Kennt ihr Bücher, in denen die Geschichte der Ernährung des Menschen zusammengefasst wird?

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3 Antworten

worin die Geschichte der Ernährung des Menschen zusammengefasst wird

Das nennt sich Anthropologie. Das kannst in Fachbüchern zu diesem Thema nachlesen. Dissertationen wären da aber schöner.

http://ernaehrungsdenkwerkstatt.de/fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/Ernaehrungsgeschichte/Evolution_Ernaehrung_Dissertation_Tobias_Lechler_Hannover_2001.pdf

bis wann war der Mensch ein reiner Pflanzenfresser bzw. Veganer ?

Der Mensch war kein Veganer, das ist ein Wunschdenken. Wissenschaftler haben sogar uralte Jagdwerkzeuge gefunden und Höhlenmalerei, welche den Menschen eindeutig auch als Jäger zeigten. Der Mensch ist ca. 5mio Jahre alt und es gibt keine Hinweise darauf, dass er sich jemals rein pflanzlich ernährte!

Danke für deine Antwort erstmal :)

Ich glaube schon, dass es diese Hinweise gibt: z.B. Der Mensch hat wie die meisten Pflanzenfresser auch Mahlzähne und keine Reißzähne wie Raubkatzen. Außerdem ist doch wissenschaftlich bewiesen, dass der Mensch das Fleisch gar nicht so gut verträgt?

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@lefinaud

Wir sind auch keine Raubkatze, sondern Allesfresser. Raubkatzen sind Räuber. Allesfresser sind Aasfresser, Kleintierfresser. Mäuse, Schweine und Hühner sind auch Allesfresser und sind auch keine Raubkatzen. Und wir alle haben Reißzähne (die Eckzähne). Beim Menschen sind die aber zurückgebildet.

Außerdem ist doch wissenschaftlich bewiesen, dass der Mensch das Fleisch gar nicht so gut verträgt?

Wo hast du das denn bitte her? Gerade Fleisch kann der Mensch gut verwerten! Der Mensch hat ein magen und einen relativ kurzen Darm (1:6). Fleisch ist Energiereich und hat eine gute biologische Wertigkeit. Unser Verdauungstrakt ist genau darauf abgestimmt. Andernfalls hätten wir vier Mägen und ein 20m Darm. Wir sind nun mal kein Rind, sondern ein klassischer Allesfresser.

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@Omnivore01

Ich bin gerade dabei, die China Study von Campbell zu lesen, worin eindeutig belegt wird, dass Fleisch unter anderem das Krebsrisiko erhöht. Ich würde mal davon ausgehen,  dass der Mensch vor der Steinzeit bzw. vor der Entdeckung des Feuers kein Fleisch gegessen hat und Milch von anderen Tieren erst recht nicht.

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@lefinaud

Das Buch ist großer Mist und steht zurecht in der Kritik! Weil dieses Buch mit der echten China-Study rein GAR NICHTS zu tun hat.

http://web.archive.org/web/20091212215855/http:/www.ctsu.ox.ac.uk/~china/monograph/

Hier hast du die echte China Study mit den echten Daten. Dort findest du diese Korrelationen nicht. Wenn ja, dann zeig mir die bitte. Weiterhin wird in der Buchform von Korrelation auf Kausalität geschlossen. Und das ist zu tiefst unwissenschaftlich. Korrelationen können auch normale Schwankungen oder Scheinkorrelationen sein. Darauf baut man keine Korrelationskette auf. Sowas lernt man in jedem Statistik-Grundkurs!

Also NEIN: Das buch belegt das eben nicht. Das Buch schreibt Sachen (Lügen), welche in der echten ChinaStudy nicht vorkommen. Sorry aber solch ein Buch stempel ich unter Propaganda ab und nicht unter seriös!

