Kinder im ersten Weltkrieg

4 Antworten

Die Väter minderjähriger Kinder wurden in den allermeisten Fällen als Soldaten eingezogen, außer sie waren untauglich (z.B. schwerbehindert), arbeiteten in kriegswichtigen Betrieben oder waren ansonsten an ihrem Arbeitsplatz unersetzbar.

Viele Frauen mussten die zivilen Arbeitsplätze ihrer Männer übernehmen, konnten sich also nicht als Hausfrau und Mutter voll um ihre Kinder kümmern.

Die Kinder wurden zu Schlüsselkindern und mussten nach der Schule sehen, wie sie zurechtkamen, bis die Mutter von der Arbeit zurückkehrte. Sie mussten natürlich auch viel mehr im Haushalt helfen, oder sogar im elterlichen Betrieb (Landwirtschaft, Handwerk).

okay, also mussten sie nicht kämpfen ? dachte das irgendwie immer das die Jungs ab 13-14 dann doch in den Krieg mussten

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@Schoolboy31

In der Endphase des Krieges wurden Jungs ab 15 Jahren eingesetzt, auf jeden Fall im Zweiten Weltkrieg als Flakhelfer.

Aber zu Kriegsbeginn gab es jeweils noch keine Kindersoldaten.

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Kinder sammelten über die Schulen Bucheckern,Kirsch- und Pflaumensteine für die Ölproduktion oder zum sofortigen Verzehr des Kern-Inneren, das ja Fett enthielt. Die Frauen konnten sich seit 1916 nicht mehr um ihre Kinder kümmern,weil sie in Fabriken für die Rüstung arbeiten mussten.So hatten die Kinder für einen Platz in der Schlage der Wartenden vor einem Laden zu stehen, um die Mutter löste sie nach der Arbeit ab - und oft gab es nicht mehr das, wofür man anstand. Der harte Winter 1916/ 1917 zwang auch zum Stehen von Brennbarem,vor allem von Zügen mit Kohle auf Bahnhöfen,abr auch von allem,was brannte.Schulen machten auch "Kälteferien",weil kien heizmaterial mehr da war.

Meine Oma, Jahrgang 1906, hatte noch 9 Geschwister. Als sie 8 Jahre alt war starb der Vater. Das war 1914. Die Mutter war mit allen Kindern allein. 1914 mussten ihre beiden ältesten Brüder in den Krieg. Beide kamen wieder. Der eine äußerlich unverletzt, aber traumatisiert, der zweite starb kurz darauf an seiner Verletzung.

Meine Oma musste, als sie 10 Jahre alt war, als jüngestes der Mädchen für die ganze Familie Essen kochen aus Rüben, Wasser, Kohl, eventuell Kartoffeln mit itgendeinem Fett, ohne Fleisch. Währenddessen gingen Mutter und ältere Schwestern Hamstern (bei Bauern nach etwas Essbarem zu "fragen"), oder sie arbeiteten auf den Feldern für einen Hungerlohn.

Ein kleiner Bruder, der 1916 4 Jahre alt war, blieb bei meiner 10-jährigen Oma, die außer dem Essenkochen auch noch auf den Kleinen aufpassen und ihn versorgen musste.

Einer der Brüder erhielt 1917 einen dreimonatigen Erholungsaufenthalt in Ostpreußen (heute Polen), wo er für die nächsten Monate ein wenig aufgepäppelt wurde. Dafür blieb es in diesem Jahr "sitzen" und musste die Klasse wiederholen...

Das nannte man "Kinderverschickung" und betraf nur arme Arbeiterfamilien.

Es gab natürlich auch Kinder aus Familien, denen es besser ging.

Eine kleine Schwester starb 1918 an der spanischen Grippe, weil sie keine richtige ärztliche Behandlungt bekam. Der Zwillingsbruder dieses Mädchens litt seit seiner Geburt an Unterernährung, was sich auf sein Augenlicht auswirkte. Seit seinem 10. Lenbensjahr war er auf einem Auge blind, und das andere war eingeschränkt sehtüchtig. Alle Kinder besuchten die Volksschule, die nicht mit der 1. Klasse, wie jetzt, sondern mit der 8. Klasse begann und mit der 1. Klasse endete.

Es gab die Prügelstrafe in den Schulen, wobei davon meistens die Jungen betroffen waren. Die Mädchen bekamen öfter mal eins mit dem Lineal über die ausgestreckten Hände verpasst.

Der Lehrstoff an den Volksschulen war Rechnen, Schreiben, Lesen, Heimatkunde, Erdkunde, Geschichte und kurzzeitig auch Französisch, jedenfalls in der Schule, die meine Oma besuchte.

Auf Rechtschreibung und Schönschrift wurde großer Wert gelegt, was ich persönlich auch an alten Briefen meiner Oma und auch meines Opas feststellen konnte, die trotz ihrer geringen Herkunft deutsch sehr gut beherrschten. Leider muss man sagen: Besser als jetzt viele ...

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