Kiga: Jmd. Erfahrungen mit Klanggeschichten?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Allerwichtigste didaktische Frage: Was ist deine Intention, auch bei den Einzelschritten? Was willst du bei den Kindern erreichen und welche Kompetenzen willst du fördern? Bevor das nicht klar ist, solltest du gar keine methodischen Überlegungen anstellen.

Ich begreife deine momentanen didaktischen Überlegungen so: Du machst den Kindern etwas vor, zeigst ihnen, wie es geht ("So macht man das!") und dann lässt du sie es selbst tun. Ist ein legitimes Konzept, hat aber so manche Schwächen, vor allem: Die Kinder werden selbst kaum aktiv. Schau mal: 2/3 der Zeit würdest du etwas tun und dann 1/3 die Kinder. Und dort ist es auch nur so, dass sie in einem sehr engen Rahmen handeln können - Ich würde das unbedingt nochmal überdenken. 

Mein Vorschlag: 

  1. Konfrontiere die Kinder mit dem "Problem" bzw. der Herausforderung: Wir wollen eine Geschichte nicht nur hören, sondern mittendrin sein. Beispielimpuls: "Wie hört sich eigentlich Feuer an?"
  2. Stelle den Kindern Mittel zur Verfügung, die Herausforderung zu schaffen. Konkret: Stelle die Instrumente vor und lass die Kinder selbst herausfinden, welche Geräusche man damit machen kann (damit es beispielsweise nach Feuer klingt.)
  3. Die Herausforderung angehen: Gemeinsam mit den Kindern die Geschichte erleben.

Weitere Anregungen:

  • Nimm doch statt "normaler" Instrumente ganz alltägliche Sachen zur Klangerzeugung. Zeitungspapier, Plastikflaschen, Pappkartons. Es geht nicht darum, Kindern Instrumente beizubringen, sondern um den Effekt der Klangerzeugung. 
  • Bedenke, dass die Kinder Zeit brauchen, die Instrumente auszuprobieren. Planst du diese Zeit nicht ein, werden sie sich die trotzdem nehmen =)
  • Spiele mit Dynamik. Von laut zu leise, von leise zu laut, plötzlich laut, plötzlich Stille. Beispielimpuls: Die Feuerwehr ist noch ganz weit weg! Und jetzt kommt sie immer näher!
  • Teile die Gruppe nicht in zu viele Teile. Die Hälfte macht Feuer, die andere Hälfte den Wasserstrahl. Nutze die Sicherheit, die das Handeln in einer Gruppe den Kindern gibt. Überlege genau, ob du einem Kind eine einzelne Klangaufgabe gibst.
  • Den Körper als Instrument wahrnehmen, und zwar nicht nur die Stimme. Beispiel: "Die Leute flüchten vom Feuer!" - Alle stehen auf und trampeln. "Das Herz schlägt vor Aufregung" - Klopfen auf der Brust

Bei allem bedenke: Du bist Erzieherin, nicht Dirigent!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ladymilli0n
01.05.2016, 15:30

Hallo! Wow danke für die Antwort. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe das ganze schon überdacht.

Ich werde 4 Kinder in das Angebot miteinbeziehen und dachte, dass jedes Kind 1 Instrument bekommen: Xylophon, Schellenkranz, Zeitungspapier (Feuer), Fingercymbeln (evtl. als Alarmsignal) und für alle Kinder an 2  Textstellen Body Percussion - wie in deinem Beispiel: "Die Feuerwehrleute laufen in ihre Feuerwehrautos." & 1x die Stimme für das Martinshorn "Tatütata" (auch alle Kinder).
Ich lasse die Kinder selbst bestimmen, welchen Ton/Klang sie für die jeweilige Textstelle 'passend' finden und lasse sie diesen Ton wiedergeben :)

