Kennt ihr eine Gruselgeschichtenvorlage?

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1 Antwort

Also, wenn ich meine alte Großtante (väterlicher Seits) besuche nehme ich immer die Abkürzung durch den Keller. Ständig vergesse ich den Schlüssel, aber schon seit Kindertagen weiß ich einen Weg ins Haus auch ohne den. Eigentlich darf ich den Weg vom alten Schuppen durch den alten Gang nicht nehmen, weil die Familie Angst hat, dass er irgendwann mal zusammenkracht. Aber ich vergesse halt immer den doofen dicken Schlüssel.

Ich muß dazu erklären, dass Tante Lisbeth am Meer wohnt. Früher, also bis zum zweiten Weltkrieg habe meine Vorfahren immer mit einer Laterne die Schiffe aufs Riff gelockt. Davon haben sie gelebt. Hier auf den kargen Felsen gab es ja auch nicht anderes wovon man leben konnte. Den alten Gang zum Schuppen hatten wir, damit unsere Männer verduften konnten, wenn mal wieder die Polizei eine Razzia bei uns im Haus durchführte.

Sie haben schon mal Ladung bei uns gefunden, aber nie den Gang. Obwohl manchmal hatte mein Vater die Vermutung, dass sie extra etwas im Haus ließen, damit die Polizei zufrieden war und wieder abzog. Heute würde man das wohl Bestechung nennen. Aber andere Zeiten andere Sitten.

Der Gang endet im Haus direkt im Flur. Ein kleiner Druck auf ein bestimmtes Feld in der Vertäfellung und die Öffnungsplatte gleitet auch nach so vielen Jahren noch immer lautlos zur Seite. Man hat genau 20 Sekunden, bis sie wieder automatisch schließt. Eine kleine Treppe führt hinunter in den überraschen breiten Gang. Diese Treppe ist die Herausforderung. Sie ist aus Holz und knarrt ein wenig, wenn man nicht weiß, auf welche Stufe man treten darf und auf welche nicht. Natürlich wußten wir schon als Kinder, welche die richtigen Stufen sind.

Nur über die 7 und 8 Stufe machen wir immer einen großen Schritt. Das Rückbrett der Stufe fehlt. Mein großer Bruder liebte Gruselgeschichten. Um uns Mädchen Angst zu machen behauptete er immer, dass hinter der Treppe die Gefangenen festgehalten wurden.(Bei denen man auf ein Lösegeld hoffen konnte) Wenn man zu langsam die Stufe nahm, packen sie einen an der Fußfessel und versuchen einen zu zwingen sie raus zu lassen. Ist natürlich nur Quatsch gewesen, aber sicherheitshalber machen wir noch heute einen großen Schritt über die 2 Stufen. Ich kann nicht anders.

Also ich kam wie immer zu spät und durchs Kellerloch zum Familientreffen. Heute war große Kriesensitzung. Die Bank drohte mal wieder mit Zwangsräumung. Es blieben uns noch genau 4 Wochen Zahlfrist, oder wir mußte raus. Als ich die Täfelung öffnete schaute ich völlig überrascht in 5 Gesichter. Meine Familie schaute genauso überrascht zurück. Also nix, mit heimlich ins Haus schleichen.

Heute ware sie besonders verärgert, dass ich mal wieder durch Loch gekommen bin. Meine Güte was für einen Aufstand die wieder machten. Hoch und heilig mußte ich versprechen endlich die Haustür zu nehmen.



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Kommentar von Realisti
30.06.2016, 21:37

Die habe ich mir gerade ausgedacht.

Ich will darauf hinaus, dass bei nächsten mal einer heimlich durch die Treppe das Mädel an der Fußfessel festhält. Sitzt unter der Treppe ein Geist oder hat die Familie eine alte Familientradition wieder aufgenommen um das Finanzloch zu stopfen?  Oder holt der Onkel alte Beute aus dem Versteck und hat sich dort aus versehen eingesperrt. Mit letzter Kraft hofft er auf Hilfe und alle denken er ist ein Geist?

Kann man also gut weiterspinnen.

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