Keller als Wohnraum: Kühler Fußboden -> Schimmelbildung?

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Hallo link,

finde ich schon mal toll, dass Du Dich vorab schlau machst und mit der Thematik auseinandersetzt. Keller sind und bleiben bezüglich der klimatischen Verhältnisse problematisch. Die Möglichkeit des Kondensatausfalls mit allen unangenehmen Nebenerscheinungen besteht besonders im Sommer bzw. bei milderen Aussentemperaturen. Schauen wir uns mal die wesentlichen Punkte an:

Zur Aussen-Dämmung: Je kühler die Aussenwände, umso größer die Gefahr den Taupunkt der Raumluft zu unterschreiten. Wenn Du draussen schon alles aufbuddelst und abdichtest, dann dämm auch gleich. So hebst Du die Taupunkttemperatur an den Innenflächen der Aussenwände.

Steigende Nässe: Da ist ja - wenn richtig ausgeführt - schon alles gemacht.

Drückendes Wasser: Im Zuge der Aussenarbeiten.

Bodenisolierung:Lass es. Mit bestimmten Materialien, die auf den ersten Blick einen dämmenden effekt haben, bindest und/oder schließt Du u.U. Feuchtigkeit ein. Wenn der Untergrund es zulässt, nimm Fliesen. Dazu sollte er keine steigende Feuchtigkeit aufweisen.

Geplante Raumnutzung:Was soll in dem/den Raum/Räumen zukünftig stattfinden? In einer Waschküche fällt mehr Feuchtigkeit an, als in einem Abstellraum.

Lüftung: Der wichtigste Punkt bei der Sanierung von Räumen unterhalb der Erdgleiche. Da die vorhandene Luftfeuchtigkeit durch Lüftung abgeführt werden soll, kann es im ungünstigsten Fall bei milden bis warmen Temperaturen zu Sommerkondensat kommen. Da dieser Fall immer wieder vorkommt, habe ich eine pauschalierte Anleitung mit Beispielen mal in einem Tipp hinterlegt: http://www.gutefrage.net/tipp/richtiges-lueften-von-keller-und-souterrain

Da Du in Deinem Fall ja in der Sanierungsphase alle Möglichkeiten hast, würde ich gleich Kernbohrungen für eine Lüftungsanlage vorsehen. Leider kenne ich den Grundriss jetzt nicht, aber im einfachsten Fall (bei 1-2 Räumen) in den einen Raum die Zuluft und in den anderen die Abluft. Für die Abluft sorgt ein entsprechender Ventilator und die Zuluft übernimmt ein elektrischer Fensteröffner oder ein elektr. Zuluftventil.

Eine andere Möglichkeit ist die kontrollierte Wohnraumlüftung, je nach Raumnutzung.

Das Herzstück wird eine kleine Steuerung, die ständig die absoluten Feuchten innen und aussen vergleicht und in Abhängigkeit vom Ergebnis selbsttätig lüftet. Immer nach dem Motto: Nur lüften wenn es draussen trockner ist!

Auch wenn Du dich z.Zt. für keine der Möglichkeiten entscheidest, aber die Kernbohrungen würde ich auf jeden Fall ausführen (lassen). Rohr einsetzen, versiegeln und bis zur endgültigen Verwendung blind verschliessen.

Super Antwort und wenn jetzt noch ein Link zu der Steuerung folgen könnte und zu elektrischen Fensteröffnern, dann Danke und ..von mir ist noch ein Punkt dazu gekommen.

Ein ganz kleiner Meinungsunterschied: Ich finde, das Wichtigste ist eine Heizung, die Wärme aus den Wänden abzieht, statt umgekehrt und als neuer innenputz ein Kapillarputz, dessen Kapillaren auch die Fechtigkeit entziehen. Dieser Putz dämmt zusätzlich und die Oberflächen werden im Sommer einen Teil der Wärme reflektieren.

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@Energeizer

Super Antwort

Danke!

....wenn jetzt noch ein Link zu der Steuerung folgen könnte und zu elektrischen Fensteröffnern.....

