Kind fährt gegen falschparkendes Auto?

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10 Antworten

Siehe hierzu:


Was Eltern minderjähriger Kinder unbedingt wissen sollten | Smartlaw ...

https://www.smartlaw.de/.../was-eltern-minderjaehriger-kinder-unbedingt-wissen-sollt...

Kinder zwischen sieben und 18 Jahren

Wenn Kinder sieben Jahre alt werden, haften sie entsprechend ihrer Einsichtsfähigkeit. Lässt sich Einsichtsfähigkeit feststellen, kann ein Minderjähriger für den Schaden in voller Höhe persönlich haftbar gemacht werden, wenn dem Geschädigten kein Mitverschulden anzulasten ist. Dass Kinder in der Regel in diesem Alter vermögenslos sind, spielt keine Rolle. Denn aus einem Gerichtsurteil kann 30 Jahre lang vollstreckt werden.

Verfassungsrechtliche Bedenken gegen diesegesetzliche Regelung, die Minderjährige unter Umständen in enormer Höhe haftbar macht, bestehen nicht. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass im Einzelfall nach den Grundsätzen von Treu und Glauben (§ 242 BGB) entschieden wird (BVerfG, Beschluss vom 13.8.1998, fehlt, NJW 1998 S. 3556).

Wichtige Ausnahme: Wenn der Schaden mit einem Kraftfahrzeug oder mit Bus oder Bahn verursacht worden ist, haften Kinder unter 10 Jahren generell nicht (§ 828 Abs. 2 BGB). Dieses Haftungsprivileg gilt allerdings nicht für Schäden, die Kinder im ruhenden Verkehr verursachen, also zum Beispiel wenn sie mit dem Fahrrad an parkenden Fahrzeugen Schäden verursachen (BGH, Urteil vom 30.11.2004, VI ZR 365/03 ). Das Haftungsprivileg gilt auch nicht, wenn das Kind den Schaden vorsätzlich herbeigeführt hat, zum Beispiel durch Bewerfen vorbeifahrender Fahrzeuge mit Steinen.


Wann konkret bei einem Schadensfall die Einsichtsfähigkeit vorliegt, hängt wiederum vom Einzelfall ab. Generell lässt sich aber sagen, einsichtsfähig ist ein Kind immer dann, wenn es in der Lage ist, das Unrecht seiner Handlung gegenüber dem Mitmenschen und zugleich die Verpflichtung zu erkennen, in irgendeiner Weise für die Folgen seiner Handlung selbst einstehen zu müssen. Außerdem muss ein Kind in der Lage sein, sich der Einsicht gemäß zu verhalten. Nur dann kann ihm letztlich ein Schuldvorwurf gemacht werden.

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Kommentar von NSchuder
06.07.2016, 11:02

Die von Dir genannte Ausnahme bezogen auf den ruhenden Verkehr wird einerseits seit Änderung des § 828 BGB kontrovers diskutiert und von unterschiedlichen Gerichten regelmäßig unterschiedlich beurteilt.

Gleichwohl ist in dem angeführten BGH Urteil abweichend von dem konkret geschilderten Fall der Fragestellerin von einem "vorschriftsmäßig geparkten Fahrzeug" die Rede.

Lt. Frage war in diesem Fall das Fahrzeug aber in einer schmalen Strasse wegen der bereits zugeparkten Auffahrt des Grundstücks zu einem Teil auf dem Gehweg geparkt. 

Der Fragesteller gibt zwar an, er hab dort Platz gelassen, dass eine Person passieren kann, aber ob die rechtlichen Mindestvorschriften eingehalten wurden und das Fahrzeug somit "vorschriftsmäßig und ordnungsgemäß" geparkt war, bleibt zumindest fraglich.

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1) naja.

2) erstmal wäre die Versicherung der Eltern dran

3) auch wenn Du nur "leicht" auf dem Gehweg geparkt hast.. kann Dir das mit Pech negativ ausgelegtw erden. Du hast nicht auf dem Gehweg zu parken. ggf. argumentiert die Versicherung, hättest Du RICHTIG geparkt, waäre er Dir auch icht hintendrauf gesemmelt.

Wird sich klären.

