Kellergeschoss/Untergeschoss zur Wohnung ausbauen?

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4 Antworten

Wohnraum setzt gem. § 41 II Wohnungsaufsichtsgesetz Mindestanforderungen voraus, die nicht erfüllt wären, wenn:

  1. die Möglichkeit des Anschlusses eines Herdes, einer Heizung, von elektrischer Beleuchtung oder elektrischen Geräten fehlt oder der Anschluss nicht zweckentsprechend benutzbar ist,

  2. Wasserversorgung, Ausguss oder Toilette fehlen oder nicht zweckentsprechend benutzbar sind oder

  3. Fußböden, Wände oder Decken dauernd durchfeuchtet sind.

Hier wird es bei Kellern meist sehr problematisch.

Ferner sind in den DV der BL weiter Standards festgeschrieben wie Größe mind. 9 qm, belichtet, belüftet (Fenster), Deckenhöhe 2,00 m u. v. m.

G imager761

Das sind nur kleine Teile der nach Bauordnungsrecht zu prüfenden Genehmigungsvoraussetzungen!! Zunächst ist die Landesbauordnung und das Baurecht einzuhalten; das Wohnungsaufsichtsgesetz ist sekundär.

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DANKEschön für die detailierte Info. Sehr Hilfreich!

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Dazu gibt es umfangreiche Bauvorschriften in der Landesbauordnung, auch im Bebauungsplan und der Stellplatzsatzung stehen dazu Anforderungen. Konkrete Antwort kann Dir nur ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser nach Kenntnis der Örtlichkeit geben.

DANKESCHÖN für die Info.

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@calimerotito

http://www.stmi.bayern.de/assets/stmi/buw/baurechtundtechnik/baybo_1998.pdf

Der Art. 47 regelt (zusätzlich zu den "normalen" Anforderungen an Aufenthaltsräume) die Dinge, die bei Kellerwohnungen zu beachten sind. Besondere Herausforderung dürfte sein:

Art. 47 Aufenthaltsräume und Wohnungen im Kellergeschoß (1) 1 Wohnungen und Aufenthaltsräume sind in Kellergeschossen zulässig, wenn die natürliche oder festgelegte Geländeoberfläche, die sich an die Außenwände mit notwendigen Fenstern anschließt, in einer ausreichenden Entfernung nicht mehr als 0,70 m über dem Fußboden liegt. 2 Ein Lichteinfall- winkel von höchstens 45 Grad zur Waagrechten ist einzuhalten. (2) ...

Außerdem sind die Belüftung und Belichtung und die Raumhöhen, die Feuerwiderstandsdauer aller Bauteile usw. zu berücksichtigen. Durch den Ausbau einer weiteren Wohnung wird sich das Gebäude vermutlich in eine andere Gebäudeklasse bewegen, also sind auch dazu Anforderungen zu beachten...

Schwarzbauen würde ich absolut NICHT empfehlen!

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@Luise

Das sind nur ein Teil der zu beachtenden Vorschriften. Hinzu kommt Stellplatzsatzung der Gemeinde, Ausnutzungsziffern (GFZ), evtl. im BPl festgesetzte Anzahl der WE pro Haus, Fenstergrößen, notwendige Nebenräume für Wohnungen (Abstell- Trockenraum etc.) Das ist alles nichts für Laien und bei GF kann man dazu sowieso keine konkreten Antworten bekommen!!

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Soweit ich weiß musst du das genehmigen lassen. Die genauen Auflagen (Raumhöhe, Schall+Wärmeschutz etc.)kenne ich nicht, da solltest du dich kundig machen.

DANKEschön für die detailierte Info. Sehr Hilfreich!

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DANKE vorab für die vielen Kompetenten Eindrücke. Mal anderstrum gefragt. Was würde mir passieren, wenn ich das einfach umbaue?? Welche Behörde kann mir da Auskunft geben? Besten DANK!

Das kann teuer werden. Bußgeld und Nutzungsverbot zur Folge haben; wenn die Wohnung vermietet ist musst Du dann dem Mieter Schadenersatz leisten, Umzugskosten bezahlen etc. Und wenn was passiert (Brand, Einsturz etc.) haftest Du für alles und die Haftpflichtversicherungen sind von ihrer Eintrittspflicht befreit.

Es geht also nicht darum, ob die Behörden was merken, sondern um die Abwehr von Schadenersatzansprüchen.

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@Seehausen

Wie muss ich das nun machen? Einen Plan einreichen, bei dem eine Nutzungsänderung beantragt wird - was kostet so etwas?

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@calimerotito

Bauantrag von bauvorlageberechtigtem Entwurfsverfasser aufstellen lassen. Der prüft dann auch, was alles gemacht werden muss und was geht!!

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