Kinder kommen manchmal nicht zu mir?

7 Antworten

Weigern sich die Erzieher in deiner Einrichtung dir deine Fragen zu beantworten? Ernsthaft, mir wurde damals gesagt "Wenn du Fragen hast, wenn dir etwas nicht klar ist oder nicht geheuer ist, wenn du genauere Informationen brauchst.... dann mach den Mund auf und frag uns Löcher in den Bauch!"

Auch Kinder wollen manchmal ein bisschen Zeit für sich verbringen. Auch wenn sie mal "traurig" aussehen (kein Kind ist den lieben langen Tag nur am Strahlen und Lachen). Auch Kinder brauchen mal eine Auszeit vom aktiven Spielen mit anderen Kindern (und Betreuern).

Sie möchten mal abschalten wenns kurz vorher zu laut war oder zu anstrengend (weil Freund A einen zugetextet hat, Freund B was doofes gesagt hat, Freund C die Kindergartentypische Erpressernummer brachte "Wenn... dann bist du nicht mehr mein Freund"). Sie möchten mal ihre Gedanken sortieren.

Deshalb kommt es manchmal vor das ein Kind auch mal kurzzeitig etwas alleine macht.

Ein Kind das sich alle paar Minuten umentscheidet "Nee, ich mach das alleine" - "Ich geh jetzt rüber zu meinen Freunden" - "Hey Erzieher, machst du was mit mir/ hilfst du mir".... ist so ungewöhnlich nicht.

Außerdem geht in einem baldigen Schulkind verflixt viel vor. Bei meinem Nachwuchs gabs in dem letzten halben Kindergartenjahr fast täglich Fragen zur baldigen Schule. Auch Fragen wie "Werden die im Kindergarten sich an mich erinnern können? Was, wenn sie sich nicht an mich erinnern? Werde ich alles vergessen was ich im Kindergarten erlebte? Ich will aber lieber spielen als nur zu lernen - aber ich freu mich auch auf die Schule! Was ist wenn ich mal den Kindergarten besuchen will, meinst du das geht?Was ist mit meinen Freunden? Werden wir den Kontakt verlieren? Ich will sie nicht verlieren. Werde ich neue Freunde finden in der Schule? Was, wenn die mich nicht mögen. Wie die Schule wohl sein wird? Und ich finde es total unfair das meine Freunde an eine andere Schule kommen als ich!...." und so weiter.

Wegen dem : "...weil ich Angst habe das das Kind weggeht..." Du denkst häufig darüber nach Ablehnung durch die Kinder erfahren zu können, was? Du musst dich weder anbiedern noch bist du (oder die Kinder) auf Gedeih und Verderb auf Freundschaft zueinander angewiesen. Deine Ängste bezüglich des Umganges mit Kindern/ deine Wirkung auf die Kinder wirst du sicher noch im Laufe der Ausbildung in den Griff kriegen - denke ich.

Das hast du super formuliert. Es stimmt, dass ich Angst habe von Kindern abgelehnt zu werden von den Kinder. Ich denke auch viel drüber nach. Warum das so ist, weiß ich allerdings nicht

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Ich... weiß nicht, ob es an seinen Kollegen liegt... manche Menschen sind einfach beratungsresistent. Natürlich möchte ich das niemandem unterstellen, aber... der Gedanke kam mir schon ein paar Mal beim Durchstöbern das Profils.

Ach ja, gute Antwort!

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Das interessante ist, dass dieses Kind draußen immer zu mir kommt, öfter beleidigt ist und trauriger aussieht. Drinnen verträgst es sich immer und spielt mit Freunden

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@Favorit1237389

Manche Kinder fühlen sich in einer bestimmten Umgebung eben sicherer, gewandter. Drinnen ists immer "gleich" geordnet. Alles hat seinen Platz, es gibt genügend Spielmaterial um das man sich nicht streiten muss. Draußen sind die favorisierten Spielsachen immer innerhalb weniger Minuten belagert.

Es gibt nunmal Kinder die lieber drinnen sind als draußen. Oder Kinder, die sich drinnen gewandter verhalten als draußen.