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Kommentar von dandy100
06.07.2016, 10:45

Eine normale Haftpflicht zahlt gar nichts, wenn Kinder Schäden anrichten, ausser die Aufsichtspflicht ist verletzt worden - das ist hier aber sicher nicht der Fall, denn einen 8 Jähriger braucht man nicht dauernd zu überwachen, Kinder in diesem Alter gehen ja auch bereits allein in die Schule.

http://www.finanztip.de/aufsichtspflicht/

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Wenn die Eltern eine Privathaftpflichtversicherung haben, tritt diese für den Schaden ein. Ob eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt, müssen im Zweifelsfall die Gerichte entscheiden. Nach deiner Schilderung nach, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Schaden von 3000 Euro eingetreten ist. So fest kann der Aufprall gar nicht gewesen sein, wenn ein 8-jähriger Junge dir aufs Auto fährt. 

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Kommentar von FaByWe98
06.07.2016, 10:42

Ich habe bei Audi ein Gutachten machen lassen, bei 2 Audi werkstätten haben sie gesagt das ein Schaden von rund 3000€ enstanden ist, der Kofferraumdeckel hat eine riesen Delle mit einem Kratzer bis zum Kotflügel und die Heckstoßstange ist verbogen und hat macken

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Kommentar von dandy100
06.07.2016, 10:46

Eine normale Haftpflicht zahlt gar nichts, wenn Kinder Schäden
anrichten, ausser die Aufsichtspflicht ist verletzt worden - das ist
hier aber sicher nicht der Fall, denn einen 8 Jähriger braucht man nichtdauernd zu überwachen, Kinder in diesem Alter gehen ja auch bereits allein in die Schule.

http://www.abc-recht.de/ratgeber/auto/faq/kinder\_unter\_10.php

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Fangen wir mal mit 2) an... 

Wer bezahlt nun den Schaden an Deinem Fahrzeug?

Du selber oder Deine Vollkaskoversicherung (so Du denn eine hast und die Zurückstufung nicht scheust)

Warum ist das so?

Kinder unter sieben Jahren haften selbst nie. Das ist im § 828 Abs. 1 BGB geregelt. 

Prima, könntest Du sagen, denn das Kind war bereits 8 - aber da greift § 828 Abs. 2 BGB. Dieser verlängert das Alter der Kinder auf 10 Jahre, wenn es um das Thema "Straßenverkehr" geht.

BGB § 828 - Minderjährige

(1) Wer nicht das siebente Lebensjahr vollendet hat, ist für einen Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich.

(2) Wer das siebente, aber nicht das zehnte Lebensjahr vollendet hat, ist für den Schaden, den er bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder einer Schwebebahn einem anderen zufügt, nicht verantwortlich. Dies gilt nicht, wenn er die Verletzung vorsätzlich herbeigeführt hat.

https://dejure.org/gesetze/BGB/828.html



Eltern haften nur dann für die Schäden ihrer Kinder, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Womit wir fließend zur Frage 1 kommen...

ist das nicht verletzung gegen die Aufsichtsplficht?

Das Thema Aufsichtspflicht und daraus resultierende Haftung regelt § 832 BGB.

Die Frage, die sich hier regelmäßig stellt, ist die, ab wenn die Aufsichtspflicht erfüllt bzw. verletzt wurde...

Das richtet sich in der Regel danach, was verständige Eltern nach "vernünftigen" Anforderungen tun können und müssen, um eine Schädigung Dritter zu verhindern. Dabei ist das das Alter sowie der Charakter und der Entwicklungsstand des Kindes ebenso wie die konkrete Situation zu berücksichtigen.

Je jünger und unvernünftiger das Kind ist, desto mehr müssen Eltern es beaufsichtigen. Lt. BGH (Urteil vom 24. März 2009, Az. VI ZR 51/08)
gelten dabei folgende Grundsätze:

- Ab einem Alter von ca. vier Jahren dürfen Kinder ohne ständige Überwachung im Freien spielen, etwa auf einem Spielplatz oder Sportgelände aber auch in einer verkehrsarmen (nicht zwingend verkehrsberuhigten) Straße auf dem Bürgersteig, und müssen dabei nur gelegentlich beobachtet werden. 

Ein Kontrollblick alle 15 bis 30 Minuten ist ausreichend, damit die Eltern bei Bedarf eingreifen können.

- Bei Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren ist keine regelmäßige Kontrolle mehr in so kurzen Abständen erforderlich. Kinder in diesem Alter können im Freien auch ohne Aufsicht spielen. Es genügt, dass die Eltern sich über das Tun und Treiben in groben Zügen oder anders ausgedrückt hin und wieder einen Überblick verschaffen.

