Kautionsrückzahlung dank Vermieter sehr problematisch

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7 Antworten

Kaution abwohnen ist nicht erlaubt. Der Vermieter wird 1. die Kaution nicht zurück bezahlen, solange dann Mieten nicht bezahlt sind 2. einen gerichtlichen Mahnbescheid, danach einen Vollstreckungsbescheid und schließlich mit einem Titel die offenen Mieten bei Dir über Lohnpfändung oder Bankkontosperrung eintreiben.

Folgen: Negativer Schufaeintrag, der es Dir künftig in vielen Sachen sehr schwer machen wird, Probleme mit der Bank oder mit dem Arbeitgeber. Das kann Dich im Extremfall Deinen Job kosten.

Das wäre die Sache nicht wert. Im übrigen: Ist man Mieter, sollte man im Lauf der Zeit soviel Geld zur Seite legen, dass man umziehen kann und auch wieder eine Kaution hinterlegen kann. Also immer eine Reserve vorhalten. Eigentümer müssen das auch, um im Ernstfall dringende Reparaturen und Renovierungen durchführen zu können, wenn z. B. mal wieder ein Mieter beim Auszug die Wohnung als Ruine hinterläßt und den Schaden weder bezahlen kann noch bezahlen will.

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Worum es mir nun hauptsächlich geht: Aus dem Mietvertrag dürfen wir zwar raus wann wir wollen, (was so in 1-2 Monaten auch endlich klappen wird), jedoch habe ich mit meinem Bekannten geredet und der hat jetzt nach knapp 6 Monaten noch nicht seine Kaution zurück.

So ist nun mal die Gesetzeslage, bis zu 6 Monsten darf der Vermeieter die Kaution einbehalten.

Ich hab einfach die letzten zwei Monate nur noch soviel Miete bezahlt, das ich genau die Kautionshöhe im Rückstand war. Also sagte ich ihm, er solle das verrechnen, was er schlussends auch tat.

Ist rechtlich nicht erlaubt.

Was kann schlimmstenfalls passieren?

Lohnpfändung und der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür, Eintragung in die Schufa usw.

Ich bin mir im übrigen auch relativ sicher, das ich schon lang eine Mietminderung hätte einleiten können....

Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu schaffen.

MfG

Johnny

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"Abwohnen": Die Mietkaution darf nicht einfach abgewohnt werden. Mieter dürfen deshalb auch nicht einfach die Mietzahlungen einstellen und den Vermieter auffordern, die ausstehenden Mieten mit der Kaution zu verrechnen. (Urteil des OLG Frankfurt (2004) ; Az. 2 W 10/04 ).

Das kann für Dich sehr teuer werden. Denn falls der Vermieter einen Rechtsanwalt beauftragt und/oder ein gerichtliches Verfahren einleitet, trägst Du, da Du Dich mit der Zahlung der Miete in Verzug befindest, sämtliche anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten.

Außerdem widerspricht eine Aufrechnung einer fälligen mit einer nicht fälligen Forderungen § 387 BGB.

Quelle:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/k1/kaution_rueckzahlg.htm

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Ich hab einfach die letzten zwei Monate nur noch soviel Miete bezahlt, das ich genau die Kautionshöhe im Rückstand war.

Das ist rechtlich nicht zulässig. Da kannst Du in Teufels Küche kommen.

Die Kaution muß nicht unmittelbar nach Mietende ausgezahlt werden und er kann sich tatsächlich mehrere Monate Zeit lassen.

hier nachlesen

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Kommentar von Rocksta
07.07.2013, 13:03

geh doch mal etwas näher auf oben beschrieben Teufels Küche ein, was kann denn wirklich passieren? Ich mein, an der wohnung is alles genauso wie beim einzug, wir warn keine 6 Monate hier. Das wissen die, das wissen wir

Ich mein, man muss sich vor augen führen was es heisst, ein halbes jahr oder mehr die kaution einzubehalten für ein junges paar, was einfach nich "nochmal zusätzlich" iwo n tausender rumliegen hat um in die nächste wohnung einzuziehen. ich habe nur die möglichkeit, sofort meine kaution zu erhalten (wie es sich gehört) um dann weiterziehen zu können

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Nicht weil ich i-wem um Miete prellen will

Das tust Du aber wenn Du so verfährst wie beschrieben. Kaution ist nicht zum "abwohnen", sondern für Ansprüche des Vermieters nach Vertragsende.

Und das sind nicht nur Ansprüche wegen evtl. Mängel an der Wohnung.

Um zu prüfen ob und welche Ansprüche der VM noch hat kann er die Kaution bis 6 Monate einbehalten.

Was sollen die grossartig machen können?

Mahnbescheid, Klage, Vollstreckungsbescheid, negativer Eintrag in die Schufa ....

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Kommentar von Rocksta
07.07.2013, 13:11

Das mit den 3 - 6 Monaten ist btw. ein Märchen

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Es kann gutgehen, kann aber auch daneben gehen und der Vermieter die offenen Mieten einklagen mit dem Hinweis darauf, dass eine Verrechnung nicht zulässig ist. Und die wird er gewinnen - du trägst die Kosten.

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die kaution oder zumindest ein teil davon bleibt auch solange beim VM, bis ALLE nebenkosten abgerechnet sind.

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