Kerosin ist ein Flugzeug Treibstoff. Kann man es auch im Auto verwenden?

5 Antworten

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Hallo,

ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich bin durch Zufall auf diese Frage gestoßen und habe gesehen, dass niemand sie wirklich in allen Teilen beantwortet hat. Deshalb hier mein Versuch:

Ja, man kann Kerosin auch in einem Dieselmotor benutzen (gut, vielleicht nicht mehr in den ganz modernen Dingern). Bei Flugzeugen müssen am Boden aus den Tanks regelmäßig aus sog. Drainvalves Wasseransammlungen entfernt werden. Dazu nimmt man ein Werkzeug und lässt den Sprit so lange ab, bis keine Wasserblasen (ist ja schwerer als Kerosin) zu sehen sind. Das können einige Liter sein. Zu meiner Zeit als Flugzeugmechaniker haben wir abgelassenes Kerosin einfach in den Tank des Drainfahrzeugs gekippt (das waren alles Dieselmotoren) und sind damit gut gefahren.

Ein Benzinmotor überlebt das aber nicht. Auch das wurde schon an einem praktischen Beispiel getestet.

So, nun Punkt 2. Das in der Zivilluftfahrt verwendete Kerosin hat den Vorteil eines hohen Flammpunkts, nämlich rund 38° C. Das sind 58 Grad mehr als z. B. bei der Kerosinvariante, die in der Militärfliegerei verwendet wird (-20° C) und die können über Leben und Tod entscheiden. Dafür bekommt man aus einer Tonne Öl rund 400 Liter Militärkraftstoff (wichtig im Kriegsfall), aber nur 100 bis 150 Liter zivilen Kraftstoff.

Ich hoffe, ich konnte noch helfen, denn an den Daten hat sich ja auch in vielen Jahrzehnten nichts geändert (oder nicht viel).

Danke für den Stern!

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Hi,

also man kann durchaus einen Otto Motor damit betreiben, der sollte dann alllerdings nicht von Waalkes sondern von BMW sein.
Mein damaliger 635 CSI war derart bestückt. Ein EPROM (die mit UV zu löschen waren) der einige 100 DMs gekostet hatte & aus den USA kam ermöglichte per Steckbrücke Normal, Super & eben auch Kerosin zu benutzen. Der M Motor war dafür stark überarbeitet worden incl. Nockenwelle, Kurbelgehäuse, Pleuels und andere Zylinder + ZK Dichtung & vieles was ich vergessen habe.  Die (erheblich) größere thermische Mehrbelastung durch das Kerosin mußte mit einer entsprechend leistungsfähigeren Wasserkühlung abgeführt werden. Den Sprit gabs auf dem Flughafen, mit Zugang zu den kleineren (privaten) Maschinen die von den Passagierjets getrennt waren. Für ich glaube 10 DM gab es einen vollen 20 l Kanister - nix Zapfsäule :-]                  Die Mehrleistung hat man durchaus gespürt insbesondere wenn die 2 Turbos angesprungen sind (mit 1,2 Bar Ladedruck statt 0,8). Solche Mätzchen gehen natürlich nur wenn der zugrunde liegende Motor sehr hochwertig ist.              Mit 4 x  24" Luftfiltern gefüllt mit Trockeneis waren dann etwa 540 PS zu messen. Im übrigen war ALLES vom TÜV abgenommen & eingetragen worden. Nur mit einem kleinen Pupsi-Spoiler gabs mal Streß. Den Preis den man dafür zahlt ist, daß alle 3500 bis 5000 km Kerzen & Öl (auch für die Hinterachsen Kühlung) zu wechseln sind, sowie die ZK-Dichtung (Stahl) wenn man ständig nen dicken Maxen machen muste, da der (deutlich) überhöhte Ladedruck die Dichtung langsam immer wieder rausgedrückt hat. Über 335 km/h schnell (Autobahn zu Ende) & eine 1100er Susuki (~130 PS) nach 100 m eingeholt. Max Drehzahl war über 8500 RPM. Tatzeitpunkt Mitte bis Ende 80'er oder so.

Im Nachhinein - soviel Leistung braucht wirklich keine Sau & so kleine Schniedel gibt's gar nicht, daß man so eine PS-Verlängerung braucht. Außer eine 2CV mit Nitro-Einspritzung.

So nun macht mal schön euer Jodel-Diplom

Bis denne ...

Dat Hurtz

Sei vorsichtig mit dem Zeug! Kerosin hat so viel Oktan das dir der Motor auseinander fliegt wenn du damit fahren willst! Zumal es bestimmt auch streng verboten ist damit zu fahren, weil es die Motorleitung erheblich steigert!
Ein alter Freund von mir hat manchmal 10% in seinen Tank zum Super Plus gemacht, allerdings war das kein Straßenwagen und der Motorblock war gehärtet, andere Kurbelwelle, Antriebswelle etc.pp...

Wie "härtet" man denn einen Motorblock? Das wäre bei höherer Brennraum-Belastung mit Sicherheit falsch, da dann die Blockwände nicht nachgeben und reissen könnten. Und ein höherer Verbrennungs-Druck hat mit der Steifigkeit eines Blocks kaum etwas zu tun (eher die Verschraubung des Zylinderkopfes). Auch die Antriebswelle wird eher durch schlagartiges Einkuppeln (Impuls) belastet als durch einen höheren Mitteldruck im Brennraum. Ich glaube, dein Freund spinnt etwas; jedenfalls scheint er keine Ahnung von Fahrzeugtechnik zu haben.

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@Knowledge

das sehe ich auch so - da kommt noch hinzu, dass kerosin ein mitteldestillat (schlecht fuer ottomotor) ist, dessen zuendverhalten die geschichte des "freundes" als nicht ganz plausibel erscheinen laesst...

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