Kinder schlau oder dumm?

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20 Antworten

Das ist eine sehr komplexe Thematik, vor allem wenn es um den Begriff Intelligenz geht. Intelligenz lässt sich keineswegs an Noten oder Bewertungen feststellen, auch IQ-Tests haben keine große Bedeutung. Ein wichtiger Indikator kann z.B. die sensorische Feinmotorik sein, da Menschen, die sehr lernfähig sind, meist äußerst geschickt sind und z.B. so kleine Menschen aus Papier ausschneiden können, wie es andere nie schaffen würden. Man könnte Intelligenz auch dahingehend definieren, dass der, der sie in hohem Maße besitzt, rasch Lösungen finden kann, auch für schwierige Fragestellungen, bei denen evtl. sogar Transferdenken nötig ist. Intelligente Menschen sehen schneller Zusammenhänge, können verschiedenstes Wissen kombinieren und auf mehreren Ebenen denken - eine außergewöhnliche Fähigkeit, zu der der menschliche Geist in der Lage ist.

Wie kann man Intelligenz fördern - eine bedeutende Frage, die gerade in den westlichen Staaten meist falsch angegangen wird. Die Gene bzw. die Vererbung spielen nämlich nur eine sehr geringe Rolle, auch wenn viele Leute anderes behaupten. Deshalb ist es einem Kind z.B. nicht förderlich, nur sein Talent zu loben, wenn es eine gute Leistung erbringt, vor allem wenn es für das gute Ergebnis viel gelernt hat. Es könnte vielmehr effizient gelernt haben und Interesse an der Thematik gefunden haben - ein solches Lob wirkt für das Kind viel motivierender. Wenn Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern gut abschneiden, wird es meist nicht dem Talent oder der guten Arbeit, sondern dem Glück zugeschrieben - auch das ist alles andere als motivierend.

Mit anderen Worten: Das Entscheidende ist angemessene Förderung. Es gibt Eltern, die sich in jeder freien Minute mit dem Kind beschäftigen. Als Kleinkind tragen sie es viel herum, zeigen ihm die unterschiedlichsten Dinge, erklären dies, beschreiben jenes. Ein paar Monate oder Jahre später sorgen sie dafür, dass das Kind mit verschiedensten Spielsachen ausgestattet ist - nicht mit allem möglichen teuren Spielzeug, sondern nur mit dem, das für das Kind neue Herausforderungen bringt: Ein Bilderbuch nutzt dem Kind mehr als jedes elektronische Gerät. Je mehr der Wissensdurst und die Neugier des Kindes durch immer wieder neue Eindrücke ausgeprägt wird, desto lernfähiger wird es später sein. Diese Art der Erziehung ist zwar sehr aufwendig und stellt für die gesamte Familie bzw. speziell für die Eltern eine große Herausforderung dar, aber sie können sicher sein, ihr Kind nahezu optimal zu fördern. Was die Lernfähigkeit von Kindern angeht, die viel Zeit vor dem TV verbringen, brauche ich nicht eigens zu erwähnen - Ergebnis sind Passivität, Müdigkeit und Desinteresse. Da ist (in späteren Jahren) ein Zeitvertreib am PC noch vorteilhafter, weil man dort gezwungen ist, aktiv zu sein. Man hat die Möglichkeit, viel Neues in Erfahrung zu bringen, und kann nebenbei sein technisches Wissen ausbauen - es kann nicht schaden, wenn ein Teenager weiß, wie man den PC formatiert oder neue Programme installiert. Wie gesagt: Lösungen für unbekannte Probleme zu finden, ist ein Zeichen von Intelligenz.

Was sich ebenfalls sehr positiv auf die Intelligenz auswirkt, ist Lesen - und zwar nicht am Bildschirm, sondern in Buchform. Es gibt Studien, die besagen, dass Lesen am Bildschirm ermüdend wirkt, die Aufnahmefähigkeit dauerhaft verringert und so verhindert, dass man innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Informationen aufnehmen kann. Beim Lesen von Büchern dagegen fördert man Grammatikkenntnisse und Rechtschreibung, zudem erweitert der Leser ständig sein Wissen. Er kombiniert, denkt in verschiedenen Ebenen, so dass sich seine Gedanken verselbständigen - es gibt nichts, was für das Gedächtnis anregender sein könnte, als tiefgehende Texte aller Art zu lesen und darüber zu sinnieren.