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@Omnivore01

Danke erstmal ! Ich bin zwar kein Veganer, jedoch schreibe ich gerade meine Seminararbeit über Veganismus und habe als erstes das Buch "China Study" von Campbell gelesen. Kannst du mir vielleicht en Buch empfehlen, worin "bewiesen" wird, dass der "Urmensch" ein Allesfresser war ? :)

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@Omnivore01

Ich denke, man muss da auch die unterschiedlichen Typen berücksichtigen, so wie das in der TCM der Fall ist. Da gibt es nicht für jeden Menschen dieselbe Ernährungsempfehlung. 
Es gibt durchaus Typen, die viel Fleisch und fettiges Essen vertragen, ohne dass ihr Körper darunter leidet. Ich selbst käme damit überhaupt nicht zurecht, ich mag aber auch Fleisch nicht sonderlich gerne und kann gut darauf verzichten.
Und in der Frühzeit, als die Menschen noch alles selbst machen mussten, waren die froh über jeden Bissen, den sie bekamen. Man wird sich da wenig Gedanken über Ernährungsfragen gemacht haben, abgesehen von "Wo kriege ich was her". ;-)

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@Kristall08

Hallo. Ich bin nicht so der Bücherfuchs...musst du halt in der Fachliteratur (Anthropologie) ein wenig forschen. Da findest du nämlich Hinweise auf archäologische Funde (Speere, Menschen-Fossilien) und Höhlenmalerei.Ich bin kein Archäologe ^^

hehe viel Glück in der Seminararbeit. Das Buch von Campbell würde ich da sehr kritisch behandeln.

Und vielen Dank für den Stern :-)

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@Omnivore01

 Kannst du mir vielleicht en Buch empfehlen, worin "bewiesen" wird, dass der "Urmensch" ein Allesfresser war ? :)

Das ist durch etliche Grabungsfunde bewiesen worden, Essensreste in Töpfen u.ä. Manchmal haben Leichen auch noch was Analysierenswertes im Bauch gehabt. Da müsste man sich ziemlich viele kleine Details zusammensuchen, aber frag mal Jerne79, die kennt sich aus damit.

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Um sich damit detailliert zu beschäftigen, ist ein großer Durchmarsch durch Anthropologie und Archäologie angebracht, das auch noch in verschiedenen Kulturkreisen. Es ist dazu nötig, die Entwicklungsgeschichte des Menschen zu betrachten genauso wie seine Hinterlassenschaften durch die Jahrtausende.

Natürlich kann man das auch knapp zusammenfassen:
Archäologie und Anthropologie haben nie eine Diskussion um den Menschen als Veganer oder Vegetarier angezettelt, schlicht weil anthropologisch klar ist, daß der Mensch omnivor ist und aus Sicht der Archäologen (wie ich eine bin) aus allen Zeiten Reste tierischer Ernährung vorliegen. Ohne tierische Nahrung wäre der Mensch in der letzten Eiszeit ausgestorben. Eine vegane oder vegetarische Ernährung des Menschen ist für uns kein Thema, lediglich Anhänger verschiedener Ernährungsformen führen diese Diskussion, in der Regel ohne fachliches Hintergrundwissen oder das wenige vorhandene Wissen wird plump verdreht. Was beispielsweise neuerdings Steinzeitdiät genannt wird, läßt unsereinem die Haare zu Berge stehen.

Letztlich war es aber schon immer üblich, neue Lebensweisen durch Rückbezug auf Vorfahren zu legitimisieren, auch wenn man dazu mehr Phantasie als Wissen benötigt. Beispiele dafür gibt es von der Antike bis heute. Ob man sich auf Götter bezieht, heroische Vorfahren erfindet, eine eigene Kulturgruppe postuliert oder die Ernährung des Menschen im Nachhinein verdreht, ist da letztlich auch schon wieder egal.

Liebe Vegetarier und Veganer, ernährt euch, wie ihr möchtet. Dazu müßt ihr nicht die Geschichte der Menschheit zurechtbiegen. Wer will, kann sich immerhin auf einige religiöse und philosophische Gruppen berufen.

Die "Geschichte der Ernährung des Menschen" nur in einem Kapitelchen abzuhandeln, halte ich für unmöglich, es sei denn, man nimmt höchste Oberflächlichkeit in Kauf. Ein Autor, der sich in seinem Buch dieser Unmöglichkeit gewidmet hätte, ist mir nicht bekannt.

Das Thema ist fraglos sehr interessant und fragt nach einem menschlichen Grundbedürfnis und die Befriedigung dieses Bedürfnisses im Wandel der Menschheitsgeschichte. Damit untrennbar verbundensind z. B. auch Kulturtechniken wie Ackerbau und Viehzucht. Ich selbst habe mit großem Gewinn folgendes Standardwerk gelesen:

Gunther Hirschfelder: Europäische Esskultur. Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute. 2005.

Weniger detailreich ist diese kleine Studie:

Klaus E. Müller: Kleine Geschichte des Essens und Trinkens. Vom offenen Feuer zur Haute Cuisine. 2009.

MfG

Arnold

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