Kaution wird einbehalten (4er WG), verliehenes Geld nicht zurückgegeben, was kann ich tun?

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4 Antworten

Wie sah denn der Mietvertrag aus und wann endete er?

War es ein Mietvertrag mit 4 Hauptmietern und Du eine davon, hat jeder von Euch das Recht, die Kaution einzufordern. Wer sie bekommt, muss sie natürlich auf die anderen aufteilen, bzw. Schulden, die daraus noch bestehen an die Gläubigerin zurück zahlen.

Wenn Du die einzige bist, die sich um die Rückzahlung der Kaution bemüht, dann liegt es natürlich an Dir, das so vorzutragen, dass der Vermieter auch einsieht, dass er die Kaution zurück zahlen muss. Wenn mehrere daran interessiert sind, sollten sich alle zwei oder drei gemeinschaftlich darum bemühen.

Ich gehe mal davon aus, Du bist die einzige, die dem Vermieter widersprechen will:

Der Gesamtbetrag der Kaution beträgt € 1792,-. Davon hat sich der Vermieter rund 900 € einbehalten, weil er meint, dass er einen neuen Herd kaufen muss. Sollte er darauf bestehen, hättet ihr damit für den Schaden Ersatz geleistet und der alte Herd gehört Euch. Wenn man ihn so einfach reparieren kann, könnte man das machen (lassen) und ihn dann verkaufen.

Wenn es jedoch so ist, dass der Herd auf Garantie repariert werden könnte, vielleicht sogar ohne dass Kosten für Anfahrt des Kundendienst anfallen, muss der Vermieter das machen lassen, denn er ist in jedem Fall zur Schadensminimierung verpflichtet. Wenn er anderer Meinung ist, soll er das beweisen.

Dass er sich weitere 300 € für evtl. Betriebskostennachzahlungen einbehält, ist zunächst in Ordnung. Wie lange er das zurück behalten darf, hängt davon ab, wann das Mietverhältnis endete.

In jedem Fall hast Du Anspruch auf die Abrechnungen für 2014. Wenn er Dir keine Abrechnung für 2014 erstellen will, die nun schon verfristet wäre, wenn das Abrechnungsjahr dem Kalenderjahr entspricht, muss er Dir alle Vorauszahlungen für diesen Zeitraum zurück zahlen. Darauf hast Du Anspruch. Nicht nur ein Viertel, sondern den Gesamtbetrag für alle Mitmieter. Stellst Du erst einmal diese Forderung, wird er schon mit einer Abrechnung rum kommen.

Mein Vorschlag für einen Brief:

hiermit bitte ich Sie um Rückzahlung von € 699,- aus der einbehaltenen Kaution.

Sie behielten € 499,- für den Herd ein, da dieser angeblich mutwillig zerstört wurde. Hierzu möchte ich anmerken, dass dies nicht mutwillig war und meiner Meinung nach einen Garantiefall darstellt, der durch den Kundendienst des Herstellers zu beheben ist. Bitte lassen Sie das vom Kundendienst prüfen. Ohne diese Prüfung sind wir nicht bereit, den Abzug von der Kaution hinzunehmen. Sollte der Herd auch nach Meinung des Kundendiensts irreparabel defekt sein, bitte ich um Übergabe des Herds, da dieser nach Erstattung des Schadens in unser Eigentum übergeht.

89 € für Abrechnung 2014: Bitte senden Sie mir noch die dazu gehörige Betriebskostenabrechnung mit den einzelnen Belegen. (Je Fotokopie erstatte ich € 0,50.) Ich bitte um Zustellung bis spätestens 15.03.2016, andernfalls verlange ich die Rückzahlung der kompletten Vorauszahlung für die Betriebskosten in 2014. Dies steht mir rechtlich zu, wenn Sie nicht über die Nebenkosten abrechnen wollen.

300 € Rückbehalt für Betriebskosten in 2015: Gerne bin ich bereit, einen gewissen Rückbehalt zu akzeptieren bis zur fristgerechten Vorlage der entsprechenden Abrechnung. Jedoch bitte ich Sie den Rückbehalt nur auf den Betrag zu beschränken, der als Nachzahlung realistisch erscheint. Waren es für 2014 € 89,- dürfte für 2015 allenfalls ein Rückbehalt von 100 € dafür angemessen sein.

