Kind verwendet keine Vergangenheitswörter

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13 Antworten

Hallo,

aus Deiner Beschreibung Deines Problems sprechen eigentlich zwei.

Das erste ist, Kinder im KITA-Alter haben alle Probleme mit den gebeugten Formen. Dies ist nicht schlimm, weil es ein Lernprozess ist. Hier gebe ich Dir den Rat, doch mal bei Rabe.de rein zu schauen und didaktische Wortspiele mit dem Kind zu spielen. Es ist auch sehr hilfreich, wenn man viel erzählt und das Kind z.B. Geschichten erfinden läst. Die Korrektur von falschen Gegenwarts- oder Vergangenheitsformen ist zwar gut, aber Du musst dem Kind auch immer wieder erklären, warum es heißt : ich gehe oder ich ging. Natürlich kindgerecht und nicht schulmeisterlich.

Das zweite Problem ist, dass das Kind immer noch "tutet". Dies ist für ein fünfjäriges nicht altersgerecht und zeigt, dass auf die Sprachentwicklung bisher nicht umfassend geachtet wurde.

Eine logopädische Therapie ist hier allerdings nicht das Mittel ersteer Wahl, da die Logopädie auf andere Schwerpunkte ausgerichtet ist.

Hier sind konkrete, grammatikalische Übungen gefragt, die in jeder Beschäftigung mit dem Kind geübt werden können. Es ist wichtig das Wort tun zu meiden und konkrete Alternativen dafür zu finden und diese auch vom Kind zu fordern. Dazu eignet sich jegliches Gespräch, ob beim Spiel oder beim Einkaufen oder beim Waschen. Übe mit dem Kind das zuhören, durch viel vorlesen oder durch Hörspiele. Lass es dazu malen und eigene Geschichten erfinden, die Ihr dann gemeinsam aufschreibt. Legt Euch an schönen Sommertagen auf eine Wiese und betrachtet Euch die Wolken - erzählt Euch gegenseitig, was Ihr seht und umschreibt dies mit phantasievollen Wörtern.

All dies sind kleine Übungen, mit denen man spielerisch die Sprachentwicklung im Alltag fördern kann und unbedingt auch fördern sollte. Nicht zu vergessen ist immer die kindliche Phantasie, die heute oft durch die Medien und das mechanische Spielzeug zu kurz kommt. Phantasielose Menschen haben oft auch Sprachprobleme.

Heute wird oft der Fehler begangen, alle Sprachprobleme durch die Logopädie lösen zu wollen. Diese hat aber eigentlich ganz andere Aufgaben. Probleme, wie Du sie schilderst, können ganz einfach gelöst werden und besser gar nicht erst entstehen, wenn wir die Kinder von klein auf, besser fördern und die Entwicklung der Kinder nicht zu sehr in einzelne verschiedene Sachgebiete zerflücken, sondern sie als komplexe Wesen begreifen.

Sprachentwicklung, Phantasie, motorische Fähigkeiten und vor allem auch Bewegung sind im Vorschulalter nicht zu trennen und fördern die komplexe gesunde Entwicklung unserer Kinder.

Ich hoffe, ich konnte Dir einige Anregungen geben. LG

waaftaschn 10.07.2010, 14:00

Hilfreiche Antwort mit tollen Anregungen danke Kolumna!

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Meiner Meinung nach liegt hier schon ein schwerer Entwicklungsrückstand vor. Sanftes, aber beharrliches Verbessern sind sicher ein Weg, vor allem aber VIEL mit dem Kind sprechen. Wenn solche Sprachfehler auftreten, ist möglicherweise viel zu wenig mit dem Kind gesprochen worden. Da das Kidn schon 5 Jahre alt ist, wird sich beim Einschulungstest herausstellen, ob es auch andere Gründe gibt.

Ich (Logopädin) muss bibi8888 leider widersprechen, es gehört nämlich sehr wohl auch zum Therapieauftrag eines Logopäden, sich der Grammatik eines Kindes zu widmen. Im Allgemeinen wird gesagt, dass die Sprachentwicklung im Alter von 6 Jahren abgeschlossen ist, dass bis dahin also auch alle grammatikalischen Regeln korrekt angewendet werden. Im Grunde hat das Kind also noch ein Jahr Zeit, um die Regeln selbst zu lernen (obwohl die meisten Kinder eigentlich auch schon mit 5 korrekte Vergangenheitsformen bilden können). Wenn du also den Eindruck hast, dass das Kind im Vergleich mit gleichaltrigen Kindern deutlich mehr Fehler in der Grammatik macht, sollten die Eltern mit ihm/ihr zum Hausarzt, der weiß dann auch ganz gut, ob er ein Rezept für den Logopäden gibt oder nicht. Außerdem würde ich mal bei den Erzieherinnen im Kindergarten nachfragen, die können den Schweregrad des Problems sicher auch sehr gut einschätzen. Eins machst du schon ganz richtig: Immer indirekt korrigieren! Man sollte das Kind nie direkt darauf hinweisen, dass es einen Fehler gemacht hat, weil es sonst möglicherweise die Lust am Sprechen verliert und das Selbstvertrauen kleiner wird.

Ich (ebenfalls Logopädin) rate ebenfalls einen Logopäden aufzusuchen. Und zu den Ratschlägen, dass du das Kind verbessern sollst: Auf keinen Fall ständig Verbesserungen vornehmen. Ein korrektes Feedback sollten sich die Eltern zunächst vom Logopäden erläutern lassen. Ein ständiges und "falsches" Verbessern kann schnell ins Gegenteil umschlagen. Das Kind könnte das Sprechen dann sogar völlig verweigern. Ein übersteigertes Störungsbewusstsein ist gerade bei jungen Kindern eher kontraproduktiv. Auch wenn ein positives Sprachvorbild bei der Sprachentwicklung fördernd wirkt, sind Eltern nicht für eine gesunde Sprachentwicklung zuständig. Die Basics sind angeboren!

