Kein Sex in der Partnerschaft seit der Zeugung?

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9 Antworten

Für eine frischgebackene Mutter hat sich ihr Alltagsleben schlagartig verändert.

Nicht nur die Hormone spielen verrückt (und wie man weiß ist eine gescheite Dosierung der Hormone wichtig für die Libido).

Auch mit den Folgen der Geburt hat Frau zu kämpfen, egal ob das Kind vaginal oder via Kaiserschnitt auf die Welt kam. Beides hat mehr oder weniger starke Folgen auf das Empfinden der betroffenen Körperregion (edit). Bei beiden Varianten kann Gewebe geschädigt werde (und somit auch die eigentlich dort verlaufenden Nerven). Bis sich dort in dem Bereich dann wieder alles soweit normalisiert hat kann eine individuell lange Zeitspanne vergehen (oder aber es ist ein dauerhafter Zustand für den Rest des Lebens).

Zusätzlich die äußere Veränderung des weiblichen Körpers. Hormonschwankungen wirken sich ja schon so im Alltagsleben auf den eigenen Körper und die Wahrnehmung des eigenen Körpers aus. Durch die beendete Schwangerschaft und damit die Veränderung im Hormonhaushalt nimmt Frau ihren Körper unter Umständen noch kritischer wahr als sonst. Gedanken a la "Er kann meinen Körper unmöglich noch attraktiv finden, mit all diesen Makeln"  kratzen enorm am Selbstbewusstsein und hemmen einen.

Hier hilft es, wenn der Partner einem häufig sagt das er einen liebt, das er dieses und jenes am Körper liebt, das er seine Liebe/ Zuneigung/ sein Begehren auch zeigt durch Streicheleinheiten - eben durch das bewusste Auseinandersetzen mit dem Körper des anderen. Alles im Rahmen dessen was die Frau denn schon bereit ist zuzulassen, ohne sie zu bedrängen.

Denn schlimm ist es (für beide, für die Partnerschaft an sich) wenn die Frau sich irgendwann genötigt fühlt "ihrem Partner zuliebe" Sexualität zuzulassen obwohl sie sich einfach noch nicht wirklich bereit fühlt, sich nicht vollends fallen lassen kann. Das käme einem Selbstbetrug gleich und somit wäre es auch sicherlich nicht wirklich befriedigend für das Paar gemeinsam.

Weiter im Text... Der Alltag.

Da ist ein Baby, ein hilfloses kleines Wesen dessen Bedürfnisse rund um die Uhr gestillt werden wollen. Heißt im Endeffekt, spätestens alle 3 Stunden (ein paar Wochen/ Monate später alle 4 Stunden) füttern und anschließend die übliche Pflegeroutine des Babys (Windel wechseln, etc). Das bedeutet also das die Mutter (die "in der Regel" am ehesten dies erledigt) über lange Zeit keinen geregelten Schlaf mehr bekommen kann, ihren Alltag komplett umgestalten muss um nebenbei dennoch leistungsfähig genug zu sein (beruflich/ privat/ als Mutter/ als Partnerin). Dies kann enorm schlauchen. Und dann ist die Zeit in der das Baby endlich schläft enorm kostbar. Endlich Haare waschen, sich pflegen, dieses oder jenes Wichtige im Haushalt erledigen, dem Hobby nachgehen, entspannen, oder einfach nur noch schlaaaaaafen wollen.

Die Bedürfnisse von sich selbst, von dem Partner und von dem eigenen Kind in Einlang zu bringen, zusätzlich noch die Erwartungen von der Außenwelt so gut wie möglich zu erfüllen... das ist nicht einfach. Ein Hoch auf jene, die ein großes gut funktionierende soziales Netz haben. Wo die Umgebung Verständnis und Hilfsbereitschaft zeigt.

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Kommentar von KlausEdgar
16.03.2017, 01:40

Was du schreibst, ist gut nachvollziehbar. Meistens bleibt die Babypflege ja an der Frau hängen. Andererseits: willst du vom Kindsvater, der ja schließlich morgens fit für die Arbeit sein muss, verlangen, dass er nachts alle 3 Stunden aufsteht, um das Baby zu versorgen?

Meine Tochter und ihr Ehegatte haben das ganze so gelöst: beide haben gleichzeitig ½ Jahr Elternschaftsurlaub genommen und die nächtliche Kindversorgung geteilt.

Das hat sicherlich eine Menge zur ehelichen Harmonie beigetragen, jedenfalls machen die beiden auf mich einen sehr verliebten Eindruck. Aber ich würde mich nicht trauen, sie nach ihrem Sexleben zu fragen.

Damals, 1988, als unsere Tochter zur Welt kam, gabs den Elternurlaub ja noch nicht.Das hätte vllt. unsere Beziehung gerettet...

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Vielen Frauen fühlen sich nach der Entbindung weniger begehrlich. Da gibt es dann das eine oder andere Pölsterchen, Dehnungsstreifen, vielleicht eine Narbe vom Kaiserschnitt, vielleicht einen Dammschnitt o.ä.

Viele kommen dann auf den Gedanken, der Mann wolle nur noch zu seiner eigenen Triebbefriedigung mit ihr ins Bett.

