Kind dreisprachig erziehen - wie?

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Unsere Kinder (genauer die meiner Freundin) wachsen dreisprachig auf. Hat sich so ergeben weil sie aus dem französischen Teil Kanadas kommen, daheim englisch redeten, und jetzt in Deutschland sind.

Wir machens strikt tageweise, also Montag bis Samstag tageweise abwechselnd, Sonntag jeder wie er will.

Meiner Meinung nach sollte man Fehler nicht dauernd korrigieren, sonst reden sie immer weniger. Einfach mal ein Kauderwelsch aus englischen und deutschen Wörtern mit französischem Satzbau durchgehen lassen. Korrigieren nur indem man "zufällig" das gleiche korrekt sagt. Mit 5 bis 7 Jahren trennten sie die Sprachen immer sauberer.

Jetzt gegen Ende des Grundschulalters lässt sich das tageweise nicht mehr durchhalten, weil immer öfter Freunde da sind, oder sie sind im Sportverein oder so, wo sie natürlich deutsch reden. Leider ist dadurch ihr Deutsch inzwischen ziemlich bayerisch, aber auch das sehe ich entspannt. Sind halt dann 3 1/2 Sprachen.

Noch ein Tipp: achte darauf, dass es eine Hauptsprache gibt, sinnvollerweise Deutsch. Wie man die erkennt? Hör zu wenn das Kind beim allein spielen vor sich hin redet. Oder bei den Hausaufgaben kopfrechnet. Oder hör, in welcher Sprache sie träumen, Kinder reden oft im Schlaf. Immer wenn da zu viel Englisch/Französisch dabei war, haben wir den Deutschanteil erhöht.

Danke für die Antwort :)

Wie lange sind sie denn schon in Deutschland? Also seit wann wachsen sie dreisprachig auf? :)

Sprichst du dann andere Sprachen mit den Kindern als deine Freundin? Und wie sprecht ihr beide untereinander?

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@Aikyo10

Sie sind seit ca. 3 Jahren Vollzeit in Deutschland.

Mit meiner Freundin sprechen wir hochdeutsch, weil sie es so möchte.

Mit den Kindern ist unser tageweises Wechseln gerade ein Auslaufmodell. Momentan redet jeder aus Spass immer in einer anderen Sprache zurück wie er angesprochen wurde. Fremde Leute schauen bei unserem Durcheinander immer komisch, aber egal.

Ich leg nur Wert drauf, dass sie immer besser Hochdeutsch können, das sehe ich in Deutschland einfach als notwendig an. Aber langsam und ohne Zwang.

Übrigens: dass englischsprachige Kinder lauter Einser in Englisch schreiben kannst du vergessen. Die übersetzen nicht, sondern lesen einen deutschen Text und schreiben ihn auf Englisch hin. Das ist nicht das gleiche.

Frau Korinthenkacker-Lehrerin streicht es auch als Fehler an und meckert im Unterricht, wenn nicht die gerade gelernte Vokabel verwendet wird, sondern ein sinngleiches Wort, das aber noch nicht offiziell gelernt wurde. Ich hab ihm zum Trost gesagt, dass "drop dead!" auf deutsch "rutsch mir doch den Buckel runter" heisst.

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Das ist keine gute Idee. Das hat zur Folge, dass die Kinder bis zu einem Alter von 3 Jahren noch keinen deutschen Satz herausbringen, weil sie verunsichert sind.

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Ein Ehepaar aus meinem Umfeld - beide mit deutscher Muttersprache - hat seine Kinder mit Deutsch, Arabisch und Englisch "erzogen". Das hatte zur Folge, dass einige davon dem Unterricht in der Schule nicht folgen konnten.

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Wenn ein Kind sehr sprachbegabt ist, lernt es eine Zweitsprache eines Familienmitglieds automatisch, ohne "Erziehungsmaßnahmen" Beispiel: Ein Kind lernte bei deutschsprachigen Eltern auch Serbokroatisch, weil die Oma nur diese Sprache konnte, kein Deutsch. Als die Oma gestorben ist - das Kind war 10 Jahre alt - hat es Serbokroatisch wieder völlig vergessen.

So kann man das machen:

  • Eine dritte Person (zum Beispiel Großeltern).
  • Eltern sprechen die dritte Sprache untereinander.
  • Auf Kindergarten spricht man die dritte Sprache.