Die Schwierigkeit besteht darin, Jung und Alt das Lesen schmackhaft zu machen, da es in der Gesellschaft keinen hohen Stellenwert besitzt. Folglich muss man auf populäre Bücher zurückgreifen (z.B. Herr der Ringe etc.) oder Bücher finden, die eigene Interessen wecken. Je mehr das Eltern gelingt, umso wahrscheinlicher ist es, dass ihre Kinder später wenig Probleme haben, wenn sie z.B. an der Universität oder im Beruf Bücher durcharbeiten oder eigene Vorträge vorbereiten müssen. Es gibt keinen besseren Informationsspeicher als Bücher - das Internet bietet einige Vorteile (Ton- und Bildmaterial, Katalogisierung, schneller Überblick über Themen etc.), Bücher kann es aber nicht übertreffen.

P.S. Wenn sich ein Schüler extrem anstrengen muss, um auch nur ansatzweise Dinge zu verstehen, verwendet er entweder falsche Lerntechniken oder die Themen sind diktaktisch unzureichend aufbereitet. Natürlich kann man nicht in allen Belangen Bestnoten erreichen, aber die Ergebnisse sollten gerade bei hohem Aufwand motivierend sein. Wie ernüchternd ist es für einen Schüler, wenn er viel investiert und nichts dabei herauskommt - dann läuft etwas Grundlegendes falsch.

Draschomat 14.07.2011, 00:49

P.P.S. Die beschriebene Förderung durch die Eltern soll natürlich den Optimalfall darstellen - realiter sieht es meist anders aus: Eltern beschäftigen sich zu wenig mit den Kindern, fördern es in den Anfangsjahren nicht entsprechend - das lässt sich später nicht mehr "reparieren", auch nicht mit sehr guten Lehrern oder Betreuern. In den ersten Lebensjahren wird der Grundstein gelegt, daher ist es bedauerlich, wenn man sich gerade in dieser Zeit nur wenig um den Nachwuchs kümmert - zumal in diesem Alter Dinge noch spielerisch erlernt werden können, ganz ohne Zwang. Diese Thematik liegt allerdings ganz in den Händen der Eltern - das ist die große Verantwortung, die sie haben und mit bestem Gewissen ausführen sollten.

Wichtig ist natürlich auch die individuelle Entwicklung des Kindes - die Entwicklungsunterschiede in einer Jahrgangsstufe können extrem sein, d.h. Schulunterricht für 30 Schüler kann nie alle optimal fördern. Kurz gesagt ist es deshalb entscheidend, eine Förderung zu ermöglichen, die zum jeweiligen Zeitpunkt für das Kind am besten ist. Ist eine Förderschule die beste Umgebung, sollte man sie nutzen - ist es die Realschule, sollte man das Kind nicht (sofort) auf das Gymnasium schicken. Zumal die besten Realschüler deutlich bessere und leistungsfähigere Schüler sind als die schlechtesten Gymnasiasten (!).

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Draschomat 14.07.2011, 01:12
@Draschomat

Es hat auch einen positiven Effekt, wenn sich das Kind stets frei entfalten kann. Interessiert es sich für eine bestimmte Tierart, sollte man dieses Wissen fördern und den Schwerpunkt nicht woanders setzen - ist das Kind eher unmusikalisch, macht es keinen Sinn, ihm ein Instrument aufzuzwingen. Immer, wenn eine Person von sich aus etwas Neues lernen will, wird das Gedächtnis und auch die Intelligenz trainiert - deshalb sind Interessensgebiete von Kindern immer zu unterstützen, auch wenn es andere sind, als man selbst hat. Die Erwartungshaltung, dass das Kind dies oder jedes erlernen müsse, weil es ein Elternteil oder Familienmitglied auch könne, ist einer positiven Entwicklung des Kindes sehr abträglich.

