Kinder bei Mutter gesetzlich versichert, Vater privat - hat der Vater ebenfalls Anrecht auf Kinderkranktage?

2 Antworten

Der Anspruch auf (zunächst unbezahlte) Freistellung durch den Arbeitgeber nach dem Sozialgesetz Fünftes Buch SGB V "Krankengeld bei Erkrankung des Kindes" besteht unabhängig davon, ob ein Arbeitnehmer gesetzlich pflichtversichert oder freiwillig privatversichert ist.

In Abs. 5 heißt es:

Anspruch auf unbezahlte Freistellung nach den Absätzen 3 und 4 haben auch Arbeitnehmer, die nicht Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 sind.

Dein Mann hat - neben dem Anspruch auf unbezahlte Freistellung - Anspruch auf bezahlte Freistellung (also Freistellung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts), wenn die Anwendung der Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuchs BGB § 616 "Vorübergehende Verhinderung" vertraglich nicht so abgeändert wurde, dass der Arbeitgeber nur eine unbezahlte Freistellung gewähren muss.

Besteht danach nur Anspruch auf unbezahlte Freistellung, muss die (private) Versicherung Krankengeld zahlen.

Hier besteht kein grundsätzlicher Unterschied zwischen privat- und gesetzlich pflichtversicherten Arbeitnehmern.

Besteht danach nur Anspruch auf unbezahlte Freistellung, muss die (private) Versicherung Krankengeld zahlen.

Äh - nein. Diese Leistung müsste im Wahltarif der PKV entsprechend explizit zusätzlich versichert worden sein (wenn der Anbieter sie denn überhaupt im Programm hat). Ansonsten besteht hier gerade kein Leistungsanspruch gegen die PKV.

Zitat:

Für die Private Krankenversicherung ist keine Erstattung versicherungsfremder Leistungen vorgesehen. Eine Ausgleichszahlung aus Ihrem privaten Krankentagegeldtarif ist deshalb nicht möglich.

Zitat Ende, Quelle: https://www.derprivatpatient.de/infothek/nachgefragt/erhalte-ich-ein-krankengeld-wenn-mein-kind-krank-ist

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@FordPrefect

Du hast offensichtlich Recht - obwohl ich das (auch mit der Begründung "versicherungsfremde Leistungen") absolut nicht nachvollziehen kann.

Auch einer der Gründe - abgesehen von den Kosten im Alter -, warum Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Einkommens die Möglichkeit dazu haben, tunlichst nicht von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln sollten!

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@Familiengerd
obwohl ich das (auch mit der Begründung "versicherungsfremde Leistungen") absolut nicht nachvollziehen kann.

Naja - im Grunde handelt es sich hier in der Tat um eine versicherungsfremde Leistung, Gegen die Tagegeldversicherung kann der Versicherte keinen Anspruch haben, weil diese ja nur die auf der Arbeitsleistung des Versicherten abhebenden Lohnanteile im Krankheitsfall absichert. Wenn der also freiwillig nicht arbeitet, besteht logischerweise auch kein Anspruch auf Tagegeld.

Die eigentliche Frage ist, warum eigentlich die KV (egal welche) Lohnersatz leisten soll, wenn es sich hier gar nicht um eine medizinisch indizierte Abwesenheit handelt (jedenfalls nicht die des Patienten selbst). Eigentlich wäre das m.M.n. eine klassische Sozialleistung, für die letztlich der Staat (und eben nicht die Versicherung) aufkommen müsste. Aber diese Frage kann sich im SGB an so mancher Stelle aufdrängen. Ich plädiere schon lange für eine klarere Trennung zwischen Sozialleistung einer- und Versicherungsleistung andererseits. In der DRV gibt es ja dieselbe Unschärfe zuhauf.

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Der gesetzliche Anspruch auf unbezahlte Freistellung (max. 10 Tage / Jahr) gem. BGB ist zunächst unabhängig davon, in welchem System die Eltern versichert sind. Jedoch ist - siehe Antwort von @Familiengerd - bei den meisten privat versicherten AN die bezahlte Freistellung im Arbeits- respektive Tarifvertrag explizit ausgeschlossen.

Im Gegensatz zur GKV zahlt die PKV jedoch (außer in sehr wenigen Tarifen) gar keine Leistungen aus, wenn der Vater wegen der Krankheit des Kindes die unbezahlte Freistellung in Anspruch nimmt. Die in § 45 SGB V festgelegten Leistungen gelten ausschließlich für gesetzlich Versicherte. Sofern also der gewählte Tarif der PKV diese Leistungen nicht explizit (und gegen entsprechende Mehrkosten) inkludiert, dann erhält der privat Versicherte in dieser Zeit weder Lohn noch Ersatzleistungen.

Warum zum Teufel soll eine Hausfrau sich gesetzlich versichern, während Mann und Kinder privat versichert bleiben können?

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