psychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten oder machen ihre Probleme aufgrund dessen mit sich und ihren Süchten aus.

In der heutigen Zeit haben die Kinder sich sehr verändert.

Das klingt, als hätte irgend eine geheime Mutation stattgefunden :). Nein, Kinder sind Kinder, so wie sie zu allen Zeiten waren. Was sich verändert hat, sind gesellschaftliche Erwartungen und Gepflogenheiten.

Dazu kommt die heutige Generation, die nur noch mit Psychologie herumhantieren.

Nun, ich behaupte mal, in Sachen Psychologie und Beeinflussung von Menschen waren Generationen vor uns weit erfindungsreicher. Je autoritärer ein System funktioniert, desto stärker kommen Mechanismen wie Drohung, Bestrafung und in der Folge Angst vor Strafe zum Einsatz.

Gibt es noch Konzepte von früheren Erzeihungsmaßnahmen?

Du meinst, Anleitungen, wie man Kinder dazu bringt, nicht zu widersprechen und das zu tun, was sie sollen? Die gibt es und sie sind sehr simpel: Widerspruch und unliebsames Verhalten führen zu (physischem oder psychischem) Schmerz. Ich (Jahrgang 1959) bin noch so aufgewachsen. Ich kann dir versichern, dass dieser Weg der falsche ist. Und an all die, die gerne tönen, es hätte uns nicht geschadet: Doch, das hat es. Es hat tiefe Wunden in die Seele geschlagen, und der Umstand, dass wir gelernt haben, mit den Narben zu leben, bedeutet nicht, dass es keinen Schaden angerichtet hätte.

Es ist relativ einfach, eine Erziehung so zu gestalten, dass die Kinder aus Angst vor Strafe bestimmte Verhaltensweisen unterlassen oder zeigen. Man muss nur genügend Angst erzeugen. Das Problem: Man zerstört damit gleichzeitig Vertrauen, Selbstvertrauen und Ich-Stärke.

Das führt früher oder später zur Eskalation. Je älter Kinder werden, desto weniger lassen sie sich unter Druck setzen und hebeln elterliche Autorität aus. Ein Junge aus meiner Klasse hat mit 14 seinen Vater halb tot geprügelt, als er endlich kräftig genug war, sich zu wehren. In weniger dramatischen Fällen kommen Kinder einfach nicht mehr nach Hause oder suchen sich Gruppen, in denen sie untertauchen können.

Deshalb: Holt euch eine Familienhelferin übers Jugendamt ins Haus und lasst euch zeigen, wie man mit ruhiger Konsequenz erzieht. Die Extreme, zwischen denen euer Kind gerade hin- und hergezerrt wird, werden sich ansonsten bitter rächen.

Schnelle Lösungen sind selten gute Lösungen. Ein Kleinkind mit autoritärem Verhalten einzuschüchtern, ist einfach. Sich seinen Respekt zu verdienen, eines der schwersten Dinge, die man als Eltern zu leisten hat. Versagt man dabei, wird sich das Thema Erziehung zur Katastrophe entwickeln.

Dein Kind ist 5 Jahre alt. Es lernt u.a. gerade, was man bei wem darf. Ich habe neulich deine Frage beantwortet, warum dein Sohn dich so mit seinem Gesabbel nervt. Mittlerweile kristallisiert sich bei mir ein Bild heraus, dass du vermutlich gar nicht weißt, wie man Grenzen setzt. Dann könnte er auch schon eine Zeit lang alleine spielen.

Dein Freund "duldet keinen Widerspruch". Ich würde jetzt gerne genauer wissen, wie das aussieht. Möglicherweise macht er es nämlich genau richtig, indem er einfach konsequent ist! Das hat dann nichts mit autoritärer Erziehung zu tun.

Kinder brauchen Grenzen, um sich in ihrer Welt orientieren zu können und sich sicher zu fühlen. Gibst du ihnen diese Grenzen nicht, suchen sie, bis sie eine gefunden haben. Für dich sieht das wahrscheinlich wie Provokatioon aus. Nein, er tanzt dir nicht auf der Nase herum, er ist verunsichert!

Bei deinem Freund fühlt er sich einfach sicher, weil dieser klare Ansagen macht und dann dabei bleibt. Das sich dein Sohn sicher fühlt, erkennst du daran, dass er dort nicht mehr provozieren und Grenzen suchen muss. Die sind ja klar und deutlich. Und zwar jeden Tag die selben. Und daran, dass er ihn scheinbar lieber hat als dich. Das macht dich natürlich eifersüchtig.