TDL-Goette ??? (kenne ich aber leider keinen Link); arbeitet aber auf Basis des Vergleichs der absoluten Feuchten . Oder http://zila.de/index.php/de/lueftungssteuerungen/eks-13.html

Schau mal im Downloadbereich von WeWeWe.hautau.de unter Antriebe nach den Bezeichnungen Primat oder SKA20-118

Ein ganz kleiner Meinungsunterschied: Ich finde, das Wichtigste ist eine Heizung,

Eine Heizung darf natürlich nicht fehlen. Aber da im UP ja eine Beheizung der Räume ausdrücklich erwähnt wurde, bin da nicht näher drauf eingegangen. Außerdem gilt es vorrangig, den Kondensatausfall besonders im Sommer zu verhindern. Und das funktioniert mit der geeigneten Lüftungsstrategie ganz gut. Wer möchte im Sommer schon heizen?

und als neuer innenputz ein Kapillarputz, dessen Kapillaren auch die Fechtigkeit entziehen.

Das Thema "Wandbeschichtungen" ist gerade in Kellern sehr speziell und Lösungen von den Gegebenheiten vor Ort abhängig. Daher überlasse ich die Beurteilung lieber den Experten mit der Möglichkeit zur Besichtigung der Örtlichkeiten. Aber Putze mit feuchteregulierenden Eigenschaften sind sicherlich keine schlechte Wahl.

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@Yorgos

Danke für's Sternchen und auch für das nette Kompliment!

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Gibt es Möglichkeiten, die ich nicht bedacht habe?

Ja. Die Kondenswasserbildung erst gar nicht entstehen lassen. Im Winter klar wird ausreichend geheizt und, ich hoffe, richtig gelüftet.

Das Kondenswasser entsteht aber überwiegend im Sommer wenn nicht geheizt wird und der Keller entschieden kälter ist als die Außentemperatur.

Um die Bildung von Feuchtigkeit zu vermeiden ist in solchen Räumen ganz wichtig auch im Sommer richtig zu lüften.

Das heißt nur in den späten Abenstunden, den frühen Morgenstunden oder in der Nacht gründlich lüften. Am Tage Fenster zu und niemals Dauerlüften mit angekippten Fenstern.

Denn mit der Warmen Luft holt man sich die Feuchtigkeit quasi literweise in den Keller.

In z. B. 40 Grad warmer Luft können 2 - 3 Liter Wasserdampf enthalten sein der sich an dem kühlen Boden, den Wänden und Gegenständen im Keller nieder schlägt und sofort wieder in flüssiges Wasser umwandelt.

Übrigens ist zu viel Isolierung/Dämmung/Dichtung auch nicht gut.

Es gibt in manchen Ländern in Deutschland (leider haben wir 16 Länder=16 Bauordnungen !) Vorschriften die folgendes besagen:

"In Kellergeschossen sind Aufenthaltsräume und Wohnungen zulässig, wenn das Gelände, das an ihre Außenwände mit notwendigen Fenstern anschließt, in einer für die Beleuchtung mit Tageslicht ausreichenden Entfernung und Breite vor den notwendigen Fenstern nicht mehr als 0,50 m über dem Fußboden der Aufenthaltsräume liegt."

Sogenannte Soutterainwohnungen gab es früher viel, vor allem in Berlin. Sind aber verboten. Erkundige Dich erst mal. Gegen gelegentlichen Aufenthalt oder Büro ist sicher nichts zu sagen, wenn es von Euch genutzt wird. Soll der Bereich aber vermietet werden, kann es Probleme geben. Das Erdreich unter dem Keller hat etwa 10°. Insofern ist ein dauernder Kühleffekt vorhanden, den du auch nicht durch Wärmedämmung wegbekommst. Heizt du dann die Räume auf 23° auf, kann es schon zu Kondenswasser kommen wo die Luftfeuchte über 60% ist. Und das ist in Kellerbereichen meist der Fall.

Sind aber verboten.

Wo steht das?

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Solange ich die Räume selbst nutze, kann ich schlafen, wo ich will. und vor dem Fenster ein Lichtgraben bringt auch die Vorschrift weg.

Größere Probleme dürfte die Raumhöhe sein, die für Wohnräume größtenteils über 2, 40 m vorgeschrieben wird. Da könnte es sich lohnen, den Betonboden zu entfernen und einen Porenbetonboden um 40cm tiefer einzubauen, der dann auch dämmt und keine Feuchtigkeit aufnimmt . Das Mittel hieß AERO-Durit, und kostete nicht viel. Dann ohne Estrich Fliesen drauf. mir ist ein Schlafzimmer im Keller seit jeher lieber als im Dachgeschoss

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