kein alg1 und kein krankengeld. was nun?

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2 Antworten

Wenn die Agentur für Arbeit ihre Leistungen eingestellt hat (was nach dem genannten Zeitraum der Entgeltfortzahlung normal wäre), und kein Anspruch auf Krankengeld besteht, dann springt als letzte Instanz das Jobcenter bzw. die Grundsicherung ein. Die werden ggf. einen Termin für einen Amtsarzt festsetzen, um ihrerseits die Arbeitsfähigkeit zu prüfen. 

Wenn die feststellen, dass man tatsächlich krank ist, wird man je nach Ausmaß (temporär, dauerhaft) wahrscheinlich ausgesteuert und landet in der Grundsicherung, was quasi das Gleiche ist wie das Jobcenter, nur ohne das "Fordern". Andernfalls müsste man den Bescheid (Die Gesundschreibung) mit einem Widerspruch anfechten und am besten gleich nochmal zum Hausarzt gehen.

AnnaSchmidt87 17.03.2015, 16:58

Vielen Dank für die Antwort, 

wie kann ich den Bescheid  (die gedundschreibung)widersprechen? 

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skillz47 17.03.2015, 17:08
@AnnaSchmidt87

Ich will ja nun nicht den Teufel an die Wand malen. Aber mal angenommen, Sie melden sich beim Jobcenter, und die schicken Sie weiter zum Amtsarzt (was ich als wahrscheinlich erachte), und der schreibt Sie gesund (was sein kann, aber nicht muss), dann setzen Sie ein förmliches Schreiben auf, das in etwa so klingt:

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Widerspruch

Hiermit widerspreche ich Ihrem Bescheid vom xx.yy.zzzz. Diesem Schreiben beigefügt ist der Befund meines behandelndes Arztes, Herr/Frau Dr. soundso, aus dem hervor geht, dass ich bis dannunddann/dauerhaft arbeitsunfähig erkrankt bin. Sofern Sie diesen Umstand nicht anerkennen, werde ich mich mit dem Sachverhalt an das zuständige Sozialgericht wenden.

Mit freundlichen Grüßen

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Und genau das wäre dann auch der nächste Schritt, sofern das Jobcenter dann nicht einlenkt. Sofern keine finanziellen Mittel vorhanden sind (wovon mal auszugehen ist beim Jobcenter), kann man beim Amtsgericht für 10 Euro einen Beratungshilfegutschein bekommen für ein Erstgespräch beim Anwalt für Sozialrecht. Man muss nicht seine Ersparnisse plündern - man hat beim Jobcenter Anspruch auf 750 Euro fix als Altersvorsorge plus 150 Euro pro Lebensjahr (mindestens jedoch 3.100 Euro) als Freibetrag. Eine 30 Jahre alte Person hat also einen Freibetrag von 5.250 Euro, die sie als Ersparnis haben darf, und nicht antasten muss, um während des Bezugs von ALG II einen Anwalt zu nehmen. Man kann auch Prozesskostenbeihilfe beantragen, falls es dann vor's Gericht gehen sollte.

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Hallo Anna, Ich habe früher bei der Agentur für Arbeit gearbeitet und hatte öfter mit solchen Fällen zu tun. So wie es aussieht akzeptiert wahrscheinlich die Krankenkasse die Krankmeldung nicht, weil sie mehr als 3 Tage rückwirkend ausgestellt wurde. Für die Agentur für Arbeit erscheinst du allerdings natürlich als immer noch krank da sie ja von dir die AUBs (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen) bekommen haben und das, wie du sagst über 6 Wochen. Was ich dir raten würde, ist dass du deine Ärztin vielleicht bittest bei der Krankenkasse anzurufen und das zu klären. Für mich sieht es eher nach Krankengeldanspruch aus, als nach AlgI. Und für die Zukunft schau, dass du deine AUBs durchgehend bekommst, also auch über die Wochenenden. Gute Besserung. Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

AnnaSchmidt87 17.03.2015, 17:00

Vielen Dank für die Antwort, 

kann  das den noch helfen?

Kenne mich wirklich nicht so mit dem ganzen aus.

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Atoto 17.03.2015, 17:49

Naja, probieren solltest du es:-), dann weisst du es! Deine Ärztin soll der Krankenkasse erklären, wie es dazu gekommen ist, dass die AUB rückwirkend ausgestellt wurde. Die Krankenkasse möchten natürlich nicht zahlen und suchen dann Gründe. Aber es ist doch offensichtlich, dass die Depression nicht für 10 Tage aufhört und dann wiederkehrt, wenn die Praxis wieder geöffnet hat. Ruf gleich morgen früh deine Ärztin an, oder geh in die Sprechstunde und wenn es sein muss auch vielleicht persönlich zur Krankenkasse, wenn du noch nicht warst. Kopf hoch...und denke bitte nicht an Alg II oder dergleichen, du wirst sehen es wird sich aufklären. Bitte wirklich deine Ärztin um Hilfe.

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TVCSKB 17.03.2015, 22:03

Hallo, ich schätze ein solches Gespräch wird nicht viel bringen, da man als Arbeitnehmer dazu verpflichtet ist seine Krankenmeldungen lückenlos und zeitnah abzugeben sind. Ein Arzt darf grundsätzlich nicht rückwirkend krank schreiben, als Ausnahme kann ein Wochenende gewertet werden. In einem BSG Urteil steht auch geschrieben, dass ein Urlaub etc. vom Behandelnden Arzt als Problem des einzelnen zu sehen ist und nicht von Krankenkasse oder anderen.

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Atoto 07.04.2015, 21:38

Hallo Anna. Darf ich fragen, wie es bei dir nun letztendlich ausgegangen ist?

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