Kennt jemand einen ungefährlichen Kampfsport?

... komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Ich würde dir empfehlen, nicht auf generelle Empfehlungen hier zu gehen sondern erst deinen behandelnden Arzt zu befragen und dann verschiedene Systeme bei verschiedenen Trainern immer unter Hinweis auf die Krankheit zu probieren.

Das Hauptproblem ist ja der Augeninnendruck durch Augenflüssigkeit oder Blutdruck. Dabei hätte ich als Laie jetzt folgende Bedenken

  • Treffer am Kopf bei schlag- und trittlastigen Systemen begünstigen die Netzhautablösung. K.O.-Argumente gegen Boxen, Kickboxen, Muay Thai, MMA und Co
  • Starke Belastung durch kurzzeitige starke Anstrengung treibt den Blutdruck oder den Augendruck kurzzeitig enorm hoch. Anstrengungen bei einem Judo-Wurf oder beim Heben generell bzw. im Allgemeinen starke Kraft-Spitzen würde ich da als Ungünstig bezeichnen. Und auch beim Judo entsteht Impact wenn der Wurf gelingt und du auf der Matte landest.
  • Generell hohe Belastungen die den Blutdruck treiben, also auch bei übermäßiger Ausdauer.

Generell solltest du überlegen, was du willst. Kampfsport hat Wettbewerbe. Selbst wenn du nicht daran teilnimmst, wird darauf hin trainiert. Kampfkunst kennt keine Wettbewerbe und wird deshalb auch ganz anders trainiert. Selbstverteidigungssysteme wie Krav Maga werden wirklich nur auf Verteidigung im Alltag trainiert.

Dir wird jetzt jeder erst mal das System empfehlen, das er kennt oder mag. Das heißt du wirst einen Haufen von Worthülsen wie "Das und das System" oder "Das und das System, bei dem man so und so trainiert" hier hingeschrieben bekommen. Erst mal ohne Rücksicht auf die konkrete Frage, die bei dir ja einen ernsten Hintergrund hat. Ich bin zwar auch medizinisch ungeschult, kenne aber Leute, die selbst bedroht vom grünen Star sind da der Augeninnendruck nicht immer stimmig ist (z.B. durch Bluthochdruck) und im Zweifel google ich das Krankheitsbild erstmal und denke dreimal ums Eck was ich mir vorstellen könnte.

Das "anders trainieren" bei Kampfkünsten kann wirklich immer anders sein. Mein System Nummer 1 ist Ninjutsu, genaugenommen Bujinkan Budo Taijutsu. Bujinkan hat den Ruf des Zeitlupentrainings, damit alle Formen so ausgeführt werden, dass man sie beherrschen kann. Bei vielen Trainern ist da was Wahres dran. Schlagtechniken im Angriff sind nicht dazu da, um zu treffen, sondern um dem Gegner Möglichkeiten zum Konter zu geben. Andere trainieren aber auch gerne freier, mit Freikampf oder auch Schlägen die treffen (mit Schutzausrüstung versteht sich). Die Basistechniken in kontrollierter Geschwindigkeit könnten für dich durchaus geeignet sein und generell gilt: Jeder macht mit soweit er kann, kannst du aus gesundheitlichen Gründen nicht, bist du selbstredens von bestimmten Techniken befreit (was aber heißt, dass du irgendwann bestimmte Graduierungen nicht wahrnehmen kannst - aber der Gürtel hält ja bekanntlich nur die Jacke zu)

