Keine Bindung zum ungeborenen kind und unnatürlich starke stimmungsschwankungen?

9 Antworten

Zu allem, was hier schon geschrieben wurde, möchte ich einfach noch ein paar Denkansätze schreiben - was mir so als ersten in den Sinn kam, als ich Deinen Text gelesen habe...

- Du bist noch sehr jung und wurdest davon "überrumpelt", Mutter zu werden - selbst Frauen, die sich ein Kind wünschen, haben oft das Gefühl, keine Bindung aufbauen zu können. Das ist ganz normal, gerade beim ersten Kind. Es ist für Dich noch so abstrakt, dass Du bald Mutter sein wirst, das KANN sich vorher niemand wirklich vorstellen. Aber die Bindung zwischen Mutter und Kind ist ganz natürlich und wird sich einstellen, wenn das Kind auf der Welt ist - von ganz allein. Natürlich gibt es auch hier solche und solche Fälle, aber das sind ungelegte Eier, über die Du Dir erst Gedanken machen solltest, falls sie Wirklichkeit werden. Versuche, diese Situation auf Dich zukommen zu lassen. Ändern kannst Du es nun eh nicht mehr.

- Hast Du wirklich Angst vor dem Leben mit dem Kind oder eher davor, mit Deinem Freund, der Dich auch sehr braucht und einem Kind obendrauf überfordert zu sein? Letzteres wäre auch ohne die Problematik mit Deinem Freund eine ganz normale Angst, die wohl jede denkenden Frau hat/hätte. Lass Dich ausführlich beraten - frag beim Jugendamt nach. Es gibt SO viele Hilfen und Unterstützungsangebote für junge Familien (viele Städte bieten z.B. ein Programm namens Welcome Baby o.ä. an). Sei nicht zu stolz oder ängstlich, Hilfe zu erfragen, die doch da ist! Auch Deine Hebamme (hast Du schon eine?) kann Dir hier sehr hilfreich zur Seite stehen.

- Wie weit kann Dein Freund und können/wollen Euch Eure Familien unterstützen? Es ist ein wertvoller "Beruhigungsfaktor", wenn ihr immer eine Rückfallebene parat habt. Gerade in der ersten Zeit mit Kind geht einfach vieles drunter und drüber - da ist es schön, wenn man das Telefon in die Hand nehmen kann, und Oma geht mit dem Kleinen eine Stunde spazieren, damit Mama und/oder Papa einfach mal schlafen können.

- Und wie auch schon geraten: Sprich auf jeden Fall mit Deinem Psychologen über Deine Ängste! Warum sollte er Dich direkt einweisen? Jede schwangere Frau macht sich 100000 Gedanken und hat Sorgen und Ängste - auch ohne depressiven Hintergrund. Und auch die Zeit nach der Geburt schmeißt einen in ein totales Hormonchaos, was kombiniert mit dem zu erwartenden Schlafmangel auch kein Zuckerschlecken ist. Lass Dir auch hier kompetent helfen! Sprich alle Ängste an - auch die vor einer Einweisung. Nur bei den Dingen kann Dir geholfen werden, die Du auch beim Namen nennst.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und alles Gute! 


Etwa sechs bis zwölf Prozent aller Frauen leiden während der Schwangerschaft unter depressiven Verstimmungen oder Depressionen. Frauen, die auch sonst an Depressionen leiden, sind während der Schwangerschaft noch anfälliger.

Wenn deine Beschwerden über die üblichen Stimmungsschwankungen, verursacht durch die veränderten Umstände, die hormonelle Umstellung und  Wechselwirkung mit anderen Beschwerden (Müdigkeit, Sodbrennen), hinaus gehen, brauchst du gegebenenfalls Hilfe.

Jede Frau muss für sich herausfinden, was ihr Energie und Kraft gibt. Für die einen sind es Entspannungsübungen, für die anderen sind es Spaziergänge im Wald oder Treffen mit Freund/innen.

