Kaution trotz einer Bürgschaft der Eltern?

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7 Antworten

Ob der Vermieter zusätzlich zu der Bürgschaft eine Kaution verlangen darf hängt davon ab, in welchem Umfang beide Sicherheiten bestehen.

Nach § 551 BGB darf der Vermieter nur eine Sicherheit in Höhe der dreifachen Kaltmiete verlangen. Dies umfasst Kaution und Bürgschaft.

Wenn die Bürgschaft sich auf alle Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis erstreckt, was der Regelfall ist, dann darf theoretisch daneben keine Kaution mehr verlangt werden. Es läge eine sog. Übersicherung vor.

In der Praxis macht das trotzdem jeder Vermieter. Ob es sinnvoll ist ein Mietverhältnis mit einer Auseinandersetzung über die Kaution zu beginnen musst du selbst wissen.

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Der Vermieter darf in Deutschland eine Mietkaution von maximal 3 Nettokaltmieten verlangen. Bei einem Zimmer in Hamburg schätze ich jetzt mal, dass dieser Rahmen mit 500 Euro noch nicht ausgeschöpft ist. Grundsätzlich ist es also ok, die Sicherheit mit einer Bürgschaft aufzustocken.

Und es kommt darauf an, ob der Vermieter die Bürgschaft verlangt hat oder ob ihr das selbst angeboten habt. In meinen WG-Zeiten habe ich das immer von selbst angeboten, um mich gegenüber anderen Bewerbern positiv hervorzuheben. Das ist ok und das darf der Vermieter auch annehmen.

Er darf aber keine Sicherheit verlangen, die höher als drei Nettokaltmieten ist.

Sollte ein Schaden entstehen, ist er auch nicht höher abgesichert, d.h. deine Eltern als Bürgen müssten auch nicht zahlen. 

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Das Problem für den Vermieter ist: Die 500 € Kaution hat er im Falle eines Falles

Das Geld durch die Bürgschaft Deiner Eltern müsste er erst einfordern. Das kann dauern...

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Doch, du musst eine Kaution bezahlen. Die Eltern haften nur für die Miete, falls du deiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommst.

Die Kaution ist für das Zustandekommen des Mietvertrages konstituierend, d. h. wenn der Vermieter eine erhebt und du sie nicht bezahlst, bekommst du auch die Wohnung nicht.

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Kommentar von uni1234
12.07.2016, 15:55

Der letzte Teil ist falsch! Eine Kaution ist niemals konstituierend für einen Mietvertrag, selbst wenn man die Kaution als Bedingung für den Mietvertragsabschluss formulieren würde.

§ 551 BGB regelt sehr deutlich wie und in welchem Umfang der Vermieter eine Kaution verlangen darf; u.a. steht hier dass die erste Rate der Kaution zu Mietbeginn fällig ist. Vereinbarungen die hiervon abweichen sind unwirksam.

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Kaution wird einbezogen für Schäden. Oder wenn du ausziehen solltest und diese nicht ordentlich verlässt.

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Das ist für ev. Schäden, hat mit der Miete nicht direkt zu tun. 

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Die Bürgschaft ist dafür gedacht, dass deine Eltern die Miete zahlen, wenn du dazu nicht fähig bist. Die Kaution wird für eventuelle Schäden beim Auszug vereinbart. Sind also 2 unterschiedliche Sachen.

Am besten, du fragst einfach beim Vermieter nochmals nach.

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Kommentar von bwhoch2
12.07.2016, 15:08

Falsche Antwort: Auch die Kaution ist zur Abdeckung von Mietausfall nach Ende des Mietverhältnisses. Bürgschaft + Kaution ist doppelte Absicherung, die aber nicht funktioniert.

Die Kaution darf höchsten 3 Monatskaltmieten umfassen. Eine zusätzliche Bürgschaft ist überflüssig und nützt dem Vermieter nichts, zumindest in dem Teil, der zusammen mit der Kaution 3 Monatsmieten übersteigt.

Beispiel: Kaltmiete = 200 €, Kaution pauschal 500 €

Bürgschaft der Eltern unbegrenzt, bedeutet in dem Fall, dass damit die Bürgschaft automatisch auf 100 € begrenzt ist.

Das muss man aber dem Vermieter nicht sagen. Da soll er ruhig irgendwann selbst drauf kommen.

Sofern der Mieter nicht mit einer Kautionsbürgschaft, also Bürgschaft anstelle der Kaution einverstanden ist, wirst Du die Wohnung nicht bekommen.

Häufig ist es so, dass die Vermieter nicht mit der Kaution allein einverstanden sind. In dem Fall hilft es, wenn zumindest ein Elternteil als Mitmieter in den Vertrag aufgenommen wird. Damit haftet diese Person außerdem eigentlichen Mieter/Bewohner auch unbegrenzt für alles, was an berechtigten Forderungen aus dem Mietverhältnis gegenüber dem Mieter entsteht. Das setzt großes Vertrauen voraus, aber das hat man als Eltern doch mit Recht gegenüber seinem Kind, oder?

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