Ist ein Kind z.B. bereits mehrfach mit einem Fahrrad alleine in der Siedlung unterwegs gewesen und mit elementaren Verkehrsregeln vertraut, müssen es die Eltern bei weiteren Fahren nicht mehr - und schon gar nicht engmaschig - überwachen.

Fazit:

Das Kind selber ist in diesem Fall nach §828 Abs. 2 BGB nicht für sein Tun verantwortlich und haftet somit auch nicht für den entstandenen Schaden.

Die Eltern wären nach § 832 BGB in der Haftung wenn sie die Aufsichtspflicht schuldhaft verletzt hätten. Das kann man den Eltern in der vorliegenden Situation aber nicht verworfen. Damit haften auch die Eltern nicht.

Sollten die Eltern eine Privat- oder Familien-Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, wird auch die nicht zahlen, da die Versicherungsnehmer nicht haftbar sind und somit auch die Versicherung nicht in deren Haftung eintritt.

Wenn die Eltern also nicht aus gutem Willen freiwillig den Schaden begleichen, bleibst Du selber auf den Kosten sitzen.

Das ist bitter aber geltende Rechtssprechung.

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Kommentar von wolfruprecht
02.11.2016, 12:17

...somit hab ich leicht auf dem Gehweg geparkt,...

Das kommt noch dazu. Dumm gelaufen...leider.

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Tja, das kommt darauf an, ob die Eltern des Jungen innerhalb einer Privathaftpflichtversicherung einen weitergehenden Versicherungsschutz für ihr Kind vereinbart haben, ansonsten zahlt die Versicherung nämlich nichts.

Verletzung der Aussichtspflicht liegt hier sicher nicht vor, denn ein 8jähriger darf durchaus auch mal allein auf der Straße sein, Kinder in diesem Alter gehen ja auch allein in die Schule.

http://www.finanztip.de/aufsichtspflicht/

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Das müssten normalerweise die Eltern bezahlen und ja das ist Verletzung der Aufsichtspflicht.

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Kommentar von ChrisCraftCH
06.07.2016, 10:37

aber ich bin mir nicht ganz sicher also ich weiß nicht ob das was ich gesagt habe wirklich so ist aber normalerweise bezahlen wie gesagt die Eltern.

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Kommentar von SiViHa72
06.07.2016, 10:38

Nicht zu vergessen das "leicht auf Gehweg geparkt" der Fragerin. Da könnte die Versicherung bockig werden.

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Kommentar von ChrisCraftCH
06.07.2016, 10:40

Naja wie gesagt ich hab mir auch nicht ein Jurastudium gemacht. :D

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Kommentar von ChrisCraftCH
06.07.2016, 10:40

Sorry hab mich ein bisschen verschrieben

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Nein, das ist keine Aufsichtspflichtverletzung.

Das Kind kann auch noch nicht haftbar gemacht werden.

Ich weiß nicht, inwieweit den Schaden eine private Haftpflichtversicherung übernehmen würde. Wenn Du Pech hast und die Eltern haben keine Versicherung, wirst Du auf dem Schaden sitzen bleiben.

somit hab ich leicht auf dem Gehweg geparkt und genug platz gelassen das jeder durchkommt,

Das ist auch nicht ok.

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Das sollte ein Anwalt klären. (Kannst du per Telefon machen, es gibt Hotlines)

M.M. nach, ist es keine Verletzung der Aufsichtspflicht.

3.000€ Schaden? was fährst du denn für ein Auto?

Du darft natürlich nicht auf dem Gehweg parken. Bis zu welchem Alter Kinder auf dem Gehweg fahren dürfen kann ich dir nicht sagen.

Ich würde mich mit den Eltern in Verbindung setzen. Die können ihre HP-Versicherung in Anspruch nehmen.

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Kommentar von FaByWe98
06.07.2016, 10:44

Ich fahre einen neuen Audi A7

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1. Nein - ein 8 Jähriger muss nicht permanent 24/7 beaufsichtigt werden, daher ist es vermutlich eher keine Verletzung der Aufsichtspflicht.

2. Evtl. zahlt die Haftpflicht der Eltern. Da Du aber falsch geparkt hast, könnte es sein, dass Du zumindest auch einen Teil der Schuld abbekommst.

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