Kennt Ihr das Gefühl:auf etwa hin zu leben?

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5 Antworten

Dieses Denken wird meistens dann aktiviert, wenn man im Freundeskreis wieder mal einen Todesfall zu bedauern hat.

Ich erwische mich immer wieder, dass ich beim Lesen der Todesanzeigen natürlich das Alter des Verblichenen lese und dann häufig feststelle - wie früher auch - "ach, der war ja schon etwas älter", dann stocke ich kurz, schaue noch einmal das Alter an und stelle fest, "oh Gott, der ist ja nur 2 Jahre älter gewesen als ich".

Früher waren alle Leute über 60 Jahre bereits "älter". Heute relativiert sich das,die Abstände werden deutlich kürzer zu den Anderen.

Dabei sind die tatsächlichen Altersabstände gleich geblieben, lediglich die Krankheiten haben mit zunehmendem Alter zugenommen. Auch in meinem Umfeld sind zunehmend Schwerstkranke, und auch der Tod hält immer mehr Einzug in der Nachbarschaft.

Das sind sicher Momente, die einen nachdenklich stimmen. Aber auf irgendetwas hinarbeiten kann ich bei mir nicht feststellen, während es so Einigen in meinem Freundeskreis ähnlich geht wie Dir. Sehr oft höre ich, dass unsere Zeit endlich ist, oder, dass die biologische Uhr bereits tickt.

Aber die tickt doch immer. Denke mal an die Frauen um die 30 Jahre, die noch dabei sind Karriere zu machen, trotzdem aber Kinder wollen. Auch da tickt bereits die biologische Uhr.

Wenn man es genau nimmt, ist jede biologische Uhr bereits von Beginn an festgelegt. Man kann den Ablauf dieser Uhr höchstens beschleunigen, wenn man ungesund lebt, mit dem Verlängern sieht es da schon schlechter aus.

Ich habe für mich eines Tages beschlossen ich werde 92 Jahre alt. So alt wurde eine meiner Großmütter, und man sagt mir immer, ich sei ihr mehr als ähnlich. Die Krankheit, die ihr Ende herbeiführte (Schlaganfall), habe ich mir bereits in jungen Jahren genommen, so dass ich diesbezüglich bereits gleichgezogen habe mit ihr.

Also was steht nun an, das Alter, um mit ihr gleichzuziehen. Und ich finde 92 Jahre ist doch eigentlich ein ganz schönes Alter. So, wie Juppie Heesters möchte ich auf jeden Fall nicht enden.

Ich würde Dir daher empfehlen, Dich mal in Deiner Verwandtschaft umzusehen, viele Generationen vorher, wie alt Deine Vorfahren da durchschnittlich wurden. Suche Dir die/den Älteste(n) heraus und lege für Dich einfach fest, so alt werde ich auch.

Dann lebt man fröhlicher in den Tag hinein (mit Ausnahme, wenn man Arbeiten muß) und genießt all das, was man noch vor sich hat.

Stelle Dir mal vor, Deine Vorfahren wurden so um die 90 Jahre alt, vielleicht sogar älter, dann hast doch noch 30 Jahre vor Dir.

Erinnere Dich zurück, was Du als junge Frau in den ersten 30 Jahren Deines Lebens alles erlebt hast. Natürlich war man da noch frisch und putzmunter, die Gelenke schmerzten nicht, dafür gab es viele andere Probleme, die auch nicht immer so ohne waren.

Aber 30 Jahre ist eine Masse Zeit. Man kann so viel Schönes erleben, und wenn man älter wird, gibt es neue Dinge, die wichtig werden, zu denen man früher gar keine Zeit hatte. Man darf nur nicht krmpfhaft bemüht sein, im Gleichklang von Gestern zu leben!

Das "Hinarbeiten" könnte ja auch bedeuten, dass Du für Dich selbst zur "Abrundung" noch Einiges erfahren möchtest im Leben, was man ja erst mit dem Älterwerden richtig erfassen kann. Vielleicht ist es diese Mitte, die Du suchst, um mit Dir Eins zu sein. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass man auf den Tod hinarbeitet.

Das heißt lediglich, dass es Dir bisher an Reife fehlte, um diese Mitte in Dir zu entdecken und zu genießen. Und das gibt es auf vielfältige Weise, jeder Mensch hat da seine eigenen Präferenzen.

Ich gehe zum Beispiel leidenschaftlich gerne zu Rockkonzerten. All das, was ich als junger Mensch mir nicht leisten konnte, aber liebend gerne gemacht hätte, all das hole ich jetzt nach. Zuletzt war ich beim Eric Clapton-Konzert , und ich wurde wieder richtig jung.

Ich halte Dir die Daumen, dass Du zu der zu Dir passenden Lebensphilosophie findest und Dich dann freust über all das, was noch möglich ist.