Also ist es nicht gut, den 4 Kindern, 4 versch. Instrumente zu geben? :/

0

Die Kinder auf jeden Fall selber machen und ausprobieren lassen.
"Hat jemand eine Idee, wie sich die Sonne anhören könnte" - zB zum Einstieg. Die haben es dann schnell raus und sagen dir alles noch bevor du fragen kannst. Ausprobieren lassen, dann einfach ein Kind auswählen, das möchte, um das Instrument zu bedienen. Ein paarmal mit Geschichte proben, die wissen ganz genau, wann sie dran sind, auch ohne Aufforderung.
Du solltest den Kindern viel mehr zutrauen und nicht alles "totplanen", denk dran: das Kind muss sich als Urheber verstehen, nicht als Werkzeug.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ladymilli0n
01.05.2016, 14:09

Hallo :) Danke für die nette Antwort. Den Ratschlag nehme ich mir zu Herzen. Du hast recht, ja! Ich bin noch im 1. Ausbildungsjahr und da muss man diese schriftlichen Ausarbeitungen und Planungen ganz ausführlich schreiben. Daher vllt auch dieses 'totplanen'. Also soll ich die Kinder nach einer Textstelle fragen, welchen Klang sie mit ihrem Instrument passend für die Stelle finden und das so akzeptieren ? :)

0
Kommentar von SuMe3016
01.05.2016, 14:34

Genau. Vermutlich werden mehrere Kinder eine Idee haben und ihr könnt dann abstimmen (Prinzipien der Demokratie ;)). Ich kenne das selbst noch mit der elendigen Planung. Später wirst du das nicht mehr haben, aber du wirst dankbar sein, weil du weißt, was du tust und was deine Angebote bei den Kindern fördern! Das ist eine gute Grundlage für Diskussionen mit Eltern. ;)

1

Ich bin keine Erzieherin und auch keine Mutter, aber bei solchen "Veranstaltungen" kriege ich das kalte Grausen. Was soll daran den Kindern Spaß machen? Wo bleibt der Raum für Individualität? Was du da beschreibst ist mit einer Hundedressur zu vergleichen (Klickertraining). Ihr lest eine Geschichte vor und kommandiert die Kinder, wann sie was zu machen haben. Furchtbar. 

Vielleicht solltet ihr den Kindern das Produzieren der Geräusche selber überlassen. Legt verschiedene Teile hin, die Geräusche machen (alltagstaugliche, die die Kinder kennen bzw. vorher alle mal ausprobiert haben) und motiviert die Kinder zur Kreativität, beim Vorlesen der Geschichte die Geräusche selber zu produzieren. Also einen Satz lesen - dann die Kinder die passenden Geräusche machen lassen, egal, ob das "passt".

DAS wäre kreative Gestaltung. Alles andere ist Dressur. Und so einen Mist lernt man auf der Erzieherinnenschule? Arme Kinder.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ladymilli0n
01.05.2016, 14:05

Wenn du meine Frage richtig gelesen hättest, dann würdest du wissen, dass ich noch nicht weiß wie das geht. Es wurde noch nicht besprochen und daher uns auch nicht so beigebracht ;)
Ich würde es nur sehr gerne machen und da wir Wochenende haben, habe ich nicht die Möglichkeit mit anderen Erzieherinnen in der Einrichtung zu sprechen... Trotzdem habe ich mir Gedanken darüber gemacht, WIE ich solch ein Angebot angehen KÖNNTE. Ich bin im 1. Ausbildungsjahr und es ist noch kein Profi vom Himmel gefallen. Und weil ich mir auch noch nicht sicher bin, frage ich auch hier auf dieser Internehtseite und führe es nicht schon durch ;)

0
Kommentar von bauernmaedl
01.05.2016, 20:34

dir ist klar, dass jeder erstmal sachen lernen muss und JEDER mal einen Fehler machen darf (den die fragestellerin aber noch garnicht gemacht hat, durch ihre frage hier)? und gerade, wenn du keine erzieherin, mutter eines kigakindes oder ähnliches bist, finde ich es dermaßen unangebracht, so darüber zu schimpfen!

1

Was möchtest Du wissen?