Bei meinen Tageskindern erlebe ich auch immer wieder, dass Grenzen, die auf den ersten Blick wie Sanktionen aussehen, die Kinder paradoxer Weise dazu bringen, mich eher zu mögen! Ich biete ihnen nicht nur die Sicherheit einer Grenze, sondern vermittle auch, dass sie sich bei mir geborgen fühlen können, weil ich immer genau weiß, was ich tue. Und warum. Denn ich kann meine Grenzen auch begründen!

Es ist schon passiert, dass sie, nachdem sie hingefallen waren, erst weinend zu mir gelaufen sind! Dabei war die Mutter direkt vor dem Kind, und zu mir musse das Kind mehrere Meter laufen. Warum? Diese Mutter war ein sehr weicher, leiser, unsicherer Typ, der sich schwer mit Grenzen oder einem "Schlusspunkt" setzen tat! Das Kind fühlte sich dort nicht sicher in seinem Schmerz.

Biete deinem Kind liebevoll die Stirn! Lass es sich innerlich an dir reiben! Und bleib innerlich stehen! Dann kann es endlich aufhören, sich deiner Stärke versichern zu müssen.

LG, deine Tagesmutter

Auch in der modernen Erziehung ist es wichtig Regeln zu haben. Dem Kind muß klar sein was es darf und was nicht. Es müssen Konsequenzen folgen, wenn er etwas macht was er nicht darf. Die Konsequenzen sollten aber mit der Sache etwas zu tun haben, damit er den Zusammenhang versteht. Ein Beispiel: Ein Kind darf sich nicht ohne zu fregen ein Bonbon nehmen. Er tut es doch. Also bekommt er das nächste mal keins. Oder ein Kind läuft im Geschäft immer weg,obwohl er weiß er darf es nicht. Beim nächsten mal den Einkauf uterbreschen und ihn nach Hause bringen.Anschließend den Einkauf alleine beenden. Ist zwar etwas doof,hilft aber. Das Kind spürt deine Konsrquenz. das ist wie ein Handlauf. Das hat nichts mit Wiederworte zu tun. Natürlich darf ein Kind auch nein sagen und seine Meinung haben.

Wer Kinder in die Welt setzt, dem sollte klar sein, dass das auch Menschen mit eigenem Willen sind und keine Roboter, die nach drei Knöpfen drücken funktionieren.

Kinder testen ihre Grenzen aus und das mit Vorliebe, bis es scheppert. Wir brauchen uns alle nichts vormachen, wir haben das sicher alle selbst gemacht, der eine mehr, der andere weniger.

Eltern sollten sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen, aber auch nicht glauben, sie hätten immer recht.

Kinder brauchen klare Regeln, das Wissen, dass gewisse Dinge Konsequenzen nach sich ziehen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen.

Heutige Elterngenerationen versuchen sich in einer Erziehungsmischung aus jugendlicher Lockerheit und strenger Hand. Fakt ist, dass es sehr viele Konstellationen alleinerziehender Eltern gibt, die oft das Gefühl haben, wenn sie ZU streng sind, dass sie dann bei ihren Kindern verloren haben.

Wir alle kennen die sogenannten Sonnenschein-Wochenend-Väter. Da wird vieles erlaubt, was dann der andere Elternteil, die Mutter, so zu hören bekommt: "Bei Papa darf ich das, du verbietest es immer."

Eltern sollten, auch wenn sie getrennt sind, nicht gegeneinander erziehen.

Ich habe zwei Töchter, eine davon schon erwachsen. Altersentsprechend konnte und kann ich viele Freiheiten lassen, erwarte dafür aber auch, dass das nicht ausgenutzt wird. Das Vertrauen muss da sein, ansonsten muss man die Richtung so ändern, dass es verstanden wird.

DAS Erziehungsmodell gibt es in meinen Augen nicht. Jedes Kind ist anders, da kann man nicht sagen, "ich hab das so und so gemacht und bei dir geht das auch so".

Man sollte seiner Intuition vertrauen, seine eigene Kindheit und Jugend nicht vergessen und seinen Kindern immer wieder klarmachen, dass es nur mit Gegenseitigkeit funktioniert. Dabei hilft es ungemein, bestimmte Verhaltensmuster zu spiegeln.

Zum Beispiel: Trödelt ein Kind ständig, wenn es sich anziehen soll, dann macht man das als Mutter oder Vater eben auch mal, wenn das Kind unbedingt irgendwohin will. Es gibt Kinder, die sowas dann verstehen.

Ehrlich gesagt hilft Dir hier kein Konzept.