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makazesca 27.06.2013, 13:41

wäre ja schön , wenn ich mit an einem hohen alter festigen könnte,aber mein vater starb mit 64 am 2.herzinfakt, meine oma mütterlicher seite mit 62 an herzeleid ( sie hat nie das vermisstsein ihres jungen mannes verwunden) meine oma väterlicherseits starb mit 74 an diabethes ,meine mutter starb mit 70 ,knall auf fall ,an herzversagen und der einzige der noch lebt und bereits 79 ist ist mein onkel mütterlicherseits ,, das macht hoffnung !

Das heißt lediglich, dass es Dir bisher an Reife fehlte, um diese Mitte in Dir zu entdecken und zu genießen. >

ja die reife , die scheint mir tatsächlich zu fehlen ,oder was ist das ,wenn man sich immer noch wie ein kind fühlt :so verletzbar ,so tief empfindend ,so machtlos , so unter wert ,so gefordet aber doch niemals unterstüzt.?

All das, was ich als junger Mensch mir nicht leisten konnte, aber liebend gerne gemacht hätte, all das hole ich jetzt nach. >

dafür müßte ich erstmal wisssen , was ich jemals machen wollte es ist so sehr in vergessenheit geraten , dass ich wirklich erst mal nachdenken müßte , was es denn war. in diesem elendigen altagstrottt, in dem es nur um geldverdienen ging und darum den anderen gerecht zu werden, in dem ich immer für meine lieben da war, traten meine wünsche und träume immer häufiger in den hintergrund. es waren ja nicht viel e,aber selbst dafür reichte es nicht zur verwirklichung.

es gibt tage , da werde ich damit kaum fertig wenn mir bewußt wird, mein leben evtl vertan zu haben ,und etwas neues nicht lohnt , weil die zeit eh bald rum ist.

ist das depressiv ? oder nur traurig sein? oder verzweifelung ? ich weiß es nicht.

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Adlerblick 27.06.2013, 15:38
@makazesca

Ich verstehe jetzt Dein Kümmerniß sehr viel besser, wenn ich Deinen familiären Hintergrund betrachte.

Du näherst Dich den Altersgrenzen, wie Du sie unmittelbar bei Deinen Eltern und Großeltern miterlebt hast. Das fördert natürlich Ängste, man könnte an die Grenzen des eigenen Lebens stoßen.

Du darfst aber nicht vergessen, dass sich die Medizin sehr viel weiterentwickelt hat als sie zum Zeitpunkt des Ablebens Deiner Eltern und Großeltern gegeben war. Damals spielten auch noch die Nachwehen der Kriegszeiten eine große Rolle. Deine Oma konnte das ja auch nicht verwinden.

Wir wurden in eine andere Zeit hineingeboren, mußten aber gleichzeitig auch noch all die Geschichten anhören, die die Männer der Familien aus ihren Kriegstagen mitbrachten. Viele konnten bis zum Ende ihrer Tage nicht mit den Schreckensbildern umgehen, die sie von damals noch hatten. Das förderte letztlich auch den früheren Tod.

Die Kinder, die aufgrund des Krieges ohne Väter aufwuchsen, mußten das ebenso verdauen, wie auch all die Bombenangriffe.

All diese Ereignisse förderten den früheren Tod.

Wir leben mit einem anderen Handicap.

Wir sind in die Zeiten des Wirtschaftswunders hineingeboren worden, kannten keinerlei Entbehrungen und genossen auch hinterher all das, was es an Freuden und Genüssen auszuschöpfen gab. Das wirkt sich zum Teil in Gesundheitsproblemen aus, aber auch zum Teil, dass es eigentlich nichts mehr zum Ausschöpfen gibt, was man nicht sowieso schon X-mal erlebt hat. Eine gewisse Sattheit kehrt ein.

Wenn Du zurückdenkst, tritt bei Dir auffallend immer erst der Alltagstrott und das Geldverdienen in den Vordergrund. Aber da gab es doch ein Vorher - ehe all die Verpflichtungen in Sachen Familie und Arbeit losgingen.

Da gab es doch sicher mal Träume, die unerfüllt blieben - warum auch immer. Es lohnt sich immer, etwas Neues - vielleicht sogar Altgedachtes - anzufangen.

Deine Zeit ist nicht "eh bald rum", es hängt doch auch von Dir ab, ob sie bald rum ist. Menschen, die sich für Neues begeistern können, treten nicht so schnell ab, denn das Neue will auch vollendet werden.

Du bist momentan sicher ein wenig depressiv, weil Du Dich zu sehr vergleichst in der Altersstruktur mit Deinen Eltern.

Ich will Dir jetzt keine ärztlicher oder psychologische Behandlung anraten.

Ich denke, dass es Dinge gibt, die Dich weiterbringen würden, wenn Du es selbst zuläßt. Wie wäre es mal mit einem sozialen Engagement? Du hast hier bei GF so Vielen schon geholfen mit Deinen Ratschlägen. Meinst nicht, dass Du auch in Deiner unmittelbaren Umgebung Fälle hast, bei denen Dein soziales Engagement (kein finanzielles!!!!) mehr als gefragt ist.