Ein Freund von mir (12) der sagt jetzt immer noch "tut" bzw. "tun" ... Ich würde dem Kind sagen das er es FALSCH gesagt hat und ich würde ihm sagen das wenn er 1 Tag NICHT tun oder tut verwendet bekommt er ein Eis .... mein Freund hat immer noch dieses Problem weil er es (obwohl er es nicht will)im Unterbewusstsein das sagt------> also SCHNELL handeln

Ramada123 07.01.2011, 09:49

tut und tun ist ein Umgangssprachliches Hilfsverb es hilft das Verb nicht zu flektieren. z.B " er tut schreiben" , richtig wäre es "er schreibt"

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Logopädie arbeitet im Bereich Sprechen, Sprache und Stimme und gehört die Grammatik sehrwohl mit herein. Die Logopäden haben sehr viele gute Spiele für den Bereich Grammatik und den Kindern und den Eltern kann durch häuschliche Anleitung sehr gut geholfen werden. Natürlich gibt es in der Logopädie auch andere Bereiche, die haben aber alle mit Sprache = also Verarbeitung und Ausdruck der Sprache im Gehirn im Bezug auf Sprache, Sprechen = Motroische Bewegungen von artikulatorischen Organen, auch das Schluckmuster und Stimme= Atmung, Phonation. Das kann jeden betreffen, Säuglinge (z.B SChlucken, Kleinkinder Artikulation, Grammatik usw., Erwachsene (z.B Sprechen) und alte Menschen (z.B: Schlaganfall in allen Stadien)LG

verbessern ist wichtig, denn das kind muss ja hören, wie es richtig gesprochen wird. meine tochter wird im august 5 und ich kann mich gar nicht mehr an solche grammatikfehler erinnern, von daher finde ich das mit 5 jahren schon behandlungsbedürftig. für zu hause kann ich auf jeden fall viel vorlesen und hörbücher empfehlen, kaum fernsehen und es gibt sehr schöne spiele, die die sprachentwicklung unterstützen. z.b. "schloss silbenstein" und "die freche sprechhexe", aber auch bei anderen gemeinsamen aktivitäten wird die sprache gefördert, also viel mit dem kind beschäftigen und unternehmen.

Das Kind befindet sich im sog. "Übergeneralisierungsprozess" - das heißt, es hat sehr wohl erkannt, dass es eine Vergangenheitsform gibt und wendet diese auf alle Wörter an. Die Ausnahmen müssen halt erlernt werden, indem man die Kinder verbessert.

Alsoo ich kenne das auch nicht anders von anderen Kindern! Ich habe mal darüber gelesen, das man Kinder NICHT verbessern soll, oder gar unterbrechen! Zum Beispiel: "Mama ich hab das da Reingetut!" Dann sagst du: "Wo hast du es denn Reingetan?" Ich denke das wird schon helfen! Man muss es nur immer und immer wieder sofort "indirekt verbessern"! :D Spätestens in der Schule lernen Kinder es dann richtig :D Ich kann schließlich mittlerweile auch gut Deutsch ;D Mach dir keinen Kopf! Es gibt keine "normale" Entwicklung! Menschen sind verschieden- auch die Kinder ;D

TheRealFoo 04.07.2010, 12:06

"Hineingetan" - wenn schon, dann gleich richtig :)

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Mama1990 04.07.2010, 22:31
@TheRealFoo

Okay, du hast recht :D Wieder schneller geschrieben als gedacht... Passiert mir öfter :D

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Du hättest vielleicht früher mit dem verbessern anfangen sollen. Wie soll dein Kind es denn richtig sagen, wenn es das nicht so gelernt bekommen hat. Geht es denn in den Kindergarten? Falls ja, am besten mal mit den Erziehern reden, die helfen meistens auch. Meine Tochter ist jetzt 3 jahre alt und wenn sie etwas verkehrt sagt, wird sie gleich berichtigt, damit sie weiß, halt das muss ich anders sagen.

waaftaschn 04.07.2010, 07:47

Um das gleich mal klarzustellen es geht hier NICHT um mein Kind!!! Da wär ich schon lange zur Logo gegangen.

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lionbaby72 04.07.2010, 08:01
@waaftaschn

Oh sorry. wollte dich ja nicht persönlich angreifen. Kann man auch netter sagen!

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Vielleicht solltet ihr Eltern euch auch mal fragen, "ob ihr ihr immer die richtige Zeitform benutzen tut".(Solche Satzstellung höre ich heute sehr oft von Leuten mit niedrigem Bildungsstand und oder "HartzIV-Empfängern". Es ist leider so. Hier ist die Politik gefragt. Deutsche müssen wieder VERNÜNFTIGES DEUTSCH lernen.

Kinder haben das Problem, dass sie durch Nachahmung lernen.

ein Logopäde hat einen anderen Therapieauftrag als dem Kind die richtige Grammatik beizubringen (Spachstörungen, Lautbildung...). Am besten lernt ein Kind durch gutes Vorbild. Ab und zu verbessern und selbst korrekt sprechen, dann sollte es in diesem Alter noch werden....

in der volksschule sollte sie dann eigentlich richtig sprchen können . Aber schaden würde es nicht mal beim logopäden vorbei zu schauen

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