Kinderadoption oder nicht?

Das Ergebnis basiert auf 14 Abstimmungen

Sonstiges/ andere Meinung... 42%
Ich möchte lieber ein leibliches Kind, weil ... 42%
Mir ist es egal ob leiblich oder adoptiert, weil... 14%

15 Antworten

Sonstiges/ andere Meinung...

Hmm, der Vergleich zwischen Mensch und Tier hinkt. Einerseits ist die dahintersteckende Intention ehrenwert, andererseits ist die Wurfgröße und mögliche Häufigkeit von Trächtigkeit pro Jahr beim Tier wesentlich größer als beim Menschen.

Zumal beim Tier (beim Züchter und vor allem beim Vermehrer) der Mensch hinter der Trächtigkeit und den neuen Würfen steckt. Beim Menschen sind in der Regel tatsächlich "nur" die beiden am Zeugungsakt beteiligten Menschen verantwortlich.

Sonstiges/ andere Meinung... weil...

Es gibt Menschen die sagen von vorne herein "Ich will niemals Vater/ Mutter werden, weder von eigenen noch von angenommenen Kindern".

Es gibt Menschen, die sagen "Egal was kommt, wie auch immer das Leben spielt..."

Es gibt Menschen, die sagen "Ich bevorzuge es eigene leibliche Kinder zu zeugen und heranzuziehen"

Es gibt Menschen, die sagen "Nee, ich will wenn dann nur in Pflege nehmen und evtl adoptieren"

Jeder dieser Menschen hat, für sich gesprochen, Recht. Denn jede Lebenssituation ist anders. Jeder hat andere Vorerfahrungen/ Einstellungen/ Wünsche/ Bedürfnisse/ Ängste.

Natürlich haben auch Heimkinder ein Recht auf liebevolle Familien. Doch nicht jedes Heimkind hat keine Eltern, nicht jedes Heimkind würde von den leiblichen Eltern zur Adoption freigegeben werden (wollen).

Das Heim ist ja nicht einfach bloß eine Auffangstation von Kindern die sonst niemanden haben. Oft ists auch eine "aktuell bessere Alternative zum leiblichen Elternhaus". Manchmal rettet dem Kind dies das Leben, manchmal rettet es die Psyche des Kindes, manchmal erhält das Kind erst dann so richtig die Chancen auf Förderung und Entwicklung. Und manchmal ists nur eine Übergangslösung bis im Elternhaus wieder grade Bahnen laufen (sozusagen).

Edit: Mir persönlich wäre und war es immer wurscht ob ich ein eigenes (leibliches) Kind aufziehe, oder ein adoptiertes, oder ein Pflegekind, oder das Kind das der Partner mit in die Beziehung bringt.

Mein Lebensweg hat sich so entwickelt das ich selbst Nachwuchs geboren habe, dankbar dafür bin das alles gut ging, wir aber weder die Zeit noch die Kraft noch den Platz haben um Pflegekinder aufzunehmen (leider).

Ein guter Freund von mir begann vor Jahren eine Beziehung mit einer alleinerziehenden Mutter, adoptierte bei der Eheschließung auch diese Kinder... sie sind eine glückliche Familie.

Und jemand aus meiner Verwandtschaft wurde als Erwachsener durch seine Pflegeeltern adoptiert..... es wurde offiziell gemacht was inoffiziell für alle Familienmitglieder eh schon seit jeher klar war: Es ist ihr Kind, sie sind die Eltern

Das Leben verläuft selten in graden Bahnen und nach Plan. Ganz egal ob man bevorzugen würde zu adoptieren, in Pflege zu nehmen oder selbst zu zeugen/ zu gebären.

Sonstiges/ andere Meinung...

bevor du so eine Frage stellst, solltest du dich mal mit dem Thema Adoption befassen, daß hast du nämlich eindeutig nicht gemacht.

Du tust so, als wäre eine Adoption was ganz einfaches. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Zum einen: wenn man adoptieren will, dann muß man alles offen legen. Sein bisheriges Leben, seine Finanzen, seine Zukunftspläne, etc. - erst dann wird überhaupt erst mal entschieden, ob man geeignet ist, um ein Kind zu adoptieren.