Dazu kommt noch die Belastung aus der Umstellung im Familienleben.

Hier kannst du als Mann entweder schmollen und dich gekränkt zurückziehen oder du kannst hergehen und das Familienleben aktiv gestalten, so dass sich deine Frau nicht nur als Mutter sondern eben als Frau wiederfinden kann.

Sei Vater und Liebhaber. Beschränke dich aber nie auf die Rolle des Versorgers. Fange damit schon während der Schwangerschaft an, höre auch in der enthaltsamen Zeit nach der Geburt nicht auf und unterstütze deine Frau bei allem wo du kannst.

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Kommentar von Filou2110
01.03.2017, 00:31

Das ist die perfekte Antwort.

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Kommentar von GoodFella2306
01.03.2017, 06:10

Das klingt zwar im ersten Schritt vielversprechend, doch leider wollen sich viele Frauen in einer solchen Situation gar nicht mehr mit der Problematik an sich auseinandersetzen. Da wird das ehemals intensive sexuelle Verlangen der Partnerin, welches vor der Empfängnis ja häufig sehr deutlich spürbar war, einfach als nicht existent deklariert und ignoriert, so als habe es nie stattgefunden. Und jeder Versuch des Mannes, ebenbürtig und gleichberechtigt über dieses Thema zu sprechen, wird regelmäßig nur als Versuch des Mannes gewertet, die Frau wieder in eine vögelbare Position zu versetzen. Und selbst nach teilweise Monaten oder Jahren ist es weder möglich, über dieses Thema produktiv und zielgerichtet zu reden, geschweige denn dass ich von ganz alleine wieder eine natürliche Erotik einstellt.

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Eine Frau, die ein Kind erwartet hat das ja nunmal im Bauch und sie hat natürlich auch Lust, doch es ist irgendwie so, als wenn man nicht nur Sex vor dem Kind hat, sondern es ganz nah dabei ist. Dann ist man voller Sorge, auch dann, wenn man in einer sicheren Partnerschaft ist. Man möchte auch kein Risiko eingehen, denn wer weiß schon, ob die Stöße dem Kind nicht schaden. Hinzu kommt irgendwann die fette Wampe und man watschelt wie eine Ente und fühlt sich nicht gerade attraktiv und man möchte ja auch respektvoll als eine schwangere Frau behandelt werden und nicht als geiles Stück. Man sieht den ganzen Tag ungesicherte Steckdosen und nimmt die Gedanken daran mit ins Bett und man´möchte ja auch keine Mitleidsnummer.

Wenn denn dann das Kind da ist, ist man völlig überfordert, der vorher prall gefüllte Bauch ist schlaff, man ist müde und hat nur noch Babynahrung und Windeln im Kopf. Man möchte das Kind dann auch so fördern, damit es nicht wie klein Doof heranwächst und die bösen Bakterien müssen auch noch so nebenbei getötet werden.

Dann ist die ein oder andere Frau vielleicht auch nicht so wirklich über den Nachwuchs erfreut und möchte doch bitte dem Mann, der das verursacht hat nicht noch Tür und Tor öffnen, soll der anderen Schaden zufügen und man findet Männer, die Kondome benutzen toll oder sollen die doch zum Zug kommen, denn den Schaden hat ja schon ein Anderer angerichtet.

Und dann noch die Hormone... Es reicht doch bitteschön, dass man ewige Zeiten Pillen jeden Tag geschluckt hat und dann produziert der Körper die auch noch selbständig. PMS-geplagte Frauen und deren gebeutelte Männer können ein Lied von hormonellen Schwankungen singen, fliegen da doch schon mal Messer, weil man Blumen mitgebracht hat.

Instinkte sind ganz schlimm und die Frau möchte ein Nest herrichten und meine Mama hat immer kurz vor den Geburten einen unbändigen Drang gehabt die Gardinen zu waschen und sich halsbrecherisch auf die Leiter begeben.

Und ungesicherte Steckdosen können so gefährlich sein, wer denkt da schon ans Poppen?

Und bitte erstmal gut informieren, was man denn nun essen darf und wieviel, damit das Kind nicht im Bauch unterversorgt ist. Pommes mit Mayo aus der Pommesbude können die Plazentaschranke durchbrechen und schlimme Hirnschäden hervorrufen und bloß kein Mettbrötchen und Gemüse und kurz gegart und noch besser gedämpft und ob die Möbel des Kinderzimmers rechtzeitig geliefert werden?

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Kommentar von 0ttoM
01.03.2017, 16:01

Die Punkte, die Du schreibst sind so gut nachvollziehbar. Doch wäre ich da ja nie selbst drauf gekommen. Bin halt ein Mann :-) Vielen Dank für Deinen guten Text. Das öffnet die Augen :-)

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Vorallem das der Partner so bleibt wie er vor der Schwangerschaft und Geburt etc war. 

Mein Mann hat sich während der Schwangerschaft total zurückgezogen, und mir bleibt nur noch die Mutterrolle, und die des Spielzeugs für die männliche Triebbefriedigung. 

