Kein Mietvertrag abgeschlossen - Vermieter verlangt nach Auszug komplette Monatsmiete

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8 Antworten

Hier besteht unstrittig immer noch ein mündlicher Mietvertrag, der durch deinen Auszug Mitte November nicht beendet ist. Mündliche Mietverträge unterliegen ganz allgemein den Bestimmungen des BGB, weil schriftliche Klauseln nicht vorgewiesen werden können. Daher kann dieser noch geltende Mietvertrag nur durch ordentliche bzw. außerordentliche Kündigung durch eine der Parteien oder durch Vertragsauflösung rechtswirksam beendet werden. Auch wenn der MV nur mündlich existent ist, müssen Kündigungen und Vertragsauflösungen schriftlich erfolgen.

Ein Gang zum Rechtsanwalt ist für dich kostenintensiv und führt nur zu gleichen Feststellung. Dein Vermieter würde im Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Sicherheit obsiegen. Dann bezahlst du die Mietschulden, den Rechtsanwalt des Vermieters die Gerichtskosten und ev. deinen Anwalt. Der Streitwert beträgt eine Jahresnettomiete - deine Kosten können leicht auf 1500-2000€ anschwellen. Halte dich an @anitari.

Da ist der Vermieter aber allen Ernstes im Recht.

Er könnte sogar noch weiter Miete von Dir verlangen.

So lange bis das Mietverhältnis durch ordentliche und schriftliche Kündigung Deiner- oder Seinerseits beendet ist.

Denn Durch Deinen Einzug und der 1. Mietzahlung ist ein wirksamer mündlicher Vertrag zustande gekommen.

Dieser ist genau so bindend wie ein schriftlicher.

Mit nur einer MM kommst Du noch gut weg.

Mach einen schriftlichen Aufhebungsvertrag zum 31.12. mit dem VM und zahl die 1 MM, dann bist Du auf der sicheren Seite.

Ich Frage mich nun, ob er im Streitfall rechtlich gegen mich vorgehen könnte. So wie ich das sehe, bin ich auf der sicheren Seite, da er nichts Schriftliches gegen mich in der Hand hätte. Aber ich würde mir trotzdem sehr gerne eure Meinungen zu diesem Sachverhalt einholen :-)

1. Mietverträge sind auch mündlich wirksam, es muss jedoch immer schriftlich gekündigt werden.

§ 568

Form und Inhalt der Kündigung

(1) Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form.


  1. Du meinst zwar er hat nichts schriftliches, jedoch gibt es bestimmt fpr Deinen Einzug Zeugen und damit hat er Dich am Haken.

Bin Mitte November ausgezogen und habe dem Vermieter die Schlüssel hinterlassen.

Nur weil man den Schlüssel hinterlässt, endet nicht das Mietverhältnis.

Du musst schon schriftlich kündigen und die Kündigungsfrist einhalten.

Oder Du stellst Dich stur und musst mit Mahnbescheid, einem gerichtlichem Verfahren und hohen Kosten rechnen.

Soweit so gut - nun verlangt der Vermieter aber allen Ernstes noch die Dezembermiete von mir, obwohl wir keinen schriftlichen Mietvertrag abgeschlossen haben.

Zahle und sei froh, dass es nur 1 Monat ist.

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Grundsätzlich bedürfen Mietverträge nicht der Schriftform. Allerdings gilt bei einem mündlichen Mietvertrag das BGB und die dort geregelte Kündigungsfrist von 3 Mon. (BGB §573 c). Die Kündigung hat immer in schriftlicher Form zu erfolgen. Ein Auszug beendet kein Mietverhältnis - sondern nur die Kündigung. Persönliche Gründe rechtfertigen auch keine außerordentliche bzw. fristlose Kündigung. Insofern hat der Vermieter hier durchaus Chancen seine Ansprüche durchzusetzen.

Bei einem möblierten Zimmer, das sich außerdem in einer vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung befindet ist die gesetzliche Kündigungsfrist wesentlich kürzer. Falls dies der Fall ist, schreib was dazu!

Erstmal vielen Dank für deine Antwort! Das Zimmer war tatsächlich möbiliert, aber der Vermieter hat das Haus nicht bewohnt

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@Damien86

Das Zimmer war tatsächlich möbiliert, aber der Vermieter hat das Haus nicht bewohnt

Dann kannst Du heil froh sein das er nur 1 MM verlangt.

Also schnell Aufhebungsvertrag zum 31.12. machen.

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Ihr habt einen mündlichen Mietvertrag und da gelten gesetzliche Regelungen. Etwas schriftliches braucht der Vermieter nicht, daß du da gewohnt hast, ist Beweis genug, daß ein Mietvertrag vorgelegen hat.

http://www.mietrecht-neu.de/untermiete/kuendigung.html Hier steht etwas zu den Kündigungsfristen, das gilt abe nur für Untermiete. Um mehr zu sagen, müßte man wissen, wie das mietverhältnis genau ausgesehen hat und wer der Vermieter ist. Ist er Eigentümer der Wohnung oder Hauptmieter?

Hier steht etwas zu den Kündigungsfristen, das gilt abe nur für Untermiete.

Auch bei sog. Untermiete gilt das Mietrecht. Die im Link genannte sehr kurze K-Frist gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Ist er Eigentümer der Wohnung oder Hauptmieter?

