Kein Job trotz Weiterbildung.. wie weiter?

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3 Antworten

Hallöle,

sofern es sowohl Deine körperliche, als auch emotionale Kraft es zulässt, versuche doch Deine Einschränkungen quasi als Bonus zu nutzen!

Bewirb Dich doch z.B. im Verwaltungsbereich von Krankenhäusern oder Kirchen etc. und erwähne darin, dass Du gerne auch Deine privaten Krankheitserfahrungen nutzen würdest. Z.B. um anderen, die neu mit so etwas umgehen müssen, zur Seite zu stehen. Damit merken die Bewerbungsempfänger, dass Du emotional gut mit Deinen Einschränkungen klar kommst und niemand bist, der gerne in Selbstmitleid zerfliesst.

Verdeutliche Ihnen, ruhig auch durch dies klar beschreibende Sätze, dass Du die Anstellung auch deswegen haben möchtest, um Dir das zu ermöglichen, was für andere "nur Standard" ist, für Dich aber quasi echter Luxus und dass Du gerne bereit bist, dafür Engagement zu zeigen!

Zur Info: Ich bin selber schon fast zwei Jahrzehnte lang eine Schmerzpatientin, deren Körper leider resistent gegen Schmerzmittel ist (sogar Opioide). Ein großer Teil meiner Wirbelsäule ist wg. Skoliose zusammengeschraubt worden, leider zeitweise fehlerhaft, daher auch massive Dauerschmerzen und immer wieder schmerzsteigernde Entzündungen im lädierten Bereich. Wegen eines Krebsgeschwürs wurde mir zudem ein Teil meiner Gebärmutter entfernt, aufgrund einer schweren Gehirnentzündung ist mein Gedächnis leider eingeschränkt, mein Geruchs- und Geschmackssinn sind seither weg und noch so einiges mehr (GdB 50%). All das bestimmt jede Minute meines Lebens. Und trotzdem bin ich gnadenloser Optimist und komm wirklich echt gut damit klar (auch wenn ich heute schon weiß, dass ich es körperlich wohl sehr wahrscheinlich leider nicht schaffen werde bis zur Rente durchzuarbeiten)!

Als mein Chef sich vor 10 Jahren von seinem Geschäftspartner trennte und zusammen mit einem anderen Geschäftsfreund eine neue Firma gründete, nahm er mich als einzige aus dem alten Unternehmen mit. Ich fragte ihn, ob ihm das wg. meiner Einschränkungen nicht zu risikofreudig wäre, zumal die ersten Monate erst mal keine weiteren Angestellten dazu kommen sollten, aber er sagte, er würde meinen Kampfgeist kennen. Ich hätte berufstechnisch keine massiven relevanten Einschränkungen, sondern würde sogar eher etliches besser verwirklichen, als andere, weil ich ehrliches Interesse daran hätte, um, wie ich immer sage, mir "den Luxus eines normalen Lebens" zu ermöglichen. Ich arbeite Vollzeit, auch um mich vom Schmerz abzulenken. Ich fange früher an (um 6 statt 8), um dafür auch eher gehen zu können, damit meine Schmerztherapie keine Arbeitszeit klaut, aber bleibe bei Bedarf auch mal länger. Dieses Jahr hatten wir unser 10-jähriges Firmen-Jubi und ich habe mittlerweile auch Kolleginnen, aber ich war, bin und bleibe immer noch diejenige, die er insbesondere für Spezial-Aufgaben sehr gern einsetzt und er sagt, er hat seine damalige Entscheidung nie bereut.

Versuche, so weit es Dir möglich ist und so weit es auch mit Deinem wahren Ich überein stimmt, genau so einen Kampfgeist Deinem Arbeitgeber zu präsentieren. Sag ihm doch zum Beispiel mit offenen Worten: "Ich kann mir vorstellen, dass Sie befürchten, dass ich nicht fähig bin, das zu leisten, was andere hinbekommen. Lassen Sie mich Ihnen das Gegenteil beweisen! Ich habe extra mein Wissen ausgebaut. Warum sollte ich das tun, wenn ich in Wirklichkeit kein Interesse an einer echten Berufstätigkeit hätte? Für Hartz 4 bräuchte ich nur meinem Arzt einen vorheulen. Aber genau das will ich partout nicht! Geben Sie mir bitte die Chance Ihnen genau das zu beweisen!"

Also, ich hoffe, der Roman war nicht zu lang 😉 und ich drücke Dir alle Daumen und Zehen die ich habe, dass Dir möglichst bald auch eine echte, langzeitige Chance eingeräumt wird!

Bleib stark und Toi Toi Toi!!! 🙂👍

wölfin

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Kommentar von katjam77
17.07.2017, 09:48

Danke Wölfin..

Deine Worte geben mir Mut..

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Für Erwerbsminderungsrente sehe ich auch schwarz.

Du könntest ja deinen Beruf als Bürokauffrau gesundheitlich ausüben. Für die Tatsache, dass du noch keinen Job in dem Beruf gefunden hast, ist nicht die Rentenversicherung zuständig.

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Am besten beantragst du eine Leistung zur Teilhabe, dann bekommt der Arbeitgeber ziemlich hohe Zuschüsse, damit er doch einstellt. So hat er ein Jahr kaum kosten mit Dir. So kannst du wenigstens wieder gut rein kommen

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