Und was noch dazu kommt: es gibt in Deutschland kaum Kinder, die man adoptieren kann. In meinem Landkreis wurde in den letzten 4 Jahren kein einziges Kind zur Adoption freigegeben. Gleichzeitig gibt es aber etwa ein Dutzend Paare hier, die ein Kind adoptieren wollen. Somit sind die Chancen also sehr gering.

Im Ausland gibt es dagegen viele Kinder in Kinderheimen, die Eltern bräuchten. Aber auch eine Auslandsadoption ist langwierig und arbeitsintensiv (. 3-4 Jahre können da schon mal rumgehen, von der Bewerbung bis zum Erhalt eines Kindes.) Man muß zahlreiche Dokumente sammeln, beglaubigen und übersetzten lassen. Man muß mehrfach ins Land reisen. Dadurch entstehen auch hohe Kosten - so um die 20.000-30.000€ kommen da schon zusammen.

Manche Länder haben auch spezielle Vorschriften. Kenia beispielsweise schreibt vor, daß man nach Erhalt des Kindes noch 9 Monate im Land leben bleiben muß. Könntest du einfach mal so ein dreiviertel Jahr in Afrika leben?

Und um noch mal Kenia zu erwähnen: vor einiger Zeit gab es da ein Adoptionsstop, also alle laufenden Adoptionen wurden auf Eis gelegt. Da gab es Paare, denen nach langer Wartezeit endlich gesagt wurde, welches Kind sie bekommen würden (also mit Foto, Lebenslauf, etc.) und auf einmal hieß es, sie könnten dieses Kind doch nicht bekommen, wegen dem Adoptionsstop. Wolltest du so was durchmachen?

Sonstiges/ andere Meinung...

Du hast dich noch nie im Leben mit Adoption beschäftigt oder?

Klar, man kann, wie im TS den Jackpot treffen, aaaber statistisch....

Kinder zur Adoption gibt es nicht wie Sand am Meer. Im Gegenteil, gerade ein gesundes (physisch und psychisch) Kind zu bekommen ist sehr selten. Das ist nicht Kinderwunsch erfüllen, das ist Arbeit und eine Arbeit die nicht jeder leisten kann. Von wollen ganz zu schweigen.

Dazu dauert es oft Jahre (wenn überhaupt) bis man eine Zusage bekommt und bis dahin hängt man in der Luft.

Einfacher ist es als Pflegestelle, gerade als Kurzzeitpflegestelle, aber kannst du Kinder immer wieder nach kurzer Zeit abgeben, kannst du für die schlimmen Notfälle da sein, das abpuffern und wenn das Kind okay wird wieder abgeben?

Ich "kenne" übrigens zwei adoptierte Kinder, meine Großcousine und die Tochter einer Arbeitskollegin. Beides Alkohol in der Schwangerschaft, beide mittlerweile erwachsen, beide haben ihr Leben nicht im Griff, arbeiten nicht, kommen überhaupt nicht klar. Und die Mütter müssen sich weiterhin kümmern, dass nicht alles den Bach runter geht. Angststörungen, Depression, Alkoholismus usw. Was wünscht man sich mehr von seinem Kind.

Und dazu eine Geschichte von einer VM die von ihrer Vormieterin erzählt hat. Die hatte eine Pflegetochter (jugendlich, misshandelt), die wohl ein paar Stunden am Tag einfach geschrien hat.

Ein gesundes Kind bekommst du fast nur wenn jemand eine gesunde verantwortungsvolle Teenymutter überredet (gezwungen) hat es zu behalten.

Ich persönlich finde es auch ganz schlimm Müttern zu raten das Kind auszutragen wenn sie es nicht wollen und abzugeben. Im Sinne des Kindes my ass.

Und da geht es noch garnicht um das Thema eigene Genetik, Komplettpaket inkl. Schwangerschaft und Geburt erleben, nicht das JuA mitbetreuen und vor allem ein wirklich eigenes Kind ohne zittern und bangen.

Ich finde übrigens auch den pauschalen Rat, nimm lieber einen Hund aus dem Tierschutz schrecklich, gerade ihn bei Ersthaltern als gute Lösung anzupreisen. Das kann nämlich auch gewaltig in die Hose gehen und das nichtmal selten.

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