Die Leidenschaft verschwindet einfach häufig..Und die Zweisamkeit leidet am Anfang so oder so. 

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Kommentar von KlausEdgar
16.03.2017, 02:17

Das sehe ich aber ein bisschen anders. Vor der Geburt unserer Tochter hatten wir den besten Sex ever, ihr Kugelbauch, ihre großen Brüste - das hat mich total angetörnt. Und sie spürte meine Lust auf sie, was sie wiederum total heiß machte. Aber nach der Geburt war auf einmal alles komplett anders. Ich hab versucht, das alles zu verstehen und Rücksicht auf meine Liebste zu nehmen. Aber nach einem Jahr ohne Sex war es mit meiner Geduld einfach am Ende. Wenn sich alles nur noch ums Kind dreht, hast du irgendwann den Kaffee auf und du fängst an, dich zu fragen, was mach ich hier eigentlich noch? Die Kohle ranschaffen und dir abends das Gemaule anhören, was Madame wieder für einen anstrengenden Tag hatte mit Kind im Schwimmbad, Kaffee saufend und mit Schwestern plappernd?! Ich hab in der gleichen Zeit 70.000 km im Jahr im Flieger zugebracht, von einem Kunden zum nächsten, um die Brötchen ranzuschaffen und die Familie am Kacken zu halten. Irgendwann kam ich mir nur noch wie ein Idiot vor.

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Also derzeit fehlt einfach nur die Zeit!

Man ist froh, dass man durch den Schlafmangel einfach nur durch Tag und Nacht kommt.

Weitere Hintergründe hat's nicht. Zumindest nicht bei uns.

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Kommentar von 0ttoM
01.03.2017, 16:09

Danke für den Beitrag. Dann gibts ja vielleicht Vorfreude auf "bald mal mehr Zeit haben" :-)

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Dass die Lust am Sex bei der Zeugung schon nachlässt, ist mir neu. Ich habe dies erst nach der Geburt und in der Stillende erlebt.Das waren schlimme Zeiten für mich als Mann und führte, nachdem sich auch nach über einem Jahr zwischen meiner Freundin und mir im Bett nix mehr abspielte, nach und nach zum Zerfall unserer Beziehung.

Es gibt etliche Erklärungsversuche seitens der Frauen, vornehmlich die Hormonumstellung. Kurz nach der Geburt hab ich das ja auch noch glauben mögen, aber nach über einem Jahr konnte ich das meiner Freundin nicht mehr abkaufen. Wie die legendäre "Migräne".

Jedenfalls fing ich irgendwann an, fremd zu gehen, und das war der Anfang vom Ende unserer Beziehung...

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Kommentar von Rockige
01.03.2017, 00:30

Leider ist es keine Mär. So viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Je nach eigener Lebenssituation, je nach sozialem Umfeld, je nach Charakter der beiden Partner, je nach deren Zusammenhalt und Kommunikationsbereitschaft (miteinander) gibt es enorme Unterschiede von Paar zu Paar.

"Nach über einem Jahr"... Ein Kind ist innerhalb des ersten Lebensjahres noch lange nicht aus dem Gröbsten heraus. Die Alltagssituation verändert sich mit der Entwicklung und mobilität des Nachwuchses. Wenn dann die Routine Einzug hält, das Paar füreinander kaum Zeit finden konnte im Laufe der Monate, sich beide Seiten in keinster Weise verstanden und unterstützt fühlen, kann dies zur emotionalen Entfremdung führen. 

Es sind also tatsächlich viele Faktoren die dort einfließen können, die beide Partner durch ihr Verhalten beeinflussen.

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Kommentar von 0ttoM
01.03.2017, 16:04

Es tut mir Leid für Euch. 

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Mein dringender Rat:

Nicht heiraten! Sexentzug ist der Anfang vom Ende. Und dann wird womöglich noch abkassiert ohne Gegenleistung. 

Die Frau hat ihr Kind, ihre finanzielle Sicherheit und der Mann kann entsorgt werden.

Männer tun gut daran, sich niemals in die Ehefalle zu begeben. 

Eine Partnerschaft mit Partnervertrag hat deutlich mehr Vorteile und weniger Risiken als eine Ehe mit Ehevertrag. 

Die Ehe ist ein überholten Konstrukt aus vergangenen Zeiten. Die Ehe kann den wirtschaftlichen und seelischen Ruin bedeuten. Seid gewarnt! 

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Kommentar von Filou2110
01.03.2017, 11:17

Was hat das jetzt mit der Frage zu tun?

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Das höre ich auch immer. Paare die keinen Sex mehr haben. Jahrelang! Und dann heulen die rum, weil ihr Mann fremdgeht. Ich finde, solche Paare sollten sich trennen. Machen sie aber nicht.

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Der sicherste Weg diese Situation zu vermeiden ist ganz offensichtlich:

Aufs Kinderkriegen verzichten!

Alles andere ist Prinzip Hoffnung.

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Kommentar von 0ttoM
01.03.2017, 16:07

Sachlich gesehen richtig. Meine Wahl: Prinzip Hoffnung. Mal sehen, was das Leben zu bieten hat :-)

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