Und wie schon jemand irgendwo schrieb, es gibt Kinder die gucken von "Natur aus" trauriger/ ernster.

Aber was weiß ich schon, ich kenne das Kind ja nicht persönlich. Ich weiß nix über die Hintergründe, ich habe dieses Kind noch nie real erlebt. Da könnte dir ein Erzieher deiner Einrichtung sicherlich besseren Rat geben

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Irgendwie verstehe den Zusammenhang deiner Frage mit deinem Beispiel nicht.

An manchen Tagen haben Kinder Lust mit den Erziehern zu spielen, manchmal nicht...

Aber eigentlich geht es ja um dieses Kind. Du hast da schon mehr Fragen zu gestellt.

Anscheinend hat das Kind aber gar kein Problem. Du hast ein Problem.

Du sagst, das Kind sieht traurig aus... Ist dir eigentlich klar, das es Menschen gibt einfach so aussehen? Ich meine, sie sehen für andere traurig oder ernst aus, sind es aber im Innern gar nicht. Vielleicht interpretierst du den Gesichtsausdruck des Kindes einfach völlig falsch.

Du fragst, wie kannst du mit so einem Kind am besten umgehen. In dem du es akzeptierst, wie es ist. Solange es auch mit den anderen spielt, solange du nicht den Eindruck hast, dass es zuhause heftige Probleme hat, solange lässt du das Kind einfach mal so sein, wie es ist.

Auch diese andere Frage, das Kind geht dieses Jahr in die Schule... wie gehst du mit der Situation um. Da ist die Frage, wieso sollst du damit irgendwie umgehen müssen?

Das Kind geht in die Schule. Punkt, das gibt es für dich nichts besonderes... Bleib sachlich und distanziert. Es ist ein Kind, das du jetzt betreust, binde dich emotional nicht zu sehr. Du bist "nur" eine Betreuungsperson.

Dann ignoriere ich dieses Kind, ist es das, was du willst?

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@Favorit1237389

Du sollst es nicht ignorieren. Du sollst das Verhalten akzeptieren. Du sollst akzeptieren, dass es ab und zu eben alleine spielt.

So wie du es erzählst, hat das Kind kein Problem. Sondern du interpretierst ein Problem in das Kind hinein. Du darfst es beobachten und eingreifen, wenn du den Eindruck hast, es hat ein Problem. Aber so wie du beschreibst, hast du Mitleid. Du bist nicht sachlich. Aber das ist deine Aufgabe als Erzieherin. Du sollst nicht gefühlskalt sein, aber das was du im Moment machst ist dich in etwas hineinsteigern.

Am besten redest du mit deiner Anleiterin im Kindergarten, die kennen das Kind und sie wissen, wie die Gruppe so ist. Sie haben viel Erfahrung.

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@Favorit1237389

Weil es nicht unglücklich ist.

Nichts, was du schreibst, deutet etwas an, dass es unglücklich ist.

Es spielt manchmal alleine, es spielt manchmal mit den anderen, es hat ein eher ernstes Gesicht. Es ist sehr zuückhalten, lächelt dich aber manchmal an.

Es ist ein ganz normales Kind.

Nur du interpretierst etwas in das Verhalten hinein, das wahrscheinlich nicht da ist.

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@PaulPeter44

Generell. Ich verstehe das alles einfach nicht. Soll ich das Kind anschaukeln, weil ich der einzigste bin, der das macht, oder wie ist das? Und warum ist es draußen offener zu mir, als drin

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@Favorit1237389

Googel mal den Unterschied zwischen Emphatie (das brauchst du für deinen Beruf und das scheint dir zu fehlen) und Mitleid (hier völlig unangebracht)

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@Favorit1237389

Mitleid schwächt und unterstellt dem Anderen bereits schwach zu sein. Empathie bedeutet Einfühlungsvermögen. Du kannst dich in die Situation des Anderen hineinversetzen aber die Person tut dir nicht unbedingt leid weil die Dinge sind, wie sie sind. Aber du bist verständnisvoll. Empathie stärkt den Anderen weil man ihm die Selbstständigkeit lässt.