Was für dich auch in Frage kommen könnte, wäre Kung Fu. Pass nur auf, dass du an keine Wing Tsun Schule der EWTO gerätst. Da die EWTO sich ihren Ruf selbst vermiest hat und auch ihre verselbstständigkten ausgestiegenen Meister keinen Deut besser sind, und Wing Tsun eine kleine Teilmenge des Kung Fu ist, bieten viele Wing Tsun Schulen nun auch Kung Fu an, in Wahrheit ist das aber auch nicht mehr als ihr verkorkstes Wing Tsun. Echtes Shaolin Kung Fu ist aber viel mehr als nur ein paar Wing Tsun Techniken. Techniken werden enorm langsam einstudiert, was nichts anderes als Tai Chi (übrigens für sich genommen selbst eine Kampfkunst! Auch wenn man das bei den langsam vor sich hin tänzelnden Rentnern in Tai Chi VHS Kursen kaum glauben mag) und Qi Gong ist. Das hilft das Erlernen der Bewegungen und der Steigerung der Präzision, aber auch der Entspannung. Für dich sicher nicht unwichtig. Die Techniken werden aber auch als normales Kung Fu in schnell studiert. Dazu kommen noch Meditation, Akrobatik und traditionelle chinesische Medizin (vor allem viel Wissen über Nervenpunkte).

Wie gesagt Kampfkünste kann man von Dojo zu Dojo total unterschiedlich trainieren, von langsam und kontrolliert bis improvisiert und realitätsnah inkl. Impact und Schutzkleidung.

Deshalb wirst du wohl nicht umher kommen, dir verschiedene Systeme (für sowas sind ja auch begründungsfrei oder begründungsarm in den Raum geworfene  Antworten eine gute Inspirationsquelle) in verschiedenen Dojos anzusehen und mit dem Arzt zu koordinieren, ob er da Bedenken hat.

Generell halte ich nichts für unmöglich und denke mit Ninjutsu und Kung Fu auch schon mal zwei potentielle Möglichkeiten in den Raum gestellt zu haben - aber bitte genieße es mit Vorsicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von judgehotfudge
12.02.2016, 00:07

Tolle Antwort! Ich hoffe, der Fragesteller wird Deinen Rat beherzigen.

0

Hallo metin2044,

wie Du an den bisherigen Antworten siehst, empfehlen die meisten das, was sie selbst am besten kennen. Das ist auch normal. Letzten Endes bringt es Dich aber bei Deiner Entscheidungsfindung nicht so viel weiter.

Am besten ist es, wenn Du mal ein paar verschiedene Kampfsportarten/Kampfkünste ausprobierst. Es ist schließlich eine sehr persönliche Entscheidung. Die Kampfsportart/Kampfkunst muss Dir Spaß machen und Du musst Dich auch in der Gruppe und mit dem Meister/Trainer wohl fühlen. Alles Dinge, die Du nur durch Ausprobieren herausfinden wirst. Wohlgemerkt: durch Ausprobieren, nicht durch Zuschauen!

Ich selbst mache Kung Fu (Shaolin) und würde Dir auch empfehlen, das mal auszuprobieren, weil es sehr vielseitig von den Techniken her ist und Körper und Geist gleichermaßen trainiert.

Bei Deinen Probetrainings solltest Du dann mit dem jeweiligen Meister/Trainer über Deine spezielle Situation sprechen, und auch Deinen Arzt solltest Du ruhig mal nach einer Empfehlung fragen.

Wie volker79 in seiner sehr guten Antwort schon geschrieben hat, kommt es auch immer darauf an, wie die jeweilige Kampfsportart/Kampfkunst konkret trainiert wird. Deshalb kann man Deine Frage nicht prinzipiell oder theoretisch beantworten. Probieren geht über Studieren! Und dabei wünsche ich Dir vor allem viel Spaß!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, ich kenne absolut keinen völlig ungefährlichen Kampfsport, wenn Treffer, ruckhafte Bewegungen und Anstrengungen für dich, aufgrund deiner Krankheit ein Problem sind.

Allenfalls etwas ohne Kontakt mit einem Partner, was sehr langsam und rund ausführt wird, käme in Frage.  Das könnte beim Tai Chi Chuan der Fall sein, weil dort oft nur die Form, aber nicht das Kämpfen trainiert wird.

Aber es ist immer unterschiedlich, von Schule zu Schule, wie die einzelnen Kampfsportarten oder Kampfkünste trainiert werden.

Das solltest Du mit deinem Arzt klären, was genau das Problem ist und mit diesem Wissen, kannst Du bei den Schulen in deiner Nähe anrufen.