Die Zahlung über den Gesamtbetrag von € 699,- (499,- Herd + 200,- NK) erwarte ich bis spätestens 29.02.2016 eingehend auf mein Konto...

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Viel Erfolg!

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Kommentar von Tamamiyu
10.02.2016, 20:23

Danke für deinen hilfreichen Kommentar. Ich bin einer der 4 Hauptmieter. Die anderen haben allerdings keine Lust mehr sich darum zu kümmern, sodass es an mir hängen bleibt. Wir sind seit dem 31.08.15 aus der Wohnung draußen.

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Zu den Betriebskosten:

Der Vermieter ist nicht verpflichtet Dir Nachweise (Fotokopien der Belege) zur Betriebskostenabrechnung zukommen zu lassen. Falls er dies dennoch macht, mußt man als Mieter auch die Kosten für diesen Service dafür übernehmen.

Als Mieter hat man das Recht die Belege in den Räumen des Vermieters zur Überprüfung der Nebenkostenabrechnung einzusehen.

Weiter darf der Vermieter einen Teil der Kaution für die noch zu erstellende Nebenkostenabrechnungen einbehalten.

So hat der Vermieter mit der Nebenkostenabrechnung für 2015, unter der Voraussetzung, daß er exakt den jährlichen Abrechnungszeitraum gewählt hat,  bis zur Er-/Zustellung noch bis zum 31.12.2016 Zeit. Erst ab 1.1.2017 könnte er bezüglich der Erstellung der Nk-Abrechnung angemahnt. werden.

Läuft aber der Abrechnungszeitraum z.B. vom 1.6.2014 - 31.05.2015 dann hätte der Vermieter noch bis zum 31.5.2016 mit der Er-/Zustellung der Nebenkostenabrechnung Zeit. Erst ab 1.6.2016 könnte er dann angemahnt werden.

zur Kaution:

Der Vermieter hat bezüglich der Kaution eine Überprüfungsfrist von max. 6 Mon. ab Mietvertragsende. Einen Teil darf er darüberhinaus für noch zu erstellende Nebenkostenabrechnungen einbehalten.

Wenn Du hier anderer Meinung als der Vermieter bist, wirst Du wohl rechtliche Schritte einleiten müssen.

Hattet ihr in der WG einen gemeinsamen Mietvertrag, oder gab es mit jedem WG-Mitglied separate Mietverträge oder gab es einen Hauptmieter und 3 Untermieter? Wann wurde der gemeinsame Mietvertrag beendet?

Ich habe meiner ehemaligen Mitbewohnerin die
Kaution geliehen (auf Papier festgehalten) in Höhe von 448€ (1/4 der
ganzen Kaution, da wir zu viert wohnten). Da es Probleme mit der Kaution
gibt, habe ich sie darauf angesprochen und seit her ignoriert sie mich
und eine aktuelle Adresse habe ich auch nicht von ihr. Was kann ich da
machen?

Bezüglich der Rückzahlung dieses Darlehen mußt Du Deine ehemalige Mitbewohnerin nachweisbar schriftlich per Einwurfeinschreiben unter datumsgenauer Fristsetzung dazu auffordern. Danach könntest Du einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Die Gerichtskosten müßtest Du vorstrecken. Dazu benötigst Du aber deren ladungsfähige Adresse. Evtl. könntest Du diese beim Einwohnermeldeamt erfahren, wenn Du die schriftliche Vereinbarung des Darlehnens vorlegst.

Auch gegenüber dem Vermieter kannst Du bezüglich der Rückzahlung der Kaution einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Ein Mahnbescheidsantrag kann online gestellt werden. Dazu benötigt man keinen Anwalt.

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Vielleicht kannst du doch Mitglied beim Mieterbund werden. Der Jahresbeitrag kostet bei uns ca. 70,-- Euro. Du weist nie ob du den nicht nochmal brauchst und die regeln alles für dich.

Da kommt hier sicher noch die eine oder andere Antwort für dich.

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Das sind alles Probleme aus dem Zivirecht. Da kannst du dir einen Anwalt nehmen und nach Beurteilung der Erfolgsaussichten gegebenenfalls diesen Klagen einreichen lassen.

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