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Zunächst mal ist es wunderbar, wenn du ein Kind aufmerksam beobachtest. :-) Und auch Hypothesen kann, darf und soll man gerne aufstellen - nur sollten diese möglichst nicht dazu führen, dass sie dich (oder gar das Kind) in irgendeiner Weise einschränken oder festlegen. Bleib also weiterhin offen und sei jederzeit bereit, ein Bild auch wieder zu revidieren!

Und vor allem: Der Gedanke, dass ein Kind dieses Alters vorsätzlich versuchen würde, dich "auszunutzen", ist einer, der sich nur dann ergibt, wenn man aus der Erwachsenen-Perspektive auf die Situation schaut. Würde also ein Erwachsener in einer Art und Weise agieren, wie du es beschreibst, dann wäre es sehr wohl gerechtfertigt, eine "Manipulation" zu vermuten. Kinder aber agieren komplett ohne Kalkül! Sondern gehen spontan ihren inneren Impulsen nach! Vorstellen kann man sich das wie das Hüpfen von einer Pfütze in die nächste: Von Bedeutung ist für sie immer nur der jeweilige Moment. Macht etwas Freude, machen sie an dieser Stelle weiter; lockt etwas anderes (Interessanteres!), dann geht´s eben an jener Stelle weiter. Mit dir persönlich hat das in den allermeisten Fällen erstmal gar nichts zu tun...

Ich würde dir also raten wollen, ebenso spielerisch und möglichst unbefangen zu agieren. Angst ist da grundsätzlich ein ganz schlechter Berater. Zumal Kinder so ausgeprägt feine Antennen haben, dass sie auch und gerade solche Emotionen widerspiegeln, auf ihre jeweilige Art.

Und sofern du auch weiterhin auf beruflicher Ebene mit Kindern arbeiten möchtest, such doch gerne mal das ausführliche Gespräch mit jemandem, der kompetent und auch feinfühlig genug ist, so dass du ihm deine Überlegungen und Unsicherheiten schildern magst. Bedeutsam genug sind sie allemal!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Kinder sollte man nicht interpretieren weil sie noch sind wie sie sind. Umgehen kann man damit am Besten, indem man die Grenzen die eingehalten werden müssen setzt und durchsetzt und beim Rest einfach locker bleibt.
Es lohnt nicht drüber nachzudenken warum ein Kind sagt es geht nicht dorthin und es 2 Minuten später doch tut. Es ist einfach so. Und anschaukeln ist kein ausnützen. Würde ein Kind dich nicht mögen, würde es dich nicht mal freiwillig ansehen. Die kurzen Ausflüge zu dir bedeuten eher sowas wie "Ey du bist sympathisch". Deswegen muss ein Kind aber nicht ständig bei dir rumhängen.
Wenn es traurig wirkt dann frag einfach ob was trauriges passiert ist. Vielleicht erzählt es dir das oder auch nicht. Kinder sind - im Gegensatz zu Erwachsenen - sehr viel einfacher und verständlicher im Umgang als Erwachsene. Setz Grenzen und ansonsten lass sie, wie sie sind. Klingt einfach - ist es oft nicht weiß ich - aber im Grunde tut man sich gechillt viel einfacher mit Kindern, als wenn man ständig über jede Kleinigkeit grübelt.

Kurzfassung:

Das Kind möchte draußen von dir angeschaukelt werden, drinnen beschäftigt es sich aber lieber allein. Was genau ist nun das Problem?

Ist dir eigentlich bewusst, dass du im Kindergarten bist, um deinen Job zu machen? Da geht es nicht darum, dass DU Spaß hast oder deine Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Zuneigung, Bestätigung etc. erfüllt werden, sondern die der Kinder. Und wenn das Kind sich drinnen lieber allein beschäftigt, dann solltest du das respektieren. Ob du es dann draußen anschaukelst, kannst du natürlich selbst entscheiden, das aber nicht zu tun, weil es drinnen nicht mit dir spielen möchte, ist... pures Machtspiel und das wiederrum ist nicht nur kindisch, sondern auch asozial.

Nichts für ungut.

Natürlich Schaukel ich das Kind dann an. Ich Frage mich aber, ob das vielleicht nicht Ausnutzung ist?!