Schön übrigens, dass du dir solche Gedanken machst und diese Frage gestellt hast. Solche Überlegungen sieht man selten, und ich schätze, dass sich nur wenige Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen. Dabei sind diese Fragestellungen der erste Schritt zu einer möglichst guten Erziehung und Entwicklung des Nachwuchses. Deshalb kann man die Frage hier nur positiv bewerten. =)

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mia68 14.07.2011, 02:25
@Draschomat

...jungejunge, da hat sich aber ma´einer ausgetobt und nix ausgelassen. o.O

Feinfein, DH...;-)

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Draschomat 14.07.2011, 13:31
@mia68

Danke - bei einer solchen Frage muss man sich einfach ins Zeug legen... ;-)

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Quandt 14.07.2011, 12:44

An einer Stelle muss ich Dir leider widersprechen, mein Guter! Intelligenz kann man nicht fördern, die hat man in einem bestimmten Grad oder nicht - den Grad meine ich! Wissen und Lernfähigkeit dagegen lassen sich trainieren und damit sehr wohl fördern! ,-)

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Draschomat 14.07.2011, 13:30
@Quandt

Hängt das nicht davon ab, wie man Intelligenz definiert? Bin ja selbst kein Experte auf diesem Gebiet, habe nur mal das zusammengeschrieben, was ich noch aus einer Vorlesung wusste. ;-)

In besagter Vorlesung wurde jedenfalls behauptet, dass sich Personen nach speziellem Training bei IQ-Tests deutlich steigern konnten. Ebenso gebe es Gehirntrainer, die behaupten, dass sie jeden beliebigen Menschen dazu bringen können, z.B. ein Telefonbuch auswendig zu lernen - aber gut, da ging es wohl um Lerntechniken. Sehr interessant jedenfalls, diese Thematik...

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Quandt 15.07.2011, 09:54
@Draschomat

Die Geschichte mit dem IQ-Test ist eine vertrackte! Da wird nicht die Intelligenz gemessen, sondern die Fähigkeit Rätsel zu lösen. Ein Rate-Freak wird bei den normalen Tests immer besser abschneiden, als sein Zwilling, dem solche Sache gepflegt am Gesäß vorbeigehen. Also Wissen wird abgefragt, Erfahrungen und die haben nichts mit Intelenz zu tun, denn es gibt nicht die Schnelligkeit wieder, in der das Wissen gespeichert wurde. ;-)

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Draschomat 15.07.2011, 12:08
@Quandt

Klingt logisch - danke. Ich kann noch ergänzen, dass Intelligenz eine der stabilsten Persönlichkeitsmerkmale ist, eben weil sie zum Großteil oder sogar ganz von den Genen abhängt. Was jeder aus ihr macht, ist dann eine andere Geschichte... ;-)

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Quandt 19.07.2011, 10:24
@Draschomat

Aber so ´was von ..., meine Empfehlung für die weiterführende Schule war:"bedingt realschulfähig!", denn er störte durch sein vorlautes Verhalten.

Das der Blödsinn nur durch permanente Unterfoderung entstammte ist den LEERkörpern nicht aufgefallen, doch glücklicherweise war mein alter Herr anderer Meinung und so durfte ich am Ende jahrelang Studies "quälen"! ;-)

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Draschomat 19.07.2011, 10:46
@Quandt

Dann hat ja alles seinen richtigen Verlauf genommen... ;-)

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Quandt 19.07.2011, 10:52
@Draschomat

Ooch, es gibt auch Stimmen die meinen, andersherum wäre der Welt einiges erspart geblieben ... ;-)

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jenz1977 18.07.2011, 18:28

Draschomat, deine Antworten sind zwar lang, aber immer noch sehr gut!