Oder Du läßt den Gedanken an einen Kampfsport endgültig fallen, nachdem Du mit dem Arzt gesprochen hast.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Frage ist, was ist denn für dich gefährlich? Also was konkret sollte nicht passieren? Am besten befragst du dazu deinen Arzt und nicht deine Muter oder gutefrage ;-).

Ich persönlich finde beispielsweise Fußball viel gefährlicher als viele Kampfsportarten ;-).

Also ab zum Arzt. Wenn du konkrete Aussagen bekommst, was "gefährlich" ist und was nicht, dann kannst du ja nochmal vorbei schauen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Absolut ungefährlich und Kampfsport ausüben schließt sich rein sprachlich schon aus, finde ich. Kampfsport, bei dem gegeneinander "gekämpft" wird, ist nie absolut ungefährlich und unbedenklich. Dasselbe gilt für Motorsport. Wenn es um das Auge geht, muss es noch nicht mal Kampfsport sein, um daran verletzt zu werden. Beim Fußball, Tischtennis etc. kann man sich durch den Ball am Auge verletzen. Absolut unbedenklich und ungefährlich kann dir niemand garantieren, egal was es ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Lavendelelf
11.02.2016, 23:21

Das ist sachlich leider völlig falsch.

0

Du kannst jede Kampfsportart (z. B. Taekwondo, Karate) ausüben solange du es nicht in Vollkontakt machst. Es gibt ja den Leichtkontakt, Semikontakt und Vollkontakt .Du solltest in der Kampfsportschule aber deinen grünen Star ansprechen, damit die Lehrer/Trainer bescheid wissen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt keinen ungefährlichen Kampfsport, dann wäre es nämlich kein Kampfsport. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Lavendelelf
11.02.2016, 23:16

Das simmt so nicht. Bei Kampfsportarten wird unterschieden zwischen Leichtkontakt, Semikontakt und Vollkontakt. Die Kampfkunst selber wird uneingeschränkt gelernt. Die Ausführung in Leichtkontakt ist jedoch zu 100% ungefährlich. Jeder der einen Kampfsport in einer Kampfsportschule ausübt wird dies bestätigen.

0

Tai Chi

"Das Taijiquan, auch Tai-Chi Chuan (abgekürzt Tai-Chi) oder chinesisches Schattenboxen genannt, ist eine im Kaiserreich China entwickelte Kampfkunst, die heutzutage von mehreren Millionen Menschen weltweit praktiziert wird und damit zuden am häufigsten geübten Kampfkünsten zählt. In der Volksrepublik China werden einzelne Bewegungsabläufe (sogenannte Formen) aus dem Taijiquan als Volkssport praktiziert."

https://de.wikipedia.org/wiki/Taijiquan

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wings tsun
Ist hauptsächlich zur Verteidigung
Also eigentlich benutzt du die kraft deines Gegners gegen ihn ohne selbst in Gefahr zu geraten

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Shiranam
12.02.2016, 17:57

Auch im Wing Tsun kämpft man. Man nutzt auch nicht nur die Kraft des Gegners gegen ihn, sondern man nutzt auch seine eigene Kraft.

Ein Kraftsatz des WT: "Füge deine eigene Kraft hinzu"

Ein Kampfprinzip im WT: "Ist der Weg frei, geh vor"

Gäbe es dieses Kampfprinzip und diesen Kraftsatz nicht, würde man beim WT nicht Schlagen können, wenn der Weg frei ist. Schließlich muss man dann alle Kraft selbst generieren. 

Im WT versucht man bei kommenden, körperlichen Konflikten zuerst zu schlagen, auch, wenn es nicht immer gelingt.

Da man in einer guten WT-Schule auch "kämpft" (im Sparring, im Situationstraining) geht dort der Puls natürlich auch hoch und man kann getroffen werden, auch mit Schutzausrüstung.

Also natürlich gerät man dort auch "in Gefahr", wie bei anderen kämpfenden Künsten auch.

0

Hey 

Ich trainiere Allkampf. Eine sehr gute Kampf sport Art. Finde ich.

Hoffe könnte helfen 

Lg lea

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?