Keine Erinnerung an Trauma

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Also per definition würde ich zumindest den Missbrauch nicht mit Sex gleich setzen.

"Vergewaltigung ist nicht Sex; denn wenn Dir einer mit 'ner Bratpfanne eines überzieht, würdest Du das auch nicht als Kochen bezeichnen." (Anonymes Zitat aus einer Selbsthilfegruppe zitiert nach Höfling/Drewes/Epple-Waigel 1999)

Demnach würde ich auch einem/r Betroffenen die Jungfräulichkeit nicht absprechen wollen.

Es kommt sehr häufig vor, dass man keine Erinnerung mehr an das Trauma hat. Bei manchen kommt die Erinnerung erst viele Jahre später zurück. Es gibt Menschen, die sich mit 30 plötzlich an den Missbrauch in der Kindheit erinnern können!

Liebe und Missbrauch schließen sich ebenfalls nicht aus. Man kann sehr wohl eine Person lieben, die einem aber körperlich oder seelisch nicht gut tut. Viele Kinder z.B. lieben missbrauchende Eltern trotzdem. Das gilt auch für so manche misshandelte Ehefrau, die ihren Mann trotz allem liebt (ob das nun krankhaft ist sei mal dahin gestellt, das ist ein anderes Thema.)

Hey, also ich weiß nicht in wie fern du das jetzt meinst. Jeder geht mit seiner Trauer und seinem Traumaerlebnis anders um, ich habe versucht so norml zu leben wie möglich und ollte es natürlich nicht wahr haben. Allerdings wird ma durch immer wieder hochkommende Bilder im Kopf, Albträume, Trigger-anfälle und vor lauter Schmerz immer wieder drn erinnert. Viele bringen sich deswegen ja auch um...aber erst nachdem sie versucht haben so normal wie möglich zu leben. Ich kenne jetzt aber keinen Fall jemanden der sich eingebildet hat noch Jungfru zu sein, allerhöchstens war es nur ein unendlicher Traum, aber man kann auch nch seinem ersten Mal missbraucht werden kommt also ganz darauf an. Das mit dem "geliebt" bezweifle ich, die Gefühle werden gemischt ganz besonders Eckel, Angst, Wut und Hass kommen hoch das richtet sich dann auch gegen den Vergewaltiger, wobi die meisten mehr Angst als Wut und Rachesucht empfinden. Aber Liebe...nein eher nicht. Ich denke bei einem Kind was von seinem Vater missbraucht wird vielleicht schon, ich weiß nicht.

Im Gehirn ist fast alles denkbar. Mal weg vom Thema "sexueller missbrauch" und hin zum Thema "Schmerzerlebnisse" im allgemeinen ( heftige Zahnschmerzen, Kopfschmerzen,... wie auch immer ) - Unser Gehirn ist in der Lage derartige "Negativerlebnisse" zügig wieder zu vergessen. Das kann jeder nachvollziehen, der sowas schon mal hatte.. Wenn das wieder weg ist denkt man von selbst eigentlich nie wieder daran, ausser man wird explizit darauf angesprochen und selbst dann kann man das eigentliche Schmerzgefühl selbst nicht mehr nachvollziehen. Gut, dass unser Gehirn "diese Funktion" hat :-) Was anderes ist es mit positiven Erlebnissen. Die bleiben im Gehirn gerne lange erhalten und man denkt auch von selbst dran ( Urlaubserlebnisse wie auch immer ) inkl. der Produktion von Glückshormonen bei diesen Gedanken. In wirklichen Extremsitution kann kein Mensch sagen, was da genau im Gehirn passiert. Ich kannte mal eine Dame, die wurde Opfer schwerster Verbrennungen. Die hatte danach keinerlei Schmerzempfinden mehr. Da hat das Gehirn komplett abgeblockt. Böse Sache, weil die sich ständig schwer verletzt hat, wenn diese natürlichen Reaktionen auf Schmerz nicht mehr da sind.

also rein theoretisch würde das bei sexuellem missbrauch auch der fall sein können?

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