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So ganz aus dem Bauch heraus fällt mir schon deine Beschreibung negativ auf: "gutbürgerlich und schön" In einer Familie, in der diese beiden Attribute vorrangig zum Ziel erklärt werden, da fehlen oft die inneren Werte, z. B. der Mut zum selbstständigen Denken und zur Individualität. Das alleine begründet oft schon den vorgezeichneten Weg in die Mittelmäßigkeit. Gerade Schüler, die Hervorragendes in der Schule leisten, haben oft Konflikte, weil sie im System an ihre Grenzen stoßen und sich nicht frei entfalten können oder dürfen. Vielleicht fehlte dir auch die Motivation, etwas Eigenes und Besonderes zu erreichen, weil du es zuhause immer gut hattest. Oft ist der Antrieb bei jungen Menschen, die Welt verändern oder verbessern zu wollen, wenn du dieses Gefühl allerdings nicht hattest, bleibt dir nur die Wahl, deinen Lebensstandard maximal zu halten. Das führt dann dazu, dass man in der Schule und in der Berufswahl kein Risiko eingeht. Mit der Schule hat das wenig zu tun, ob aus den Kindern später mal was wird. Ich kenne Realschüler, die nach der Schule eine Lehre als Versicherungskaufmann absolviert haben und heute wohlhabend sind, weil sie durch ihr Verkaufstalent richtig dicke Kohle verdienen, ohne sich kaputtzuarbeiten. Und ich kenne sehr begabte ehemalige Abiturienten/Studenten, die kein Bein auf den Boden bekommen, weil sie nicht wissen, wo sie im Leben hinwollen und sich von Job zu Job und vom Praktikum zu Zeitverträgen hangeln. Sie verdienen so schlecht, dass sie teilweise nicht in der Lage sind, ihre Familien davon zu ernähren. Und ich vertrete die These: Je mehr ihnen die Eltern während der Schulzeit und im Studium abgenommen haben, desto weniger können sie später ihre eigenen Entscheidungen treffen. Kümmern sich die Eltern zuviel um den Schulerfolg, lernen die Kinder nicht, dass sie für sich selber zur Schule gehen und nicht, um den Eltern zu gefallen. Ebenso verkehrt ist aber das andere Extrem, wenn sich die Eltern so wenig kümmern, dass sie erst mit dem Zeugnis erfahren, dass das Kind nicht versetzt wird.

Das Ziel muss immer sein, aus den gegebenen Möglichkeiten (Intelligenz, Selbstvertrauen usw.) das Beste draus zu machen. Man muss respektieren, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt und dass jedes Kind sein eigenes Tempo hat. Manche lernen kontinuierlich und werden täglich besser, andere Kinder scheinen auf der Stelle zu treten, bis bei ihnen der Knoten platzt. Sehr gut zu beobachten gerade in den ersten Klassen der Grundschule. Sehr gut geförderte Kindergartenkinder verschwinden in der Grundschule plötzlich im Mittelfeld, während andere Kinder jenseits vom Kindergarten plötzlich zum ersten Mal ihre Leistungsfähigkeit entdecken. In der ersten Klasse werden die Karten völlig neu gemischt und man merkt, welche Kinder von zuhause Druck und welche Unterstützung erfahren. Der beste Spruch ever:"Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht." Zum Gedeihen brauchen die Kinder vor allem Geduld, Respekt vor ihrer Persönlichkeit und eine gute Ernährung (!!).

Und ansonsten hilft noch die Vorbildfunktion, man sollte auch als Erwachsener vor den Kindern viel lesen, Neues dazulernen und offen für die Welt sein. Und man sollte (wenn möglich) Kinderfragen immer beantworten.

Ich bin etwas spät dran. Ein paar Anmerkungen: Großartig, was und wie hier geantwortet wird. Ich möchte auch die Ernsthaftigkeit loben.-------- Das Kind braucht Anregung, Bewegung, Farbe, Freude, Ereignis, Erlebnis und positive Verstärker wie Lob, Trost, Aufmunterung, Vorbild. Es braucht Hygiene, Wohlbefinden, auch Psychohygiene genannt. Ich hasse die Adjektive = dumm , faul, schlau, hoch intelligent. Jedes Kind (ob Embryo, Säugling, Kleinkind, Erstklässler usw.) ist eine in sich ruhende, fragende,forschende Persönlichkeit mit Anspruch und Erwartung.Es braucht in der Schule mehrere Lernwegbegleiter, die es gut meinen (und wahrlich nicht alles richtig machen). --------- Jetzt noch ein kleines Beispiel: Ich war zum Zeitpunkt der Nikolaus-Bescherung in einer Familie, wo ein dickes Geschenkpaket geöffnet wurde und wirklich tolle Sachen entblättert wurden. Die beiden Adressaten (3 und 5 Jahre) waren wie wild hinter den Puppen,dem Rennwagen, dem Feuerwehrauto hinterher. Bald gab es Knatsch. Ich holte den großen Karton, schnitt Fenster und eine große Tür hinein. Die beiden nahmen Kissen, Handtücher als Vorhänge, krochen hinein, erwarteten "Besuch", kümmerten sich um Gefäße, ganz einfach sie hatten stundenlang ihren Spaß und ihre "Entdeckungsreise", Hätten die beiden Paten dies erlebt, sie wären neidisch , zumindest nachdenklich geworden.Ihr Paket war trotzdem wertvoll.-- So sind Kinder, sie sind keine kleinen Erwachsenen ! Nicht alle Eltern hören dies gerne.