Bedenklich wird die Situation dann, wenn das soziale Umfeld fehlt. Wenn man merkt, man leidet zunehmend an Stimmungsschwankungen und Motivationsverlust, hat aber keine Bezugsperson, mit der man darüber sprechen könnte, sollte man eine Beratung in Betracht ziehen. Beratung kann neue Perspektive aufzeigen, helfen Ressourcen zu finden und neue Handlungsmuster zu entwickeln.

Da sind dein Frauenarzt oder deine Hebamme deine Ansprechpartner. Auch z.B. die pro familia kann dir helfen.

Schau auch mal unter http://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/

Arbeite auf jeden Fall mit deinem Hausarzt und Psychologen/Psychiater zusammen.

Wahrscheinlich macht sich jede Frau auch bei einer ungeplanten Schwangerschaft Gedanken, zwar hilfreiche, aber jetzt ggf. riskante Medikamente nicht zu nehmen.

Ob aber das möglich und sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden. Meist ist aber eine niedrig dosierte Behandlung mit einem einzelnen, bisher bewährten Psychopharmakon sinnvoller als einfach nichts zu tun.

Denn man muss nicht nur das "Während", sondern auch das "Danach" bedenken. Wenn also eine Mutter nach der Entbindung plötzlich ohne medikamentösen Schutz erkrankt, was ohnehin eine heikle Phase darstellt, dann muss man sich einmal die möglichen Konsequenzen vorstellen, die hier für das Kind drohen.

Alles ist auf die "bösen Medikamente" fixiert. Doch was diese zu verhindern in der Lage sind, denn das Leben geht ja über Schwangerschaft und Entbindung hinaus, steht den wenigsten klar vor Augen, zumal es ja auch noch meist verheimlicht wird: Die Folgen beispielsweise von Depressionen, manischer Hochstimmung, schizophrener Psychose, Suchterkrankung u.a. nach der Geburt schädigen möglicherweise das Kind mehr als die niedrigst-mögliche Dosis der fortlaufenden Erhaltungstherapie unter der Schwangerschaft - und natürlich darüber hinaus.

Ich wünsche dir alles Gute!


Hab Verständnis für dich selbst.

Es gibt so manche Frauen, den es schwer fällt in der ss eine Beziehung aufzubauen.
Allein das du dich darum sorgst, zeigt aber schon, dass du nur das Beste für dein Baby möchtest.

Die Hormone momentan machen deine Gefühlslage momentan wahrscheinlich besonders schlimm. Die pendeln sich nach der Geburt aber wieder ein.

Gehe ruhig zu deinem Psychologen. Du kannst nicht gegen deinen Willen in eine Psychiatrie gebracht werde, nur wenn Gefahr für dich oder andere ausgeht (z.B. Selbstmordgedanken). Sollte es dir so schlimm gehen, wäre ein Aufenthalt wahrscheinlich aber auch entlastend. Wenn es dir noch nicht so schlecht geht, ist es nur ein positives und sehr verantwortungsbewusstes Verhalten, wenn du dich an deinen Psychologen wendest und dessen Hilfe annimmst. Sprich dort ruhig gleich deine Sorge mit der Psychiatrie an und überlegt welche anderen Optionen es gibt. Oftmals hilft es ja schon, wenn man die Sorgen irgendwo lassen kann.

Medikamente kannst du wahrscheinlich während der ss gegen Schizophrenie etc nicht nehmen. Sollte diese nach der Geburt aber ausbrechen kann dir gut geholfen werden. Du bist noch Jung und damit stehen die Chancen gut, das wieder in den Griff zu bekommen.

Zudem gibt es ganz viele Gruppen für junge Mütter oder Mütter mit psychischen Störungen etc., die dir weiter helfen können!

Infos bekommst du bei einem Beratungsgespräch bei ProFamilia, der Psychiatrie oder vielleicht auch deinem Psychologen.