Wenn zwei "Erziehende" unterschiedliche Wege wählen, fördert es nur EINES: nämlich die absolute Orientierungs-, und Hilflosigkeit des Kindes.

"Fruchtbar" im Sinne von "wertvollen Grundlagen schaffen", ist dies eher nicht.

Ich rate Dir dringend, nicht weiter selbst "Herumzudoktorn" und Deinem "recht frischen Freund" die Erziehungskompetenzen bis auf Weiteres ein wenig zu beschneiden.

Suche Dir fundierte Hilfe bei einer Beratungsstelle und erarbeite dort gemeinsame Wege.

Alles Gute.

Ich kenne viele Famillien mit Kindern. Was ich immer wieder fesststelle, das Kindern keine Grenzen gezeigt werden. Kinder die keine Grenzen bekommen, überschreiten diese. Es wird zuerst "nein" gesagt, und es kommt nach einigen Betteleien doch zu einen "ja". Genau das ist der Punkt. Bleib bei einen "nein". Das Kind weiß genau, das du nicht bei einen "nein" bleibst. Ganz schlecht ist es für das Kind, wenn ein Elternteil "nein" sagt, und der Andere ein "ja"!Kinder gehen immer dort hin, wo es ein "ja" bekommt!** Konsequent sein heißt noch lange nicht Autoritär. Kinder brauchen eine liebevolle Konsequenz!

Liebe elisabetha0000! Du sprichst mir aus der Seele. Genau das wollte ich Wolkenbaum auch gerade schreiben... LG!

0
Damit meine ich nur, dass er keinen Wiederspruch zulässt.

Damit schafft er eine Welt mit klaren Regeln, in welcher sich jüngere Kinder gut zurecht finden können. Mit steigendem Alter werden dann mehr und mehr dieser Regeln in Frage gestellt werden - und dann müssen Eltern geduldig jede einzelne dieser Regeln erklären und begründen.

Kinder brauchen klare Linien, das ist wohl richtig. Eltern sollten auch nicht den Fehler machen, sich als Freunde ihren Kindern zu präsentieren. Sie sind Eltern und geben die Richtung an und genau das brauchen Kinder. Sie brauchen aber auch Erklärung, damit sie die Dinge verstehen können. Eine Erziehung sollte also schon in gewisser Weise autoritär sein, allerdings sollten die Kinder die Dinge auch hinterfragen können. Eine Erziehung, die keinerlei Widerspruch duldet, ist genau so falsch wie eine Erziehung, die Kindern überhaupt keine Grenzen setzt.

gut gesagt

0

Wenn er sich danebenbenimmt bekommt er Strafen zB einen Tag keine Süßigkeiten, Fernsehverbot, etc. Das hört sich jetzt zwar hart an aber man muss damit konsequent bleiben. Mein jüngerer Bruder ist total frech weil meine Eltern das nie durchziehen, was bei mir aber super funktioniert hat ^^

Das mache ich leider ja auch schon! Kein TV Spielzeug Weg! das alles funktioniert nicht. Es macht es ja noch schlimmer!

0
@Wolkenbaum

Strafen sollten "verhältnismäßig" sein.

Wenn abzusehen ist, dass es zu permanenten Verstößen kommt, ist es wenig hilfreich, GLEICH abzustrafen, da das Kontingent ansonsten recht schnell "erschöpft" ist. WO soll da noch eine Steigerung machbar sein?!

Hier würde ich zum Punktesystem raten. Es erlaubt dem Kind, selbst zu reflektieren und beim Blick auf das "Punktekonto" den "Stand" sofort zu erkennen. Es weiss, was folgen wird, wenn sich weitere Punkte ansammeln.

Ansonsten ist das "Pulver leicht und zu schnell verschossen"...Spielzeug A - weg, Spielzeug B - weg, Spielzeug N bis Z - weg... nein, das ist nicht sinnvoll.

0

Noch eine(r), der (die) nicht kapiert, dass Strafe nichts bringen als einen (extrem) schiefen Haussegen.

Denn, was ist wenn Strafe A nicht funktioniert, weil es das Kind nicht kratzt? Kommt dann Strafe B? Und wenn deren Wirkung verpufft ist, wird das bis Strafe Z praktiziert bis das Kind entweder von den Eltern "klein gemacht und ohne Selbstwertgefühl zurück gelassen wurde" oder "das Kind gelernt hat, die Verbote sehr geschickt zu umgehen"

Zudem ist es unsinnig zu denken, dass bei Geschwistern die Eltern gleich handeln.

0

Was möchtest Du wissen?