Das ist denk ich eine sehr schwierige Frage die auch noch nicht ganz erforscht ist denke ich. Ich denke, das der Mensch nicht nur von seiner Anlage also den Genen beeinflusst ist, sondern auch von seiner Umwelt und dann gibt es noch die aktive Selbststeuerung. Natürlich ist es so dass man auch förderung viel ausmacht also die Umwelt allerdings ist dies nicht unendlich sondern stößt irgendwann an ihre Grenzen, also die Anlage sozusagen, das was gentisch maximal möglich ist.

Ob die Gene wirklich eine Rolle spielen, weiß man noch nicht so genau. Und wenn sie eine Rolle spielen, wäre es auch egal, denn man könnte nichts gegen ihren Einfluss machen.

Der Bereich, wo der Einfluss von den Eltern ausgeübt werden kann, hat meiner Meinung nach viel mit Sprache und mit Vorleben zu tun. Kinder sind extrem gute Beobachter und bekommen bald mit, was man ernst meint und was nicht. Es bringt also nicht, den Kindern zu sagen, dass man nur bei Grün über die Ampel gehen soll, das Rauchen ungesund und Lügen böse ist. Auch hilft es nichts, wenn man nur über schulische Pflichten mit ihnen redet und über gute Zensuren. Man muss ihnen etwas ehrlich Gemeintes vorleben, damit sie es übernehmen, weil sie es selber als gut erleben. Wenn das auch noch etwas mit Bildung zu tun hat, dann hat man schon viel getan. Viel hängt meiner Meinung auch von der Sprache ab. Uns Menschen erschließt sich die Wirklichkeit über die Sprache und von unserer Sprachfähigkeit hängt unsere Fähigkeit ab, die Wirklichkeit zu verstehen. Wenn man mit Kindern also vernünftig redet und Ein-Wort-Befehle ("Schluss!", "Raus!", "Lassdas!") und dergleichen vermeidet und statt dessen in ganzen Sätzen spricht, die über ein "Ey, die hab isch klar gemacht, Digger" oder ein "Bissudummoderwas!" hinausgehen, dann tut man schon ziemlich viel.

Naja ... und dann ist da noch die Sache mit den Medien: Je weniger die Kinder im Kontakt mit Medien tun müssen, desto blöder werden sie. Darum würde ich auch hier die Schriftsprache (Stichwort: Vorlesen) bevorzugen und den Fernseh- und ähnlichen Konsum vermeiden.

Nun fehlt nur noch das richtige Umfeld und einer einigermaßen intelligenten Entwicklung dürfte eigentlich nichts mehr im Wege stehen ...

Reservist 13.07.2011, 13:46

Passiver Medienkonsum, da hast du Recht.

Aktiver Medienkonsum (Benutzung eines Computers etc) ist in einer modernen Gesellschaft unabdingbar. Da wäre es grob fahrlässig das zu lassen.

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intelligenz ist doch sehr komplex.... ich perönlich war nie wirklich gut in der schule, bin falle aber bei mehreren tests unter die kategorie hocbegabt, vor allem in mathe, obwohl ich da in den letzten jahren immer recht schlechte noten hatte, was wohl eher was mit faulheit zu tun hatte. ich komme aus einem gutbürgerlichem haus, meine mutter hat einen hauptschulabschluss und mein vater die mittlere Reife, ich selbst habe nach der mittleren reife die fachhochschulreife gemacht. ich glaube das, das alles mit genetik relativ wenig zu tun hat, viel mehr ist es mit eine laune der natur und auch an einem schulabschluss ist nicht zu messen wie intelligent man ist. mit der richtigen förderung kann jeder was erreichen, wobei man auch hier beachten sollte, das man fördern nicht mit (über)fordern verwechseln sollte. mir wäre es egal, ob mein kind aufs gymnasium geht oder in eine sonderschule, hauptsache es wird richtig gefördert. man kann heute doch echt alles schaffen auch, wenn man vielleicht zu erst nur ein fauler hauptschüler ist kann man später noch über abendgymnasium und co. ein toller arzt werden. also förder deinen sohn über seine neugierde, aber sei auch bereit zu akzeptieren wenn er vielleicht kein genie ist.... hauptsache ist das er glücklich ist und das ist er so lange du ihm zeigst das du stolz auf ihn bist.