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@Favorit1237389

Was verstehst du unter Ausnutzung, Favorit? Was heißt ausnutzen?

Ich meine, dir ist sicher klar, dass du - gut, du jetzt nicht, aber später - dafür bezahlt wirst das zu tun, was du tust. Wenn ein Kind einmal von dir angeschaukelt werden möchte und in der nächsten Sekunde nichts von dir wissen möchte, ist das genauso sein gutes Recht, wie wenn du in den Laden gehst, dich von einem Mitarbeiter ausführlichst zu einem Produkt beraten lässt, nur um dann den Laden zu verlassen und das Produkt online zu kaufen. Ist das ausnutzen? Klar. Aber der Typ wird dafür bezahlt dich zu beraten und du nimmst diesen Service in Anspruch.

Völlig legitim. Davon abgesehen, dass man gerade bei kleinen Kindern nicht wirklich von ausnutzen sprechen kann. Das verstehen die noch gar nicht.

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@Hacker48

Aber ich verstehe die ganze Logik nicht. Angeschaukelt werden zu wollen und dann den jenigen ignorieren. Was macht das für ein sinn?

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@Favorit1237389

Sag mal... ist das dein Ernst? Ne, oder? Du versteht nicht, dass ein Kind im einen Moment schaukeln im Nächsten lieber ein bisschen allein sein möchte? Nur, weil es von dir angeschaukelt werden möchte, heißt das nicht, dass es dein bester Freund ist und jede Sekunde mit dir verbringen möchte... und es ist ja nicht so, als wäre es bei Erwachsenen anders. Du gehst sicher gerne mal mit Freunden feiern. Aber zu einer anderen Zeit willst du doch sicher auch mal Zeit für dich oder, um Beschäftigungen mit anderen Freunden nachzugehen oder Hobbys auszuüben.

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@Hacker48

Natürlich verstehe ich das. Aber das ist doch wohl kein Zufall, dass das genau so abläuft mit draußen/drinnen

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@Favorit1237389
dass das genau so abläuft mit draußen/drinnen

Was vermutest du denn, was dahinter steckt?

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@Hacker48

Weiß ich ja nicht. Draußen ist das Kind oft alleine und sucht dann Zuflucht zu mir und will dass ich es anschaukle bzw was anderes mit dem Kind mache. Das finde ich schon merkwürdig

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@Favorit1237389

Okay, nehmen wir mal an, dass es so ist. Dass es sich drinnen sicher fühlt, genug Spielpartner hat und dich nicht braucht, während es sich im großen Außenbereich verloren fühlt, keine / wenig Spielpartner hat und daher deine Unterstützung sucht.

So stellst du dir das doch vor, nicht wahr? Kann ja durchaus sein. Die Frage ist nur, wenn es so wäre, was wäre das Problem dabei? Kann es sein, dass DU ein Problem damit hast, weil DU dich ausgenutzt fühlst? Dann kann ich nur noch einmal betonen, dass es nicht um dich geht und das ist nicht böse gemeint. Dein Job ist es, die Kinder zu unterstützen, wenn sie Unterstützung brauchen und einfordern und sie zu lassen, wenn sie allein klar kommen. Soweit verständlich?

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@Hacker48

Ja verständlich. Beobachtungen von mir haben gezeigt und ich spreche mich mit anderen Erzieher ab. Die sind der gleichen Meinung wie ich, dass dieses Kind draußen öfter beleidigt ist und dann zu mir kommt

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@Favorit1237389

Ausnutzen kann dich nur jemanden, wo ein Machtgefälle besteht zu deinen Ungunsten. Das Kind KANN dich also gar nicht ausnutzen. Du befindest dich auf einer völlig falschen Ebene zu dem Kind. Du musst viel mehr in die Erwachsenenrolle und ein wenig mehr Distanz aufbauen. Du bist ja nicht eines von den Kindern.

Wenn du solche Dinge persönlich nimmst, wird das in eine sehr ungünstige Richtung laufen. Wie hier schon geschrieben wurde, hast du absolut gar keinen Anspruch daran, dass die Kinder in irgendeiner Form Bedürfnisse von dir erfüllen.

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