Kennt sich jemand mit nichtigen bzw. anfechtbaren Rechtsgeschäften, den AGB und Dienstverträgen aus?

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2 Antworten

Das sind nun viele Fragen auf einmal. Deshalb der Reihe nach:

Selbst wenn die AGB unwirksam wäre, würde der Vertrag an sich trotzdem weiter bestehen. Du hast 4 Sitzungen bestellt. Daran gibt es doch wohl keinen Zweifel.

Weiter sind auch mündliche Verträge voll gültig. Es bedarf hier nicht der Schriftform und auch keiner Unterschrift.

Du kannst die Behandlung jederzeit abbrechen. Du würdest damit jedoch vertragsbrüchig und müsstest in diesem Fall den durch deinen Vertragsbruch entstehenden Schaden ersetzen. Wie hoch der tatsächlich nachweisbare Schaden dann ausfallen wird, ist aus der Ferne schwer zu sagen. Hier kommt es auch darauf an, ob die beiden ausstehenden Termine schon fixiert wurden oder nicht.

Eine elegante Lösung, um etwas Luft zu bekommen, wäre die beiden ausstehenden Sitzungen einfach mal auf die lange Bank zu schieben. Sofern sie zeitlich nicht fixiert wurden, ist das problemlos möglich.

Interessant ist auch die Tatsache, dass du zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses minderjährig warst. Damit wäre der geschlossene Vertrag zunächst mal unwirksam. Die Sache hat aber einen Pferdefuß: Sobald du den unwirksamen Vertrag als Volljährige bestätigst, dazu reicht der Besuch einer Sitzung aus, hast du den Vertrag nachträglich legitimiert und kommst auf diese Weise nicht mehr raus.

hoiii 10.11.2015, 19:32

Also wegen der Antwort fällt mir auf, dass ich 2 Punkte vergessen hab:

Ich habe die Termine bereits auf die lange Bank geschoben. Im Juli bin ich zur letzten Sitzung gegangen und im August bin ich 18 geworden. Ich glaub kurz nach meinem Geburtstag habe ich dann gesagt, dass ich Abbrechen möchte. Daraufhin hat sie mir ja geschrieben, dass das nicht geht wir die Termine auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Dem habe ich notgedrungen eingewilligt. Ist das jetzt trotzdem noch unwirksam oder zählt mein Unwissen dass ich die Behandlung trotzdem abbrechen kann nicht?

Die haben eine neue Anfrage auf eine Terminvergabe auf Ende November verschoben, was bald ist deswegen wollte ich mich davor informieren was meine Rechte sind....

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Deine Eltern haften nicht für deine Rechtsgeschäfte.

Wenn du mit 18 sagst, "Den Vertrag, den ich mit 17 geschlossen habe, möchte ich nicht im August erfüllen, sondern erst im November", dann hast du den Vertrag im Grunde als Volljährige bestätigt.

Anders könnte es höchstens aussehen, wenn du mit 18 als erstes sagst: "Ich habe mit 17 eine Dummheit gemacht als Minderjährige, hiermit widerrufe ich meinen Vertrag!"

Das ist allerdings nicht wirksam, wenn der Vertrag von deinem Taschengeld erfüllt werden kann! Denn darüber dürfen auch Minderjährige frei verfügen, ohne dass die Erziehungsberechtigten dem Vertrag zustimmen müssen.

Gruß aus Berlin, Gerd

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