icke01 13.07.2011, 16:32

Sehr schön geschrieben, DH!

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AiwaCruZ 14.07.2011, 00:45
@icke01

Er hat ja auch geschrieben, dass seine Begabung im mathematischen Bereich liegt :D

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nana90hn 14.07.2011, 14:18
@AiwaCruZ

bin eine sie =).... rechtschreibfehler und grammatikalischer quatsch, ist die folge eines emotianalen und zu schnellen schreibens..... auf gut deutsch: wer rechschreibfehler findet, darf sie behalten! =)

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Das kind einfach vernünftig aufziehen nicht zu viel das es überfordert wird es muss auch viel spiel spaß haben doch auch nich wieder zu viel das es von der schule ablenkt das wichtige ist wen es noch sehr jung ist das es gut aufgezogen wird (nicht zu streng) wenn es später in der purbertät ist dan muss das umfeld stimmen und das ganze was da folgt ...

Sicher hilft da Alles etwas mit, Das Elternhaus, wie das Kind selber auch, dann das ganze Umfeld. Können es die Eltern gehug animieren, etwas zu lernen, nicht zuletzt ist das der Lohn des Kindes selber! das kann ich zur Zeit an meiner Enkelin sehen, sie hat ein gutes Elternhaus, hat sehr hute Eltern, der Vater war sehr lernbegierig, genau so die Mutter. und jetzt wird sie ganz normal erzogen, ist aber von sich aus, mit 5 schon sehr Lernbegierig, genau so, wie ihre Eltern, sie will shon Alles wissen, wächst 3-Sprachig auf, was für sie überhaupt kein Problem ist, sie will jeden Buchstaben wissen und setzt selber schon ganze Wörter zusammen, mit 5, sie wollte das aber schon immer, alles wissen, vergisst nichts, niemand zwingt sie zu irgendwas. Ich Denke, es ist nvon Allem Etwas, die Gene spielen sicher auch eine Rolle und dann hal am Kind selber, ob und wieviel es wissen wird: Ob Schlau, ob Inteligenz? Beides ist schon fast selbstverständlich, mkommt immer drauf an, was Jeder draus macht! L.G.Elizza

Es spielen viele Faktoren eine Rolle: Umwelt (Wohnort), Gene und Selbstverwirklichung (Eigenbemühungen des Kindes). Somit kann man die Entwicklung (in der Schule) beeinflussen.

sumsemann 12.12.2011, 22:35

Das ist es im Wesentlichen. Viel mehr gibts da eigentlich nicht rumzudeuteln.

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Oh schwere Frage.

Vererbung spielt sicher eine Rolle und natürlich auch Erziehung u. Elternhaus. Wenn es sich um Eltern handelt, die ihr Kind hauptsächlich sich selbst überlassen und es vom Fernseher bespaßen lassen, wirkt sich das bestimmt auch nicht positiv aus.

Ich finde es wichtig, dass Kinder (egal wie sie sich entwickeln) nicht überfordert werden und das Gefühl bekommen, dass sie evt. weniger wert sind, weil sie nicht die Besten der Klasse sind.

Was kann man machen? Keine Ahnung. Mein Kind bekommt viele Bücher, ich lese ihm vor in der Hoffnung, dass er später auch Gefallen daran findet. Ich glaube nämlich, dass Kinder die gern und viel und vor allem freiwillig lesen, es in einigen Bereichen (Deutsch) leichter haben.

Reservist 13.07.2011, 13:42

Korrekt. Lesen ist wichtig.

Das war z.B: auch ein Ergebnis der Bildungsforschung, dass Kinder, deren ELtern wenig oder nicht (vor)lesen, signifikant schlechtere Noten haben.