Solltest du nach der Geburt auch noch Schwierigkeiten haben eine Beziehung aufzubauen, kannst du in einen Frühförderungskurs dafür gehen. Dort wird gezielt daran gearbeitet.

Viel Glück für dich!!

Konnte nie eine Bindung zu meiner Mutter aufbauen, das belastet mich sehr

Ich (m, 24) habe ein Problem mit meiner Mutter. Zu ihr habe ich nie so was wie eine Mutter-Sohn Beziehung aufgebaut. Ich komme mit ihr zwar recht gut aus & kann meistens normal mit ihr reden, aber es war mir nie möglich eine Verbindung zu ihr zu entwickeln. So was wie "Mutterliebe" hatte ich nie erlebt. Schon in meiner Kindheit war das so, die habe ich fast komplett bei meinen Großeltern verbracht bzw. bei meinem Opa nachdem meine Oma starb.

Meine Eltern mussten auf ausdrücklichhes Verlangen von meinem Opa der sehr katholisch war, heiraten weil ich unterwegs war & meine Mutter war damals noch nicht reif für ein Kind und die Heirat, im Nachhinein glaube ich dass das unser Verhältnis zerstört hat. Schon als ich ein kleines Kind war haben sich meistens Oma und Opa oder mein Vater allein bzw. abwechselnd meine Onkel um mich gekümmert während meine Mutter entweder zuhause saß oder irgendwo unterwegs war - Stichwort Partyleben und so in Bars... Es war eig. hauptsächlich mein Opa der sich um mich gekümmert hat nachdem dann auch meine Oma gestorben ist.

Sie konnte mit mir schon als Kind nichts anfangen & das zieht sich bis heute durch, ich bin bei ihr immer der Typ der alles kaputt macht oder der Sündenbock, wenn was ist war immer ich für sie schuldig, egal bei was. Es ist zwar möglich mit ihr "normal" zu reden aber es kommt nichts rüber. Sie ist einfach eine Frau für mich die zufällig meine Mutter ist.

Zu meinem jüngeren Bruder hat meine Mutter ein ganz anderes Verhältnis, er ist ihr ein und alles aber er war auch ein geplantes Kind & wurde geboren, als sie ein paar Jahre älter und "reifer" war. Sie lässt ihm sogar kriminelle Handlungen durchgehen, beschönigt alles - unvorstellbar. Es ist für sie nahe Weltuntergang dass mein Vater ihn aus dem Haus warf nachdem er wiederholt tätlich wurde...

Ich merke nachdem ich lange Zeit kaum darauf achtete mittlerweile intensiv dass bei mir was fehlt & weiß als selbst nicht wie ich damit umgehen kann. Seit mein Opa bei dem ich bis zu deinem Tod immer viel Zeit verbracht habe & der mir die Mutterrolle so gut er konnte ersetzen konnte vor 2 Jahren gestorben ist, fühle ich mich trotz meiner Freundin die ich sehr liebe und die immer für mich da ist & einem tollen Freundeskreis sowie meinem Onkel und meinem Vater oft ziemlich haltlos weil mein Opa fehlt & ich meine Mutter menschlich eigentlich gar nicht kenne bzw. keine Gefühle für sie habe!

Sie ist eine schwierige Persönlichkeit. Wir haben eher ein Verhältnis wie Nachbarn oder Kollegen aber nicht wie Mutter und Sohn. Wir streiten uns nicht (ich habe eine eigene Wohnung) aber wir sind auch nicht herzlich zueinander. Die Stimmung ist eher winterlich. in meinem Leben fehlt einfach was!

Was meint ihr dazu? Es belastet mich dass ich einfach zwar eine Mutter habe, aber überhaupt keine Bindung besteht erst recht nachdem mein Opa starb. Ich weiß als nicht wie ich damit umgehen kann.

Danke für jede Rat!

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