Keine Bezugspersonen im Leben?

3 Antworten

Hey Anastasialina

Zuerst einmal Hut ab, du scheinst heute bereits vieles gemeistert zu haben. Die offensichtliche 'Lösung' wäre natürlich, schnell neue Freundinnen und Freunde zu suchen und dich deinem Freund zu öffnen. Klingt zu einfach und zu schön? Ist es möglicherwise auch.

Was du beschreibst sind negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, die dein persönliches Bild über menschliche Beziehungen geprägt haben. Jeder Mensch hat ein gewisses Bild bzw. Vorstellungen und Erwartungen darüber, wie Beziehungen zwischen Menschen funktionieren. Je nach Erfahrung stärken wir unser Vertrauen oder bauen automatisch "Schutzmechanismen" auf.

Diese finden sich besonders auch auf einer zweiseitigen Ebene wieder: Nähe und Distanz. Zum einen wirst du wahrscheinlich in einer Situation sein, in welcher du gerne mehr Nähe spühren würdest. Sei es durch deinen Freund oder andere Bezugspersonen. In Extremfällen kann das dazu führen, dass man sich an Personen klammert oder sich selbst sehr stark an ander anpasst.

Gleichzeitig haben dich deine Erfahrungen leider "gelehrt"(falsches Bild vermittelt), dass man bei Beziehungen aufpassen muss, da man dort stets heruntergemacht oder verletzt wird. Das wiederum gestaltet es deutlich schwieriger, sich anderen Menschen zu öffnen und Vertrauen zu schaffen.

Solltest du neue Freundschaften eingehen wollen, besteht also das Risiko, dass du dort ähnliche Herausforderungen erlebst wie aktuell bei deinem Freund oder deiner Familie. Solltest du das befürchten, versuch es mit folgendem:

In gewissen Fällen kann man versuchen, sich mit Übungen und aktiver Reflexion sein Verhalten in die gewünschte Richtung zu lenken. Da du allerdings gleich mehrere solche Erlebnisse hattest, kannst du dir einmal überlegen, ob mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten sprechen möchtest. Diese sind wie Ärzte für die Seele und es ist keines Wegs schlecht, sie zu besuchen. Im Gegenteil! Viel mehr können sie dich dabei begleiten, dich selbst besser zu verstehen und z.B. einfacher Vertrauen in deinen Freund oder neue Freunde zu legen, ohne, dass du dich unwohl und angreifbar fühlst.

Sprich zudem bestenfalls offen mit deinem Freund über deine Erfahrungen, damit dieser in Zukunft deine Denkweisen besser versteht und dich untersützten kann.

Was du konkret von dieser Antwort herauslesen kannst:

  • Du hast bisher eine unglaubliche Stärke gezeigt, die dir niemand mehr wegnehmen kann
  • Sprich offen mit deinem Freund über deine Gedanken. So wird auch er dich besser verstehen können, dich unterstützen und vor allem gewinnst du einen Ansprechpartner für deine Gedanken
  • Probiers mit einem Therapeuten. Das Stigma ist schon längst gefallen und es kann nachweislich positive Effekte haben, sich auch um die mentale Gesundheit zu kümmern. So kannst du vergangenes besser verarbeiten und Zuversicht für zukünftige platonische wie auch romantische Beziehungen schöpfen.

Natürlich kannst du schon jetzt wie auch später deine Augen offen halten und neue Freunde kennenlernen. Auch diese können dabei helfen, Spass im Leben zu haben und sich auszutauschen.

Liebe Grüsse und viel Erfolg auf deinem Weg

Dien Rayan

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎ ‏‏‎

Das was du sagst trifft es auf den Punkt ich kann dir nirgends widersprechen. Ich glaube auch eine Therapie wäre momentan der einzig richtige Weg. Danke dir viel Mals!!

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@anastasialina

Liebe anastasialina

Vielen Dank für dein nettes Feedback. Das ist sehr ermutigend und freundlich. Weiterhin viel Kraft & Erfolg.

Rayan

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Lass die Vergangenheit in der Vergangenheit

Damit möchte ich nicht sagen dass du mit deinen Eltern über alles reden solltest

Versuche aber neue Leute kennenzulernen anstatt Angst vor Ihnen zu haben

Ich weiß hört sich einfacher an als getan aber

Du machst die Entscheidungen und die Entscheidungen machen dich

LG

Eine fremde anonyme Person finden der du alles erzählen kannst und die Person auch hilfreich antwortet und alles für sich behält

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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