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Man kann niemanden in irgendwelche Normmaße pressen!

Der eine kann gut lernen, dem fällt es leicht, der andere ist enorm fleißig....und dennoch erreichen nicht alle dasselbe Ergebnis.
Aber....wie ich schon selbst auf Klassentreffen feststellen konnte.....das Schulzeugnis ist nicht das Mass aller Dinge!
Es gibt Abiturienten, die im Leben nicht zu gebrauchen sind und Hauptschüler, die Karriere machen.

Viel zu oft wird das Menschliche übersehen, gar vernachlässigt.
Ein Kind, das gestärkt, aufrecht und ehrlich durchs Leben geht, wird immer sein Ziel erreichen.

mikael 13.07.2011, 13:59

Doch, die Gesellschaft, presst Dich dort hin.

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icke01 13.07.2011, 14:41
@mikael

Sie versucht es zumindest....leider...

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Ich glaube, ein wichtiger Aspekt ist auch die Erziehung. Die Veranlagung ist entweder vorhanden, oder auch nicht. Aber je nachdem, wie man das Kind fördert, kann es gut gedeihen.

Ich hatte gestern gerade ein Gespräch mit einer Bekannten, die mir erzählte, dass sie als Kind nicht viel Spielzeug bekam, weil sich die Eltern das nicht leisten konnten. So hat sie mit dem gespielt, was vorhanden war. War also zur Kreativität "gezwungen". Und das war förderlich. Heute hat sie einen Doktor-Titel - regulär verdient - nicht dur5ch abschreiben irgendwo!

Ich glaube das liegt nicht an den Genen,sondern an dem Kind selbst(ob es was für die Schule tut oder nicht) und an der Erziehung der Eltern(fördern sie das Kind genug oder nicht).

Kann es sein dass du damals einfach nur faul gewesen bist und der Rest der Familie eben fleissig?

user1192 13.07.2011, 14:12

Nein, nicht ganz. Natürlich spielen Gene eine Rolle. Einige Kinder lernen viel mehr als andere und sind trotzdem schlechter? Wie kann das sein in deiner Theorie. Das Gehirn von Hochbegabten funktioniert ganz anders als das von Normalos... Da haben die Gene sicherlich dran gedreht. Das kann man ja nicht lernen.

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Ich weiß nicht ob meine Theorie stimmt, aber ich glaube, wenn das Kind, das einfache ein mal eins begreift, hat es bei allen Folge Aufgaben die kommen werden, weniger Probleme. Wenn ich fließend, die Tangente der überspringenden Sinuskurve bei gleichbleibender Astrologischen Sternen Konstellationen, lesen kann, kann man sich eher um Satzeichen Setzung kümmern. Und wenn das Kind auch noch das Glück hat das sich Mutter oder eine Gouvernante um das Kind kümmern können, sind das eindeutig bessere Voraussetzungen als wenn der Vater Geld verdienen muss und die Mutter sich um Haus, Hof und Garten kümmern muss. Kurz gesagt, es ist besser Zeit zu haben für den Nachwuchs.

Kann man so pauschal nicht beantworten, hat etliche Ursachen.

Gerade an der von dir gestellten Frage sind zZ viele am forschen ;) PISA z.B. war z.B. ein Ergebnis, dass in Deutschland die schulische Leistung extrem stark (viel stärker als in anderen Ländern) vom Elternhaus / soziale Herkunft abhängt. Das dreigliedrige Schulsystem wirkt hier diesbezüglich eher noch verstärkend.

Es wird angenommen, dass Intelligenz immer nur an jede 2. Generation vererbt wird (also nicht an das Kind, sondern an die Enkel). Außerdem soll die Intelligenz eher von der Mutter vererbt werden (die Schönheit vom Vater).

Soweit zur Theorie... Aus meiner Familie ist meine Generation die erste, die studiert. Liegt aber daran, dass wir ländlich aufgewachsen sind. Da haben ja Kinder eher nicht studiert.

schlumpi2705 13.07.2011, 13:41

Intelligenz von der Mutter und Aussehen vom Vater?`Na will ich es mal hoffen, dann müsste ich mir um meinen Kleinen keine Sorgen machen.

