Keinen schriftlichen Arbeitsvertrag, wie kann ich beweisen wieviel urlaub ich noch habe, mir zusteht usw.?

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4 Antworten

da ich eigentlich nicht einsehe nur 20Tg im Jahr zu haben aber die anderen (jünger) 30Tg.

Mit Deiner Überlegung hast Du Recht!

Wenn im Betrieb allgemein 30 Tage Urlaub gewährt werden, dann hast auch Du diesen Urlaubsanspruch.

Ein einzelner Arbeitnehmer (oder eine Gruppe von ihnen) darf nach dem
arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (nicht zu verwechseln mit
dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG) nicht ohne sachlichen Grund schlechter gestellt werden als die übrigen Arbeitnehmer.

Die Tatsache, dass Du keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hast, bedeutet nicht, dass Du weniger Urlaubsanspruch (z.B. nur den gesetzlichen) hättest als die übrigen Arbeitnehmer im Betrieb, weil keine Vereinbarung beweisbar ist (auf die Nachweispflicht des Arbeitgebers hat Nightstick ja schon in einem Kommentar hingewiesen).

Im Übrigen darf die Höhe des Urlaubsanspruchs nicht vom Alter des Arbeitnehmers abhängig gemacht werden (bis auf wenige ganz bestimmte Ausnahmen, z.B. höherer Anspruch für Ältere bei starker körperlicher Belastung), wohl von der Dauer der Betriebszugehörigkeit; ein altersabhängiger Urlaubsanspruch würde eine (indirekte) Altersdiskriminierung gegenüber jüngeren Arbeitnehmern darstellen.

Da du nicht angegeben hast wie viele Stellenprozente du hast, in welcher Branche du arbeitest und wie lange du tätig bist (erst dieses Jahr angefangen?) -> hier kann dir keiner helfen ohne alle Infos zu haben.

Tut mir leid, wenn die Antwort dir nicht viel bringt, aber

Warum zur Hölle würdest du für jemanden ohne Vertrag arbeiten??

Da passiert genau sowas, wie das. Natürlich kannst du keinerlei Forderungen stellen oder irgendwas verlangen, weil vorher nichts abgemacht wurde!

Ganz so ist es nicht!

Der Arbeitgeber des Fragestellers hat bereits gesetzeswidrig gehandelt, denn er hätte die Bedingungen der Beschäftigung schriftlich fixieren (und dem Arbeitnehmer mitteilen) müssen.

Rechtsgrundlage: ==> Nachweisgesetz (NachwG) vom 20.07.1995, BGBl. I, S. 946.

Der Fragesteller sollte seinen Arbeitgeber mit Hinweis auf das o.g. Gesetz auffordern, ihm die für das Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen schriftlich auszuhändigen.

Dann hat er eine Grundlage für seine Forderungen.

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@Nightstick

Dann hat er eine Grundlage für seine Forderungen.

Die hat er aber auch sowieso!

Denn er darf beim Urlaubsanspruch ohne sachlichen Grund nicht schlechter gestellt werden als die Allgemeinheit der Arbeitnehmer im Betrieb.

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wenn vertraglich nichts (nachweisbar) vereint ist, hast Du lediglich den gesetzlichen Anspruche auf Urlaubstage.

"ich sehe das nicht ein" ist ein schlechtes Argument.

Das ist schlicht und einfach falsch!

Ein einzelner Arbeitnehmer (oder eine Gruppe von ihnen) darf nach dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (nicht zu verwechseln mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG) nicht ohne sachlichen Grund schlechter gestellt werden als die übrigen Arbeitnehmer.

Wenn im Betrieb also allgemein 30 Tage Urlaub gewährt werden, dann hat auch der Fragesteller Anspruch darauf (gegebenenfalls anteilig bei Teilzeit).

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