Kennen Nutztiere ihre Besitzer?

16 Antworten

wenn du mit "kennen sie ihre besitzer" meinst, ob sie personen differenziert wiedererkennen, mit denen sie regelmässigen umgang haben - einddeutig ja. und du hast eindeutig die artgerecht gehaltenen schweine vergessen, sowie gänse, enten und hühner.

kamele, pferde und esel werden ja nun eher selten als nutztiere gehalten, sondern eher wegen ihrer arbeitsleistung.

und nein - es ist ihnen nicht egal, wer da ankommt. und sie mögen auch nicht automatisch jeden, der ihnen futter bringt. häufig dulden sie diese personen nur.

pferde und esel haben zudem ein phänomenales gedächtnis und können sich über jahrzehnte an personen erinnern und ob sie diesen positiv oder negativ gegenüberstehen.

Ohja. Mit Schafen, Ziegen, Pferden und Eseln habe ich eigene Erfahrungen gemacht. Zur Zeit habe ich wieder 2 Shetties von einer Freundin bei mir, weil sie sich das Schlüsselbein gebrochen hat und sie derzeit nicht versorgen kann. Die ersten zwei Tage wurde ich noch nicht begrüßt, wenn ich zu ihnen kam, mittlerweile wiehern sie mir zu - sie wissen nun, dass ich diejenige bin, die sie füttert.

Ja, die Tiere kennen ihre Betreuer genau und unterscheiden auch zwischen ihnen. Gerade bei Tieren, die nicht "everybody's darling" sind, merkt man deutlich, wie sich das Verhältnis verbessert, wenn ein neuer Betreuer erst einmal ein paar Tage "im Dienst" ist.

Grzimek hat dazu übrigens Untersuchungen angestellt, wie Pferde Menschen erkennen. Sind sie z.B. eine bestimmte Kleidung gewohnt, so kann man sie "täuschen" und sie merken u.U. erst, wenn der Mensch ganz nahe steht, am Geruch, dass es ein anderer Mensch ist.

Aber auch bei völlig Fremden entscheiden oft Aussehen, Geruch, die Art, sich zu bewegen etc. über den ersten Eindruck beim Tier

Ja, sie kennen die Leute, mit d3nen sie zu tun haben. Ein Reitschulpferd kennt teilweise sogar „seine“ Reitschüler. Zuneigung hängt allerdings nicht bei jeder Tierart von den Besitzverhältnissen ab. Ein Hund schließt sich in aller Regel „seinem“ Menschen an. Pferde dagegen haben oft zur Stallhilfe und zur Reitbeteiligung ein innigeres Verhältnis als zum Besitzer. Beim Pferd als Fluchttier hängt viel davon ab, bei wem es sich sicher fühlt.

Natürlich. Meine Stute erkennt sogar schon mein Auto. Und sie kommt wiehernd auf mich zu, wenn ich komme. Ob sie mich liebt? Keine Ahnung. Dazu müsste man erst mal Liebe definieren. ABer sie zeigt natürlich Bindung und Freude, wenn ich komme. Aber natürlich "liebt" sie mich nicht wegen meiner güldenen Locken. Ich finde es daher albern, wenn manche Pferdebesitzer von den Pferden verlangen, sie um ihrer selbst willen zu lieben.

Dasselbe gilt auch für andere Nutztiere. Nur haben die oft weniger Chancen, sich an ihre Besitzer zu binden.

Sie verbindet mit Dir etwas Positives. Und sei es eben "nur" Nahrung. Auch das erzeugt Wohlbefinden. Mehr können wir nicht erwarten von Tieren, die nicht 24/7 mit uns zusammen sind.

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@ZiegemitBock

Liebt mein Hund mich? Sie verbindet mit mir Nahrung, eine schöne Couch, Streicheleinheiten. Sie verbindet also mit mir etwas Positives.
Man kann natürlich ketzerisch fragen: Liebte Julia ihren Romeo? Oder liebte sie sein Aussehen, seine Verse, den Sex etc...
Das bringt mich also wieder zu der Frage: wie definiert man Liebe.

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@Dahika

Ja, da bin ich mit Dir ganz auf einer Linie. Wobei Hunde für gewöhnlich eine engere Beziehung zum Besitzer aufbauen als die meisten Stall- und Weidetiere. M.E.n. liegt das aber an der Menge der Zeit, die zusammen verbracht wird. Und natürlich auch am Grad der Domestikation.

Wobei es schon "schockierend" ist (aber eben auch tröstlich), wie schnell sich doch die meisten Hunde in eine neue Umgebung eingewöhnen und einem neuen Besitzer anschließen. Da wird dann schnell klar, dass man als Tierhalter oft die eigene Bedeutung stark überschätzt....

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@ZiegemitBock

Da wird viel romantisiert. Ist ja bei Menschen untereinander auch so. Wenn ein Kind die Schule wechselt, findet es ja dort auch neue Freunde und das ist gut so...

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@Urlewas

Als ich meine derzeitige Hündin bekam, war sie 3,5 Jahre und drehte fast durch, als ihre Besitzer sie bei mir ließen, es war herzzerreißend.... bis zum nächsten Tag. Da war ich der "neue Gott" (ja, Bordercolliemix halt) und konnte mit ihr ohne Leine über die Felder laufen, ab da war ich ihr ein und alles, sie wich mir nicht von der Seite. Jaja, das Stockholmsyndrom...

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Klar kennen sie. Und gute Nutztierhalter bauen auch eine Beziehung des Vertrauens zu ihren Tieren auf. Das ist vor allem dann wichtig wenn es um spezielle Pflege und die Früherkennung von Krankheiten geht.

Bei Kühen sieht man immer wieder dass sie sehr wohl zwischen Fremden und Vertrauten (Besitzern) unterscheiden können. Während die Besitzer ohne Probleme auf sie oder ihre Kälber zugehen können, werden Fremde oft angegriffen und nicht selten verletzt oder getötet.

Richtig. Ich konnte auch meinen Wildschweinkreuzungen die Ferkel wegnehmen. Auch wenn sie protestierten, so haben sie mir nichts getan - und die Sauen waren durchaus wehrhaft! (Dem Eber war's wurscht... sozusagen....)

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