Spielt keine Rolle.

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@anitari

stimmt, es kommt doch auf die Möblierung an, das hab ich glatt überlesen.

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@bigsur

es kommt doch auf die Möblierung an

Nicht nur darauf.

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ein Mietvertrag kann auch mündlich oder wie in deinem Fall durch Einzug in die Wohnung/Zimmer ohne schriftlich Vereinbarung zum Tragen kommen.

und wie stehen die Chancen des Vermieters wenn er z.B. gegen mich vor Gericht ziehen will? Er hätte ja keinen schriftlichen Beweis und es würde mm auf Aussage gegen Aussage hinaus laufen

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@helmutgerke

Der Vermieter kann das Mietverhältnis durch die Vorlage der Kontoauszüge oder Quittungen bez. Deiner Mietzahlungen nachweisen.

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@Damien86

Er brauht keinen schriftlichen Beweis, daß du dort gewohnt und Miete bezahlt hast, ist Beweis genug, daß ein Mietverhältnis vorgelegen hat

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Du hast einen mündlichen Mietvertrag geschlossen und der ist genauso rechtsgültig wie ein schriftlicher. Belegbar durch Mietzahlung und Schlüsselübergabe. Damit gelten (soweit es sich nicht um ein möbliertes Zimmer handelt) die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten. Abgesehen davon bist du, so wie ich deinem Text entnehme, einfach ausgezogen ohne schriftlich zu kündigen. Damit bist du weiterhin Mieter und dein Vermieter hat Anspruch auf Mietzahlungen. An deiner Stelle würde ich ganz schnell die Dezembermiete überweisen und zusehen, dass ich Land gewinne, bevor deinem Vermieter klar wird, dass du erstmal schriftlich kündigen musst und er ab diesem Zeitpunkt noch Anspruch auf Mietzahlung bis zur Neuvermietung, längstens aber für drei Monate hat. Die Forderung des Vermieters ist rechtens!!!

Bei einem möblierten Zimmer gilt (unter Vorbehalt) eine Kündigungsfrist von 2 Wochen zum Monatsende. Das ändert aber nichts daran, dass du auch hier schriftlich kündigen musst. Auch hier, kann aber der Vermieter Schadensersatz von dir fordern, da durch dein Verhalten nicht neu vermietet werden konnte.

Das Zimmer war tatsächlich möbiliert doch der Vermieter war in einem anderen Ort wohnhaft

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@Damien86

Das hat doch nichts zu sagen. Es ändert nichts daran, dass du dort gewohnt hast, Miete gezahlt hast und schriftlich kündigen musst. Eine Kündigung bedarf immer der Schriftform. Du kannst das drehen und wenden wie du willst, dein Vermieter bleibt im Recht. Zahl die Dezembermiete und mach mit deinem Vermieter einen Aufhebungsvertrag, dass du damit raus bist aus der Sache. Jeder Anwalt wird dir das gleiche sagen, dich aber trotzdem vor Gericht vertreten, wenn du das willst. Ergo geht der Schuss nach hinten los und das alles kommt dich wesentlich teurer als eine Monatsmiete (die du natürlich trotzdem zahlen musst).

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@Damien86

ob möbliert oder nicht, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, ob du Haupt- oder Untermieter bist. Als Hauptmieter hast du 3 Monate Kündigungsfrist einzuhalten. Und in jedem Fall ist eine schriftliche Kündigung erforderlich.

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@bigsur

Als Hauptmieter hast du 3 Monate Kündigungsfrist einzuhalten.

Als sog. Untermieter auch.

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@bigsur

den Kommi nehm ich komplett zurück. Möblierung spielt bei Untermiete eine Rolle.

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@bigsur

Möblierung spielt bei Untermiete eine Rolle - Das gilt nur bei ganz genau definierten Untermietverhältnissen - die hier nicht zutreffen. Deshalb spielt hier die Möblierung keine Rolle.

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Dann werde ich wohl lieber auf die Forderung des Vermietetr eingehen und es als Lehrgeld verbuchen. Danke für eure Antworten :)

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Auch mündliche Verträge sind Verträge...

Das ist mir schon klar - aber auch mündlich wurde nicht vereinbart, dass ich die Wohnung für 3 Monate mieten werde. Mir geht bei meiner Frage um die Chancen des Vermieters bei einem Streitfall seine "Forderung" ggü. mir durchsetzen zu können ;)

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@Damien86

Scheinbar ist dir das ja nicht klar. Du hast da gewohnt, du hast Miete gezahlt, damit ist jeder Beweis erbracht, daß es ein Mietverhältnis gab. Alles andere ist eine Frage der Kündigungsfristen - ob du ordetlich gekündigt hast, das muß schriftlich sein und ob due Haupt- oder Untermieter warst.

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@Damien86

aber auch mündlich wurde nicht vereinbart, dass ich die Wohnung für 3 Monate mieten werde.

Muß es auch nicht, denn die Kündigungsfrist ist gesetzlich geregelt. Und die beträgt für Mieter nun mal im Normalfall 3 bzw. knapp 3 Monate.

Mir geht bei meiner Frage um die Chancen des Vermieters bei einem Streitfall seine "Forderung" ggü. mir durchsetzen zu können ;)

Die Chancen stehen gut für ihn. Sogar sehr gut.

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