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veevee 13.07.2011, 14:02

glaub ich nich

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veevee 13.07.2011, 14:02

meine eltern haben beide studiert und doktortitel und ich hab auch in allen hauptfächern einser

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user1192 13.07.2011, 14:10
@veevee

Vl. waren deine Großeltern ja auch schlau?!

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sumsemann 12.12.2011, 22:38
@veevee

Wer in allen Fächern nur Einser hat, ist vor allem eines: Gut angepasst!

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Leider liegt es aber immer auch zu einem Gutteil am Elternhaus (wer sonst könnte Kleinkinder in der wichtgsten Phase des Lebens motivieren oder eben nicht?).

Ich persönlich hoffe, dass die Wissenschaft dieses Geheimnis NIE lüften wird (befürchte aber das Gegenteil). Es ist die Mischung aus allen von Dir genannten Faktoren, die den Menschen EINZIGARTIG macht.

Einstein war schlecht in Mathe!

das letzte mal als Gene als Ursache für ein Merkmal genannt wurden, nannte man das Rassismus

NonVegetarian 13.07.2011, 13:36

Du spielst hier sicherlich gerade Sarrazin an?!^^

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user1192 13.07.2011, 13:39

Gene haben aber ein wenig damit zu tun. Wer sorgt denn bitte dafür, dass das Gehirn so funktioniert, wie es das tut? Sicher nicht ausschließlich die Umwelt.

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Reservist 13.07.2011, 13:41

Quark.

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Natürlich wird Intelligenz zum einen auch vererbt, aber die Sozialisierung während d er Schwangerschaft und auch in den ersten Lebensjahre ist sehr wichtig damit sich z.B. Zellverknüpfungen bilden.

Umso mehr Verknüpfungen, desto besser die Lernfähigkeit.

So kann es auch sein, dass Kinder unterschiedlich gut lernen, obwohl die gleichen Gene vorhanden sind.

Den die Sozialisierung ist immer anders bei jedem Kind.

Naja und Gründe für Minderbegabungen gibt es genügend.

Reservist 13.07.2011, 13:43

Was hat Sozialisation mit Zellverknüpfungen zu tun?

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Wolpertinger 13.07.2011, 13:48
@Reservist

Naja, es ist erwiesen, dass z.B. Musik die Entwicklung von neuen Nervenbahnen anregt oder das Vorlesen dies ebenfalls fördert.

Also kann man im Allgemeinen sagen, dass jegliche Reize das entstehen von Nervenbahnen positiv beeinflusst.

Dies würde ich mit Sozialisation beschreiben.

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Reservist 13.07.2011, 13:52
@Wolpertinger

Das ist aber keine Sozialisation. Die allgemeingültige Definition lautet wie folgt:

Sozialisation ist Persönlichkeitsentwicklung in Aufnahme von und in Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen, kulturellen und materiellen Umwelt, insbesondere in Interaktion mit Personen

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Wolpertinger 13.07.2011, 13:54
@Reservist

Naja, dass was ich erklärt habe kann man schon im groben unter deiner Definition zusammen fassen.

Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen, kulturellen und materiellen Umwelt, insbesondere in Interaktion mit Personen

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Reservist 13.07.2011, 14:10
@Wolpertinger

Der Knackpunkt ist aber PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG, und das findet bei einem Embryo nicht statt!!

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Wolpertinger 13.07.2011, 14:25
@Reservist

Das findet bei einem Embryo nicht statt?

Sorry, aber das stimmt definitiv nicht.

Z.B. haben die Hormone die die Mutter während der Schwangerschaft ausscheidet einen eklatanten Einfluss auf die Persönlichkeit.

Eine Mutter die z.B. immer Angst hat, wird auch von der Persönlichkeit ein eher Ängstliches Kind auf die Welt bringen, was sich natürlich in seiner weiteren Sozialisation noch verändern kann.

Außerdem ist bewiesen, dass wenn man das Kind im Mutterleib mit z.B. klassischer Musik beschallt, dies ebenfalls einen positiven Effekt auf die Zellneubildung und der Verknüpfung ausübt.

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Das hat glaube ich nichts mit den Genen zutun. Ich komme aus einer Familie von Analphabeten und Legasthenikern und weise eine Hochbegabung auf.

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