Du fühlst Dich derzeit so, dass Dich keiner "braucht" - so, wie es früher mal der Fall war mit Familie. Aber glaube mir, auch "wir ältere Damen" werden noch gebraucht, und zwar mal endlich nicht von der Familie! Schau Dich einfach mal um!

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makazesca 27.06.2013, 18:24
@Adlerblick

danke dir --bin zur zeit einfach ein wenig down -- wird auch wieder werden ,hast ja recht

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makazesca 15.07.2013, 22:05
@makazesca

DANKE euch allen -- ihr habt mir geholfen , die sache auchmal anders zu sehen

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Adlerblick 15.07.2013, 23:50
@makazesca

Hallo makazesca, ich bedanke mich ganz herzlich für Deinen Stern! Bei den vielen guten Antworten, die Du erhalten hast, hätten eigentlich Viele einen Stern verdient. Leider kann man hier nur Einen vergeben.

Ich betrachte es daher als eine besondere Auszeichnung, dass Du mir diesen Stern gewährt hast, und ich danke Dir sehr dafür. Dies auch verbunden mit der Hoffnung, dass Du Dich inzwischen wieder sehr viel besser fühlst!!!!

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Unsere Leistungsgesellschaft fordert uns stete Ausrichtung auf Ziele ab. Unsere Geburt entlässt uns in diese Welt, ohne uns mit Zielen und Aufgaben ausgestattet zu haben. Das spannt eine Diskrepanz auf, die sich gelegentlich schmerzhaft spürbar macht.

Mir selbst hilft es, zu wissen, dass ich mich zwischen diesen beiden Polen selbst plazieren kann, manchmal aber auch 'nachregeln' muss, wenn die eine oder andere Seite zu stark Einfluss auf mich gewinnt: Ich kenne das Gefühl auch, nehme es aber als Signal, dass ich meine Einstellungen wieder leicht überdenken muss.

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makazesca 27.06.2013, 13:43

Ich kenne das Gefühl auch, nehme es aber als Signal, dass ich meine Einstellungen wieder leicht überdenken muss.>

dieses nachregeln ,dieses überdenken müssen, fällt mir immer schwerer.

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Für mich gehört der Tod zum Leben dazu. Alles hat einen Anfang und ein Ende, auch das Leben. Leider wird der Tod von den Menschen verdrängt, und man spricht nicht gerne darüber. Ich höre oft, über den Tod spreche ich erst ganz zum Schluß. Aber der Schluß kommt für die meisten dann doch überraschend! Der Tod, die Endlichkeit unseres Lebens, kann für uns eine positive Kraft sein. Durch ihn werden wir aufgefordert, nicht so verschwenderisch und gedankenlos mit unserem Leben umzugehen. Durch ihn sollen wir uns bewusst werden, dass die Zeit zum Leben jetzt ist. Morgen schon kann es dafür zu spät sein.Ich habe mir vorgenommen, mein Leben nicht mit Sorgen, Problemen oder was könnte noch so alles kommen zu verbringen, sondern mein Leben so erfüllt und befriedigend wie möglich zu leben.Das bedeutet, jeden Tag so zu leben, als wäre er der letzte.

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makazesca 27.06.2013, 13:45

Das bedeutet, jeden Tag so zu leben, als wäre er der letzte.>

wenn du DAS erreicht hast, dann kann ich dir nur gratulieren und dich beglückwünschen, das schaffen glaube ich nur wenige menschen .

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elisabetha0000 27.06.2013, 14:50
@makazesca

Danke! Ja ich habe DAS erreicht. Aber da steckt auch eine menge Persönlichkeits-Arbeit dahinter. Lg.

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Nein, eigentlich nicht. Klar, in gewisser Weise lebe ich von Ernte zu Ernte, Lebensereignis zu Lebensereignis, aber das ist es ja nicht was du meinst. In dieser Beziehung ist für mich eher der Weg das Ziel und ich hoffe auf diesem Weg noch viel interessantes, verblüffendes, erhellendes erleben zu dürfen. An sich finde ich es sogar ganz gut das ''eigentliche Ziel'' nicht zu kennen, denn dann würde mir meine angeborene Ungeduld den Genuss dieses Weges ganz schön vermiesen. Sogar bei Ausflügen oder Wanderungen finde ich es manchmal schade jetzt am Ziel angekommen zu sein und den Weg dahin nicht angemessen gewürdigt zu haben.

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makazesca 27.06.2013, 13:48

erhalte dir diese einstellung ,ich denke so kann man wirklich grücklich werden /sein.leider ist sie nich tjedem menschen gegeben .

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bei mir ist das schon seit ich klein bin. daher meine 7 jahre im tempel. für mich ist das leben die vorbereitung auf das, was nach dem tod kommt. leider bin ich nicht sehr pflichtbewusst, aber wer weiß, ich hab ja noch ein bissl zeit :-)

nächste woche startet ein online-seminar über die Bhagavad-Gita, an dem ich über skype teilnehme. step by step...

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