Dritte Personen leben leider alle im Ausland :/

Meine Muttersprache ist Deutsch, mein Freund ist zweisprachig aufgewachsen und spricht Englisch und Japanisch fließend und akzentfrei. Untereinander reden wir Deutsch und Englisch. Wie könnte man das Japanische einbauen?

Da wir in Österreich leben, wird im Kindergarten dann Deutsch gesprochen..

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Die Sprachen geraten anfangs durcheinander. Erst mit ca. 5-6 Jahren kann das Kind die Sprachen unterscheiden.

Jeder Elternteil spricht nur in seiner Muttersprache mit dem Kind. Das Kind sollte die Sprachen akzentfrei und 100%ig richtig erlernen. Deshalb lieber mit mehreren Sprachen vorsichtig sein.

Wenn das Kind oft bei der Oma ist, z.B. und diese wiederum eine andere Muttersprache spricht, wie der Vater und die Mutter, lernt das Kind die 3. Sprache.

Jeder Elternteil spricht nur in seiner Muttersprache mit dem Kind.

Meine Muttersprache ist Deutsch, mein Freund ist zweisprachig aufgewachsen und spricht Englisch und Japanisch fließend und akzentfrei.

Wäre halt schön, wenn man beide Sprachen weitergeben könnte. Englisch natürlich weil es in der heutigen Zeit immer praktisch ist und Japanisch zumindest so weit, dass man sich mit Verwandten unterhalten könnte. Leider leben aber alle Verwandten seinerseits im Ausland, allzu oft wird das Kind also nicht bei seinen Eltern sein können :/

Ich hab mal gehört, dass wenn ein Elternteil zwei Sprachen spricht, dieser Elternteil die zwei Sprachen z.B. auf unterschiedliche Situationen aufteilen soll, also z.B. morgens immer die eine Sprache, abends die andere, sodass das Kind lernt die Sprachen zu differenzieren. Aber ob das so praktisch funktioniert..?

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@Aikyo10

So kann es auch funktionieren, aber denke daran, dass sich manche Situationen nur morgens abspielen und andere nur abends, z.B. alles ums Frühstück findet nur morgens in Englisch statt, aber nicht in Japanisch, während alles ums Schlafengehen abends statt findet, also japanisch und nicht englisch. Das wäre schade.

Durch meinen Beruf war ich schon auf vielen Fortbildungen und Seminaren, jeder Dozent, und das waren alles Sprachwissenschaftler, empfiehlt etwas anderes, aber alle sagen, die zu vermittelnde Sprache sollte absolut Muttersprache sein und keine in der Schule angelernte Sprache.

Es gibt auch Modelle, wo das Erlernen der Zwei- oder Dreisprachigkeit an Orte gebunden sind, aber das finde ich auch nicht ideal. Z.B.: englisch in der Küche, japanisch im Esszimmer ..., ideal finde ich das auch nicht.

Man kann auch jeden Tag die Sprache wechseln, einen Tag japanisch, den anderen englisch, bei deinem Mann wäre das machbar, aber du dürftest dann nur jeden dritten Tag was sagen...

Ich will damit sagen, dass ihr euch ein Modell überlegen könnt, egal welches, alle haben Vor- und Nachteile, ihr müsst einfach das beste für euren Tages- oder Wochenablauf herausfinden.

Wenn dein Mann von klein auf zweisprachig aufgewachsen ist, so hat er zwei Muttersprachen, das gibt es auch. So kannst du dein Kind dreisprachig aufwachsen lassen.

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Das sollte man nur machen, wenn beide Eltern ihre eigene Sprache akzentfrei auf Muttersprachenniveau sprechen können. Wenn du z.. Spanierin bist, dein Freund ist Brite, dann wäre Deutsch die dritte Sprache. Die lernt das Kind dann im Kindergarten, auf dem Spielplatz, bei Freunden.

Aber wenn die Eltern mit ihren Kindern eine fremde Sprache sprechen, die nicht die eigene ist, seh ich das kritisch.

Ja, ich spreche als Muttersprache Deutsch, mein Freund Englisch und Japanisch fließend und akzentfrei. Wir würden gerne alle unsere drei Muttersprachen an das Kind weitergeben ;)

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