Kinder und Psychisch krank - eine Gute Idee?

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8 Antworten

Hallo,

Ich selbst leide an einer Reihe von psychischen Erkrankungen und wurde, meine ganze Kindheit lang, schwer misshandelt.

Ich habe die selben sorgen: schon bei der Schwangerschaft angefangen.

Angst, dass ich durch psychotische Panikattacken/Zusammenbrüche eine Fehlgeburt erleide oder es im Mutterleib schade. Oder während der Geburt eine große Panikattacke bekomme und das Kind dann abstoße (hab ich schon oft von traumatisierten Frauen gelesen...), weil ich es mit den Schmerz verbindet und es die Schuld am Verlust der Kontrolle, den Schmerz und der Hilflosigkeit gebe.

Oder das ich meine "Geschwister" oder "Eltern" zur Welt bringe (also vom Aussehen und Charakter her), dann könnte ich das Kind nicht ansehen, geschweige denn anfassen wollen. Meine Familie widert mich an und ich ekel mich vor ihnen.

Ich habe weniger Angst, meine Krankheiten zu vererben, selbst meine angeborene Schizophrenie - ist ja eher etwas selten und man vererbt ja eher das Risiko es zu bekommen und nicht direkt die Krankheit selbst.

Aber, es gibt soviele Möglichkeiten wo sich Eltern Hilfe und Beratung holen können, wenn sie mit der Erziehung oder einen anderen Problem nicht klarkommen. Überall kannst du Unterstützung und Beratung bekommen. Ich mach erstmal meine Therapie, hole mir meinen Therapiehund und dann, - dann kann ich mit Kindern anfangen und mich davor therapeutisch beraten lassen und vlt später Familientherapie?

Es war schon immer mein Traum, in Schweden auf einen Bauernhof, umgeben von Wald, zu leben und 4 Kinder zu kriegen. Mir fehlen nur noch die Kinder. (-:

Liebe Grüße,
Skogsdottir

So leid es mir tut, aber ich kann dir nur dringend davon abraten, in deinem Zustand mit Depressionen usw. an Kinder zu denken. Die Schwangerschaft, sowie die erste Zeit nach der Geburt sind nicht selten eine starke psychische und körperliche Belastung. Und wenn du jetzt schon Schlafstörungen hast, wirst du in der ersten Zeit mit Baby sicherlich überhaupt kein Auge zubekommen, wenn alle paar Stunden das Geschreie losgeht...

Ich kann dazu noch eine Anekdote aus meinem "Real-Life" einbringen:
Meine Mutter kannte eine junge Krankenschwester, die ein kleines Kind (etwa 4 Jahre alt) hatte. Sie war hübsch, intelligent, freundlich, hilfsbereit und bei allen, die sie kannten, sehr beliebt. Sowohl bei ihren Kollegen als auch bei den Patienten. Sie hat sich immer sehr gerne persönlich Zeit für ihre Patienten genommen, sich auch mit ans Bett gesetzt und lange Gespräche geführt. Alle haben sie sehr gemocht.

Eines Tages erfährt meine Mutter, dass sich besagte Schwester das Leben genommen hat. Sie hat offenbar seelische Probleme mit sich herumgeschleppt, die sie niemandem erzählen konnte. Sie hat niemals Hilfe bekommen, denn nach außen hin war sie immer die Glückliche, die jedem ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Es konnte sich niemand erklären, was sie zu diesem Schritt bewegt haben könnte, und das gesamte Krankenhauspersonal war zutiefst geschockt.
Ihre psychischen Probleme waren offensichtlich so stark, dass selbst ihr kleines Kind nicht imstande war, ihren Lebenswillen zu erhalten.

Was ich damit sagen will...
Du solltest als Allererstes dir selbst helfen, bevor du dir eine so gewaltige Verantwortung aufbürdest. Wenn du irgendwann wirklich Kinder hast, und begehst eine ähnliche Verzweiflungstat wie die Bekannte meiner Mutter, dann ist damit niemandem geholfen - dir selbst nicht, und den Kindern ebenso wenig.

Einmal sind Kinder eine hohe psychische Belastung... Bei Schwangerschaft und Geburt fahren die Gefühle Achterbahn, und danach macht man sich immer wieder Sorgen, es passieren unerwartete Dinge... 

Und dann sagst du selbst, du hast Angst dass du wegen deiner Probleme dein Kind nicht richtig lieben könntest.

Ich verstehe den Kinderwunsch wirklich, aber ich bezweifle, dass es jetzt, wo du selbst schon diese Probleme hast, gut wäre.

Aber Kopf hoch! Mit der richtigen Hilfe kann man aus Depressionen und Ängsten durchaus raus kommen. Und danach kannst du dir das mit dem Kind ja nochmal überlegen.

Tamtamy 06.08.2017, 07:34

Gute Antwort!

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Frage: Hier bekommst du die Antwort, dass du im Moment gar nicht an Kinder denken brauchst. 

Aber parallel fragst du, ohne jedes weitere Kriterium, nach dem richtigen Alter für 3 (!) Kinder.

Merkst du was?

Mädchen, bring dein Leben in Ordnung, dann kannst du dich um das Leben anderer (zB deiner Kinder) kümmern. Ist dir nicht klar, dass schlimmstenfalls deine Kinder ohne Mutter aufwachsen, wenn du dich nicht vorher in den Griff kriegst?

Ich kenne viele die ein Kind haben aber trotzdem in Therapie sind. Ein Kind kann neuen Lebensmut erschaffen. Und die Vererbbarkeit ist gering.

du solltest bevor Du an eine Schwangerschaft denkst eine Therapie abgeschlossen haben. Gerade weil Du ja angibst Depressionen und Zwangsstörungen zu haben ist es sehr wahrscheinlich dass Du medikamentös therapiert wirst. 

Einer Schwangerschaft tun Psychopharmaka nicht wirklich gut.

Zudem finde ich die Belastung durch ein Kind ist für eine mit einer psychischen Erkrankung zu hoch. Du läufst Gefahr dass sich nach der Geburt das Jugendamt einschaltet, ständig zu Besuch kommen wird, möglicherweise das Kind bis zu Deiner Genesung in eine Pflegefamilie geben kann.

Filou2110 15.09.2017, 22:42

Darf ich mal fragen wie du auf die Idee mit dem Jugendamt kommst? Wenn du dir nichts zu Schulden kommen lässt, oder selber nach Hilfe fragst, schaltet sich da meines Wissens nach niemand ein. 

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extrapilot351 16.09.2017, 07:04
@Filou2110

Dein Wissen ist eben nicht vollständig. Es geht hier nicht um sich etwas zu Schulden kommen lassen. Schon die behandelnden Ärzte werden nach der Behandlung eine entsprechende Information weiter geben da die psychische Störung bei ihr nicht unerheblich ist und die Gefahr besteht dass die Mutter mit dem Neugeborenen überfordert sein wird. Das ist übrigens keine, wie Du es nennst Idee, das ist eine Tatsache. 

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Habe mich schlau gemacht ist nicht vererbbar sondern Kind schaut sich verhalten nur ab

"eine Gute Idee?"

nein das ist keine gute Idee,

du kommst mit dir alleine ja schon nicht klar,

wie soll das dann mit einem Kind gehen das rund um die Uhr deine Aufmerksamkeit, Pflege und Zuwendung braucht.

ZZZ97 06.08.2017, 07:20

Genau das sind die Ängste die ich habe aber ich hoffe natürlich das ich bis és soweit ist mein Leben im Griff habe und auch (m)ein Mann mir zur Seite steht.

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extrapilot351 06.08.2017, 08:22
@ZZZ97

wann Du soweit sein wirst für eine Schwangerschaft wird Dir Dein behandelnder Psychologe sagen können.

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